© Melanie Limbeck

Kürbis-Lasagne Tröstliches aus dem Burgenland

Salzstangerl? Erdäpfel? Dieses Sonntagsessen kommt uns österreichisch vor. Bei Kürbis-Shiitake-Lasagne und Feigentarte wird es aber länderübergreifend im Burgenland. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Auf die Frage, was ihre Heimat mit ihrer Art zu kochen zu tun hat, scheint Melanie Limbeck nur gewartet zu haben. "Die Region, in der ich lebe, ist bekannt für weite Landschaften und das pannonische Klima, für die vielfältige Landwirtschaft, den Gemüseanbau und die Viehzucht, von Mangalitza-Schweinen über Steppenrinder bis hin zu Fisch aus dem Neusiedlersee", zählt sie auf. "Nicht zu vergessen unser Wein!" Zu Letzterem hat die 26-Jährige auch deshalb eine besondere Verbindung, weil ihr Freund Winzer ist. "Bei Verkostungen helfe ich nicht nur gerne beim Ausschenken mit, sondern auch beim Trinken", sagt sie.

Gols heißt jener Ort, der in Limbecks Erzählungen nach Paradies klingt. Er gehört zu Österreichs jüngstem Bundesland, dem Burgenland, das eine der wichtigsten Weinbauregionen ist. Die Küche ist geprägt von der Nähe zu Ungarn: Krautfleckerl, Gulasch, Paprikahendl, Schweinsbraten und Strudel, dazu als Würzmittel feuriges Paprikapulver – ganz schön deftig.

Die Liebe zu gutem Essen liegt bei Melanie Limbeck in der Familie. Ihre Großeltern betrieben eine Backstube. "Im Gegensatz zu den meisten Kindern war frühes Aufstehen für mich kein Problem", erzählt sie. "Schließlich roch es nach frisch gebackenen Semmeln und Plundergebäck." Ihr Vater betreibt eine Schnapsbrennerei und Hobbyweinbau.

Nur kurz hat die Burgenländerin ihre Heimat verlassen, um im nahe gelegenen Wien Grafikdesign zu studieren. Aus dieser Zeit ging ihr Blog Mundwerk hervor. Heute lebt sie auf dem Weingut ihres Freundes, in Gesellschaft von Hirtenhund Coffee, Stute Candy und zahlreichen Hühnern.

Für sich selbst mag die Bloggerin am liebsten eine typisch österreichische Brettljause mit Sauerteigbrot, Schinken vom Mangalitza-Schwein oder Würsteln vom Wild, rohem und eingelegtem Gemüse, Schafskäse und frisch geriebenem Meerrettich. Wenn Gäste kommen, darf es aber gern opulenter sein. Für ihr Sonntagsessen entscheidet sich Limbeck für eine herzhafte Kürbis-Shiitake-Lasagne. Wie, italienisch? Ja, denn wenn es schnell gehen muss, gibt es auch bei Burgenländern Pasta. Und was ist mit den Shiitake-Pilzen? Die, sagt die Bloggerin, wachsen auch in Österreich.

Kürbis-Shiitake-Lasagne

Für die Kürbisfüllung:

  • 2 Hokkaidokürbisse, etwa 1 kg
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 3 Zweige Thymian
  • 120 g frische Shiitake-Pilze
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • 150 g geriebener Mozzarella
  • 1 EL Olivenöl

Für die Béchamelsauce:

  • 50 g Butter
  • 50 g Mehl
  • 750 ml Milch
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Muskatnuss

Außerdem:

  • 250 g Lasagneblätter

Zubereitung:

Butter in einem Topf schmelzen, Mehl zugeben und anschwitzen. Das Mehl sollte keine Farbe annehmen. Nach und nach Milch mit einem Schneebesen einrühren, unter ständigem Rühren einige Minuten kochen lassen, bis die gewünschte Sämigkeit erreicht ist. Mit Salz und einer Prise Muskat würzen.

Kürbis entkernen und in kleine Würfel schneiden. Zwiebel würfeln, Knoblauchzehe fein hacken, Shiitake-Pilze putzen.

Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebel und Knoblauch zugeben und glasig dünsten. Kürbis zugeben und sieben Minuten anbraten. Shiitake-Pilze hinzufügen und weitere drei Minuten anbraten. Mit Thymian, Salz und Pfeffer würzen.

Den Boden einer Auflaufform mit Lasagneblättern auslegen. Dann Schicht für Schicht mit Béchamelsauce übergießen, dann mit Kürbis bedecken und schließlich mit jeweils zwei Esslöffeln Mozzarella bestreuen. So lange fortfahren, bis alles aufgebraucht ist, und mit einer Schicht Béchamelsauce abschließen.

Die Lasagne im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad für vierzig Minuten backen. Zehn Minuten vor Ende der Backzeit mit übrigem Mozzarella belegen.

Als Appetitzügler: Salzstangerl, klassisch mit Salz und Kümmel bestreut © Melanie Limbeck

Solange die Lasagne im Ofen ist, serviert Limbeck Salzstangerl. Bestreuen kann man sie klassisch mit Salz und etwas Kümmel oder mit Sesam, Leinsamen, Sonnenblumenkernen oder Mohn. Wer mag, füllt sie mit Schinken, Zwiebeln und frischer Petersilie.

Kohl, Kurkuma und Karotten stecken in dieser Suppe.

Zeit für eine Rehabilitierung des völlig unterschätzten Kohls. Zum Beispiel in Form dieser Kohlsuppe.

Überbacken und gefüllt werden Kartoffeln sonntagsfein. © Melanie Limbeck

Erdäpfel ist der österreichische Ausdruck für Kartoffeln. Limbeck bedient sich auch für diese Version mit Kürbisfüllung bevorzugt im heimischen Garten.

Eine Feigentarte mit Mandelcreme beschließt das Menü. © Melanie Limbeck

Zum Schluss wird es noch mal italienisch. Frangipane bezeichnet Mandelcreme. Besonders gut macht sie sich auf einer Tarte mit Feigen.

Kommentare

8 Kommentare Kommentieren

Eine bescheidene Frage hätte ich zu diesem sicher wohlgelungenen Rezept: Wo kann ich reibfähigen Mozzarella finden? Üblicherweise har selbst der klassische Büffelmozzarella eine weich-elastische Konsistenz, die ihn wohl sehr gut schnittfähig macht, im Gegensatz zu klassischen Hartkäsesorten wie Parmigiano, Gruyère oder auch Appenzeller jedoch kaum mit der Käsereibe zu spänen.

Ist jetzt zwar nicht mehr wirklich Kürbiszeit (ich mach mir gerade eher Gedanken, wann wohl der beste Zeitpunkt ist, neue Kürbispflänzchen anzuziehen, damit die dann richtig in den Garten kommen - bei den verkorksten Jahreszeiten inzwischen ist alles nicht mehr ganz so nach Kalender) - aber ich hab mir mal ein Lesezeichen gesetzt. Das hört sich doch sehr lecker an und ich mag Kürbis!
Nachdem das mit den Shiitakepilzen schon recht asiatisch angehaucht ist würde ich aber noch etwas frische Chili zufügen, um eine Schärfenote zu bekommen. Bei den ganzen milden Zutaten besteht die Gefahr, dass es sonst zu langweilig wird.