© Nicky Walsh/Max Faber

Sonntagsessen Ein Bier kommt selten allein

Was kleine Brauereien erfinden, wird mit Wodka zum Überraschungscocktail. Unser Sonntagsessen ist diesmal ein Drink-Menü für die Party, dazu gibt es Chili-Popcorn. Von

Keine Angst vor Klischees: Beim Blogger-Duo Nicky & Max finden sich Rezepte für Strammer Max genauso wie für ein Full English Breakfast und die Berliner Currywurst. "Die beste gibt es in Steglitz im Lokal Zur Bratpfanne", verrät Max Faber. Auch deutsche Hausmannskost wie Königsberger Klopse hält der 37-Jährige für unterschätzt. Seine Frau Nicola Walsh hingegen denkt in Berlin gern an die Gerichte ihrer britischen Kindheit zurück: "Sonntagabends gibt es bei uns jetzt immer Braten."

Faber hat längere Zeit als Koch gearbeitet, bevor er zum Foodstyling und Bloggen wechselte, Walsh ist Fotografin. Für das Konzept von Nicky & Max findet die Britin sehr einfache, sehr schöne Worte: "Ich traf Max. Wir hatten gemeinsame Ideen, die zu weiteren Ideen führten. Wir haben diesen Blog geschaffen, damit andere diese Ideen sehen können."

Besonders gerne kochen die beiden für Familienfeste und zu Weihnachten. Das haben wir (zum Glück, werden manche sagen) gerade hinter uns. Während der Heilige Abend und die folgenden Tage für viele gleichbedeutend mit einem Festmahl an der Grenze zur Völlerei sind, sollte am letzten Tag des Jahres hauptsächlich getrunken werden. Konsequenterweise schlagen die Blogger ein Drink-Menü vor. "Wir lieben skurrile Food-Pairings", erklärt Nicky Walsh ihre Auswahl.

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3 and out heißt der erste vorgestellte Drink möglicherweise deshalb, weil nach drei Gläsern Schluss ist; um dem vorzubeugen, serviert Faber dazu selbst gemachtes Honig-Chili-Popcorn.

Neben Wodka besteht der Cocktail vor allem aus Craft Beer, bevorzugt lokale Sorten kommen hinein. Im Prinzip fallen unter den Begriff sämtliche Biere, die von kleinen, unabhängigen Brauereien hergestellt werden. "Eigentlich war ich nie ein großer Bierfan, im Grunde aus all den 'Mädchen-trinken-nicht-gern-Bier'-Gründen", gesteht Walsh. "Der Geschmack ist mir zu bitter und die Portionen zu groß. Außerdem schmeckt für mich alles gleich und am Ende muss ich immer rülpsen …". Craft Beer hingegen hält sie für eine Offenbarung. Warum nicht die Silvesternacht nutzen, um mit alten Gewohnheiten zu brechen?

3 and out

Zutaten für zwei Cocktails:

  • 50 ml hochwertiger Wodka
  • 10 ml weißer Rohrzuckersirup
  • 10 ml frisch gepresster Zitronen- oder Limettensaft
  • 400 ml Zitronenlimonade
  • 1 Flasche Berliner Berg Lager Pilsner
  • Eiswürfel
  • Chilis zum Einfrieren

Zubereitung:

Alle Zutaten in einem Shaker mixen. Reichlich Eiswürfel in die Gläser geben und mit Zitronenlimonade und Bier auffüllen.

Zuvor Chilischoten mit Wasser in einem Eiswürfelbereiter einfrieren und den Cocktail dann damit verzieren. Alternativ mit Zitronenscheiben garnieren.

Honig-Chili-Popcorn mit Koriander und Limette

Zutaten:

  • 1–2 kleine rote Chilis
  • ½ Bund Koriander
  • 1 unbehandelte Limette
  • 1 EL Öl
  • 75 g Popcornmais
  • 3 EL Butter
  • 3–4 EL flüssiger Honig
  • Meersalz

Zubereitung:

Chilis waschen, putzen und fein hacken. Koriander waschen, trocken schütteln und fein hacken. Limette waschen, trockenreiben und die Schale fein abreiben. Limette halbieren und Saft auspressen.

Öl in einen Topf geben, Mais zugeben und bei mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rütteln zugedeckt erhitzen, bis alle Körner aufgeplatzt sind.

Butter und Honig in einem kleinen Topf schmelzen. Die gehackten Chilis und Limettenschale zugeben und mit dem Popcorn mischen. Gehackten Koriander zugeben, mischen und mit Meersalz und etwas Limettensaft abschmecken.

Radler ohne Zitronenlimo-Muff: Stattdessen kommt Gin rein. © Nicky Walsh/Max Faber

Radler hat einen ähnlich miesen Ruf wie die Currywurst. Ist das nicht das Getränk, das Rentner beim Sonntagsausflug genießen? Zur Rehabilitierung schlagen Walsh und Faber eine Radler-Variation mit Gin und Hibiskuslikör vor.

Doppeltes W: Zu Weißbier passt auch sehr gut Whiskey. © Nicky Walsh/Max Faber

Auch mit dem Touristenklassiker Berliner Weiße macht man sich keine Freunde. Außer man denkt in eine ganz andere Richtung: Weißen Sour nennt das Paar seine Kreation, bestehend aus Whiskey, Orangenmarmelade und Weißbier. 

Diese Martinis frischen mit Grapefruitsaft ganz ungemein auf. © Nicky Walsh/Max Faber

Martinis gehören zu den absoluten Barklassikern. Der sogenannte Twist kommt hier durch die Ergänzung um Grapefruitsaft und schwarzen Pfeffer.

Ein Klassiker gegen den Kater: Die Bloody Mary gibt es am Morgen danach, das Umrühren mit der Selleriestange suggeriert Gesundheitsbewusstsein. © Nicky Walsh/Max Faber

Spätestens am Neujahrsmorgen ist es Zeit für eine Bloody Mary. Und ein Full English Breakfast.

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