Fehlerlesen Verstehen Sie Deutsch?

Von
© Mónica Rodriguez

Ehe ein Satz im ZEITmagazin oder in der ZEIT gedruckt wird oder bei ZEIT ONLINE erscheint, kommt er ins Korrektorat. Dort wartet unter anderem Oliver Voß auf ihn, der strengste aller Korrekturleser. Von ihm erhält die Redaktion ihre Texte in aller Regel mit dem Status "Korr. mit Not." zurück. Das heißt aber nicht, dass er seine liebe Not damit hatte, sondern es bedeutet "Korrigiert mit Notizen" – also mit Änderungswünschen.

An solchen Not.-Fällen will diese Kolumne Sie teilhaben lassen: Wir zeigen Ihnen jede Woche einen Satz, der in unseren Augen völlig korrekt war. Und der dann trotzdem von Oliver Voß an einer kritischen Stelle mit einer Notiz versehen wurde.

Zuerst sehen Sie nur den Satz ohne Notiz, damit Sie selbst über den Knackpunkt rätseln können. Auf der nächsten Seite zeigen wir Ihnen dann auch die Notiz im Originalwortlaut – und unser gestrenger Kollege erklärt, warum er uns diesen Änderungsvorschlag unterbreitet hat. Damit wir endlich verstehen: Was will der eigentlich?

Sein erster Fall

(Celestine Kpakou, in Deutschland aufgewachsen und nach 13 Jahren nach Togo abgeschoben, beantragt bei der dortigen Botschaft ein Visum, weil sie nach Deutschland zurückkehren möchte.)

Der Bundestagsabgeordnete Sören Bartol, der früher an Celestines Schule unterrichtet hat, erklärte in einem Brief, dass man sich den Deutschkurs bei ihr sparen könnte.

39 Kommentare

Mich wundert, daß hier noch niemand das derzeitige Paradebeispiel schlechthin erwähnt hat (dann eben ich...): Da wirbt ein großer Versicherungskonzern aktuell mit unserem Nationaltorwart und lädt ein "Hilf Manuel Neuer seinen Koffer (zur WM in Brasilien) zu packen". Weiß gar nicht, ob diese Anzeige auch auf der ZEIT-Website irgendwo erscheint, aber: "Manuel Neuer seinen Koffer", das ließe sich allenfalls noch durch "ihm seinen" Koffer toppen - und erinnert mich an "Schreinemakers ihre Schwester", auch wenn das zugegeben schon 'ne ganze Weile her ist...

Wir sollten alle hinter unserer Nummer Eins stehen, damit es was wird mit dem Titel 2014 am Zuckerhut, aber noch bevor wir alle hinter ihm stehen, gehört gleich hinter ihn (in diesen Satz) noch ein Komma (für alle Dativ-Fans, okay, meinetwegen auch "gleich hinter ihm in diesen Satz"), weil sonst wie gesagt, in memoriam "Schreinemakers ihre Schwester"...

Also, ich habe zuerst die Anmerkung, dass es wohl heißen solle, dass sich CELESTINE den Deutschkurs sparen könne, oder? So klingt es, als ob es sich nicht lohne bei ihr einen Deutschkurs zu machen.

Der Konjuktiv II ist möglicherweise deswegen so naheliegend, weil im es im Konjunktiv I Formen gibt, die mit den Formen des Indikativ identisch sind (indirekte Rede 1. Pers Sing.), hier sollte man auf den Konjunktiv II ausweichen. Solche Anpassungen erspart man sich, wenn man gleich den (falschen) Konjunktiv gebraucht

Das habe ich zunächst auch so gelesen, als wäre Celestine die Deutschlehrerin. Eine feine Stilblüte. Man den Satz umstellen, um anders zu betonen: "... dass man sich bei ihr den Deutschkurs sparen könne." Aber selbst das wäre noch nicht perfekt. Anstatt "bei Ihr" wäre deshalb z.B. "in ihrem Fall" eine bessere Lösung.

Da muss ich zur Ehrenrettung des Korrektorats sagen, dass wir natürlich auch auf korrekte Worttrennungen achten, wenn wir einen Text in den Fingern haben.
Danach greift aber leider der Unterschied zwischen Ideal und Wirklichkeit: Idealerweise landet der Text erst dann im Korrektorat, wenn er fertig redigiert ist, und wird danach nicht mehr angefasst. In Wirklichkeit aber gibt es fast immer noch Änderungen, sei es am Wortlaut oder am Layout - und es entsteht ein neuer Textlauf.
Und weil Computer in Trennungsfragen noch immer schlechtere Ratgeber sind als Korrektoren, kommt es dann gerne mal zu falschen Worttrennungen.
Beim Blick in die fertige ZEIT treibt uns das durchaus manchmal die Tränen in die Augen - aber wenn dabei so charmante Dinge herauskommen wie der geschäftstüchtige Rainer oder die Windel am honorigen Körperteil, kann es ruhig auch mal ein Lächeln auf die Lippen zaubern ...

Die Frage, ob es sich um ein falsches Tempus handelt (Perfekt statt Plusquamperfekt), wurde schon öfter gestellt. Ich habe sie daher an einer Stelle beantwortet, wo bereits ein anderer Leser "pro Perfekt" argumentiert hat.
Da ich nicht auf diesen Kommentar verlinken kannt (entweder geht das nicht, oder ich bin dafür zu dumm), hier noch einmal eine Kopie meiner dortigen Antwort:
Es gibt (..) ein gutes Argument für die beiden Tempora, das durch den fehlenden Textzusammenhang leider verborgen bleibt.
Denn der Text ist zu wesentlichen Teilen im Präsens erzählt: Der Autor besucht Celestine, erzählt von ihrer jetzigen Situation und schaut mit ihr auf die Geschichte ihrer Rückkehr zurück. Und dadurch, dass beide Ereignisse in diesem Satz (das Unterrichten und das Briefschreiben) in Bezug zur Gegenwart gesetzt werden, werden das Perfekt und das Präteritum plausibel. Es ist also nicht die klassische Vorzeitigkeits-Konstruktion gewollt (erst tat er dies, dann tat er das), sondern Herr Bartol schrieb damals einen unterstützenden Brief für sie an die deutsche Botschaft, und der eingeschobene Relativsatz im Perfekt erklärt, woher Herr Bartol Celestine so gut kennt bzw. warum er um ihre Deutschkenntnisse weiß.
Und damit habe ich hoffentlich plausibel erklärt, warum ich mir eine Notiz zu den Tempora sparen konnte.

Versuch einer Antwort auf die offenbleibende Frage: Soweit ich mich erinnere, ist es gängig und wahrscheinlich sogar vom Duden erlaubt, den Konjunktiv II zu verwenden falls der Konjunktiv I gleichlautend mit dem Indikativ ist. Beispiel: Originaläußerung "Grammatikregeln bringen die Gemüter zum Kochen" wird mit Konjunktiv I zu "Er schrieb, dass Grammatikregeln die Gemüter zum Kochen bringen". Um z.B. die schon erwähnte durch den Konjunktiv ausgedrückte Distanz aufzubauen, muss und darf man hier den Konjunktiv II verwenden, also "Er schrieb, dass Grammatikregeln die Gemüter zum Kochen brächten". Dieses Zusammenfallen von Konjunktiv I und II kommt zwar in der 3. Person Singular meines Wissens nie vor, dafür in der 3. Person Plural immer. Dadurch wird die Ersetzung von Konjunktiv I durch Konjunktiv II so häufig, dass sie auch in den Fällen angewandt wird, wo sie gar nicht angebracht weil unnötig ist. Denn menschliche Sprachproduktion wird in erster Linie von Gewohnheiten und Parallelbildungen gesteuert, nicht von präskriptiven Grammatikregeln.

Ich bin auch pingelig, wenn ich Korrektur lese. Aus diesem Grund hätte ich, obwohl es zugegebenermaßen eher eine stilistische Frage und daher fakultativ ist, bei [… nach 13 Jahren nach Togo abgeschoben...] das doppelte "nach" in kurzer Abfolge moniert.

Ebenfalls hätte ich bei [… erklärte in einem Brief, dass man sich den Deutschkurs bei ihr sparen könnte.] die unglückliche Mehrdeutigkeit des Satzes moniert. Kann man sich den Deutschkurs bei ihr sparen, weil sie solch eine schlechte Deutschlehrerin ist? Ein "für sie" anstelle des "bei ihr" ist daher sinnvoll.

Eine Frage habe mir immer gestellt: Warum werden bei ZEIT Online verbriefte Doppelkonjunktionen wie "zwar, aber" so oft mit einem Punkt getrennt, manchmal sogar mit Absatzumbruch? Das ist grauenhaft. Doppelkonjunktionen bilden eine Einheit und werden daher mit einem Komma getrennt. Einzige Ausnahme: Der Satz ist sehr lang, dann ist ein Punkt erlaubt, um den Lesefluss zu erleichtern.

Drei gute Fragen - drei (hoffentlich auch gute) Antworten:

1. ist die Wiederholung "nach .. nach" tatsächlich unglücklich, und ich hätte sie bestimmt vermieden - wenn ich nicht ursprünglich "in den Togo" geschrieben hätte, ich Schussel.
Das hat gleich der erste Kommentator moniert, und ich habe sofort die Änderung von "in den" zu "nach" in Auftrag gegeben. Das Resultat könnte man nun so beschreiben: schnell und schmutzig - aber Hauptsache, richtig.

2. ist die Formulierung "Deutschkurs bei ihr" tatsächlich missverständlich, wenn man den Satz aus dem Zusammenhang gerissen liest. Wird man hingegen mit dem Erzählfluss an diese Stelle gespült, versteht man sie eindeutig im gemeinten Sinn.
Nun ist es leider das Grundprinzip dieser Kolumne, einzelne Sätze aus Texten herauszureißen - ich hoffe aber, in den nächsten Folgen bereitet das weniger Probleme.

Und für Antwort 3 brauche ich jetzt einen neuen Kommentar, sonst wird das zu lang ...

...
3. fällt mir die Antwort dann doch schwer: Zum einen kann ich gar nicht beurteilen, ob dieses Phänomen bei ZEIT ONLINE verbreitet ist, weil ich im Print-Korrektorat arbeite und gar keine Online-Texte zu Gesicht bekomme. Und zum anderen müsste ich eh sagen: Das geht mich nix an - denn es überschreitet meine Zuständigkeit.

Meine Abteilung heißt ja bewusst Korrektorat und nicht Schlussredaktion: Unsere Aufgabe besteht einzig und allein darin, das, was nicht korrekt ist, zu korrigieren bzw. anzumerken.
Ein Korrektor darf also nicht in den Wortlaut eingreifen - wenn eine Formulierung nicht hinhaut, weist er den Redakteur per Notiz darauf hin (und schlägt vielleicht eine Alternative vor).

Der Fall "zwar ... aber" ist nun grenzwertig: Ist das eine Stilfrage oder eine von "richtig oder falsch"?
Mich würde es vermutlich so sehr stören, dass ich eine Notiz setzen würde (je nach dem allgemeinen Duktus des Textes). Aber bei einem Online-Text wäre ich sicher vorsichtiger, schließlich will man darin noch weniger Bandwurmsätze lesen als in der gedruckten ZEIT.
In jedem Fall ist das eine Entscheidung, die der Redakteur treffen muss und nicht der Korrektor. Und die gute Antwort auf die Leserfrage nach den (zu) kurzen Sätzen ist somit eigentlich auch seine und nicht meine Sache.

Eine Antwort auf die Frage, was den Konkunktiv II so attraktiv mache: Ein oft verwendetes Wort wird von unserem Gehirn schneller assoziiert als ein selten Verwendetes. Und 'könnte' kommt im Vergleich sehr oft vor. Die reine Bequemlichkeit diktiert uns demnach, welches von beiden wir verwenden. Korrekter Sprachgebrauch bedeutet Energieaufwand.

Aus gleichem Grund - oder ist es nicht gar der selbe? - hält m.b.M.n. das Perfekt seit Längerem Einzug in unseren Sprachgebrauch, wo doch das Präteritum angezeigt wäre. Es ist wohl einfacher, sich die umfangreichere Konjugation von nur zwei Verben (sein & haben) und das Partizip vieler anderer zu merken (-;

Die Korrektur-Notiz des Korrektors möchte ich meinerseits mit einer pingeligen Korrektur-Notiz versehen, die folgendermaßen aussieht: . Der Konjunktiv I bei indirekter Rede ist nämlich nur dann anzuwenden, wenn der Nebensatz nicht mit "dass" eingeleitet wird. In dem Fall also entweder "...erklärte in einem Brief, man könne sich den Deutschkurs bei ihr sparen" oder aber "...erklärte in einem Brief, dass man sich den Deutschkurs bei ihr sparen kann".

Hmm, diese Regel wäre mir neu - und dem Duden offensichtlich auch. Zumindest habe ich gerade im grünen Duden unter "Indirekte Rede" nachgeschaut und gleich unter Punkt 1 den Passus gefunden: "Der indirekte Aussagesatz ist entweder ein dass-Satz oder ein Verbzweitsatz ohne Einleitewort", gefolgt von den beiden Beispielsätzen: "Kai sagte, dass er krank sei. Kai sagte, er sei krank." Und auch in den folgenden Punkten sind mir beim Überfliegen einige dass-Sätze mit Konjunktiv ins Auge gefallen. Daher würde mein Urteil in diesem Fall bis zum Vorbringen weiterer Beweismittel lauten: Einspruch abgewiesen :)

Habe nun auch die aktuellen Autoritäten konsultiert und ziehe meinen Einwand in seinem ausschließlichen Entweder-Oder zurück. Allerdings habe ich gefunden, dass bei der Konstruktion mit dass-Satz sowohl der Indikativ als auch der Konjunktiv möglich ist. Der Konjunktiv I ist nur zwingend, wenn der Subjunktor "dass" fehlt. Die Gesellschaft für deutsche Sprache weist in folgendem Link: http://www.gfds.de/sprach... auf die Doppelfunktion der indirekten Rede hin: zum einen kann man mit ihr rein berichten, zum anderen sich, sollten Zweifel an der inhaltlichen Richtigkeit des Berichteten bestehen, davon distanzieren. Bei Ersterem empfiehlt sich der Indikativ, bei Letzterem der Konjunktiv. Diese sprachliche Differenzierungsmöglichkeit scheint mir so wertvoll, dass ich diese Anwendung für empfehlenswert halte. Im fraglichen Fall geht es um diese reportierende Funktion, da ja rein berichtet wird, was Herr Bartol in seinem Brief erklärt hat, ohne diese Aussage inhaltlich zu bewerten. Aber zurück zur Ausgangsfrage: der Korrektor hat das "könnte" bemängelt, und zwar zurecht.

ja, ja, die zeitenfolge in der indirekten rede ist nicht jedermanns sache ;)

abgesehen davon ist auch der erste satz vom aufbau her alles andere als elegant. zwei mal nacheinander nach - das hätte meine gestrenge deutschlehrerin vor 45 jahren mit nachsitzen geahndet - nachsicht mit der nachtschicht?

Ich bin auf die Hervorhebung in Klammern hereingefallen und wurde auch fündig, wo gar kein Fehler gesucht wurde. Ich dachte mir, streng genommen kann man doch die beiden Partizipien "aufgewachsen" und "abgeschoben" nicht so einfach zusammen in einen verkürzten Nebensatz packen, da die zu ergänzenden Hilfsverben (bei dem einen "ist", bei dem anderen "wurde" ) nicht übereinstimmen . Oder täusche ich mich?

Hoffentlich enttäusche ich Sie jetzt nicht, wenn ich auf meiner Formulierung beharre: Ich sehe da nämlich gar keinen verkürzten Nebensatz, sondern einfach eine Partizipialgruppe - beziehungsweise zwei davon, die ich getrost nebeneinanderstellen darf, auch wenn diese beiden Partizipien in einem vollständigen Relativsatz zwei verschiedene Hilfsverben verpasst bekämen.
Zugeben muss ich hingegen etwas anderes: Dass der vorangestellte erklärende Satz in derselben Typo steht wie der eigentliche Rätselsatz, ist verwirrend. Da helfen wohl auch die Klammern nichts.
Vielleicht wird das in den kommenden Folgen ja noch anders gestaltet - und ansonsten bleibt mir als Trost, dass Sie dann Bescheid wissen und nicht mehr drauf reinfallen ...

Das "ihr" bezieht sich auf

Das "ihr" bezieht sich auf ein vorangegangenes oder auch nur kontextuell gegebenes feminines Wort. "Grammatikalisch strenggenommen" gibt es hier keinen eindeutigen Bezug, weil sowohl "Celestine" als auch "Schule" in Frage kommen. Aber Zusammenhang und Weltwissen lassen hier nur eine Deutung zu, wie Sie richtig erkannt haben.

Der Konjunktiv ist knifflig, aber in diesem Falle klar.
Ist nicht auch die Tempusform des Nebensatzes falsch? Er "hat" unterrichtet und "erklärte"? Im Nebensatz ein Perfekt und im Hauptsatz Präteritum. Ich hätte das Plusquamperfekt benutzt. Also: Er hatte früher unterrichtet und erklärte ...

Ich finde, dass weitaus Schlimmeres in der ZEIT passiert. Z.B.:

"Klar ist: Mittlerweile geht es um viel mehr, als das Versagen des Schiffskapitäns, der verzögerten Evakuierung und den verspäteten Rettungsbemühungen."

Die Zeit online, 5. Mai 2014

Artikel von Felix Lill, Seoul, über den Untergang der Sewol

Hallo Herr Voß,

ich habe da noch einen (allerdings womöglich disputablen) Fehler gefunden. Im Text heißt es, der Abgeordnete, der "früher [...] unterrichtet hat, erklärte ...". Da der Unterricht zeitlich vor der Erklärung stattfand, müsste es dann nicht "unterrichtet hatte" heißen?

Diese Frage taucht jetzt in mehreren Kommentaren auf - ich hoffe, meine Antwort an dieser Stelle wird von allen, die es interessiert, entdeckt:
Es gibt nämlich ein gutes Argument für die beiden Tempora, das durch den fehlenden Textzusammenhang leider verborgen bleibt.
Denn der Text ist zu wesentlichen Teilen im Präsens erzählt: Der Autor besucht Celestine, erzählt von ihrer jetzigen Situation und schaut mit ihr auf die Geschichte ihrer Rückkehr zurück. Und dadurch, dass beide Ereignisse in diesem Satz (das Unterrichten und das Briefschreiben) in Bezug zur Gegenwart gesetzt werden, werden das Perfekt und das Präteritum plausibel. Es ist also nicht die klassische Vorzeitigkeits-Konstruktion gewollt (erst tat er dies, dann tat er das), sondern Herr Bartol schrieb damals einen unterstützenden Brief für sie an die deutsche Botschaft, und der eingeschobene Relativsatz im Perfekt erklärt, woher Herr Bartol Celestine so gut kennt bzw. warum er um ihre Deutschkenntnisse weiß.
Und damit habe ich hoffentlich plausibel erklärt, warum ich mir eine Notiz zu den Tempora sparen konnte.

Oh ha, da bin ich ja gleich mit dem ersten Satz vom Fehlerleser zum Fehlermacher geworden - und man fragt sich zu Recht: Wie kann denn so was passieren?
Ginge es um Spracherwerb, würde ich wohl auf Übergeneralisierung schließen: "Mama, stimmt das, was der da geschreibt hat?" - "Oh nein, der hat wohl einer ZEIT-Hausregel blind gehorcht: Ländernamen immer MIT Artikel!" Aber diese Regel gilt natürlich nur, wenn der Duden einen Artikel anbietet - so wie bei "dem Iran" oder "dem Kongo". Und eben nicht bei Togo.
Daher wird das jetzt schnellstmöglich im Text geändert. Und ich rede mich statt auf blinden Gehorsam besser auf geistige Umnachtung heraus: Den fehlerhaften Satz habe ich zu später Stunde noch schnell hinzugefügt, damit man den eigentlichen Rätselsatz besser versteht. Und dann habe ich den neuen Satz leider nicht mehr von der strengsten Korrekturleserin außerhalb der ZEIT prüfen lassen, sonst wäre das sicher nicht passiert. Auch ein Korrekturleser braucht eben einfach Leserkorrekturen.
In diesem Sinne: Vielen Dank für den Hinweis! Das erspart hoffentlich einigen anderen Besuchern die Enttäuschung, einen Fehler gefunden zu haben, der gar nicht der richtige war.

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