Wir müssen reden "Männer fantasieren anders als Frauen"

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© John W. Ferguson/Getty Images

ZEITmagazin ONLINE: Wovon träumt der Mann?

Ulrich Clement: Von allem Möglichen, nicht zuletzt von der See und vom Abenteuer. Was das Sexuelle angeht, wird in der einschlägigen Literatur relativ gesichert festgestellt: Männer fantasieren anders als Frauen. Sie reagieren viel stärker auf optische Schlüsselreize. Frauen finden es erotischer, Geschichten zu hören. Männer reagieren auf das, was sie sehen.

 ZEITmagazin ONLINE: Worin manifestiert sich denn dieser Unterschied? Ich hatte mir immer vorgestellt, in beider Köpfe laufe eine Art Film ab – mit Ton, Bild und Plot.

Clement: Ein nackter Frauenkörper ist – jedenfalls für einen heterosexuellen Mann – so gut wie immer anziehend. Ein nackter Männerkörper für eine Frau noch lange nicht! Ob sie diesen erregend findet, hängt davon ab, was dieser Mann sagt, wie er schaut, was er macht.

ZEITmagazin ONLINE: Dann ist es tatsächlich sinnvoll, sich als Frau zum Ausgehen aufzuhübschen, falls man reizvoll wirken möchte – und als Mann, gute Komplimente zu machen und humorvoll zu sein?

Clement: Das wäre die praktische Gebrauchsanweisung, die sich daraus ableiten ließe...

ZEITmagazin ONLINE: Unterstellen wir der männlichen Sexualität damit nicht, allzu simpel zu sein?

Clement: Ich versuche, mich dagegen zu wehren. Aber sie ist vielleicht tatsächlich einfacher als die der Frau.

 ZEITmagazin ONLINE: Inwiefern?

Clement: Um einen Mann sexuell zu erregen, brauchen Sie relativ schlichte optische Reize. Das funktioniert bei einer Frau zumindest nicht so einfach.

ZEITmagazin ONLINE: Sie sagen, ein weiblicher Körper ist für einen Mann fast immer anziehend, aber es gibt da schon ein paar Kriterien, oder? Zum Beispiel, ob es sich eher um den einer jungen Frau handelt oder den einer Älteren? Blond oder brünett?

Clement: Die Haarfarbe ist nicht so wichtig, aber ja, es wirkt eher der Körper einer Jüngeren als der einer Älteren. Hierfür liefern natürlich Biologen die passende Erklärung, indem sie sagen, dass es biologisch sinnvoller, nämlich fortpflanzungsrelevanter ist, sich auf eine junge Frau zu kaprizieren. Aber solche banalen Erklärungen stimmen auch nicht immer. Das Internet ist ein gutes Argument gegen die Simplizität der männlichen Sexualität, denn es bietet alles Mögliche: junge Frauen oder ältere, dicke oder dünne. Bei Männern existiert also durchaus eine große Bandbreite, zumindest optisch.

Ulrich Clement

Prof. Dr. Ulrich Clement ist systemischer Paartherapeut und Sexualforscher. Zuletzt ist sein neustes Buch "Think Love. Das indiskrete Fragebuch" bei Rogner & Bernhard erschienen. In Heidelberg betreibt Ulrich Clement eine Privatpraxis für Coaching, Paar- und Sexualtherapie.

ZEITmagazin ONLINE: Passt das zu dem Bild, dass man einem Mann oft unterstellt, im Grunde träume er lieber von dem hübschen Dummerchen als von der selbstgewissen Intellektuellen?

Clement: Man muss sexuelle Fantasien von realen Partnerwünschen des Mannes unterscheiden. Sie sind nicht identisch. Das hübsche Dummerchen, das Sie ansprechen, mag noch nichts über die konkrete Partnerwahl des Mannes aussagen. In seiner Fantasie dagegen ist eine Frau, die immer "Ja" sagt,  allerdings reizvoll.

ZEITmagazin ONLINE: Ein Typ, der toll aussieht, aber keinen einzigen humorvollen oder charmanten Satz formulieren kann, wäre für Frauen nicht mal in der Fantasie reizvoll. Zeigt sich darin der Unterschied, den Sie vorhin festgestellt haben, dass für Männer eine Geschichte weniger relevant ist?

Clement: So ist es. Dazu gibt es übrigens eine interessante Studie: Beide Geschlechter schauen in Sexfilmen beim interagierenden Paar auf die Frau.

ZEITmagazin ONLINE: Warum?

Clement: Das hat der Hamburger Sexualforscher Gunter Schmidt gut beschrieben: Frauen betrachten den Film im identifikatorischen Modus, sie denken sich in die Frau hinein. Männer hingegen im objektifizierenden Modus, sie denken sich den Mann weg, der im Porno interagiert, und schauen selbst auf die Frau. Blicken Frauen tatsächlich mal auf den Mann, schauen sie in sein Gesicht, um zu beurteilen, wie er guckt: Ist er bei mir? Begehrt er mich? Frauen achten nicht so primär aufs Genital wie Männer das tun.

ZEITmagazin ONLINE: Homoerotische Fantasien von Frauen können selbst für Männer reizvoll sein und mithin viel leichter geäußert werden als andersherum. Gibt es – unter heterosexuellen Menschen – einen Unterschied zwischen Männern und Frauen, was das Zulassen homoerotischer Vorstellungen anbelangt?

Clement: Ja, Männer sind homophober als Frauen. Auch das ist empirisch gut belegt. Heterosexuelle Männer reagieren auf homosexuelle Videos meistens aversiv. Wenn heterosexuelle Frauen umgekehrt lesbische Pornos anschauen, finden sie das nicht uninteressant. Bei Männern ist die Zurückhaltung auf gleichgeschlechtliche Reize bis hin zur Abstoßung viel stärker ausgeprägt als bei Frauen.

ZEITmagazin ONLINE: Wie kann man sich das erklären?

Clement: Männer empfinden ihre Männlichkeit dauernd als bedroht. Und schwul assoziieren viele mehr oder weniger unbewusst immer noch mit weiblich und unmännlich.

ZEITmagazin ONLINE: Wurde hier nicht nur ein gesellschaftliches Vorurteil verinnerlicht?

Clement: Nein, es ist nicht nur gesellschaftlich. Die Männlichkeit des kleinen Jungen entwickelt sich durch die Abstoßung des Weiblichen. Die psychologische Erklärung dafür lautet, dass meistens die Mutter die primäre Bezugsperson in der Kindheit ist. Um wahrzunehmen, dass er männlich ist, muss sich ein Junge irgendwann von der Mutter abgrenzen. Er wird bockig, trotzig, kämpferisch – um zu sagen: Ich bin nicht weiblich! Psychoanalytiker sprechen dabei etwas kompliziert von Disidentifikation. Die brauchen Frauen nicht in dem Maße, denn sie müssen sich von der Mutter nicht abgrenzen. Die ist schließlich schon so weiblich, wie sie es selbst auch werden. Das Prinzip des "Nicht-Weiblich-Seins" ist für die heterosexuelle Mannwerdung also entscheidend – und da passt die schwule Geschichte eben nicht gut hinein.

ZEITmagazin Online: Gleichzeitig kann man aber in Clubs, in einem jungen urbanen Milieu jetzt häufiger beobachten, dass Männer miteinander tanzen, sich berühren – etwas, das bis vor gar nicht allzu langer Zeit nur Frauen vorbehalten schien.

Clement: Das ist ein leichter Trend, ja. Aber es ist keine Revolution.

ZEITmagazin Online: Könnte man daraus nicht schließen, dass es auch in heterosexuellen Männern eine homoerotische Seite gibt, zu der sie jetzt leichter stehen können?

Clement: Ich würde das noch nicht homoerotisch nennen. Vielleicht ist es einfach nur nicht so homophob. Wenn sich etwa beim Fußball die Spieler umarmen oder übereinander herfallen ist das auch nicht homoerotisch, sondern eine Form der Männlichkeit.

ZEITmagazin Online: Noch einmal zurück zu homoerotischen Fantasien: Sind solche unter Männern ebenso häufig und selbstverständlich Teil der sexuellen Vorstellung wie unter Frauen?

Clement: Nein, weniger. Die kanadische Forscherin Meredith Chivers hat festgestellt, dass Männer spezifisch reagieren und Frauen unspezifisch: Männer reagieren bei Pornos auf das, was auch ihrer realen Präferenz entspricht, heterosexuelle Männer also auf heterosexuelle Vorgaben, schwule auf homosexuelle. Frauen hingegen reagieren unspezifischer, nämlich auch auf das, was gar nicht ihrer persönlichen Präferenz entspricht. So reagieren heterosexuelle Frauen auch auf lesbische Filmvorgaben. Sie reagieren sogar auf Tierfilme.

ZEITmagazin Online: Auf Tierfilme?

Clement: Die kanadischen Forscher haben als Gradmesser für die Erregung die genitale Durchblutung gemessen und festgestellt, dass Frauen auch auf Filme reagieren, in denen man kopulierende Affen sieht. Männer tun das nicht.

ZEITmagazin Online: So weit reicht weibliche Empathiefähigkeit?

Clement: Man hat noch keine befriedigende Erklärung für dieses ziemlich verrückte Phänomen gefunden, aber es ist gut dokumentiert.

ZEITmagazin Online: Als ich zur Vorbereitung dieses Gesprächs meinen Mann nach seiner Lieblingsfantasie gefragt habe, antwortete er sehr spontan: ein Segelboot. Das wirkt zunächst nicht sonderlich sexuell. Aber dieses "Mein Haus, mein Auto, meine Yacht"-Ding ist ja tatsächlich ziemlich männlich, oder?

Clement: Männer brauchen etwas, das sie manipulieren können und mit dem sie ihr eigenes Ich erweitern: ein Gerät wie das Auto, das Skateboard oder auch ihre Gitarre. Mit diesem extended Self gehen sie in die Welt hinein, erobern sich einen Raum und werden größer, als sie eigentlich sind. Solche Selbsterweiterungen sind für Männer sehr erhebend. In einem metaphorischen Sinne könnte man dabei tatsächlich von Potenz sprechen.

ZEITmagazin Online: Spielen andere Körperteile als der unmittelbare Intimbereich bei männlichen Fantasien eine Rolle? Gibt es weitere erogene Zonen, die es zu erkunden lohnte?

Clement: Gerade ist das Buch Lustvoll Mann sein erschienen, darin werden Männer interviewt, die ihre Männlichkeit thematisieren, in Tantra-Clubs gehen oder eine Therapie machen – eher bewegte Männer also. Ihnen ist wichtig, dass sie nicht auf den Penis reduziert werden, sondern sie möchten ihren ganzen Körper erotisch besetzen. Aber auch das scheint mir, wie die Clubszene, nicht gleich eine Revolution zu sein. Womöglich handelt es sich hier um die paar Menschen, die sexuell eben nicht so festgelegt sind. Obwohl ich wirklich zögere und es nicht gerne wiederhole, muss man wohl sagen: Es ist noch immer etwas dran an dem Satz "Der Mann hat nur eine erogene Zone".

ZEITmagazin Online: Blieben nicht auch in der Sexualtherapie der Mann und seine Wünsche lange unterbelichtet, weil Männer nicht darüber sprechen? Beobachten Sie da in der jüngeren Vergangenheit Veränderungen?

Clement: Ja, eine ganz interessante Veränderung sogar: Die Zahl der Männer, die explizit sagen, sie haben keine Lust auf Sex, nimmt deutlich zu. Als ich vor mehr als 30 Jahren als Sexualtherapeut angefangen habe, konnte man sich einen lustlosen Mann überhaupt nicht vorstellen. Es gab lediglich Männer mit Erektionsstörung, aber es herrschte die Vorstellung, wenn sich dem Mann eine attraktive Gelegenheit bietet, dann will er auch. Diese Geschlechtervorschrift hat sich sehr relativiert. Es gibt vorwiegend mittelalte, aber zunehmend auch junge Männer, die feststellen: "Obwohl ich eine attraktive Partnerin habe, obwohl unsere Beziehung gut funktioniert, habe ich oft einfach keine Lust." Das ist ein riesengroßes Tabu.

ZEITmagazin Online: Liegt das nun daran, dass Männer sich endlich trauen, das zu sagen? Oder ist es ein Zeichen dafür, dass sie mit der Sexualität zunehmend überfordert sind?

Clement: Das kann man nicht klar unterscheiden. Aber es ist auf alle Fälle ein Fortschritt. Ich tendiere eher zu der Auffassung, dass sich schlicht mehr Männer trauen, ihre Lustlosigkeit anzusprechen. Das berichten mir auch viele Kollegen. Es tut sich eine Schere auf: Während das Interesse der Frauen an Sex im Laufe ihres Lebens eher zunimmt, werden die Männer eher zurückhaltender. Damit befinden sich Frauen dann häufiger in einer erwartenden und fordernden Position gegenüber dem Mann. Und während sie expliziter als früher Sex einfordert, äußert auch er seine Lustlosigkeit expliziter.

ZEITmagazin Online: Am Schluss dann doch bitte einen Klassiker: Von welcher Fantasie hören Sie am häufigsten?

Clement: Dass eine Frau "Ja!" sagt. Dass sie angesichts seines Begehrens nicht mehr anders kann, als genau ihn zu wollen und sich ihm hinzugeben. Dieses bedingungslose Willkommen-Sein ist eine Grundfigur, die sich aus unterschiedlichen männlichen Fantasien heraus kristallisiert. Als Potenz- und Attraktivitätsbeweis können es dann gerne auch mehrere Frauen sein.

52 Kommentare

"Männer und Frauen

"Männer und Frauen

passen einfach nicht zueinander." (wohl von Loriot). Diese kompakte Wahrheit erklärt so vieles. Ich war 24 Jahre verheiratet und bin seit 7 Jahren glücklich geschieden (nachdem die jüngste Tochter volljährig war). Besser ist das.

Seit der Scheidung habe ich sogar mit meiner Exfrau ein besseres, sachlicheres Verhältnis als je zuvor. Ich mache immer noch (allermeist) alles, was sie sagt, aber sie sagt seitdem weniger... ;^)

Das Problem mit den wissenschaftlichen Befunden ist dies: es statistische Daten erhoben und anschließend gedeutet. Aber auf welcher Grundlage? Die Vorannahmen für die Deutung liegen oft im Dunkeln. Auf solche Weise werden Mythen fortgeschrieben und mit dem Siegel der Wissenschaft aufgewertet. Selbst wenn, was mancher Lebenserfahrung entspricht, nicht wenige Männer tatsächlich eine auf ihren Penis reduzierte Empfindungsfähigkeit haben oder schnell auf junge nackte Frauenkörper reagieren: heißt dies, dass Männer damit auch schon ausgeschöpft haben, was sie sexuell wirklich erfüllt? Wohl kaum. Möglicherweise wissen sie es nur noch nicht besser! Die im Interview erwähnten "bewegten Männer" aus dem Buch "Lustvoll Mann sein" sind keine zu vernachlässigenden Ausnahmen, sondern nur weniger auf den Mythos hereingefallen. Sie haben sich auf Entdeckungsreise gemacht und Erstaunliches über ihre Sexualität herausgefunden, wovon die Sexualwissenschaft bislang keine Notiz nimmt. Ich habe diese Männer selbst interviewt, sie sind keine besondere Spezies. Sie hatten nur den Mut, z.B. ihre Homophobie zu hinterfragen, ihren ganzen Körper intensiver zu fühlen und es weniger den Frauen Recht zu machen. Sie zeigen einen Variationsspielraum, die der wissenschaftlich belegte "Normalmann" niemals zeigen wird, denn sie sind aus Fleisch und Blut, mit aller menschlicher Widersprüchlichkeit. Folgende Umfragen geben ein ganz anderes Bild ab: http://www.lustvoll-manns...

Was Dooferes hab ich lang nicht gelesen.
"Der Mann hat nur eine erogene Zone".
"Ein nackter Frauenkörper ist – jedenfalls für einen heterosexuellen Mann – so gut wie immer anziehend."
"Männer brauchen etwas, das sie manipulieren können und mit dem sie ihr eigenes Ich erweitern: ein Gerät wie das Auto, das Skateboard oder auch ihre Gitarre."

Ein trauriges Männerbild, das so zum Glück heute nicht mehr durchgehend der Realität entspricht. Ein Hoch auf alle wunderbaren Männer, die mit ihrem Geist, ihrer Fantasie und ihrer Sensibilität die Liebe leben, nicht nur mit ihrem Geschlechtsteil. Die nicht das nackte Fleisch erregt, sondern die Persönlichkeit dahinter. Die sich so gut kennen, dass sie keine Objekte zur Ich-Erweiterung brauchen. Die keine Angst davor haben, auch die Berührung zwischen Männern erotisch zu finden.
Danke, dass es euch gibt!! <3

Zum Thema ob Männer beim Sex einfacher gestrickt sind als Frauen bemerkte der Zeichner Scott Adams (bekannt durch "Dilbert") vor einigen Jahren etwas süffisant an (Zitat aus dem Gedächtnis rekonstruiert):

"Natürlich sind Männer einfacher als Frauen. Man schaue sich nur die Werbung an. Werbung für Männer ist das einfachste der Welt. Man muss nur suggerieren 'Wenn ich dieses Produkt konsumiere bekomme ich Sex mit einem vollbusigen Supermodel.'
Frauen fallen auf sowas natürlich nicht rein. Frauen sind vielschichtiger und komplizierter. Insbesondere muss auf Frauen zugeschnittene Werbung vermitteln: 'Wenn ich dieses Produkt konsumiere werde ich ein vollbusiges Supermodel' "

Jeh, ih jeh, da sind ja schon die Fragen eindeutig gestellt bzw. von Unwissen oder Einseitigkeit geprägt. "So ist es. Dazu gibt es übrigens eine interessante Studie: Beide Geschlechter schauen in Sexfilmen beim interagierenden Paar auf die Frau. " Aaaaah, Sexfilme = interagierende Paare aus Mann und Frau bestehend. Alles klar, Herr Kommissar. Und Frauen brauchen natürlich nicht nur einen heißen Männerkörper, sondern auch noch Cleverness und Romantik bzw. intelligente Sätze. Ist klar. Und die Frage nach der Lieblingsphantasie: Mein Segelboot. Aehm, was wurde denn da gefragt, genau gefragt... Und am Schluss die Frage nach der meistgehörten Phantasie. Von wem denn, von wem genau? Die Fragen sind scohn so dürftig gestellt bzw. einseitig, dass die Antworen insofern nicht wirkilich verwundern.

Ich finde den Artikel bzw. das Interview zwar nicht besonders aufschlussreich, aber ich hätte genau die selben Antworten gegeben. Vielleicht wäre noch ein Thema gewesen, dass Geld, Besitz, Macht eines Mannes ebenso stimuliert (bzw. die Aussicht, irgendwie daran 'kostenlos' teilzuhaben zu können) wie diese Affengeschichte. Man hätte untersuchen sollen, ob zum Beispiel ein als 'reich' beschriebener Affe (Michael Jackson + Justin Bieber hatten solche) Frauen mehr Erregung verschafft wie ein normaler Bio-Affe. Weiterhin könnte man bedenken, dass Männer, die sagen, sie hätten (jetzt) keine Lust oder Kopfschmerzen, sich nicht vorher im Internet bedient haben. Das ist immerhin um einiges komplikationsloser wie eine Beziehung zu echten Frauen.

Es tut mir leid. Ich finde diesen Artikel platt und oberflächlich. Auch stimmt er wenig mit meiner Lebenserfahrung überein. Hier vermischt sich doch viel mit gesellschaftlichen Regeln und Normen, mit Erziehung und aktueller Lebenssituation. Die Aussagen hier greifen eher zu kurz. Meine Beobachtungen im Alltag sind andere.

"Solche Selbsterweiterungen

"Solche Selbsterweiterungen sind für Männer sehr erhebend. In einem metaphorischen Sinne könnte man dabei tatsächlich von Potenz sprechen. "

Da haben wir endlich den wissenschaftlichen Nachweis dafür, warum manche Männer Porsche fahren (müssen) und manche (bei denen das Geld nicht reicht) einen tiefergelegten Corsa mit changierendem Lack, 150-dB-Musikanlage und lautem Auspuff, den man bei 60 km/h noch im Nachbardorf hört...

Also ich finde sowohl das Aufmacher Bild als auch die meisten nackten Menschen anziehend, egal wie sie schauen oder was sie machen. Geschichten fand ich als 5 jährige ganz toll..

Seltsam, es könnte doch nicht sein dass Geschmäcker und Vorlieben auch bei Sex individuell sind. So eine Überraschung.

"Die Männlichkeit des kleinen

"Die Männlichkeit des kleinen Jungen entwickelt sich durch die Abstoßung des Weiblichen. Die psychologische Erklärung dafür lautet, dass meistens die Mutter die primäre Bezugsperson in der Kindheit ist. Um wahrzunehmen, dass er männlich ist, muss sich ein Junge irgendwann von der Mutter abgrenzen."

Aus diesem Absatz würde ich schließen dass das Problem der "Abstoßung des Weiblichen" mit all seinen fatalen Folgen (!) in dem Moment nicht mehr auftreten würde in dem beide Eltern gleich stark als Bezugsperson zur Verfügung stehen. Dem würde ich zustimmen.

"Das Prinzip des "Nicht-Weiblich-Seins" ist für die heterosexuelle Mannwerdung also entscheidend".

In diesem Absatz klingt es jedoch so, dass die "heterosexuelle Mannwerdung" von Natur aus die Abstoßung des Weiblichen braucht, was sich mit der Theorie aus Absatz 1 nicht verträgt.

Ich finde immer mehr dass das alles sehr unreflektiert ist, und wundere mich nicht darüber dass hier so viele protestieren. Es kommt mir so vor als soll das althergebrachte schön verklausuliert durch die Hintertüre wieder reingeschoben werden.

Das hängt davon ab, wie es gemeint ist, "dass die Mutter die primäre Bezugsperson ist". Bedeutet es, dass normalerweise die Mutter diejenige ist, die sich um die Kinder kümmert, oder bedeutet es, dass Kinder sich anfänglich stärker auf ihre Mutter fixieren? Im letzteren Fall ist es nicht so leicht, das durch ein ausgeglichenes Betreuungsverhältnis zu ändern.

Ich kenne sehr ähnliche Gedanken von Freud, und der dachte dabei an eine natürliche Fixierung gefolgt von einer "Umfixierung" im Falle der Jungen. Wenn wir Clement hier diesen freudschen Gedanken unterstellen, dann löst sich der von Ihnen skizzierte Widerspruch weitgehend auf.

Aber eine andere Frage: Was meinen Sie mit den fatalen Folgen dieses Vorganges?

"Das hängt davon ab, wie es

"Das hängt davon ab, wie es gemeint ist, "dass die Mutter die primäre Bezugsperson ist". Bedeutet es, dass normalerweise die Mutter diejenige ist, die sich um die Kinder kümmert, oder bedeutet es, dass Kinder sich anfänglich stärker auf ihre Mutter fixieren? Im letzteren Fall ist es nicht so leicht, das durch ein ausgeglichenes Betreuungsverhältnis zu ändern."

Sie haben in Ihrem Zitat ein Wort weggelassen - Clement schreibt nämlich dass die Mutter "meistens" primäre Bezugsperson sei. D.h. er hat es so gemeint wie ich es interpretiert habe - nämlich abhängig von der klassischen Rollenverteilung.

Mit "fatalen Folgen" meine ich das ganze Desaster das durch das nicht stattfindende echte Angenommen werden von der Mutter entsteht: männlicher Größenwahn, Gewalt, Homophobie, Unterdrückung der eigenen Weiblichkeit etc.; Klar spielt die Rolle des Vaters, der diese Muster aufgrund seiner eigenen erfahrenen Zurückweisungen vorlebt, auch in diesen Teufelskreis hinein.

Die menschliche Psyche ist kein deterministischer Apparat: Die Dinge dort passieren _immer_ nur "meistens" und für jede Regel werden Sie in der Psychologie auch eine Ausnahme finden. Außerdem finde ich es naheliegend zu denken, dass dieser Psychologe mit den Arbeiten Freuds vertraut ist, und den daher einfach mal aus der Mottenkiste gekramt hat.

"männlicher Größenwahn, Gewalt, Homophobie, Unterdrückung der eigenen Weiblichkeit"

Gibt es Daten dazu, dass die ödipale Phase (wenn sie nicht in einen Komplex mündet) Größenwahn und Gewalt hervorruft?

Bei "Homophobie" muss man vielleicht differenzieren: Eine Homophobie als "Angstleiden" (wie Arachnophobie) kann ich mir vielleicht vorstellen. Homophobie als moralische Ablehnung (wie Islamophobie) könnte ich mir so aber nicht erklären. Warum wäre sonst die Mehrheit der Deutschen für die Schwulenehe?

Und bei der "Unterdrückung der eigenen Weiblichkeit"... Ich glaube nicht, dass es eine natürliche Menge Weiblichkeit oder Männlichkeit in irgendwem steckt, die Unterdrückt werden könnte. Man hat bestimmte Charakterzüge. Manche von denen gelten als weiblich und andere als männlich. Aber wenn ich meinen Ordentlichkeitswahn unterdrücke, dann unterdrücke ich nicht meine Weiblichkeit. Diese Zuordnung von Charaktermerkmalen zu Geschlecht ist größtenteils Klischee!

"Wenn sich etwa beim Fußball

"Wenn sich etwa beim Fußball die Spieler umarmen oder übereinander herfallen ist das auch nicht homoerotisch, sondern eine Form der Männlichkeit. "

Es gibt für mich kaum etwas, was homoerotischer ist, als das Gehabe im Männerfußball, das Pogeklatsche in die der Umkleidekabine oder das körperbetont erregt-verklemmte Rumgehample und gegenseitige Gefummle einiger arabischstämmiger männlicher Jugendlicher im Straßenbild.

Wohl wie in der Kirche: Dort wo die Homoerotik am meisten verbreitet ist, ist man besonders und besonders aggressiv bemüht so zu tun, als ob dem nicht so wäre.

......Spätestens seit Judith Butler müsste doch eigentlich bekannt sein, dass diese angeblich in uns Sexualisierten Wesen verankerten Unterschiede, erlernt sind und in der Gesellschaft immer wieder produziert werden. Jeder Mensch hat Fantasien, die können mal so mal so sein, jeder Mensch hat verschiedene erogene Zonen und die liegen sicher nicht nur bei den Geschlechtsteilen. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich, ist mal was als "weiblich" angesehen wird mal das was "männlich" konnotiert ist. Das letze was die Welt braucht ist eine weitere Generalisierung zu sexuellen Unterschieden zwischen Männern und Frauen, der im Endeffekt nur Druck und ein völlig falsches Bild von der Wahrheit erzeugt.

Ob unsere Fantasien erlernt oder angeboren sind, spielt doch keine große Rolle bei der Frage, worin sie bestehen. Bei der Frage, ob ein Haus stabil ist, ist es ja auch nur peripher interessant, wie der Architekt hieß - wichtigere Fragen sind, ob die tragenden Wände an der richtigen Stelle sitzen, etc. Fakt scheint aber zu sein, dass unsere Fantasien gegenderd zu sein scheinen. Das ist doch schon mal interessant! Es kann doch schon was helfen, wenn wir uns das bewusst machen, und nicht annehmen, dass in einer Beziehung "Sie" dasselbe will, wie "Er". Auch das kann Druck erzeugen!

Wo diese Wunschdifferenz herkommt, kann man dann ja immer noch mal untersuchen. Es nützt ja aber nichts, sie zu leugnen!

..........Spätestens seit Judith Butler müsste doch eigentlich bekannt sein, dass diese angeblich in uns Sexualisierten Wesen verankerten Unterschiede, erlernt sind und in der Gesellschaft immer wieder produziert werden. Jeder Mensch hat Fantasien, die können mal so mal so sein, jeder Mensch hat verschiedene erogene Zonen und die liegen sicher nicht nur bei den Geschlechtsteilen. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich, ist mal was als "weiblich" angesehen wird mal das was "männlich" konnotiert ist. Das letze was die Welt braucht ist eine weitere Generalisierung zu sexuellen Unterschieden zwischen Männern und Frauen, der im Endeffekt nur Druck und ein völlig falsches Bild von der Wahrheit erzeugt.

Liebes Zeitmagazin,

Liebes Zeitmagazin,

so einen Artikel erwartet man sich von diversen Klatsch und Boulevard Magazinen, aber doch nicht von Ihnen! Das ist, entschuldigen Sie meine Wortwahl, der undifferenzierteste Scheiß den ich seit langem glesesen habe. So unhinterfragt auf evolutionistische Theorien zurück zu greifen und dabei nur wieder Klischees und Halbwahrheiten zu reproduzieren ist traurig. In diesem Artikel werden meiner Meinung nach sowohl die männliche als auch die weibliche Sexualität herabgestuft auf eine Ebene der simplen Verallgemeinerung bei der überhaupt kein Platz gelassen wird für die Graustufen die ein jeder Mensch insich trägt, zwischen dem Schwarz und dem Weiß. Geschlechterunterschiede werden hier ganz selbstverständlich als unveränderliche Wahrheit dargestellt an denen man nichts ändern kann. Männer stehen nun mal auf schöne junge Frauen(daran ist ja auch nur dei Evolution schuld,kann man nix machen), und Frauen können sich erst entspannen wenn sie wissen dass der Mann theoretisch als Stammeshalter fungieren könnte weil nicht nur attraktiv sondern auch intelligent.

Haben wir den selben Artikel gelesen? Die einzige Stelle, an der evolutionistische Erklärungen verwendet werden, ist die, wo diese Erklärung kritisiert wird und stattdessen eine psychoanalytische vorgeschlagen wird.

Die Stelle, an der auf "das Beuteschema der Männer" eingegangen wird, sagt Clement (sinngemäß): "Breites Spektrum, dick, alt, jung schlank...".

Statt der Unveränderlichkeit konstatiert Clement neuere Trends, wie das zusammen Tanzen und sich Berühren in der Disko.

Ich fand den Artikel ganz gut. Es war das erste Mal, dass ich mich bei so einem Artikel nicht schlecht für meine Sexualität gefühlt habe.

Halbgares Gewäsch. Aus psychologischen Experimenten weiß man, dass Männer durch optische Reize zwar sexuell erregt werden, aber nur, wenn sie ihren Präferenzen entsprechen (auch wenn es evolutionär gesetzte Marke gibt, z.B. das als besonders attraktiv, weil auf Fruchtbarkeit hindeutende, Taillen-zu-Hüften-Verhältnis von 0,7). Frauen hingegen werden körperlich sogar vom Anblick kopulierender Tiere erregt. Allerdings wird das alles vom Frontallappen der Frau gefiltert: Spüren tut sie ihre Erregung nur, wenn sie das WILL. Und damit ist es bei uns wie bei allen Primaten: Das Weibchen wählt. Ob eine Spruch cool ist oder eine dumme Anmache, das entscheidet ganz allein das Frontalhirn der Frau. "Was WILL das Weib?", diese Frage stellte sich schon Freud. Und wenn Frauen nicht wissen, was sie wollen, gibt es auch keine sexuell erfüllte Partnerschaft. So einfach ist das.

Die Lust der Frauen....

Die Lust der Frauen....
Vor allem wieder interessant, dass Männer und Frauen altersmäßig nicht wirklich kompatibel sind. Vor allem mit dem Hintergrund, dass Männer prinzipiell auf jüngere Frauen sind.
Der ältere Mann kann also die Frau im mittleren Alter nicht mehr befriedigen, genau wie eine junge Frau zu wenig Lust für einen "voll im Saft stehenden" jungen Mann hat.
Da sollten wir es so halten wie einige Naturvölker: Die jungen Frauen werden von jungen Männern "angelernt" die jungen Männer beglücken die älteren Frauen.

Mal davon abgesehen: Frau hat nur lustvollen Sex wenn sie schon vor dem Sex Lust hat.
Und, ja, es gibt intelligente Frauen, die einfach mal "ja" sagen und sich lustvoll hingeben. Die intelligente Unterhaltung ist zu diesem Zeitpunkt meist schon durch... ;-)

Also, ich finde mich in der Beschreibung eines durchschnittlichen Mannes sehr gut wieder und kann die Forschungsergebnisse gut nachvollziehen, beschreiben sie doch sehr gut, wie ich denke und fühle. Und es wäre für die Gesellschaft insgesamt wohl besser, wenn diese Fakten etwas breiter bekannt und diskutiert werden würden. Und ich könnte noch so einiges schreiben, aber das ist hier in der Abteilung nicht PC und bringt mir nur wieder Ärger mit den Kolleginnen ein (hab mich mal wg zu tiefer Dekolletés am Arbeitsplatz über sexuelle Belästigung beklagt)...

Ich empfand den Artikel weitgehend als wertungsfreie Darstellung, ganz im Gegensatz zu den Kommentatoren hier.

Als kleine Anmerkung noch: Nur weil die mit der Abgrenzung von der Mutter einhergehende Ablehnung der Weiblichkeit ein Phänomen der Entwicklungspsychologie ist, bleibt ja trotzdem noch die Frage, was da eigentlich genau abgelehnt wird; das wiederum erscheint mir schon ein gesellschaftlich geprägtes Bild zu sein. Ebenso ist mir nicht klar, wieso Weiblichkeit und Homosexualität im Kopf so leicht zusammenfinden sollten.

Das Thema ist ein heißes, denn warum sind alle Frauen intimrasiert. Das Dummchen ist noch ganz jung und hat noch keine Haare....?
Das ist aber nur eine lächerliche Seite. Die andere ist "wissenschaftlich". Jean Jacques Rousseau der schwärmte von der Rückkehr zur Natur, meinte damit den Blick unter den Rock einer Frau.
Wissenschaft ist Nacktheit, sogar in der Sorbonne ist eine halbnackte Frauenfigur zu finden. Überhaupt dreht sich Leben das Meiste um das Verborgene in Frauen. Allerdings hat man die Frauen selbst entmystifiziert, sie sind nicht mehr gefährlich. Chinesen bei den Mosu malen die Frau als Tigerin, die an der Leine eines Mannes geführt wird. Also vorsicht. Dann ist da die Stimme . Bei Asiaten klingen Supermarktansagen, als wäre die Sprecherin 12.
Eine Frau tut gut daran sich dumm zu stellen denn nichts so unerotisch, wie eine intelligente Unterhaltung, es sei denn er fasst ihr dabei .....und ....

Frauen rasieren sich überall, weil Haare was männliches sind. Und vielleicht wegen der Bikinizone oder weil man ohne Haare mehr Spaß haben kann... ;-)
"Das Dummchen ist noch ganz jung und hat noch keine Haare" macht für mich als Mann jedenfalls überhaupt keinen Sinn. Komplettrasur sieht aus wie bei nem kleinen Kind und der Gedanke ist abstoßend.

"Eine Frau tut gut daran sich dumm zu stellen denn nichts so unerotisch, wie eine intelligente Unterhaltung, es sei denn er fasst ihr dabei .....und ...."

Kann ich auch nicht bestätigen. Selbst die hübscheste Frau wird total unattraktiv, wenn sie dumm wirkt.
Wobei es natürlich darauf ankommt, was man will. Eine Nacht geht zur Not auch mit einer hübschen Dummen ;-)
Dummheit ist aber in meinen Augen definitiv ein Nachteil.

Ich schließe mich dem Eindruck des Vorredners an - hintergrundloser "Kaffesatz".

Ein paar gute Einsichten sind dabei, aber vieles empfinde ich als verdreht, bzw. oberflächlich.

1.) "Er wird bockig, trotzig, kämpferisch – um zu sagen: Ich bin nicht weiblich!"

Das ist keineswegs eine Anlage, sondern es kommt daher dass wir von Müttern erzogen werden die - so wie der Rest der Gesellschaft - in unterschiedlichen Graden neurotisch sind, und zwar vor allem wenn es um Körperlichkeit geht. Wenn man das Pech hat, ein männliches Kind zu sein, wird man entweder mit fast anstößiger Körperlichkeit überschüttet, oder man wird zurückgewiesen. Beides ist unangenehm und unnatürlich, und wird mit ebenso neurotischer "Bockigkeit" quittiert.

2.) "Ich würde das noch nicht homoerotisch nennen. Vielleicht ist es einfach nur nicht so homophob."

Natürlich ist es homoerotisch wenn Männer sich auf der Tanzfläche anfassen. Was denn sonst.

3.) "Obwohl ich wirklich

3.) "Obwohl ich wirklich zögere und es nicht gerne wiederhole, muss man wohl sagen: Es ist noch immer etwas dran an dem Satz "Der Mann hat nur eine erogene Zone"."

Wenn das eine Anlage wäre, dann würde es die beschriebenen Tantriker etc. ja nicht geben. Das ist anerzogen und lässt sich mit dem erklären was ich unter Punkt 1.) geschrieben habe.

4.) Der Autor scheint davon auszugehen dass alles was er beobachtet von Natur aus so gegeben ist. Dass wir wie angedeutet in einer hochneurotischen Gesellschaft leben, sehe ich dann wenn ich mir anschaue was heterosexuelle Männer z.B. im Pornokino für Filme favorisieren. Da werden Frauen an den Haaren herumgeschleift, sie werden ausgepeitscht, an ein Kreuz gefesselt, angespuckt, und mit allen möglichen Metallgegenständen traktiert. Bei einem von fünf Filmen sind die Rollen vertauscht. In der schwulen Abteilung gibt es auch solche Filme, sie sind aber erstens eher die Ausnahme, zweitens nicht so extrem, und drittens merkt man dass es auch den "Bottoms" Spass macht, was bei den Hetero-Filmen so gut wie nie der Fall ist. Der Kassierer: "Die Kunden wollen das halt".

Natürlich werden Heteros niemals so unglaublich kultiviert werden, w ie Schwule, das ist rübergekommen.
Dass es überproportional mehr S/M-Pornographie gibt, liegt vermutlich daran, dass der Zivilisationsgrad unserer Gesellschaft genügend Druck ausübt, dass auf Pornographie ausgewichen wird. Der Rest ist die Echokammer der Medien, man bites dog, aber das kennen Sie ja, die 3% Homosexuellen machen Lärm für 30%.

Vor allem ist das mit dem attraktiven Kerl, der aber kein Intelligenzbolzen ist ziemlicher Unfug. Ich kenne von früher solche Typen (Schule, Bekanntenkreis) und Frauen hatten bei ihm ein Motto : Dumm f***t gut". Die gut aussehenden aber etwas dumpfen Typen hatten ziemlich viele Frauen im Bett, die wenigsten Frauen hatten aber Lust auf Beziehungen mit ihnen. Sie waren lediglich gut genug fürs Bett

Was für ein Kaffee-Satz. Der

Was für ein Kaffee-Satz. Der Herr Clement sollte seine "Erkenntnisse" mal analysieren und überdenken, bevor er solchen Unsinn vom Stapel läßt. Wenn ein heterosexueller Mann bei einem Porno nur die Frauen attraktiv findet, was soll der dann mit einem Homo-Porno? Trotzdem wird da wieder der Kampfbegriff "homophob" vom Stapel gelassen.

Nebenbei: Unsere Gesellschaft wird immer stärker amerikanisiert. Die Sexualität wird kommerzialisiert und gleichzeitigt tabuisiert. Aber dies scheint unser Forscher noch nicht begriffen zu haben.

Die meißten Pornos werden für Männer produziert. Die Produzenten müssen hierbei zwei wesentliche Aspekte unter einem Hut bekommen: Der Mann soll irgendwie ins Selbstschema des männlichen Konsumenten passen, diesem aber nicht gleichzeitig den Spiegel vorhalten. Daher sind Männer in solchen Filmen immer nur die Nebendarsteller. Das die pornokonsumierenden Frauen hier einfach nur der vorgegeben Dramaturgie folgen, kommt Herrn Clement nicht in den Sinn.

Nebenbei: Ich halte den größten Teil der Singles in Deutschland für asexuell.

Bitte den Text etwas ruhiger lesen. Das mit dem Homo-Porno sind Untersuchungsthemen und -befunde, die zu seriösen Experimenten dazugehören. Sieht man auch daran, dass nichtlesbische Frauen lesbische Filmchen doch nicht ganz uninteressant finden. Des weiteren ist die 'Homophobie' nicht nur ein Kampfbegriff, sondern auch Untersuchungsgegenstand, wozu empirischen Studien gemacht werden.

Ich wollte jetzt einen langen Beitrag schreiben, habe mir aber mal überlegt, ich stelle Aussagen im Laufe des Interviews einfach mal gegenüber. Verblüffendes Ergebnis wie ich finde. Schade, übrigens das die Lieblingsphantasie der Frauen nicht erwähnt wird. Ich glaube ja, dass es deckungsgleich mit der männlichen Lieblingsphantasie ist, dass SIE nämlich „angesichts seines Begehrens nicht mehr anders kann, als genau ihn zu wollen und sich ihm hinzugeben.“ Vermutlich würde diese Erkenntnis der impliziten Abwertung männlicher Sexualität in dem Interview entgegenstehen. Frauen wollen das man ihnen was Nettes sagt? Wie simpel! Sie reagieren auf kopulierende Tiere? Wie…ähm…merkwürdig simpel? Achso, wenn Frauen auf kopulierende Affen reagieren sind sie empathisch! Na dann…sind Männer auch empathisch, wenn sie auf schöne Menschenweibchen reagieren? Nein? „Objektivierend“. Achso…

Aussagenpaar 1:

Aussagenpaar 1:
>>“Frauen finden es erotischer, Geschichten zu hören. Männer reagieren auf das, was sie sehen.“

>>“In seiner Fantasie dagegen ist eine Frau, die immer "Ja" sagt, allerdings reizvoll.“

Aussagenpaar 2:

>>“Ein Typ, der toll aussieht, aber keinen einzigen humorvollen oder charmanten Satz formulieren kann, wäre für Frauen nicht mal in der Fantasie reizvoll.“

>>“Die kanadischen Forscher haben […] festgestellt, dass Frauen auch auf Filme reagieren, in denen man kopulierende Affen sieht. Männer tun das nicht.“ (Anm.: Was genau sagt der Gorilla, wie sieht sein Gesicht aus, dass die hochkomplexe weibliche Sexualität anspringt?)

Aussagenpaar 3:

>>“Um einen Mann sexuell zu erregen, brauchen Sie relativ schlichte optische Reize. Sie ist vielleicht tatsächlich einfacher als die der Frau.“

>>“Die Zahl der Männer, die explizit sagen, sie haben keine Lust auf Sex, nimmt deutlich zu. Es […] herrschte die Vorstellung, wenn sich dem Mann eine attraktive Gelegenheit bietet, dann will er auch. Diese Geschlechtervorschrift hat sich sehr relativiert. Es gibt vorwiegend mittelalte, aber zunehmend auch junge Männer, die feststellen: "Obwohl ich eine attraktive Partnerin habe, obwohl unsere Beziehung gut funktioniert, habe ich oft einfach keine Lust." Das ist ein riesengroßes Tabu.“

So schwer zu verstehen ist das doch gar nicht: Wenn Männer und Frauen einen Porno anschauen, wird in dem Text auch gesagt, denken sich Männer den männlichen Teilnehmer einfach weg und betrachten die teilnehmende Frau als Objekt ihrer Begierde, während Frauen sich in die teilnehmende Frau hineinversetzen. Tja, und anscheinend können sich Frauen auch in kopulierende Tiere hineinversetzen.

@Cave

@Cave

>>"So schwer zu verstehen ist das doch gar nicht"

Ich verstehe sehr gut, glauben Sie mir, mit den impliziten und expliziten Abwertungen männlicher Sexualität in unserer Gesellschaft beschäftige ich mich schon seit längerem.

>>"Wenn Männer und Frauen einen Porno anschauen, wird in dem Text auch gesagt, denken sich Männer den männlichen Teilnehmer einfach weg und betrachten die teilnehmende Frau als Objekt ihrer Begierde, während Frauen sich in die teilnehmende Frau hineinversetzen."

Das ist es ja! Selbst im Porno erregt es Männer, wenn es ihr Spaß macht und sie imaginieren diesen Spaß der Frau als ob diese ihn mit dem Betrachter selbst hätte. Männer ziehen also sexuelle Bestätigung aus ihrer Zufriedenheit, Frauen aus seinem Begehren, seiner Komplimente, seiner Zuwendung ihnen gegenüber. Und das Beste: Letzteres wird als "komplexer" und ersteres als "simpel" gelabelt!

>>"Tja, und anscheinend können sich Frauen auch in kopulierende Tiere hineinversetzen."

Wenn etwas ungerichtet ist, z.B. wie der "Blick von Männer auf schöne Frauen", dann ist das simpel! Wenn weibliche Sexualität nicht zwischen Spezies unterscheiden kann, dann ist das ein Ausweis für Komplexität? Und im gleichen Interview steht, dass Frauen eine Story brauchen...ich frage mich, welche Story ein Gorilla liefert, der gerade mit einem Weibchen kopuliert! Puh...ganz schön "anspruchsvoll" diese weibliche Sexualität...

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