© Andrea Natschke-Hofmann

Cheesecake Einer für immer

Cheesecake gleich Cheesecake? Von wegen, dazu gibt es Regalmeter an Rezepten. Man kann ihn mit Eierlikör begießen, mit Limetten erfrischen – oder im Gugelhupf verstecken. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Liebe Andrea Natschke-Hofmann, wie wird man professionelle Foodbloggerin? "Ich habe einen Beitrag darüber in einer Zeitschrift gelesen. Danach habe ich mich an den Laptop gesetzt und mein Blog gegründet." Zielstrebigkeit ist eine wichtige Zutat für ein Leben als Unternehmerin – und sie wird belohnt, denn die Frankfurterin kann von den Einnahmen von Zimtkeks und Apfeltarte leben. "Kochen habe ich bereits mit sieben oder acht Jahren von meiner Mutter und meiner Oma gelernt", sagt sie. "Und zwar nicht zum Spaß, sondern weil bei uns das Mithelfen im Haushalt verpflichtend war." 

Heute ist sie selbst Mutter von drei Söhnen, die sie schon mal an eine Realität gewöhnt, in der auch Männer die Spülmaschine ausräumen. "Die Familie antreiben, Arbeiten verteilen", lauten die Erziehungsregeln. In ihrer Küche herrscht das Gegenteil von Chaos. 

Innereien kämen bei ihr nie auf den Tisch, ansonsten darf es gerne deftig zugehen, zum Beispiel in Form schwäbischer Gerichte wie Zwiebelrostbraten, Maultaschen und Schupfnudeln. Vieles liegt aber auch in ihrer hessischen Kindheit begründet: "Mein Vater war Bäcker, musste also schwer körperlich arbeiten. Wenn er nach Hause kam, gab es Herzhaftes und viel Fleisch: Frikadellen mit Rotkohl, Braten mit Knödeln oder Rouladen." Allein für sich kochen würde Andrea Natschke-Hofmann nicht, "höchstens ein Spiegelei". Im Zweifelsfall freut sie sich aber immer über ein ofenfrisches, kräftiges Bauernbrot mit etwas gesalzener Butter.

Nach Pragmatismus schmeckt auch die Geschichte, wie sie mit Anfang zwanzig eine mehrbändige Rezeptsammlung von Deutschlands Sterneköchen komplett durchgekocht hat, zu Übungszwecken, versteht sich. Papas Kladde aus der Zeit seiner Bäcker- und Konditorenlehre besorgte den Rest. Vielleicht geht es ja deshalb beim Sonntagsessen kein bisschen pragmatisch zu. Fünf verschiedene Cheesecakes stehen bei Zimtkeks und Apfeltarte auf dem Programm, vorstellen wollen wir eine Version mit Eierlikör. Adrea Natschke-Hofmann schwört für dessen Zubereitung auf ihren Universalzerkleinerer, der die Kekse zuverlässig und schnell zu Bröseln zermalmt. Das hatten wir uns schon gedacht.

Mini-Eierlikör-Cheesecake

Zutaten:

  • 100 g Vollkorn-Butterkekse
  • 50 g Butter
  • 2 Pakete Frischkäse à 400 g
  • 90 g Zucker
  • 120 ml Eierlikör
  • 2 EL Mehl
  • 1 Päckchen Bourbon-Vanille
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Muskat
  • 1 Ei
  • Sahne, Eierlikör und Schokostreusel zur Dekoration

Zubereitung:

Butterkekse im Universalzerkleinerer zermalmen. Alternativ in einen Gefrierbeutel geben und mit der Hand oder einer Teigrolle zerkleinern. Butter schmelzen und mit den Keksbröseln vermischen. 

Eine Mini-Cheesecake-Form oder eine Muffinform mit Papierförmchen oder Backpapier auskleiden. Die Bröselmischung gleichmäßig darin verteilen und mit dem Rücken eines Löffels festdrücken. Backofen auf 175 Grad beziehungsweise 150 Grad Umluft vorheizen und die Cheesecake-Böden für fünf Minuten backen.

In der Zwischenzeit mithilfe eines Schneebesens Frischkäse mit den restlichen Zutaten verrühren. Auf die leicht abgekühlten Böden geben und weitere 15 bis 18 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen und in der Form auskühlen lassen, dann vorsichtig herauslösen und im Kühlschrank für mindestens vier Stunden, besser noch über Nacht kühlen.

Vor dem Servieren mit frisch geschlagener Sahne, Schokostreuseln und einem Schuss Eierlikör dekorieren. 

Der New York Cheesecake ist mit Cranberrys und Orangen winterlich verwandelt. © Andrea Natschke-Hofmann

Machen wir es wie die Bloggerin und beginnen beim Klassiker, einem New York Cheesecake. Winterlich wird er durch eine Cranberry-Orangen-Soße.

Geht schnell und ist mit Karamell, das sind schon zwei gute Gründe für den Apfel-Cheesecake mit Walnussstreuseln. © Andrea Natschke-Hofmann

Wie eine deutsche Interpretation des amerikanischen Originals wirkt dieser Apfel-Cheesecake mit Walnussstreuseln.

Und noch ein Cheesecake, mit Limetten und mit Pistazien für den Knusperfaktor © Andrea Natschke-Hofmann

Natschke-Hofmann bezeichnet sich selbst als "Cheesecake-Verrückte". Da kommt es schon mal vor, dass Freundinnen ihr keine Katzenvideos schicken, sondern das Rezept für einen Limetten-Pistazien-Cheesecake.

Sieht aus wie Gugelhupf, aber es steckt Süßkartoffelpüree drin – und ein Cheesecake-Kern! © Andrea Natschke-Hofmann

Auf den ersten Blick sieht dieser Süßkartoffelkuchen mit seinem Topping aus Zuckerguss und kandierten Pekannüssen aus wie ein Gugelhupf der verschwenderischen Sorte. In seinem Inneren verbirgt sich allerdings ein – richtig – Frischkäsekern.

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