Wir müssen reden "Casual Sex ist nichts für Anfänger"

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ZEIT ONLINE: Lange schien es, als müsse man sich entscheiden: One-Night-Stand oder feste Beziehung. Mit Casual Sex, also Gelegenheitssex, scheint das Missing Link gefunden: Es ist eine Form der Freundschaft, in der sich beide definitiv nicht als Paar verstehen – weder ineinander verliebt sind, noch eine gemeinsame Perspektive sehen –, aber gelegentlich Sex miteinander haben.

Ulrich Clement: Noch treffender ist der Begriff Friends with benefits, also Freundschaft mit Vorzügen.

ZEIT ONLINE: Findet Casual Sex heutzutage häufiger statt als früher und ist er mittlerweile gesellschaftlich akzeptiert?

Clement: Auf jeden Fall – in den USA wird er bereits sehr ritualisiert praktiziert. Neu ist auch, dass mehr junge Leute in Swingerclubs gehen – und das eher unbeschwert und heiter. Diese Form von Sex belastet das Gewissen nicht mehr so stark wie früher. Moralische Skrupel gibt es zwar noch, aber sie sind seltener. Sie wurden von eher ästhetischen Skrupeln abgelöst: "Wie konnte ich mich nur auf den oder auf die einlassen!"

ZEIT ONLINE: Klingt, als wäre Casual Sex eine wirklich praktische Lösung, wenn ich gerade keine Zeit oder kein Interesse oder keinen Partner für eine feste Beziehung habe: Er macht Spaß, verbrennt Kalorien und ist billiger als ein Fitnessstudio.

Ulrich Clement

Prof. Dr. Ulrich Clement ist systemischer Paartherapeut und Sexualforscher. Zuletzt ist sein neustes Buch "Think Love. Das indiskrete Fragebuch" bei Rogner & Bernhard erschienen. In Heidelberg betreibt Ulrich Clement eine Privatpraxis für Coaching, Paar- und Sexualtherapie.

Clement: Eine Freundschaft mit Vorzügen ist auch eine interessante Lösung für das Dauerdilemma zwischen Bindung und Freiheit. Einerseits erlebt man freundschaftliche Verbindlichkeit, fühlt sich aber andererseits nicht gefesselt durch Ausschließlichkeit und Treue. Das kann – unabhängig davon, wie man es moralisch bewerten möchte – psychologisch eine kluge Lösung sein.

ZEIT ONLINE: Und was ist der Preis dafür, Sex und Liebe zu entkoppeln – mal abgesehen davon, dass es zu Treffen führt, die eher an Turnstunden erinnern?

Clement: Mich erinnert es nicht an Turnstunden. Aber ich verstehe Ihre Frage schon. Casual Sex funktioniert oft nur theoretisch, weil man die Rechnung ohne Verliebtheit macht, ohne Eifersucht, ohne Bindungswünsche, ohne Heimatbedürfnis. Gelegenheitssex ist eine Teillösung. Er kann während einer bestimmten Lebensphase wichtig sein, in der man vielleicht keinen Partner hat oder auf dem Absprung ist. Ich halte es nicht für das Zukunftsmodell, zu dem sich die menschliche Beziehung entwickelt, sondern eher für etwas, das vorübergehend und schadensarm praktiziert wird.

ZEIT ONLINE: Jugendliche würden Casual Sex typischerweise also nicht als erstes wählen, weil sie in ihrer ersten Beziehung eher nach Sex mit jemandem streben, den sie lieben?

Clement: Viele junge Menschen suchen tatsächlich die große Liebe, andere wollen sich erst mal ausprobieren. Bewusster Casual Sex ist jedoch in der Tat eher nichts für Anfänger. Er ist etwas für Leute, die schon eine gewisse Frustrationserfahrung haben, wissen, was geht und was nicht, und jetzt nach einer Balance zwischen den eigenen Bindungs- und Freiheitswünschen suchen.

ZEIT ONLINE: Man könnte natürlich auch beklagen, dass diese Beziehungsform nur Ausdruck davon ist, dass die ganze Konsumhaltung, die freie Marktwirtschaft und überhaupt der Marktgedanke in die Sexualität eingedrungen sind.

Clement: So sehen es viele. Das setzt aber immer voraus, dass man sich vom Konsumterror auch terrorisieren lässt. Damit gibt man der Angebotsseite eine größere Macht als angemessen. Man muss der Nachfrageseite, also demjenigen, der nehmen oder nicht nehmen will, mehr Bedeutung geben. Menschen können zu Möglichkeiten Nein sagen – was ich auch in der Sexualität für eine wichtige Kompetenz halte. Nur so entwickelt jemand seine sexuelle Identität.

ZEIT ONLINE: Sind wir heute in dieser Kompetenz weiter?

Clement: Ja, weil wir mehr Angebote haben, an denen wir uns profilieren können.

ZEIT ONLINE: "Mehr Angebote" – das ist ein fast positives Bild für unsere oversexed Umgebung. Man könnte auch sagen: Flut.

Clement: Klar, aber wer in einem überfluteten Gebiet lebt, muss schwimmen lernen.

ZEIT ONLINE: Unsere Gesellschaft wird immer leistungsfixierter, egal ob im Job, der Schule, der Freizeit – oder eben beim Sex. Würden Sie dem zustimmen?

Clement: Noch so eine Dauerdiskussion, dabei ist Leistung nur eine Teildimension und noch nicht mal die dominante. Etwas anderes hat stärker zugenommen: das Gesundheitsbewusstsein, der Wellness-Gedanke, die Coolness. Sicher, es gibt im Sexuellen ein Wuchern von allem Möglichen, aber auf der anderen Seite auch viel Qualitätsbewusstsein. Slow Sex beispielsweise, bei dem nicht so viel Theater um Orgasmus und Erektion gemacht wird, sondern bei dem es auf Intimität ankommt.

ZEIT ONLINE: Entschuldigung, aber das klingt jetzt, als würden Sie übers Essen reden: Es gibt zwar ein riesiges Angebot an Fastfood, aber auch die Tendenz, bewusster einzukaufen und sich bio zu ernähren. Das kostet zwar möglicherweise mehr Zeit, beschert dafür aber höheren Genuss.

Clement: Oh ja, was für eine schöne Parallele.


29 Kommentare

Ich bewundere Ulrich Clements Geduld, mit der er weise und doch kurz und prägnant die vorurteilsbeladenen Fragen der Interviewerin beantwortet. Ist es wirklich so schwer vorstellbar, den Freundschaftsbegriff um köstlichen Sex zu erweitern, ohne die Freundschaft dabei mit den Worten "billig", "schal", "Turnübungen", "Konsum", "leistungsfixiert", etc. moralisierend abzuwerten? Könnte es nicht sein, daß es für alle Beteiligten einfach schön ist, Frau Husmann? Und Herr Clement, warum sollte nicht auch Liebe involviert sein - ist es unvorstellbar, einander zu lieben, ohne ein Paar sein zu wollen?

"So sehen es viele. Das setzt

"So sehen es viele. Das setzt aber immer voraus, dass man sich vom Konsumterror auch terrorisieren lässt. "
Das Problem ist, dass ich es nicht merke, wenn ich mich terrorisieren lasse. Denn würde ich es merken, könnte ich, dank des Bewußtseins, Gegenmaßnahmen ergreifen und den Terror besiegen.

Sex und Respekt

Es gibt natürlich viele Menschen, die sich für die angesprochenen Themen ("Freudschaft mit Vorzügen", ONS, Casual Sex, Liebesbeziehung etc.) interessieren, gerade weil sie bisher noch KEINE konkrete Erfahrung auf diesem/n Gebiet(en) haben.

Daraus abzuleiten, dass man sich, allein aufgrund dieses Interesses, aber auch gleich ein moralisches Urteil erlauben kann oder muss, halte ich für bedenklich.

Ihr seid neugierig? Probiert es aus!
Ihr wisst nicht wie? Fragt!
Ihr habt Angst! Redet darüber, übernehmt Verantwortung für Euch selbst und andere!

Denn: Erlaubt ist, was gefällt! (Beiden/allen Partnern)

Meiner Erfahrung nach entstehen die größten Probleme mit Sex in und um Beziehungen durch ein gestörtes Verhältnis zu sich selbst, während "die Schuld" dann gerne "delegiert", bzw. projeziert wird.

Echter Respekt vor dem Anderen hat zur Bedingung, dass man sich selbst auch wirklich annimmt und respektiert. Liebe gegenüber Anderen bedingt, dass man sich zuerst einmal auch selbst lieben kann...

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Wie wäre es eigentlich, wenn jeder Andersdenkende und anders Lebende einfach so lassen würde, wie die das wollen? Ohne die eigene Lebensweise als allgemeingültig und „besser“ darstellen zu müssen. Ohne direkt oder indirekt andere Menschen abqualifizieren zu müssen, weil sie irgendwie „falsch“ ticken...
Für manche wird Freundschaft plus nie im Leben funktionieren, für andere ist es vielleicht die ideale Lösung. Solange niemand zu etwas gezwungen wird und erwachsene Menschen einvernehmlich etwas tun oder lassen – lasst sie doch einfach!
Und, @buschinski: Ich bin heute noch mit drei Frauen eng (platonisch) befreundet, mit denen es in einer anderen Lebensphase „Benefits“ gab. Ich denke nicht, dass die Gespräche, die ich dort habe mit einer Gummipuppe auch nur annähernd zu führen wären. Wir wollten damals aus verschiedenen Gründen keine „feste“ Beziehung, waren und sind uns aber emotional jeweils sehr nahe. „Friends with benefits“ beinhaltet ja wörtlich eine Freundschaft, es geht hier dediziert NICHT um anonyme ONS, das ist ein himmelweiter Unterschied!

Ich bin erstaunt, wie wenig Frau Husman von Casual sex weiß. ONS und Casual Sex sind zwei paar Stiefel. Wie der Name ONS schon sagt, passiert das einmalig. Casual Sex dagegen öfters oder regelmäßig unter Freunden die eben nicht minogam leben wollen.
Mit fremdgehen, wie bereits erwähnt hat das ebensowenig zu tun, es wissen ja die Beteiligten, dass es eben nur um Sex geht und nicht um eine monogame herkömmliche Beziehung. Gummipuppe? Eine lebendige Person mit Gefühlen die sie auch zeigt, unterscheidet sich doch schon wesentlich von einer Gummipuppe. Wenn man gerne sex hat der Partner aber für's Leben nicht da ist, ist doch super.

Die schöne neue Konsumwelt der Erotik - jetzt auch mit professoralem Gütesiegel. Liebe für Feiglinge: es tut bestimmt nicht weh und ist ganz, ganz unkompliziert. Mal abgesehen davon, dass auch ein Mann beim Sex nicht mehr rauskriegt, als er reinsteckt - sofern er nicht die Verhütung der Frau überlässt: Die gemischten Gefühle sind nicht so harmlos. Die Mischung ist nämlich nie zur gleichen Zeit auf beiden Seiten gleich - also zieht einer immer den Kürzeren, nämlich der, der stärker emotional involviert ist. Dann helfen die mit notarieller Rabulistik ausgehandelten Abmachungen nicht mehr: ob es nur ein schales Gefühl oder ein ausgewachsener Liebeskummer wird, weiß man vorher nicht. Der benefit ist fraglich, nur von den friends bleibt kaum etwas übrig(Auch hier zeigt sich Denglisch als sicheres Anzeichen von Kultur - und Gedankenarmut). Und als Höhepunkt von Spießers Langeweile der Swingerclub. Einmal lauwarm organisiert, bitte, mit Filzläusen zum mitnehmen.

Sehr schön, sehr treffend und detulich reflektierter als Prof. Clement. Ich wüsste gerne, worauf seine Thesen beruhen: Auf Therapieauswertungen, auf empirische Forschung? Mein gemeiner Tipp: Es ist nix, außer zeitgeistiges - sorry - Gequatsche, mit dem man in der Medienöffentlichkeit wahrgenommen wird.

„Und als Höhepunkt von Spießers Langeweile der Swingerclub. Einmal lauwarm organisiert, bitte, mit Filzläusen zum mitnehmen.“

War ebenfalls das erste, an das ich nach der Lektüre denken mußte: Der gelangweilte Spießer (gerne auch promoviert) und seine spießig-korrekten Triebabfuhrorganisationsaktivitäten mit seinen friends, die voll casual und easy drauf sind...herrjeee! Würstchenhaft-erbärmliches als dieses Interview habe ich lange nicht gelesen...

Neue Begriffe für altbewährtes Verhalten. Eher lockere Treffen, die sexuell motiviert sind und nicht auf Ehe angelegt sind, sondern nichtexklusiv sind, sind doch nichts neues. Nicht jede oder jeder ist dafür geschaffen, aber für viele, die gelegentlich wie alle anderen auch etwas Zärtlichkeit und auch mehr brauchen, ohne seine Unabhängigkeit aufzugeben, ist sowas doch schon lange üblich. Selbst meine uralten Eltern hatten nach ihrer Scheidung (und vielleicht sogar schon vorher) solche Verhaltensweisen praktiziert.

Ich kann Sie beruhigen, vermutlich bin ich Ihren Sprösslingen um Jahrzehnte voraus ;) Eigentlich geht es doch jeder Generation so, die eigenen Eltern eben für besonders alt zu halten und hat Probleme, eben diese mit so einem jugendassoziierten Thema wie Sexualität in Verbindung zu bringen, obwohl man ja selbst eine Frucht dessen ist ;)

Interessantes Interview, wie überhaupt die ganze Wir-müssen-reden-Reihe sehr gut ist. Trotzdem drückt sich Prof. Clement hier um eine klare Einordnung. Der Verweis auf Swingerclubs ist eher Unsinn, denn Casual Sex bzw. Friends with benefits meint doch gelegentlichen Sex mit einem festen Partner, formal also eine sexuelle On-Off-Beziehung ohne Gefühle oder Bindungsanspruch, weshalb Zweckbeziehung ein treffender Begriff wäre. Der ideologische Gedanke des Swingerclubs ist einmaliger Sex mit völlig fremden Menschen und so am besten mit Bordellbesuchen ohne schlechtes Gewissen vergleichbar, obwohl Swingerclubs gelegentlich auch Prostituierte oder Pornodarsteller zur Unterhaltung anheuern. Casual Sex wird schon ewig in sexuell befreiteren, unspießigen Künstlergruppen praktiziert.

Für den normalen Sexkonsumenten ist das alles schwer, schon alltägliche One-Night-Stands kennen mindestens einen Verlierer, aber wer würde das später zugeben? Nach dem Vollzug üblich ist heute übrigens ein formales Dankschreiben via E-Mail, keine SMS, aus dem anspruchslose Zufriedenheit hervorgehen muss, wie mir einst ein bildhübsches Etwas darlegte. Casual Sex dürfte grausamer sein. Er wird nur modernen Wesen schadlos gelingen, die Genuss und Empfindung völlig trennen. Für eine platonische Freundin, die mir plötzlich benefits anböte, könnte ich keine Freundschaft mehr empfinden, sie aber als Konsumartikel bei Bedarf weiter genießen; im Ergebnis ein zwischenmenschlich hoher emotionaler Preis für Genuss.

Der Unterschied zur völlig fremden One-Night- oder Swinger-Bekanntschaft besteht gerade darin, dass in platonischen Freundschaften bereits eine emotionale Basis besteht, die situativ verleugnet und so letztlich für Genuss geopfert wird, während zugleich ein Partnerschaft-Upgrade prinzipiell ausgeschlossen bleibt. Es ist ein Downgrade zu platonischer On-Off-Freundschaft, deren vormals zweckfreie Vertrauensbasis beschädigt ist.

Casual Sex hat in Deutschland eine lange Tradition: Unter der Bezeichnung
Fremdgehen. Eine lose Beziehung verbunden mit der Gefahr entdeckt zu
werden aber ohne Zukunft.

Eine tolle Erfindung, die 3 Therapeuten ersetzt. Sexuell kribbelt sie und Zuneigung ist meist auch mit dabei. Die perfekte Ergänzung zu Partner-
schaft/Ehe!
ist meistems auch dabei.

Casual Sex - neue Verpackung für alten Inhalt. Nett zu sehen, wie Dinge die schon seit Ewigkeiten praktiziert werden, immer mal wieder mit neuer Bezeichnung versehen unter die Leute gebracht werden. Die Sache kannte ich schon länger, aber unter anderen Bezeichnungen. Spass machts trotzdem. Wichtig ist dabei aber immer, zu wissen was man will und was man braucht. Beides ist ja nicht immer identisch. Wenn man soweit ist, dann ist das ok und dann klappts auch mit der Nachbarin (oder wem auch immer) ;)

Das hat von Einzelfällen abgesehen schon zur Zeit der 68er nicht wirklich funktioniert, und es wird auch heute nicht verbreitet funktionieren. Denn allzu häufig kommen in diese Art von unverbindlichen Beziehungen dann doch Verbindlichkeiten wie aufkommende Gefühle, Besitzdenken oder Eifersucht hinein - zumindest bei einem der beiden Partner. Und diese menschlichen Gefühle auf Kosten der Unverbindlichkeit zu unterdrücken, wird nicht lange gut gehen und führt mit schöner Regelmäßigkeit zum Ende der lockeren Zweisamkeit...

@Ottosmops: Sie haben die typische Pärchenarroganz drauf.
Es gibt nicht nur Paare hier, sondern sehr viele Single. Für die sieht es in unser übersexualisierten Gesellschaft recht mau aus. Sexualität nada niente gleich Null.
Da ist das Thema Casual Sex oder Freundschaft mit Extras eine gute Alternative. Freundschaftliche Vertrautheit und etwas Aufregung ist eine feine Sache und macht das leben für Singles etwas gerechter.

"Menschen können zu

"Menschen können zu Möglichkeiten Nein sagen – was ich auch in der Sexualität für eine wichtige Kompetenz halte. " Wie wahr. "Man" muss gar nichts und wenn es noch so angesagt ist. Für mich z.B. ist Sex ohne Liebe einfach uninteressant. Das, was ich von Sex möchte, bekomme ich nur in einer Liebesbeziehung. Um mal bei der Analogie zum Fitnessstudio zu bleiben, das ist auch nichts für mich, ich muss raus zum Sporttreiben :-)

OK, für SIE ist das also so („Das, was ich von Sex möchte, bekomme ich nur in einer Liebesbeziehung“). Gut. Und? Was sagt uns das jetzt? Also außer, dass für SIE offensichtlich eine Liebesbeziehung eine notwendige Bedingung ist? Um mal bei der Analogie zum Fitnessstudio zu bleiben: ich gehe oft ’raus für Sport, gehe aber auch ins Fitnessstudio. Finde Sex in einer Liebesbeziehung richtig toll und, ja, auch irgendwie schon am besten, sozusagen das „Fünfgänge-Top-Menü der Kopulation“ – nur dass ich halt in kulinarischer wie erotischer Hinsicht manchmal auch einfach Lust auf einen unkomplizierten Snack habe. Und den durchaus auch genießen kann.

Ich hatte schon die eine oder andere Situation, in der das was im Artikel Casual Sex genannt wird mir sehr bereichernde Momente beschert hat, die ich nicht missen möchte. Ich muss MEINEN Lebensentwurf niemand anderem näher bringen, als „besser“ darstellen oder gar aufdrängen. Ich finde es gut, dass es heutzutage etwas entkrampfter und lockerer gesehen wird, so dass der- oder diejenige den es interessiert, einfacher ausleben kann, was der eigenen Neigung entspricht. Ob andere etwas tun oder lassen, was mir besser oder schlechter gefällt oder für mich überhaupt in Frage kommt, sollte meines Erachtens eigentlich keine Rolle spielen.

Leben Sie so, wie Sie wollen und wenn eine Liebesbeziehung dazu gehört, dann gehört sie bei Ihnen halt dazu. Lassen Sie doch aber uns andere, die das aus welchem Grund auch immer anders sehen doch einfach unseren Spaß haben... nimmt Ihnen ja keiner was weg...

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