Digitale Familie Liebling, ich habe die Kinder gepostet!

Von
© Leonard/photocase.com

Ich finde das Foto immer noch großartig. Meine zwei Söhne, also der Kleine und der Mittlere, sitzen auf dem Sofa in der Küche und dem Älteren steckt ein Messer im Kopf. Natürlich ist es kein echtes Messer, sondern einer dieser Scherzartikel mit einem Plastikbogen in der Mitte, den man über den Kopf zieht. Auf dem Foto wirkt das Ganze jedenfalls sehr überzeugend. Der Große verdreht die Augen, der Kleine grinst, als sei ihm da ein kleines Missgeschick passiert. Ooops. Als das Foto entsteht, sind wir alleine zu Hause, ein Feiertag. Die Frau hat Dienst, ich schicke es ihr ins Büro, um zu zeigen, dass es allen gut geht und wir Spaß haben. Und weil es so lustig ist, poste ich das Bild natürlich sofort auf Facebook.

Fünf Minuten später ist das Foto wieder gelöscht. Der Neunjährige will nicht, dass "die ganze Welt" ihn in Boxershorts sieht. Das Bild ist wirklich sehr harmlos, und auf Facebook bin ich eigentlich nur mit Freunden und engeren Bekannten verbunden, aber ich spüre, wie unangenehm ihm die Vorstellung ist. Das Bild fliegt raus und ich habe ein schlechtes Gewissen. Ich fühle mich dämlich, wie ein unsensibler Vater und vor allem ertappt – von einer Debatte, die ich komplett ignorieren wollte.

Seit Wochen schon wird an verschiedenen Stellen im Netz verschärft darüber diskutiert, ob Eltern die Fotos ihrer Kinder in Blogs oder sozialen Netzwerken veröffentlichen dürfen. Ein Autor findet, sie sollten es sogar unbedingt, damit Kinder auch Teil der digitalen Öffentlichkeit werden. Es gibt auch Menschen, die es schlicht für Missbrauch halten, Kinder im Netz zu zeigen. Und andere wie Johnny Häusler, der es etwas pragmatischer sieht und seine Kinder selbst darüber entscheiden lassen will, was über sie im Netz zu sehen ist – auch auf die Gefahr hin, dass sich die Teenager im Zweifel alleine mehr zum Idioten machen, als ihre Eltern das täten. Bei der re:publica in Berlin werden an diesem Mittwoch Das Nuf und drei weitere Familienblogger die Debatte zusammenfassen und darüber diskutieren, wo die Grenze des Privaten anfängt.

Marin Majica

Marin Majica und seine Partnerin hatten schon jeweils einen Sohn, als sie sich trafen. Sie bekamen zusammen noch einen dritten. Die Jungs sind heute 17, zehn und vier Jahre alt, tragen alle unterschiedliche Nachnamen, teilen jedoch das große Interesse an digitaler Technologie. Bei ZEITmagazin ONLINE schreibt Marin Majica monatlich die Kolumne Digitale Familie und berichtet aus dem Alltag einer digitalisierten Großstadtfamilie.

Ich würde mir diesen Vortrag wirklich gerne anhören, aber: Die Artikel habe ich alle erst am Wochenende gelesen. Bis dahin war ich der festen Überzeugung, dass ich mich unter dieser Debatte einfach wegducken kann. Als ich die ersten Beiträge dazu auf Twitter verlinkt sah, dachte ich: Jetzt kommen sie wieder, die Bedenkenträger, die mit der Gesichtserkennung und der Überwachung und der Datensammelwut der großen Konzerne argumentieren und die auf Facebook unter lustigen Phantasienamen schreiben, damit sie bloß niemand ausfindig machen kann. Die Menschen also, die unverschlüsselte Kommunikation im Netz für Selbstentblößung und den Ausweis höchster Naivität halten und die natürlich jeden, der wehrlose Kinder in dieses Unheil zwingt, direkt beim Jugendamt melden wollen.

Grundsätzlich ist das alles natürlich nicht falsch, die Überwachung und Datenauswertung sind real. Es ist richtig, sich dagegen zu schützen. Ebenfalls richtig wäre es, ausschließlich Gemüse aus dem eigenen Garten zu essen, sich politisch zu engagieren, nur noch zu Fuß zu gehen, elektronische Geräte am besten selbst zusammenzulöten und den Strom dafür im eigenen Windkraftwerk zu erzeugen. Ich habe nur nicht das Gefühl, diesen Maßstäben in meinem Alltagsleben immer gerecht werden zu können.

Ja, ich veröffentliche auch Fotos von meinen Kindern auf Facebook. Nicht auf Twitter oder Pinterest oder einem Blog, weil das öffentlich wäre, aber in meinem Facebook-Freundeskreis schon. Obwohl ich natürlich weiß, dass durch einen Klick auf "Gefällt mir" unter Umständen auch die Freunde meiner Freunde das Bild zu sehen bekommen. Ich tue das, weil die Kinder zu meinem Leben gehören und ich persönlich sie naturgemäß ganz schön toll finde. Und weil für mich die Unterhaltung auf Facebook mit Menschen interessanter ist, die von sich und ihrem Alltag erzählen und nicht nur spannende Artikel verlinken.

Wie in vielen anderen Lebensbereichen auch, versuche ich einfach, im digitalen Umgang mit Kinderbildern das Richtige zu tun, indem ich ganz pragmatisch einige Regeln befolge:

Keine unbekleideten Kinder.
Keine öffentlich auffindbaren Fotos.
Keine für die Kinder peinlichen Situationen.
Gehe den Leuten nicht auf die Nerven.

Vor allem über die beiden letzten Punkte lässt sich natürlich diskutieren. "Ich finde auch, dass du zu viele Fotos von den Kindern postest", sagt die Frau, als ich ihr von der Sache mit dem Messer-Foto erzähle. Sie klingt aufgebracht, als wollte sie das schon länger mal sagen. Bin ich wirklich so schlimm? Ich scanne die Facebook-Einträge der vergangenen Wochen, na ja, da findet sich schon einiges. Es war Ostern, die Kinder haben Eier gesucht, und wir waren mit der ganzen Bande auf der Autobahn unterwegs. Der Kleine war an einem der ersten sonnigen Tage auf dem Laufrad im Park unterwegs und hat mir beim Renovieren der Kita geholfen. Aber das Video vom Großen, wie er zu seinem Geburtstag 16 Kerzen auspustet, habe ich aus Rücksicht auf Teenager-Gefühle wieder gelöscht. Und beim Paddeln im Spreewald sieht man vom Mittleren in bester Familientradition doch nur den Rücken.

"Andererseits habe ich mich damals auch ein bisschen wegen der Fotos von deinem Sohn in dich verliebt", sagt die Frau, als ich mich zerknirscht zu ihr setze. Ein halber Freispruch. Wir einigen uns darauf, in Zukunft immer nachzufragen, ob die großen Kinder mit dem Posten einverstanden sind. Immer. Beim Dreijährigen lassen wir im Zweifel den Familienrat entscheiden oder so. Es bleibt kompliziert. Auf jeden Fall werde ich, wenn der Dreijährige das nächste Mal wieder "Papa, Handy aus!" sagt, dies einfach tun, Ehrenwort. Dann müssen die Jungs ihren Freundinnen später eben selbst erzählen, wie süß sie früher waren als Kinder.

38 Kommentare

Also, ich finde es erst einmal erschreckend mit welcher Unverfrorenheit hier Leute auf jemanden eindreschen von dem sie wirklich nichts wissen außer dass er ab und an Bilder seiner Kinder auf Facebook postet, aber meinen ihn mit Unverschämtheiten wie "Idiot" und "schlechter Vater" betiteln zu müssen. Die überzeugte Nichtteilnahme in den sozialen Medien hat hier wohl einige Leute einigermaßen asozial werden lassen (oder ist es umgekehrt?).
NSA-Skandal und Facebook-Datenverkauf sind ja real und Ernst zu nehmen, aber hier wird doch das Pferd von hinten aufgezäumt. Es kann doch nicht sein dass ich als Nutzer derjenige bin der ständig vorsichtig sein Verhalten anpassen muss um ja in keine Gefahren zu laufen. Andersrum wird ein Schuh draus: wir müssen erreichen dass Staatsapparate und Firmen innerhalb klarer Regeln handeln welche die Bürger vor unerwünschten Nebeneffekten ansonsten normaler Aktivitäten schützen. Das ist als lebten wir in einer Welt in der ich mich nicht traue mit meinem Kind in den Park zu gehen weil es keine Regeln gibt die untersagen dass dort Motorraeder und Autos auf dem Gras fahren. Und dann wuerde ich von den Leuten hier im Forum als Idiot beschimpft weil doch jeder weiß wie gefährlich der oeffentliche Park ist. Verkehrte Welt! Wenn es Ihnen allen wirklich so wichtig mit der Internetueberwachung und der Datensammlung wäre wie sie tun, wären sie schon laengst auf der Straße und wuerden demonstrieren. Ach, haben sie noch nicht? Dann bitte setzen und schweigen.

Man muss Ihnen vielleicht einmal sagen, dass Dummheit keine Entschuldigung ist für Arroganz. Tatsache ist: Sie liegen mit dem Versuch einer Analyse komplett daneben. Das genaue Gegenteil ist richtig: Wer seine Daten und die seiner Kinder unreflektiert der Öffentlichkeit und undurchsichtigen Unternehmen gegen eine lächerliche Dienstleistung zur Vefügung stellt, der begeht einen großen Fehler - und nicht diejenigen, die das dämlich finden. Wer dagegen glaubt, demonstrieren würde dazu verhelfen, dass der Staat den Datenschutz seiner Bürger endlich ernst nimmt, hat ordentlich einen an der Waffel. Die Gefahren der ungehemmten Datensammlung hat die breite Mehrheit bisher noch nicht erkannt, sondern bislang nur eine mehr oder weniger aufgeklärte Minderheit. Zu der gehören Sie offensichtlich nicht.

ein Autor findet,sie sollten es sogar unbedingt
eigentlich sollte an dieser Stelle ein Foto dieses Autoren sein,mit Wohnadresse am besten und sonstigen wichtigen Informationen,mit denen man schliesslich Teil der digitalen Öffentlichkeit zu sein hat
wenn in Amerika ein Kind alleine zu Fuss zur Schule geht,wird das Jugendamt bei den Eltern vorstellig
passt doch irgendwie alles perfekt zusammen

Herzlichen Glückwunsch an den Autor dieses Artikels für die schnelle und erfolgreiche Übermittlung aller relevanten Daten zur Gesichtserkennung an die größte unkontrollierte Biometrische Datenbank in Privatbesitz.
Jeder so wie er mag, aber mir ist es schleierhaft, wie man seine Daten - und dann noch die der Kinder - praktisch ohne Gegenleistung an ein Werbenetzwerk abgibt, auf das deren Besitzer noch reicher werden. Schlimm!

Das "Keine öffentlich

Das "Keine öffentlich auffindbaren Fotos." ist aber recht naiv. Was z.B. bei FB steht, kann natürlich von dort kopiert und weitergereicht werden, kann irgendwo anders eingestellt werden, wo es öffentlich wird usw. usf.
Die Frage ist eben auch, inwiefern man Kinder und Jugendliche auch als eigenständig begreift und nicht als Verfügungsmasse, was auch die Bilder betrifft. Die informationele Selbstbestimmung wird ja bereits ab Geburt (Namensgebung) ausgehebelt, aber danach ist das imho schon eine wichtige Frage: inwiefern darf ein Elternteil darüber bestimmen, welche digitale Identität das Kind hat oder nicht? Und was das "wie sueß sie waren" erzählen angeht: aehm, das Prinzip der Photographie sowie auch der digitalen Konservierung ist aber bekannt, oder? Vielleicht findet sich ja noch jemand, der erklärt, wie man früher die dicken Photoalben herausholte statt frustriert festzuellen, dass ein Bug bei Picasa oder wo auch immer, die dort gespeicherten Photos leider gelöscht hat.

Das ist wirklich befremdlich. Tagaus, tagein, und das seit Jahren und nach vielen schlechten Erfahrungen wird gewarnt davor, mit den eigenen Daten und gar Fotos so offen und selbstentblößend umzugehen, da ja nichts je wieder verloren gehen wird und man die Kontrolle über diese einmal ins Netz gestellten Dinge verliert. Es gibt ja sogar Fernsehspots ("Schau hin"), die die Eltern sensibilisieren sollen, ihre Kinder genau auf diesen Umstand aufmerksam zu machen.
Und dann ist der Naive, der Unsensible - der Vater!
Ich glaub´s echt nicht. Aber wenn ich den letzten Satz lese, dann wundert´s mich auch nicht mehr: Nein, es ist natürlich absolut unmöglich, dass Ihre Söhne ihren Freundinnen ohne Facebook je irgendein Kinderbild werden zeigen können, völlig ausgeschlossen ...
Oh mann!

Man müsste doch zuerst mal fragen: Was gibt uns eigentlich das Recht, das Photo von irgendwelchen ERWACHSENEN auf Facebook zu veröffentlichen, ohne vorher ihr Einverständnis einzuholen? Nur weil es ständig gemacht wird, ist es noch lange nicht richtig. Und wenn wir das anzweifeln, dann ist die Frage zu Kindern von selbst beantwortet. Die sind nämlich genauso Menschen, und nicht etwa das Eigentum ihrer Eltern.

Ich frage mich immer wieder: Wozu? Wieso verspüren gewisse Menschen ständig den Drang in sozialen Netzwerken persönliche Bilder oder private Informationen zu posten??? Selbstdarstellung ohne Ende (Peinlichkeiten inklusive) - vom Datenmissbrauch gar nicht zu reden.
Was soll das Leute? Habt ihr denn nicht begriffen, dass alles was euch in dieser überwachten Technikwelt noch bleibt eure Privatsphäre ist? Und privat heißt auch privat. In der Familie. Im engsten Freundeskreis (nein, nicht auf FB). Aber nicht im Netz.
Frage: Was bleibt von euch noch übrig, wenn ihr alles immer allen erzählt und es öffentlich macht? Also denkt doch einmal nach und macht euch bitte nicht so - sorry - "zum Affen".

Was ist denn das fuer eine pseudo-pholosophische Frage? Warum sollte denn irgendetwas von mir weniger (so dass "nichts mehr uebrig bleibt") wenn ich Freunden und entfernten bekannten Erfahrungen und Bilder aus meinem Leben zeige? Loest sich meine Identitaet deshalb irgendwann in Luft auf??

Ich lebe im Ausland, und wenn ich einmal im Jahr daheim in Deutschland meine Freunde besuche, kann ich mit den FB-Freunden auf Anhieb tiefere Gespraeche fuehren weil sie von vielen meiner Alltagsbanalitaeten schon via FB wissen. Mit anderen muss ich da erst mal umstaendlich ausholen, und fuehr echten Austausch bleibt weniger Zeit. Ein echter Segen! Mit Selbstdarstellung hat das rein gar nichts zu tun.

Nur weil sie keinen Mehrwert in sozialen Medien fuer sich sehen, heisst das nicht dass der nicht fuer sehr viele Menschen real existiert, so sehr dass ich dafuer durchaus bereit bin von Facebook mit (ja, manchmal irritierender) Werbung
berieselt zu werden.

Ich persönlich halte es nicht für problematisch, wenn man mal ein Foto von den Kindern postet (meine sind sowieso erwachsen und ich frage sie vorher).
Viel schlimmer sind die Eltern, die sich bei FB oder anderswo ständig über die Krankheiten ihrer Kinder auslassen und dabei nicht bedenken, dass so wa auch irgendwann mal nach hinten losgehen könnte (Kind will sich später mal privat krankenversichern oder eine Lebensversicherung abschließen oder ein Darlehen aufnehmen etc.)

Unfassbar. Unfassbar. Ein erwachsener Mensch, der für Medien arbeitet, stellt sich zwar rhetorisch, aber ernsthaft die Frage, ob er Bilder seiner Kinder in soziale Netzwerke posten darf? Und erteilt sich dann auch noch eine Absolution? So viele Haare habe ich gar nicht, die ich mir deshalb raufen möchte. Die einzig mögliche Antwort auf die rhetorische Frage ist: Nichts, aber auch rein gar nichts gehört in soziale Netzwerke, deren Beitreiber sich ihre Dienste mit Daten vergüten lassen. Denn die Rechnung kommt, zwar mit Verspätung, dafür aber auch satt verzinst, und zwar zu unser aller Schaden. Anders gesagt: Wie doof darf man eigentlich sein in diesem Land?

Wenn Sie selbst, Herr Majica, nicht kapieren wollen, dass früher oder später alles, was das Netz über Sie weiß, gegen Sie verwendet werden wird - oder wenn Sie das weiterhin gelassen ignorieren möchten: Sie können ja mit Ihren persönlichen Daten tun und lassen, was Sie wollen und sich zum Beispiel mit und ohne Boxershorts und mit und ohne Messer im Kopf weltweit im Netz präsentieren, wenn Sie das irgendwie süß finden.

Aber seien Sie doch bitte wenigstens Ihren Kindern gegenüber so fair, diese selbst darüber entscheiden zu lassen, mit welchen ihrer Daten später die Industrie und die Staaten ihnen das Fell über die Ohren ziehen dürfen. Anderenfalls wären Sie nämlich nicht nur ein schlechter Vater, sondern ein kompletter Idiot.

Zum Inhalt: Ich würde die Kids auch digital außen vor lassen. Mache ich so auch auf meinem Blog (www.vaterdasein.wordpress...). Blöd finde ich einfach den Schwenk am Ende, auch wenn es denn so war, dass die Dame des Herzens auch wegen der Kinder auf den künftigen Gatten aufmerksam wurde. Entwertet alles vorangegangen Abwägen. Ja, meine Attraktivität steigt auch auf dem Kinderspielplatz, aber wegen der Kinderfotos mich anzubimmeln, naja...

Ein Text sagt manchmal mehr wie 1000 Bilder.

Seltsam berührt hat mich die Formulierung 'die Frau', womit wahrscheinlich gemeint war (wie andere es ausdrücken würden) 'meine Frau'. Klar ist 'meine Frau' auch nicht optimal, niemand ist im Besitz einer Frau oder Mannes, es ist eher eine vorübergehende Leihgabe. 'Die' Frau klingt so nach Distanz und wenn der Verfasser durch die Frau geknickt ist, wahrscheinlich nicht zum ersten Mal, ist es klar, dass er sie etwas von sich wegschiebt. Es könnte aber auch, rein Wort-technisch, eine komplett andere Frau sein. Eine, die gerade zufällig herumgestanden war und ihn zusammen gestaucht hat wegen den Fotos. Oder ein Vorurteil: Die Frau im allgemeinen meutert, wenn Kinderfotos im Netz erscheinen. Paragraph 1 der Menschenkenntnis. Es wäre also korrekt gewesen, die Frau entweder mit Bild darzustellen. Oder den Namen und Personalausweisnummer etc. anzugeben inklusive momentanem Aufenthaltstort und ob ledig oder verheiratet plus Anzahl der Kinder.

Darüber hinaus scheint der Verfasser (habe leider nicht so viel von ihm gelesen) öfters über seine desperaten Familienzustände zu berichten. Was will man mehr? Kein Bild vermittelt so viele Einzelheiten, keine NSA-Überwachung ist notwendig. Man könnte so ausweichen: Ich kenne da eine Familie, bei der geht es soundso ab ...

Man hat den Eindruck, wie man es macht, ist es verkehrt. Vielleicht macht es ja Kohl richtig: Alles schwärzen, Wort für Wort. Wäre auch mal als Artikel interessant.

Auch ein Kommentar sagt manchmal mehr über unsere merkwürdigen Ressentiments - mehr, als uns lieb sein kann. "Die" Frau ist völlig korrekt, im Kontext von "das" Haus, "die Familie", "der" Mann", "die Kinder". Hier hätte wohl kaum einer Anstoß genommen. Warum dann bei "der" Frau?! Kulturhistorisch ist diese Bezeichnung sogar eindeutig, nämlich auf die Hausherrin, die "Frouwe", bezogen, mit klaren Anteilen an gemeinsamen Rechten und Aufgaben, als da wären: Schlüsselgewalt, Aufsicht über das Gesinde, Verwaltung von Haus und Hof, Geld und Gut. Also, lieber Mitforist, bedenken Sie bitte mit, Sie sind nicht der einzige Sprachteilnehmer hier - und Ihre, wahrscheinlich sogar heute übliche, Interpretation ("meine" Frau) ist aus sprachhistorischer Sicht sogar - na, was wohl?! - "diskriminierend. Schließlich war "Frau" eine Herrschaftsposition - und "Mann" die Rolle des Vasallen oder Knechts.

Lieber DonQuichote, so schön Ihre Replik auch geschrieben ist, zeugt sie doch von geradezu mutwilligem Sprachunverständnis. "Die Frau" im Artikelsinne ist kein Possessivpronomen, sondern zeigt Nähe an. Wie auch "meine Heimat" oder "mein Lieblingsrestaurant" keine Besitzanzeigen sind und nicht diskriminieren, sondern schlicht ausdrücken das mir diese Dinge sehr nahe und wichtig sind.

"Keine öffentlich

"Keine öffentlich auffindbaren Fotos."

Willkommen im Digitalzeitalter! In dem Moment, da man auf "hochladen" drückt, hat man die Gewalt über seine Fotos verloren, niemand kann wissen, ob die Fotos öffentlich auffindbar werden oder nicht, denn niemand weiß, was Facebook oder ihre "Freunde" mit den Fotos machen.

Ich halte Ihre Meinung für sehr naiv.... Als Mutter poste ich, wenn überhaupt, meine Kinder nur von hinten. Ich kann ja verstehen, dass man stolz den Nachwuchs präsentieren möchte.
Folgendes gebe ich dabei zu bedenken (abgesehen davon, dass es in Ihrer Verantwortung liegt, Ihre Kinder zu schützen)
- Mit dem Hochladen auf Facebook geben Sie jegliche Eigentumsrechte an Ihr Bild ab. Sollte Ihr Kind einmal berühmt sein, kann FB ohne Ihr Einverständnis mit den Bildern dick Kasse machen. "„Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz zur Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest“ (Stand Februar 2015)."
Sollten Sie da nicht der Meinung von FB sein wünsche ich Ihnen jetzt schon mal viel Spass beim Einklagen Ihrer Rechte. Einfach mal Max Schremps googeln.
Quelle: http://irights.info/artik...

Nachtrag:

Nachtrag:
- Der andere Punkt: Ist komplett an Ihnen vorbeigegangen wie mit den FB Bildern der Schulklasse aus Haldern umgegangen wurde? Da hat BILD ohne Einverständnis der Angehörigen in den FB Profilen gewildert und Photos veröffentlicht. Nur ein Beispiel von vielen,
In einem Forumspost erwähnte eine Frau, wie Bild an die geschlossenen und geschützten Bilder ihres verstorbenen Lebenspartners rankam - da wurde das Profil gehackt und irgendjemand der verlinkten FB Freunde hat gegen Geld die eigentlich geschützten Bilder weitergegeben)

Es stimmt, die Chance ist gering, dass das passiert, aber als Mutter ist es meine Pflicht meine Kinder vor solchen Missbräuchen im digitalen Raum zu schützen. (genau wie in der realen Welt anschnallen, Helm auf etc.)

<em>"Dann müssen die Jungs

"Dann müssen die Jungs ihren Freundinnen später eben selbst erzählen, wie süß sie früher waren als Kinder."

Den Satz verstehe ich nicht - man kann ja Bilder trotzdem machen und diese in einer Schachtel oder was auch immer aufheben und Sohnemann kann selbst entscheiden, welche Bilder er später mal Freundinnen zeigen mag.

Was aber macht der Autor, wenn ein Freund bei einer Feier/Grillabend den goldigen kleinen 3jährigen Sohn fotografiert und dieses auf Facebook einstellt mit einem Satz wie: 'Und hier der Kleine von Marin, beim Mapfen von einer Bratwurst und der Kampf mit dem Ketchup - total süßer kleiner Kerl'
Wäre das okay für den Papa/Autor? (also für mich wäre es das nicht)
Facebook hat etwas interessantes erschaffen, der freiwillige Verzicht auf unsere Privatspähre - was für einen erwachsenen Menschen okay ist, wenn er dies selbst bestimmt - aber ein dreijähriger kann das nicht und deshalb hat es Mama/Papa - die müssen diesen Job übernehmen - auch wenn dreijährige extrem süß sind, bzw. gerade deshalb. Aber Bilder kann man auch noch anders zeigen, in privater Runde - beim Grillabend, oder so.

Well…ohne jetzt irgendeine Meinung befeuern zu wollen, finde ich deine vier Grundregeln sehr sinnvoll, die sollte man eventuell nicht nur für Kinder einsetzen, sondern für alles was man „im Internet“ so von sich gibt.

Was ich aber schade finde ist, dass viele Menschen es als sehr schwierig darstellen, „im Internet“ sicher zu kommunizieren. Das ist es nicht. Nutz halt nicht unbedingt den Facebook-Chat um vertrauliches zu besprechen. Aber darüber hinaus gibt es durchaus noch technisch leicht verständliche Möglichkeiten, um Information X sicher vor NSA und Co zu übertragen.

Ansonsten finde ich es gut, so früh wie möglich so viel Verantwortung wie möglich auf die Kinder selbst zu übertragen. Bildung FTW. #oderso

Ganz ehrlich. In der heutigen Zeit ist dass echt übel.
Babybilder mögen noch angehen .. aber für Schulkinder ist das total übel und sie werden Spottziel in der Schule.
Und gelöscht ist das Bild auch nicht. Wie naiv sind sie?
Das Netz vergisst nichts. Mit etwas Pech ist nicht nur die obligatorische Kopie auf dem Facebook-Server (sie haben die Bildrechte ja an Facebook abgetreten), sondern auch eine Kopie im Internetarchive, sowie auf der heimischen Festplatte all ihrer Facebook-"Freunde".

Auch Ihre Kinder, lieber Herr Vater, haben ein Recht aufs eigene Bild. Die ungefragte, und damit unautorisierte Veröffentlichung von Bildern egal welcher Person, ist ein Unding, zu dem "soziale Netzwerke" gerne einladen.

Im Zweifelsfall bin ich lieber einer ihrer so herablassend titulierten "Bedenkenträger" als gar nicht in der Lage, zu denken.

Es ist vollkommen unerheblich ob Kinderfotos in sozialen Netzwerken gepostet werden oder nicht. In 20-30 Jahren werden sie über ausnahmslos JEDEN Politiker oder sonstige Person des öffentlichen Lebens unvorteilhafte oder seltsame Dinge im Netz finden können. Was pubertierende Jugendliche machen stellt locker alles in den Schatten was Eltern tun.

Es wird dann eine Art "Waffengleichheit" existieren, da von jedem solche Bilder existieren wird die Aufregung darüber auf normales Maß zurückgeschraubt.

Das heutige Kommentatoren in ängstlicher Hyperventilation über diese Entwicklung den Untergang des Abendlandes kommen sehen ist kein Zeichen für Weisheit und Weitsicht, sondern für beginnenden Altersstarrsinn und eine sich einschränkende Wahrnehmung.

Niemand verlangt, Elektrogeräte selbst zusammenzulöten oder eine eigene Windkraftanlage zu bauen, weil das einfach sowohl finanziell als auch technisch für den Otto-Normal-Bürger nicht möglich ist. Es ist aber möglich, sich die vier fünf Klicks zu sparen, also sogar weniger Aufwand zu betreiben, um die Persönlichkeitsrechte der eigenen Kinder so lange zu wahren, wie möglich. Bei dem selbst zusammengeschraubten Gerät (um im Bilde zu bleiben), wissen Sie nachher, was drin ist, welches Teil wo ist. Über ein Bild, das bei Facebook hochgeladen wird, verlieren Sie jede Kontrolle.
Kinder sollten ruhig mit dem Netz und mit sozialen Medien bekannt gemacht werden. Doch ihnen die Entscheidung abzunehmen, wie sie sich darin zeigen, - und dies möglicherweise für eine sehr lange Zeit - ist m. E. nicht nur eine Frage der Vorsicht, sondern auch des Vertrauens. Die Kinder werden Ihnen irgendwann für jedes Foto dankbar ein, dass nicht irgendwo hochgeladen wurde.

Digi-naiv

Digi-naiv

wie die gesamte Facebook-Generation. Was "peinlich" ist definiert nicht der Vater (siehe Bemerkung des Neunjährigen). Und alles was ins Netz gestellt wird, wird früher oder später öffentlich. JEDES "ach schaut wie toll meine Kinder" Bild nervt die Umwelt.

Das Problem ist nicht das posten der Bilder der Kinder - das Problem ist das posten in sozialen Netzwerken an sich. Wem dienen die Bilder ausser der Selbstdarstellung des Vaters?

Ein grosses Lob an den kleinen Steppke von 9, der schlauer als sein Vater ist.

Neuere Kommentare anzeigenNeuere
Ältere Kommentare anzeigenÄltere