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Terror Wir haben keine Angst

Unsere Freunde sind aus Afghanistan, Russland oder Vietnam. Für die Generation Y ist das Fremde keine Bedrohung, sondern ein Versprechen. Und Terror ein Teil des Lebens. Von

Wer ist wir? Wir ist jeder, wir ist keiner. Für mich ist das Wir meistens eine schlechte Ausgangsposition. Es klingt nach Verallgemeinerungen, Skandalisierungen und Undifferenziertheit. Nun aber sind die Attentate in Paris geschehen. Ereignisse, Medienberichte und Erkenntnisse überholen sich schneller als sonst, und wie häufig nach so schrecklichen, überfordernden Geschehnissen vermischen sich reflexhaft Anteilnahme, Argwohn und Ahnungslosigkeit mit eilig gelesenen Überschriften zu einem diffusen Gemeinschaftsgefühl, das ein Wir für mich in diesem Fall notwendig macht.

 Weil ich diesen Satz schreiben will: Wir haben keine Angst.

Wir, das ist die Generation Y. Wir, die Babys der späten Achtziger und frühen Neunziger. Wir, die Wendekinder, die nur ein Deutschland kennen und sich mittags nach der Schule wunderten, wenn Katja Burkard im Mittagsjournal Punkt 12 verschiedene Statistiken für West- und Ostdeutschland vortrug. In deren Grundschulklassen immer Kinder saßen, die mindestens noch eine andere Sprache sprechen konnten – Russisch, Türkisch, Arabisch – und bei denen es zu Hause leckere, klebrige Süßigkeiten gab. Wir, für die der Terror selbstverständlich zum Leben dazu gehört. Weil wir gerade anfingen, uns für Politik zu interessieren oder die Unterlagen für einen Schüleraustausch nach Amerika zusammensuchten, als die Flugzeuge in das World Trade Center flogen. An diesem Tag durften wir ausnahmsweise länger fernsehen und verloren unsere politische Unschuld, als wir zusahen, wie Menschen vom Himmel fielen und andere aus den Trümmerwolken Richtung Leben liefen.

Der Anschlag auf das World Trade Center brachte eine neue Art von Terrorismus in die Welt. © Hubert Boesl / dpa

Damals hatten wir Angst, vielleicht sogar Panik. Weil wir das Gefühl hatten, wenn so etwas in den USA passiert, im Land unserer Teenager-Träume, dann kann das auch hier passieren. Wir sind trotzdem ins Ausland gegangen, haben an Austauschprogrammen teilgenommen und Freundschaften fürs Leben geschlossen. Der 11. September 2001 ist 14 Jahre her. Seither ist viel passiert: die amerikanischen Invasionen in Afghanistan und im Irak, der War on terror, die Attentate in Madrid und London, der Anschlag auf Utøya, die Morde des NSU, der Angriff auf die Redaktion von Charlie Hebdo und viele Kriege und Terrorakte mehr. Wir haben in dieser Zeit gelernt, zu differenzieren. Zwischen der Instrumentalisierung von Opfern durch die Politik für eigene Zwecke oder durch einzelne Parteien. Zwischen dem Islam und Islamismus. Zwischen begründeter Vorsicht und Paranoia. Wir haben gelernt, dass der Terror auch von rechts oder aus dem Inneren unserer Gesellschaft kommen kann. Und wir haben gelernt, mit der Angst zu leben.

Das Fremde ist für uns keine Bedrohung, sondern ein Versprechen. Wir reisen um die Welt, lernen Hebräisch, Arabisch, Russisch und Türkisch, kochen nach Yotam Ottolenghi und tanzen zu Balkan Beats. Wir sind neugierig. Wir wollen uns wundern. Und wir haben uns das Fremde längst angeeignet.

Wir fliegen nach Beirut und lernen dort in einer syrischen Bar in Achrafieh Alina kennen, die halb syrischer und halb russischer Herkunft ist und genauso tickt wie wir: selbst gedrehte Zigaretten raucht, zu viel auf Instagram abhängt und am liebsten Gin Tonic trinkt. Dasselbe erleben wir in Marrakesch oder Tel Aviv, in Tokio oder Kapstadt. Was nicht heißt, dass wir keinen Sinn für die kulturellen, politischen und sozialen Unterschiede haben, die uns voneinander trennen.  

Zwischen Spice Girls und Mekka

Wir wissen so viel übereinander wie keine Generation vor uns. Was der Unterschied zwischen Sunniten, Schiiten und Alawiten ist und wann welcher Staat der westlichen Welt mit welchem Autokraten paktiert hat, um die Festung Europa abzuriegeln oder Öllieferungen zu sichern. Vor allem wissen wir, dass der Terror keine Frage von Nation oder Religion ist. Und dass man außenpolitische Fragen manchmal von außen betrachten muss. Mit den Augen eines syrischen Vaters oder einer bosnischen Mutter, einfach, weil sie mehr gesehen haben. 

All das haben wir den vielen zweisprachigen Kindern von damals zu verdanken. Für meine Generation war Deutschland schon immer ein Einwandererland. Siebenjährigen ist es egal, ob sie auf dem Boden oder auf dem Sofa sitzen, wenn sie Trickfilme gucken. Oder ob die Hackbällchen nun Tsukune, Kufta, Kötbullar oder Bitotschkie heißen. Diese Mädchen und Jungen, die damals mit uns den Tod des Königs der Löwen Mufasa beweinten, sind auch heute unsere Freunde, Partner, Kollegen. Sie haben mit uns zu den Spice Girls getanzt und uns erklärt, warum ihre Mutter nach Mekka pilgert, aber kein Kopftuch trägt. Sie haben uns offener gemacht. Für die Staaten, aus denen sie kommen, die Situation ihrer Landsleute und die Sorgen verschiedener Generationen von Einwanderern. Von ihnen wissen wir, wie es ist, in zwei Kulturen groß zu werden. Draußen Deutschland. Drinnen Afghanistan. Welcher Druck auf ihnen lastet, weil ihre Eltern alles hinter sich gelassen haben, damit ihre Kinder in Frieden aufwachsen können. Wie ätzend es ist, jedes Mal gefragt zu werden, woher man denn nun wirklich komme, nur weil man dunklere Haut oder schwarze Haare hat.

Mit ihnen schauen wir Homeland, finden es spannend und ärgern uns gemeinsam über die Darstellung der arabischen Welt als Ort düsterer Machenschaften. Wir lesen gleichzeitig die Bücher von Olga Grjasnowa, Kat Kaufmann, Chimamanda Adichie Ngozie oder Dima Wannous und gleichen sie erst mit den Erfahrungen ihrer Eltern und dann mit den Erfahrungen unserer gemeinsamen Generation ab. Wir lachen über Bushido, essen Pho im Lokal ihrer Großtante und lassen uns von ihren Brüdern das Kreuzband operieren.

Wir müssen nicht erst zusammenwachsen. Wir sind es schon.

187 Kommentare

Wer Terror als Teil des Lebens akzeptiert, kann nur Egoist sein. Die Wahrscheinlichkeit selbst Opfer eines Anschlages zu werden, ist gering. Aber es sterben Menschen. Man könnte sich auch Gedanken machen, wie Terror verhindert werden kann. Generation Y: Alles nur fröhliche Konsumenten?

Im Gründe stimme ich zu, Kindern sind die Herkunft anderer Kinder und die Differenzen zwischen Völkern egal. Die Differenzen zwischen Menschen werden anerzogen, so wurde z.B. meine Freundschaft zu einem Jungen mit kurdischen Wurzeln wärend der Schulzeit etwas getrübt von seinen Differenzen zu einem Jungen mit türkischen Wurzeln in der Nachbarschaft. Meine Frage warum der denn nun so blöd sei wurde klar mit seiner Herkunft beantwortet, beide Jungen sind aber Deutsche. Auf solche Sachen kommen Kinder nicht von alleine, das sind meist Einflüsse des Elternhauses, resultierend aus eigenen oder überlieferten Erfahrungen und Erinnerungen. Das war allerdings schon immer so, auch dass kulturelle Differenzen in den Hintergrund treten wenn Menschen mit einem gemeinsamen Ziel zusammenleben, ob das nun in einer Bar herumhängen ist, oder Tennis spielen, oder einen gemeinsamen Feind zu bekriegen. Der Unterschied heute ist eine erhöhte Mobilität und Bildung, wenn man sich beides leisten kann. So denke auch ich mittlerweile an eine Überstrapazierung des Begriffs der Generation Y, von der groben Verallgemeinerung mal ganz zu schweigen...

Wäre der Artikel nicht unter dem Aufhänger der Generation Y geschrieben worden hätte ich voll zugestimmt, denn unabhängig von der Altersfrage gibt es immer mehr Menschen die das Spiel durchschauen und keine Angst (mehr) haben!

Mein Kommentar wurde gelöscht. Nicht dass ich deshalb beleidigt wäre. Es ist mir egal. Doch möchte ich hier doch zu Protokoll geben, dass meine Beurteilung des Artikels als "halbgar" in jedem zweiten LeserInnen-Kommentar zu jedem x-beliebigen Artikel mit Sicherheit übertroffen wird. Ebenso bewegt sich eine Kritik an diesen halbjährig auftretenden und recht freihändig vorgetragenen "Generations-Konstruktionen" durchaus im Rahmen dessen, was man aushalten können sollte. Und schließlich halte ich es nicht für respektlos darum zu bitten, die Perspektive derjenigen einzunehmen, die nicht im Raum des Möglichen, sondern ganz konkret tagtäglich von Terror betroffen waren und sind.

Anders, weil respektlos wäre es gewesen, schlicht "Unfug" oder "intellektuell unausgereift" zu schreiben. Aber das habe ich nicht getan. Sie aber haben kommentarlos gelöscht, was ich wiederum für respektlos und intellektuell unredlich halte.

So viel Optimismus ist zwar sehr sympathisch, dennoch klingt in meinen Ohren das leise Pfeifen im Walde mit. Und das ist nicht mein eigener Tinnitus. Das weiß ich so sicher, weil ich mindestens dreimal so alt bin und längst keine Angst mehr vor dem Tod habe, wohl aber die tausend Bedenken des Alters ;-)
Alles Gute.

Erstaunlich, wie einzelne Autoren sich immer wieder zum Sprachrohr "einer Generation" stilisieren. Ist die Generation Y tatsächlich so? Was ist mit den Altersgenossen die sozial Benachteiligt, ohne Perspektive auf Arbeit oder Bildung sind? Deren Eltern nicht den Führerschein, den Auslandsaufenthalt und das Studium der Kinder ganz selbstverständlich finanzieren können? Heißt ein Auslandsaufenthalt von 6 Monaten die Welt zu kennen? Es schafft Boden für Offenheit, ohne Zweifel. Deutschland hat sich seit den 90er Jahren stark verändert, es ist durch Internet, Globalisierung und Reisen offener geworden. Dieser Prozess ging aber durch eine breite Gesellschaft.

vielen Dank für diesen Artikel. In dieser Zeit, in der man das Gefühl hat zu viele Menschen hätten ihr Gehirn abgeschaltet und agieren nur noch emotional gesteuert, ist das ein Hoffnungsschimmer.
Es wird uns alles nichts nützen, wir müssen einen Weg finden mit Menschen aus anderen Kulturen und Religonen friedlich zusammmenzuleben. Das gilt nicht nur für die Flüchtlinge, die hier her kommen, sondern auch für die daheimgebliebenen

Zu Bildung habe ich schon was gesagt - ich möchte noch dran erinnern, dass die Leute in den 70er und 80ern massenhaft durch die Welt gereist sind - und zwar nicht nur ein halbes Jahr Erasmus, sondern häufig mehrere Jahre, mehrere Länder etc. pp. So war z.B. absolut üblich, durch ganz Europa aber auch durch USA oder lateinamerika oder Indien zu trampen - gibt es heute praktisch nicht mehr. Dabei hat man nicht nur Bildungsbürger getroffen, im Gegenteil. Und damals hatte man Zeit für alles - kein Mensch, der etwas auf sich hielt, dachte an Karriere oder Rente - eine unglaubliche Differenz zu heute, das ist für viele gar nicht mehr vorstellbar. Auch Schule mit Kindern aus anderen Ländern war damals schon normal.
Dass man heute wirklich meinen kann, diese Dinge wären ein Spezifikum der eigenen Generation zeugt nicht gerade von Weltläufigkeit...
Davon abgesehen: Mit kurz über 20 darf man sich natürlich vertun und das Lebensgefühl selbst ist ja durchaus nachvollziehbar und für mich völlig in Ordnung.

Eine Minorität
ist es, und eine sehr kleine, für die Sie sprechen. Sie sprechen nicht für die Generation Y, sondern für diejenigen, die sich einen Lebensstil mit Jetset und teuren Bars leisten können, und die findet man in allen Altergruppen.
Zur Generation Y gehören auch die jungen Leute in Gaza oder in Yarmouk oder in irgendwelchen anderen Höllengebieten. Und sie überwiegen Ihresgleichen bei weitem.
Neben Europäern kenne ich Syrer, Iraker, Kurden und Afghanen. Letztere aufgrund ehrenamtlicher Arbeit in Flüchtlingscamps. Diese Leute, jung wie Sie, haben bisher nur eine Reise gemacht, und die hat sie über den Balkan oder das Mittelmeer geführt. Sie wollen das doch wohl nicht im Ernst mit dem vergleichen, was Sie so treiben. Und zweisprachig sind sie in der Regel nicht, sondern auf Kurdisch, Dari oder Arabisch beschränkt. Und in den Camps gibt's Frust und Langeweile, keine Bars und keine Romantik.
Also bitte, sprechen Sie für sich und Ihr privilegiertes Dasein, aber nicht für eine Generation.
Mit trotzdem freundlichem Gruß und guten Wünschen für Ihre Zukunft.

Ich bin schon etwas länger auf der Welt - aber wie sehr ist mir dieser Text aus der Seele gesprochen! Statt mit anderen "Weltkindern" aufzuwachsen, bin ich hinausgegangen und habe in rund 40 verschiedenen Ländern gearbeitet - davon praktisch keines im sogenannten Westen. Tourist wollte ich nur sehr selten sein, weil das meistens ein völlig falsches Bild der besuchten Länder vermittelt. Und heute sind meine Freunde aus und in Indien, Libyen, Afghanistan, Congo, Cameroun, Syrien, Mali, Ägypten und sonstwo. Meine Sicht der Menschen und ihrer Probleme ist der hier beschriebenen sehr eng verwandt, und ich kann nur sagen: Wenn die junge Generation so denkt und lebt, dann mache ich mir keine Sorgen um die Zukunft.

Viele, die diesen Artikel schlecht machen, offenbaren ihre schlecht gelaunte Intoleranz. Es fällt Euch schwer, die Meinung eines anderen zu lassen, sie nicht runter zu machen. Warum äussert Ihr nicht einfach Eure Meinung und lasst die andere auch gelten?

Mir hat der Artikel sehr gefallen. Er entspricht meiner Denkweise und Lebensanschauung.

Ich bin in den 70er Jahren geboren und auch damals gab es Terrorismus. Die RAF-Fahndungsfotos in der Postfiliale beeindruckten mich schwer, meine erste Flugreise verbrachte ich in angespannter Angst, entfuehrt zu werden. Auch ich hatte als Kind Freunde mit komisch klingenden Nachnamen und Eltern, die teils gar kein Deutsch verstanden und auch ich habe im Ausland studiert und andere Kontinente bereist - wie so viele Menschen meiner Generation. Die Unterschiede zwischen den Generationen sind kleiner, als man so denkt. In jeder Generation gibt es Menschen, die vor den °Anderen° Angst haben und welche, die es als Verheissung empfinden.

"Wir haben in dieser Zeit gelernt, zu differenzieren. Zwischen der Instrumentalisierung von Opfern durch die Politik für eigene Zwecke oder durch einzelne Parteien. Zwischen dem Islam und Islamismus."

Ich fürchte, die Mehrheit von "wir" lässt sich immer noch vor der staatlichen Meinungsmache (nennt man in anderen Regimen "Propaganda") instrumentalisieren.

Da die Grenze zwischen Islam und Islamismus fließend und uneinheitlich ist, dürfte es auch mit viel Übung und ohne Vorbelastung schwierig sein, hier zu differenzieren.

Das Spektrum des Islam ist breit. Welchen Teil davon können wir in unserer Gesellschaft akzeptieren und wo fängt der Islamismus an? Bei "Tod allen Ungläubigen!" oder schon, wenn die Frau das Haus nicht ohne Erlaubnis des Mannes verlassen darf?
Frei nach Kant dort, wo der Islam unsere Freiheit beschneidet oder haben wir auch eine Fürsorgepflicht für die Moslems unter uns, denen der Islam ein Leben nach unseren Maßstäben versagt?

Angst habe ich vor dem kleinen alltäglichen Rassismus hier in Deutschland. Dem Finanzamt das einen Sportverein abmahnt , weil er Asylanten kostenlos Sportangebote macht. Den Helfershelfern die ihre kleine Macht ausspielen aber am Ende von nichts gewusst haben.

@Chaors_Schmutzig:
Vorbildfunktion? Wofür? Man muss nicht aus einem (wie es bei Ihnen und bei der Autorin wohl der Fall ist) gepamperten und wohlbehüteten Elternhaus stammen mit genug Kohle ausgestattet um in der Welt herumzujetten, um keine Angst zu haben. Als hätten Sie die wirkliche Armut in anderen Ländern kennengelernt und ich meine wirklich kennengelernt, abseits von durch Sensationsgeilheit motivierten Touren durch Favelas und Townships. Das wird wohl nicht der Fall gewesen sein, oder?
Ich habe diese Einstellung von klein auf, weil ich einfach so bin. Auch ohne deutsches Akademikerelternhaus, sondern in einem ausländischen Arbeiterelternhaus aufwachsend in einer Mini Wohnung. Es ist Einstellungssache, und hat wohl wenig mit der sozialen Schicht zu tun. Ich behaupte eher, dass Sie, die in so einer Blase aufgewachsen sind, eher weniger Ahnung von der Lebensrealität der meisten Menschen haben, egal wie viele Länderstempel schon in Ihren Reisepassen stehen. Und das hat dann mit Weltoffenheit wenig zu tun.

Wenn ich mir meine Generation anschaue, dann sehe ich hauptsächlich Leute die sich in Konsum, Arbeitsreligion und Partys verlieren. Man sollte das nicht falsch verstehen. Wir sind deswegen nicht besser oder schlechter als andere Generationen, die 68er wären auch fast alle Nazis geworden wenn sie ein paar Jahrzehnte früher geboren wären.

Nur weil man aus verschiedensten Gründen gegen die derzeitige Flüchtlingspolitik oder den Islam ist - und genau um dieses Thema geht es hier ja wohl mehr oder weniger indirekt - hat man noch lange keine Angst vor dem Fremden. Ich als Teil dieser Generation Y, der längere Zeit im nicht-westlichen Ausland gelebt hat, also mehr als irgendwelche Oberschichtenviertel und (Flughafen)cafés gesehen hat, halte den Artikel für ziemlich unterirdisch.

Seien wir doch mal ehrlich: die Mitglieder der Generation-Hashtag, wie ich diesen Teil der Gen. Y hier mal nenne, hat kein Rückgrat und keine Überzeugungen. Sie hören sich nur gerne selber quatschen.

Generation Hashtag trifft den Punkt. Liegt die Dekadenz darin Frieden und Freiheit als selbstverständlich wahrzunehmen? Sind Instagram und Co. unsere Bilderbücher geworden? In der Zeit gab es ein schönes Interview mit Byung-Chul Han (2014/05). Darin konstatiert er: "Man will nicht verletzlich sein, man scheut jedes Verletzen und jedes Verletztsein." Toleranz ist prima, ersetzt aber nicht sich zu positionieren. Welche Freiheiten sind für mich existenziell und inwiefern sind sie mit den Freiheiten anderer vereinbar? Bsp: In vielen Städten, darunter übrigens auch Paris und Brüssel, geht eine Frau Nachts allein lange nicht so unbekümmert durch die Straßen wie in Berlin. Das ist für mich persönlich eine existenzielle Freiheit.

Generation Hashtag trifft den Punkt. Liegt die Dekadenz darin Frieden und Freiheit als selbstverständlich wahrzunehmen? Sind Instagram und Co. unsere Bilderbücher geworden? In der Zeit gab es ein schönes Interview mit Byung-Chul Han (2014/05). Darin konstatiert er: "Man will nicht verletzlich sein, man scheut jedes Verletzen und jedes Verletztsein." Toleranz ist prima, ersetzt aber nicht sich zu positionieren. Welche Freiheiten sind für mich existenziell und inwiefern sind sie mit den Freiheiten anderer vereinbar? Bsp: In vielen Städten, darunter übrigens auch Paris und Brüssel, geht eine Frau Nachts allein lange nicht so unbekümmert durch die Straßen wie in Berlin. Das ist für mich persönlich eine existenzielle Freiheit.

Der Zentralrat der Juden spricht sich für eine Begrenzung der Zuwanderung aus, weil: "[Viele Flüchtlinge] entstammten Kulturen, in denen Hass und Intoleranz fester Bestandteil seien."
Interessanterweise scheint die Autorin dem (Hass und Intoleranz) nie begegnet zu sein, nicht einmal in Beirut. (Dabei muß man dafür nicht einmal ins Ausland.) Warum dem so ist, ist den kritischen Kommentaren unten ja schon schlüssig zu entnehmen.

"Wir, für die der Terror selbstverständlich zum Leben dazu gehört."
Was das Bild eindrucksvoll illustriert:)
Für euch ist nur das Wegsehen und Ausblenden selbstverständlich, so lange der Cocktail in der Sonne schimmert, die über dem gegeelten Schopf untergeht.

Die "Generation Y" ist nur ein Teil dieser Generation, ein priviligierter Teil, zumindest ein Teil der einen ähnlichen Habitus innehat.
Probleme werden durch Mitleidige Hashtags oder Profil-Fahnen-Dekorierung vermeintlich gelöst. Früher hat man sich in alternativen Diskotheken getroffen und alles durch Ragga-Musik und Gras wegzuschunkeln versucht.
Menschen werden weiterhin kategorisiert, man behauptet nur es sei nicht so und säuft sich von einer Party (jetzt eben After-Work) zur nächsten. Zwischendrin merkt man wie alt man plötzlich geworden ist, fängt an zu joggen und ernährt sich vegan oder macht Radikalernährungsumstellungen wie Low Carb, um "fit" zu bleiben.
Alleine wie die Autorin die Personen nach dem jeweiligen Essen definiert, vielleicht wollen z.B. manche Menschen mit türkischem Migrationshintergund nicht nach Köfte definiert werden?
Dann reisen sie nach Sri Lanka oder sonstwohin, sind aber danach genauso wenig interkulturell gebildet wie vorher.

"Privilegiert"? ...
Sah mir gerade das Autorenprofil an, bin neugierig. -
Die Autorin arbeitet für verschiedene Zeitungen. Das würde ich eher als "prekär" beschäftigt bezeichnen.
So bleiben drei Möglichkeiten für ein privilegiertes Y-Leben: Erstens: das Erbe, zweitens: die Heirat, drittens: die Schenkung (von seiten der Eltern zum Beispiel).

Und noch eine Ergänzung: Natürlich macht eine gute Ausbildung einen nicht zum guten Menschen - sonst wäre die Welt nicht, wie sie ist. Aber sie ist Voraussetzung dazu, in einer Welt mit großer Armut, Unbildung und daraus entstehenden Konflikten wirklich was zu bewegen.

"Lernt, denn wir brauchen Eure ganze Intelligenz"
Das stand in meiner Jugend - mittalte 70er - auf den Scheiben von gewissen Buchläden. Das hat sich bis heute nicht geändert. Aber die westliche Welt zumindest hat sich seither in tausenderlei Weise zum Besseren gewendet - dank Bildung, lesen, Bildung und wieder Bildung.
Und richtig: Es gibt große Teile der Welt, die im Elend leben, ohne dass der Westen daran immer schuld ist, aber doch häufig unter Wegsehen, Mit-profitieren oder aktiv das Elend reinbomben. Aber die Ungebildeten werden das nie im Leben ändern können. Wenn überhaupt - siehe oben!

Denkfehler vieler Kommentare: Weil man eine gute Ausbildung habe, sei man immer schon weit von "normalen" Menschen entfernt. Tatsächlich ist unsere ganze Gesellschaft grundlegend abhängig davon, dass sehr viele gut ausgebildet sind - und vor allem die nicht so gut Ausgebildeten. Man vergleiche einfach mal wie es den nicht oder schlecht Ausgebildeten in Ländern geht, wo es kein breites und letztlich für die meisten zugängliches Bildungssystem gibt. Und völlig klar, es gibt auch hier zu verbessern, auch was die Zugänglichkeit angeht.
Das mit dem Geld haben ist natürlich schon ein Punkt. Aber Reisen kann man auch heute mit wenig Geld; die meisten Jugendlichen könn(t)en, wenn Sie wollten. FreundInnen aus allen Ländern haben, kann man umsonst, sich mit Politik und WElt und allen Problemen befassen durchs internet auch. Wiederum klar: wer da nicht was von zuhause mitbekommt, hat es schwerer und deshalb muss er/sie dabei von Beginn an unterstützt werden. Doch wer kommt auf solche Gedanken? Wer sorgt für ihre Durchsetzunge?Wer begründet sie, bringt sie in die Medien, erforscht, welche Methoden was bringen ? - Bingo, die Leute mit der guten Ausbildung!

Diese Leute brauchen Motivation, Freude an Ihrer Arbeit, damit sie sich auch für die Freude anderer einsetzen. Diejenigen, die zumachen, keine Freunde in aller Welt zu brauchen meinen, diejenigen die gleich wieder rummeckern und -stänkern - ehrlich gesagt: Ich glaube nicht dass Ihr Euch je um die Abgehängten gekümmert habt ...

Im Grunde sagt dieser Beitrag ebenso wie der Artikel nichts anderes aus als dies: Zementierte gesellschaftliche Unterschiede und Besitzstandswahrung, Hedonismus und Verantwortungslosigkeit, Egoismus und Entsolidarisierung sind völlig okay, wenn man die richtige Geisteshaltung hat. Die Verachtung der "Ungebildeten", eigentlich typisch Reaktionär, scheint im grünlinken Establishment angekommen. Abschließend noch fürs Protokoll: Der Autorin sei ihr Lebensentwurf, ihr Freizeitverhalten, ihre Trink- und Essgewohnheiten und ihre vielen, vielen Freunde in aller Welt herzlich gegönnt. Was anderes ist es aber, wenn sie mit pädagogischem Impetus und erhobenem Zeigefinger die Warum-sind-nicht-alle-so-wie-ich-Frage inklusive des stillschweigenden wo-ich-doch-so-super-bin-Statements stellt.

Ganz lieb gemeint, der Artikel. Aber erstens ist das Ganze schon eine ziemlich Facebook-mäßige "Guckmalwirtollwirsind"-Selbstbeweihräucherung und zweitens: Was denn nu? Ich dachte Verallgemeinerungen sind schlecht? Warum dann 100 Zeilen Klischees und Wunschvorstellungen runterschreiben? Sind wirklich alle Kinder der sog. Generation Y mit einem Jetset-Leben gesegnet? Wär ja schön. Aber das sind sicherlich eher die Lebenserfahrungen der Gutbetuchten. Ins außereuropäische Ausland zu fliegen ist ein ziemlich teures Hobby. Und was soll dieses Model-Strandparty-Bild? Ist das das normale Leben der Generation Y? Verdammt! Wäre ich doch nur ein wenig später geboren! Dann wäre ich jetzt auch jung, sexy, frei und hätte jede Menge Kohle, die ich bei Partys rum um den Erdball verballern kann. Lange Rede, kurzer Sinn: Es ist nicht besonders Schwer, cool und weltoffen zu sein, wenn man jung ist. Diese Supergeneration wird noch zeigen müssen, ob sie wirklich was bewegen kann. Denn was ich da lese ist (noch) nicht mehr, als eine kapitalistische Konsumfantasie.

Und ich hänge auch nicht in Kairo, Kapstadt oder Beirut mit verwöhnten Bengeln ab.

Liebe Autorin, ist Ihnen eigentlich klar, wie die Lebensrealität der meisten menschen dort ist?

Es ist einfach schrecklich, durch solche Artikel von anderen leuten aus dem In- und Ausland mit solchen infantilen Genearation Y-Typen in einen Topf geworfen zu werden.

Diese Infatilität ist einfach schrecklich!

Ich bin auch aus dieser "Generation Y" und finde mich in diesem Text überhaupt nicht wieder.

Wie kommen Sie darauf, im Namen aller 20-Jährigen zu sprechen?

Ich konnte mir keinen Schüleraustausch in die USA leisten und nein, Terror gehört nicht zu meiner Lebenswelt. Damit habe ich, genauso wie mit den Machenschaften der USA und Nato, nichts zu tun.

"Wir müssen nicht erst zusammenwachsen. Wir sind es schon. "

Ja, die Elite war schon immer International. Was ist daran jetzt neu? Das sich die abgehobenen Schichten der Welt, die gehobene Mittelschicht, jetzt weltweit öfters besucht und ihren Kulturellen Einheitsbrei mit leichter lokaler Färbung vergleicht um sich dann weltoffen zu fühlen?

Diese Generation ist Naiv bis zur Schmerzgrenze. Wenn die Leute wissen wollen, was wirklich auf der Welt abgeht, sollten sie vielleicht mal die armen besuchen. In Deutschland und überall auf der Welt. Und zwar nicht in Form einer Elends-Safari, sonder mal eintauchen und wirklich kennenlernen. Sie werden schnell lernen, das ihre Zuckerwattewelt nicht "die Welt" ist und sie mit ihrem abgehobenen Gutmenschentum (ja, in diesem Fall ist der Begriff angemessen) nur die abgrenzung zur Armut der "anderen" feiern.

Weltoffene Naivität ist der neue snobismus.

Generation "Y" (das ist keine Generation, das ist eine Bevölkerungsschicht) lebt den krieg der modernen Zeit: In ihrer Gated World ignorieren sie die Armen, sie sind die Gewinner des Krieges Reich gegen Arm. Frühere Generationen dieser Schicht haben die Armen wenigstens noch offen verachtet, diese Generation ist weit ekliger: Sie ignorieren die Armen entweder oder nutzen sie als Werkzeug für ihren Ego-push.

Hier kann man das Wort "Gutmensch" mal in einem ganz linken kontext verstehen: Snobistische Kapitalisten, die sich als Noble Retter der Welt und Weltbürger verstehen.

Liebe Mareike,

erstklassige Bestandsaufnahme. Leider soll man nicht von seinem Umfeld auf das Andere schließen. In welchem Umfeld du bist, verraten mir unsere gemeinsamen Facebook Freunde, dein Wohnort und deine Ausbildung. Ich bin genau einer von den Typen, die du beschreibst: 27 Jahre alt, stammend aus einer Akademikerfamilie, selber studiert, habe die Welt bereist, sie bearbeitet, Energie verschleudert wie ein Duracellhase. Ich empfinde jeden Mitmenschen als meinen Bruder oder meine Schwester, egal ob in den Slums von Detroit oder in München. Ich habe keine Angst. Vor niemandem.

Nur leider sind nunmal gottverdammt nicht alle so wie du und ich. Leider sind wir wohl die Minderheit. Wir haben eine Vorbildfunktion...insofern andere Menschen sich dazu entscheiden, uns als Vorbilder zu nehmen.

Du hast keine Vorbildfunktion, sondern bist einfach nur naiv und überheblich, wie auch die Autorin. Ich habe nicht nur die Welt bereist, sondern längere Zeit im nicht-westlichen Ausland gelebt - obwohl ich nur etwas älter bin als du. Bei mir bedarf es keiner "empfindungen" der Brüderlichkeit, sondern ich habe gute Freunde anderer Ethnien. Ich bewerte niemanden nur aufgrund seiner Herkunft.

Dass ich die derzeitige Einwanderung extrem kritisch sehe hat nichts mit Angst vor dem Fremden zu tun, sondern mit Vernunft.
Eigentlich tut Ihr mir leid, da Ihr noch nie in einer wirklich homogenen Gesellschaft habt leben können. Erst dort erkennt man, was für ein Wahnsinn die Multikulti-Ghettoisierung hier in Europa ist.

Ihr seid so unglaublich naiv, wenn Ihr glaubt, dass der rest dieser Welt so ticken würde wie Ihr. In Asien beispielsweise könnt Ihr Purzelbäume schlagen, trotzdem werdet Ihr auch nach der Einbürgerung immer wieder gefragt werden, wo Ihr wirklich herkommt. Und das ist dann nichtmal böse gemeint.

Zuletzt bleibt die Frage: Habt Ihr in Eurer privilegierten Situation (die ich übrigens mit Euch teile) mal 3 Minuten daran verschwendet, darüber nachzudenken, was die ärmeren und schlechter ausgebildeten Deutschen von einer massenhaften Zuwanderung in Sozialsysteme und geringqualifizierten Arbeitsmarkt halten könnten? Aber hey, Balkan Beats und dergleichen machen das ganz sicher wett.

@ Chaors_Schmutzig:
Ich bin mir nicht so sicher, ob die Slumbewohner von Detroit, erst recht nicht die in Sao Paulo, Johannisburg oder Kalkutta, genauso für Sie empfinden und Sie als Ihren Bruder betrachten.
Ich könnte mir vorstellen, daß man Ihnen gegenüber, lt. Selbstbeschreibuing "Akademikerfamilie, studiert, Welt bereist" da weniger freundlich gesonnen ist.

Wie Sie die von Ihnen behauptete "Vorbildfunktion" rechtfertigen, erschließt sich mir auch nicht so recht: Es können doch nicht alle zu gepamperten, weltfremden Elitisten heranwachsen.

Wow, ich habe mich ziemlich selbst erkannt in diesem Artikel. Ich habe Deutschland auch immer als Multikulti-Land erlebt. Meine Frau ist Brasilianerin, mein Trauzeuge war Israeli und hat jetzt deutsche Staatsbürgerschaft, Ihre Trauzeugin ist Amerikanerin, unsere Gäste kamen aus Äthiopien, Bulgarien, Holland … Meine Cousine lebt in Holland, die Schwester meiner Schwägerin lebt mit ihrer Familie in Canada. Grenzen werden immer obsoleter, genau wie Pegida. Das einzige von Wert ist eine gute Ausbildung und soziale Kompetenz. Wenn man von diesen Dingen genug mitbringt kann man überall auf der Welt zurecht kommen.

Aschrafiyya ist eines der reichsten Viertel von Beirut, gelegen im Christlichen Ostteil der Stadt. Der durchschnittliche Libanese kann sich da sicher keinen Bar-Besuch leisten, und Muslime findet man da natürlich nicht, sowieso wg. Alkohol und weil da keine wohnen.
Kein Wunder, wenn man dort nur auf Menschen trifft, die -zumindest oberflächlich- genauso drauf sind wie ein verwöhntes deutsches Generation Mädchen.

Mit Verweis auf solche Reisen seine Weltläufigkeit demonstrieren zu wollen ist nicht weniger naiv als jene Reisende, die Landeskenntnis behaupten ohne mehr gesehen zu haben als Flughafen und Hotelbar.

"Vor allem wissen wir, dass der Terror keine Frage von Nation oder Religion ist. "

Sie wissen es nicht, sondern glauben zu wissen. Und dieses Glaube ist zu Religion geworden, d.h keine Fakten können dieses Glauben zerstören.
Rein zufällig gehören heutzutage 95% aller Terroristen zu einer Religion und zu ein paar Nationen. Die muss ich nicht nennen, oder?

Woher haben Sie diese 95%? Zahlen sind wertlos ohne Quellen. Ich für meinen Teil habe vor ein paar Monaten ein Seminar über die Ökonomie des Terrorismus belegt und der Professor dort kam zu dem Schluss, dass es statistisch tatsächlich keinerlei Zusammenhang zwischen Religion und Täter gibt. Muslime werden nur deutlich häufiger Opfer...
Aber ich bin offen für neues! Zeigen Sie mir Ihre Statistik..

"Wir reisen um die Welt, lernen Hebräisch, Arabisch, Russisch und Türkisch, kochen nach Yotam Ottolenghi und tanzen zu Balkan Beats. Wir sind neugierig. Wir wollen uns wundern. Und wir haben uns das Fremde längst angeeignet."
Wenn Sie tatsächlich glauben, das "Fremde" und ganz allgemein kulturelle Unterschiede beschränkten sich auf Sprache, Küche und Musik, haben Sie von der Welt wohl weit weniger gesehen als Sie vorgeben. Und ja, die Bars für die privilegierte Schicht ähneln sich überall auf der Welt, dort trifft man auch auf Gleichgesinnte, aber das wahre Leben der überwältigenden Mehrheit spielt sich nicht dort ab und hat mit dem Leben dieser kleinen Elite auch wenig gemein.

Ich bin etwas verwirrt über die Kommentare, die hier geschrieben werden. Sicherlich stimmt der eine zu und die andere ist anderer Meinung as die Autorin, was auch überhaupt nicht schlimm ist. Schlimm finde ich nur, wie manche hier schreiben, wenn sie einer anderen Meinung sind.
Diese Frau will keinen persönlich angreifen, warum denkt der eine oder andere, dass er/sie persönlich gemeint ist.
Sicherlich kann man der Meinung sein, sie sei naiv, weil sie nicht berücksichtig, dass auch Generationen vor Y mit anderen Kulturen und der Politik in Berührung kamen. Aber bitte sachlich und höflich bleiben.

Wie nennt sich denn die Generation, die um die Zeit der ersten Mondlandung geboren wurde? Es mag die Autorin ueberraschen, aber aehnliche Erlebnisse haben wir damals ganz ohne Twitter und Instagram gemacht, nur konnten wir darueber noch nicht im Internet schreiben. Fluechtlinge aus Vietnam und Afrika, die mit uns zusammen in die Schule gingen, check. Terrorismus durch RAF und PLO, check. Iran, Irak, Afghanistan, Voelkermorde in Asien und Afrika, Leben lernen mit dem Nukleartod (erst die Sowjetunion, spaeter Tschernobyl), weitaus praesenter als der Terror heute, check. Schueleraustausch, Leben in auslaendischen Gastfamilien in Europa und Uebersee, check. Luegen in Presse und Fernsehen, check (danke, Kalter Krieg!). Wir haben auch mehr Buecher gelesen (wenig TV Programme und kein Internet, hurra!) und vor allem die Tages- und Wochenzeitungen, als in den Redaktionen noch Zeit war, Artikel zu korrigieren und sauber zu formulieren. Sicher, man musste sich teure, dicke Buecher kaufen, um mehr ueber die Welt zu lernen und Dinge zu erfahren, die fuer Presse und Fernsehen politisch nicht tragbar waren, aber der Aufwand praegte die politische Meinungsbildung, die heute mehr wie ein Modetrend zu funktionieren scheint.

Langer Rede kurzer Sinn (tl;dr): Was Generation "Y" da erlebt, hat es in jeder Generation auf die eine oder andere aehnliche Weise gegeben. Hier wird nur beschrieben, was einige junge Menschen in jeder Generation erleben und fuehlen.

Mir gefällt der Artikel, und er entspricht meiner Beobachtung, dass sich junge Menschen heute in der ganzen Welt zuhause fühlen und nicht nur in dem Land, in dem sie geboren wurden.

Die besten Freundschaften entstehen doch tatsächlich in der Kindheit und Jugend, beim Essen von Hackbällchen und Gucken von Filmen. Wenn Kinder aus verschiedenen Nationen das zusammen erleben, dürfte das daraus entstehende Lebensgefühl schon ein anderes sein wie in meiner Generation, wo 20 km, die mich von Klassenkameraden trennten, ein schier unüberwindliches Hindernis waren.

Und wieder einer dieser jugendlich- naiven Lifestyle-Artikel.
Schwer enttäuschend. Alles tutti, klar!

Und wer anders denkt, hat einfach nur Angst vorm 'Schwarzen Mann' - soweit auch klar.

Ich stoße mich übrigens gerade in diesem Zusammenhang insbesondere an der Werbung, die momentan über diesem 'Artikel' eingeblendet wird - Chanel...
Passt irgendwie. Stylisch, oberflächlich, scheinbar irgendwie privilegiert und völlig naiv-unreflektiert.

Schreiben Sie bitte weiter bei Facebook.
Spätestens Ihre Generation wird das ausbaden müssen, was ein paar alte Männer und Frauen über den Kopf der meisten Menschen in Deutschland losgetreten und geduldet haben.
Das sagen übrigens auch die meisten meiner 'zugereisten' Bekannten und Freunde - Türken, Griechen, Afghanen, Iraner...
Seltsam, wenn man mir 'Fremdenfeindlichkeit' unterstellen wollte...

"Wir" ist leider das absolut falsche Pronomen und ich vernehme hier eher positiven Rassismus, getarnt unter dem Deckmantel multikulturellen Lifestyles.

Reisen, Sprachkurse an der Uni, oder Tanzen zu Balkan Beats hat nichts mit Weltoffenheit zu tun, sondern mit gestiegenen Möglichkeiten der Individualisierung und Globalisierung. Ich bin selbst 88'er Jahrgang und Weltoffenheit hat wenig mit der Zugehörigkeit zu einer Generation zu tun, sondern vielmehr dem Charakter und kindheitlichen Erfahrungen. Ich stelle eher mit Erstaunen fest, dass viele dieser Hochglanz - und Fashionkultur, zu welcher sich die Autorin auch zählt, erstaunlich oberflächlich und undifferenziert informiert sind und eine Meinung allerhöchstens über 120 Zeichen auszudrücken vermögen.

Als wenn ältere Generationen den Unterschied zwischen Sunniten und Schiiten nicht kennen würden, nicht mit Kindern von Gastarbeitern das Klassenzimmer teilten oder zu amerikanischer Popmusik tanzten?

Nein, liebe Autorin, Sie sollten lieber bei Fashion bleiben.

Ich habe in mehreren europaeischen Laendern gelebt, nun seit ueber 15 Jahren in Suedamerika. Es gibt diesen Typ von europaeischen (Pseudo-) Intellektuellen, dem ich so oft begegnet bin: Schlechte Beobachter und Analytiker, obwohl Akademiker. Naive, oft auch arrogante, Menschen, die sich im Ausland fast ausschliesslich in abgehobenen, priviligierten Cliquen bewegen, wo sie genau nur jene netten Erfahrungen machen, die sie eh erwartet haben und wo sie ihr simplifiziertes Weltbild bestaetigt bekommen. Anderen Realitaeten, die sie in ihren dt. Uni-Kursen nicht vermittelt bekamen, verschliessen sie sich und verweigern sich kritischeren Betrachtungen. Und doch halten sich diese Leute fuer sooo weltoffen und mondaen. Meiner Erfahrung nach sind es leider sehr oft ausgerechnet Journalisten u.a. Meinungsbildner.

Generation Y.
Machen wir´s nicht heute, machen wir´s doch lieber erst morgen.

Irgendwas mit Medien.
Irgendwas mit Dj´ing.
Irgendwas mit Menschen.

Jeder hat ne Idee, aber keiner den Schneid es durchzuziehen.

Was kotzt mich diese Einstellung an.
~Geboren in den frühen ´90ern.

Mann, Mareike. Du weißt doch auch, dass man dich googeln kann. Ich hätte gedacht, du bist wenigstens ein bisschen in die Realität der Welt eingebunden. Aber du machst Fashion "Journalismus".
Nicht böse gemeint, aber wie in aller Welt kommst du auf die Idee, für irgendjemanden in deiner Generation sprechen zu dürfen? Du müsstest doch zumindest mal davon gehört haben, dass es im Rest der Welt und auch im Rest von Deutschland nicht so privilegiert und sorglos zugeht wie bei dir.
Nur weil man in einem Viertel mit Dönerläden lebt, heißt das noch lange nicht, dass man Multikulturalismus lebt.
Nur weil man seine ausländischen Freunde wie ein Accessoire präsentieren kann, heißt das noch lange nicht, dass man weiß, wie es Menschen mit Migrationshintergrund hier in Deutschland geht.
Nur weil man doll viele geile Reisen gemacht hat, weiß man noch lange nicht, wie es mit der Welt so steht.
Das ist anmaßend.
Mit Terror kann man nicht leben, das ist das Wesen des Terrors. Dass du meinst, mit ihm leben zu können, heißt, dass er bei dir noch nicht angekommen ist. Sei dankbar dafür!
Herzliche Grüße von Jahrgang 87.

was für ein erbärmlicher Artikel. Dieses naive junge Mädchen. Denkt sie wirklich sie kennt Terror? Hält sie ihn tatsächlich für Teil ihres Lebens? Weil sie im Fernsehn und im live-ticker von einem bequemen Zuschauerplatz aus der Berichterstattung gefolgt ist? Und denkt sie ist Weltgewandt weil sie in X Ländern die gleiche privilegierte Schicht kennen gelernt hat aus der sie selbst stammt?

Ich bin selbst aus dieser ominösen Generation Y. Ich habe die selben Erfahrungen gemacht wie die Autorin. Und ich habe verstanden dass ich zur letzten Generation gehöre, die noch in einem Land mit deutscher Bevölkerungsmehrheit aufgewachsen ist. Und für die materieller Wohlstand halbwegs selbstverständlich war, weil die Eltern mit ihren Wirtschaftswunder-jobs ihre (Einzel-)Kinder bis Mitte 30 alimentieren können während sich diese "selbstverwirklichen" und in Asien Schildkröteneier ausbuddeln und denken sie retten die Welt.

Der Artikel spricht mir aus dem Herzen!
Trotz aller "Wir"-Diskussionen hier in den Kommentaren finde ich es einen super Artikel.
Der Versuch, die Eigenheit einer Generation darzustellen, muss ja per se als sinnlos betrachtet werden, wenn man nicht bereit ist, Verallgemeinerungen zuzulassen - auch solche, die NATÜRLICH nicht alle mit einschließt.

Aber so sehe ich in großen Zügen unsere Generation auch, das unterscheidet uns von unseren Eltern.

Danke!

Ich bin nicht Generation Y. Ich habe persönlich auch keine besondere Angst vor dem Terror. Ich habe beruflich und privat auch Kontakt zu Menschen aus aller Herren Länder. Trotzdem warne ich vor dem Terrorismus und seinen Folgen. Auch warne ich vor den völlig offenen und ungeschützten Grenzen in Zeiten des Terrorismus. Ein Staat ohne Grenzen ist wie ein Körper ohne Haut. Er ist nicht überlebensfähig.

Wenn ich jedoch ihren naiven Text lese, von, wir, den Babys der 80er und 90er Jahre verfasst, dann habe ich den Eindruck dort schreibt ein immer-noch-Baby. Jemand, der nicht erwachsen werden will, der nur die angenehmen Seiten des Lebens kennt, für den das Leben ein Spielplatz ist und der keine Verantwortung übernehmen möchte. Jemand, der als Kind völllig verwöhnt zu worden scheint.

"Wir haben gelernt, mit der Angst zu leben"
Na, dann mal los, Mareike.

"Wir
-sind trotzdem ins Ausland gegangen
-reisen um die Welt, lernen Hebräisch, Arabisch, Russisch und Türkisch, kochen nach Yotam Ottolenghi und tanzen zu Balkan Beats"

Ihr seid so toll.

Was Ihr noch nicht seid: erwachsen.

Ich bin auch Ende der 80er geboren und fühle mich von dem Text nicht angesprochen. Mir ist aber durchaus bewusst, dass viele dieser Generation "Y" so denken.
Nur ein Gedanke mit auf den Weg: Die Werte und Freiheiten, die man heute für selbstverständlich hält (gerade auch als Frau), sind nicht unvergänglich.

Ich würde mir wirklich wünschen, dass die Autorin sich ein paar Tage mit den in der Mehrzahl durchdachten Kommentaren auseinandersetzt und dann in einem Artikel auf diese antwortet. Bei ZON hat man oft den Eindruck, dass ein gewisser Autismus herrscht: man bläst seine Meinung in die Welt und ignoriert dann tapfer die Kommentare der Leser. Es wäre bestimmt gut, einen echten Dialog zu beginnen.

marecohoe schrieb:
"Wie erklärt sich, dass gerade so viele junge Menschen (auch Generation Y !) anfällig sind für Radikalisierung? Wie alt (jung) sind/waren die Attentäter von Paris? Gehören die auch zu diesem ominösen "wir" oder sind die nicht vielmehr ein "die"? Und wäre dann nicht zu fragen, wie es passieren konnte, dass diese Menschen aus dem schönen "wir" herausgefallen sind und sich ihre Reisen von Terrororganisationen finanzieren lassen? Und was ist davon zu halten, dass immer mehr junge Menschen aus wohlhabenden Ländern sich auf den Weg zu diesen Terrororganisationen machen?"

Das sind sehr wichtige Fragen. Hier berichtet eine Journalistin aus ihrem Viertel in Paris:

http://www.welt.de/politi...

Ich finde das besorgniserregend. Das ist auch ein Teil der Realität. Einer, den man sehr ernst nehmen sollte, und der nicht so recht zu der unbekümmerten Stimmung in diesem Artikel passen will.

Es ist nicht nur Teile der Generation Y, die so denken... Man kann auch älter sein und überall Freunde haben, um die man sich jetzt Sorgen machen muss, um deren leibliches Wohl. Mit überall meine ich, Freunde aus aller Welt, mit denen man Interssen teilt, sich austauscht, streitet, verträgt. Ich finde es schön und beruhigend, das noch mehr den Wunsch und die Kraft haben, diese positive Neugier zu leben und Fremdes ohne Angst aufnehmen können und wollen. Gegen die Strömung derer, die immer nur verklärt Altes in ihrem kleinen Rahmen 'erhalten' wollen.
Ein bisschen mehr Mut und Vertrauen in die neugierigen Menschen wäre schön, dann könnten wir zusammen das Alte erhalten und mit dem Neuen bereichern...
Nein, wir sind nicht naiv. Wir haben den Mut und die Kraft und wollen diese Welt zu einem freundlicheren Ort für ALLE machen.

Eine Autorin, die offenbar eine gute Ausbildung genießen durfte und über anscheinend ausreichende Mittel verfügt, um einen gewissen Lifestyle nicht nur pflegen zu können, sondern auch für selbstverständlich zu halten.
Und vielleicht ist es genau diese Unbekümmertheit, die so gefährlich ist. Gefährlich, weil übersehen wird, dass das zusammengewachsene "Wir" am Ende des Artikels sich auf eine bestimmte Einkommens-Schicht bezieht. Man kann natürlich Freunde in Tokio haben und zugleich den Nachbarn zuhause vollkommen ignorieren - das ist dann aber wirklich kein Grund, die eigene Weltoffenheit zu feiern. Was ist mit der Generation Y in Südeuropa, die keine Arbeit findet? Wie erklärt sich, dass gerade so viele junge Menschen (auch Generation Y !) anfällig sind für Radikalisierung? Wie alt (jung) sind/waren die Attentäter von Paris? Gehören die auch zu diesem ominösen "wir" oder sind die nicht vielmehr ein "die"? Und wäre dann nicht zu fragen, wie es passieren konnte, dass diese Menschen aus dem schönen "wir" herausgefallen sind und sich ihre Reisen von Terrororganisationen finanzieren lassen? Und was ist davon zu halten, dass immer mehr junge Menschen aus wohlhabenden Ländern sich auf den Weg zu diesen Terrororganisationen machen?
Es ist so viel von Wissen die Rede in diesem Artikel, aber all das Wissen scheint so wenig nachdenklich zu machen.

"Wie erklärt sich, dass gerade so viele junge Menschen (auch Generation Y !) anfällig sind für Radikalisierung? Wie alt (jung) sind/waren die Attentäter von Paris? Gehören die auch zu diesem ominösen "wir" oder sind die nicht vielmehr ein "die"? Und wäre dann nicht zu fragen, wie es passieren konnte, dass diese Menschen aus dem schönen "wir" herausgefallen sind und sich ihre Reisen von Terrororganisationen finanzieren lassen? Und was ist davon zu halten, dass immer mehr junge Menschen aus wohlhabenden Ländern sich auf den Weg zu diesen Terrororganisationen machen?"

Das sind sehr wichtige Fragen. In diesem Artikel berichtet eine Journalistin aus ihrem Viertel in Paris:

http://www.welt.de/politi...

Ich finde das besorgniserregend. Das ist ist leider auch ein Teil der Realität. Wahrscheinlich einer, den man sehr ernst nehmen sollte.

Ich finde die Naivität, die aus diesem Artikel spricht erschreckend.

"Wir haben keine Angst. [...] Wir, für die der Terror selbstverständlich zum Leben dazu gehört. "

Da meint jemand also offenbar, dass für ihn der Terror selbstverständlich zum Leben gehört, weil er ein paar Terroranschläge im Fernsehen gesehen hat. Ich frage mich, wie solche Aussagen auf Menschen wirken, die tatsächlich tagtäglich konkret von Terror bedroht sind.

Wir haben das unverschämte Glück, dass wir bisher von solchen Terroranschläge in unserem Land verschont blieben. Wie es sich anfühlt, konkret im eigenen Raum von Terror bedroht zu sein, eventuell sogar nahestehende Menschen zu verlieren, mussten wir noch nicht erfahren. Wenn man diese Dinge nur aus dem Fernsehen kennt ist es leicht, zu behaupten, dass man keine Angst hat. Wer weiß, wie viele Menschen aus Paris sich so äußern würden. Es ist völlig normal und menschlich, in so einer Situation Angst zu haben.
Man sollte mit Angst vor Terror wesentlich differenzierter umgehen, denn das ist etwas individuelles- da kann man unmöglich für eine Generation und andere Menschen sprechen. Ein anderer Kommentator brachte den Begriff Demut schon ins Spiel. Eine ordentliche Portion davon wäre bei einem solch sensiblen Thema sicherlich angebracht.

P.S: Ich finde das Layout der Kommentare in diesem Bereich sehr benutzerunfreundlich, kann man das nicht so wie bei den anderen Artikeln gestalten?

"Es gibt viele gute Gründe das Wort "Wir" nicht zu verwenden. Ich werde sie im ersten Absatz nennen und dann sie dann im Folgenden so gut ich kann ignorieren und meine Meinung meiner ganzen Generation in den Mund legen"

Ich gehöre ebenfalls zu dieser Generation und ich verbitte mir dies. Der Artikel beschreibt die Meinung und das Lebensgefühl der Autorin, sonst nichts.

Ich muss jedes Mal schmunzeln wenn die Mädels vom Gymnasium eine geradezu weltbürgerliche Buntheit empfinden, nur weil sich ihnen ein paar ihrer Freunde und Bekannten (aus dem gleichen Jahrgang) mehrfach in muttersprachlichem oder perfektem Deutsch über ihren Geburtsort (oder den ihrer Eltern) gerechtfertigt haben.

Und dann gabs Teigtaschen: "Boah die Afghanen haben so ein großes Herz, einfach was zu essen an bieten, wenn einer zu Besuch kommt, Wahnsinn"

Was für ein kläglicher Bullshit.

Die Generation Y braucht eben noch eine Weile um die Pseudoapartheid zu begreifen (und lieben zu lernen), in der sie zu den Teddybär-Empfängern lebt und leben wird.

Überraschung: Die Kids von nebenan, die auf der Hauptschule waren, die sind weder ins Austauschprogramm gegangen, noch haben sie in Beirut Freunde fürs Leben gemacht... Sie haben dort ein paar mal im Sommer ihre Oma besucht und ins Hady gestarrt, weils langweilig war.

Natürlich ist das Fremde für Euch keine Bedrohung. Auf 9gag.com gibt es keine Fremden. Um zu den Fremden zu kommen, muss die Mareike Nieberding erst bis zur Endhaltestelle der U-Bahn und dann noch den Bus nehmen. Und das ist eine verdammte Weltreise.

Aber vielleicht bin ich auch eine andere Generation. Noch nicht ganz Generation Y... So ne Generation, die vor dem Fernseher saß und gewusst hat, dass Colin Powell lügt. Gewusst hat das Bin Laden gewonnen hat, als Mission Acomplished über dem Schiff hing.

Wir lernen daraus, dass die globalisierten urbanen Hipster, aus denen sich die künftigen Eliten in Wirtschaft, Politik und Kultur rekrutieren, großartig mit dem Terror leben können. Das ist nur konsequent, da er diese auch trifft - in diesem Zusammenhang äußerst lesenswert ist der Essay von Georg Diez über "Hedonismus und Hass". Plakativ möge hier auch der aktuelle Charlie-Hebdo-Titel genannt sein: "Sie haben die Waffen, wir haben den Champagner." Richtig - auch Frau Nieberding hat offensichtlich den Champagner; und wenn sie dereinst das Establishment vertritt, wird sie sich selbstverständlich immer noch sicher in der dann noch globalisierten Welt bewegen, wie es die Eliten schon immer getan haben - aber selbstverständlich nur unter ihresgleichen. Die Welt der Abgehängten, Minderprivilegierten, Perspektivlosen wird ihr immer fremd bleiben, egal ob in Dresden oder Dacca oder Daressalam. Sicher, mal ein Projekt für den Lebenslauf - siehe Madonna oder Veronica Ferres - macht sich gut in Harvard oder an der Sorbonne. Aber sonst? Prekariat ist doch Pegida und Schnitzel vom Lidl und Helene Fischer und Antalya. Igitt. Neinnein, wir sind Hipster, aber keine Kommunisten. Vielleicht könnte man auch Heuchler sagen.

[2/2 Fortsetzung]

Die jungen Menschen aus Europa denken da aber offensichtlich anders. Sie benehmen sich auch mit fast 30 noch so wie mit 20, haben noch nicht einmal geheiratet, geschweige denn Kinder bekommen. Sie leben womöglich noch vom Geld ihrer Eltern, wohnen noch in einer WG, und nicht mit der Familie in einem Haus mit Klimaanlage in einer Gated Community, mit Sicherheitsdienst und einem teuren Auto vor der Tür. Sie werden, wenn sie nicht bald die Kurve kriegen, niemals die Gesellschaft weiterführen können, die sie eines Tages von ihren Eltern übernehmen müssen, sondern allenfalls deren Erbe verprassen, indem sie weiter um die Welt reisen. Sie werden aber auch keine Kinder haben, an die sie selbst etwas weitergeben könnten. Wenn sich die nächste Generation trifft, um sich für ein paar Jahre auszuprobieren und den Geschmack der weiten Welt zu testen, dann wird aus ihrer Gesellschaft vielleicht niemand mehr dabei sein.

10 bis 15 Jahre früher, als man noch nicht "Generation Y" hieß, war es auch schon so. Auslandsjahre in der Schule, Reisen um die Welt, im Ausland studieren, Freunde auf der ganzen Welt. Freunde, die so privilegiert und weltoffen sind wie man selbst, wohlgemerkt. Vermutlich war es Jahrzehnte vorher schon genauso.

Aber die Welt dreht sich weiter, und für alle ist irgendwann der Zeitpunkt gekommen, sich vom jugendlichen Idealismus zu verabschieden. Wenn man mit Ende 20 immer noch um die Welt reist, um seine Freunde von damals zu besuchen, merkt man es schnell. Die Zeit des Ausprobierens ist bei vielen vorbei, die Weltoffenheit von damals ist verschwunden. Stattdessen übernimmt man Verantwortung, und man übernimmt die Ansichten der älteren Generation, die man selbstverständlich respektiert. Auch sie hat in ihrer Jugend eine Phase der Freiheit gehabt, bevor sie ihren Platz in der Gesellschaft eingenommen hat.

[1/2 - Fortsetzung folgt]

Danke für diese offenen Worte...
meine vier Söhne würden glatt mit unterschreiben, da ihr Leben glücklicherweise ähnlich ausschaut.
Auf der einen Seite dieses gelungene freie Denken und "Leben und Leben lassen"...
und auf der anderen Seite jedoch auch das genaue Hinschauen und großes soziales Engagement.
Dies schließt sich nicht gegenseitig aus!

Und genau das gefällt mir an dieser Generation unbeschreiblich gut.

Ganz anders allerdings die momentane Lage bei den vier jungen Syrern,
denen ich hier Deutschunterricht gebe...
sie sind etwas jünger an Jahren, aber trotzdem so viel "älter".
Ich hoffe einfach, dass auch sie mit einiger Verspätung einmal ähnlich
frei und offen ihr Leben leben dürfen...
und vor allem auch ohne Angst.

@schmidtds:
"Wer sonst nichts hat, sucht sich unveräußerliche Distinktionsmerkmale wie Religion und Ethnie und benutzt das als Verbrämung für das Ausagieren seines Zorns."

Da haben Sie die Kommentare aber nicht richtig gelesen und auch ansonsten nicht viel verstanden.

1. Die anderen Kommentatoren, die selbst viel in der Welt herumgereist sind, kommen zu einem anderen Schluss als die Autorin. Einer sagt, dass er sieht, dass der Islam überall wo er ist, Schaden anrichtet und zählt einige Länder auf (u.a. Malaysia, Thailand), die er selbst besucht hat.

2. Die Kommentatoren, die sagen, dass nur verwöhnte Mittleschichtskinder um die Welt reisen können, sagen nicht gleichzeitig, dass diese zwingend weltoffen sind.

3. Ich bin selbst Arbeiterkind und war schon von klein auf weltoffen, alleine wohl aufgrund der Tatsache, dass ich selbst mit der Kultur meiner Eltern, die eben nicht deutsch ist, aufgewachsen bin, sowie der Kultur meines Geburtslandes Deutschland. Auch heute habe ich noch überwiegend ausländische Freunde und Angst hatte ich nie. Zwar ein mulmiges Gefühl, als mich mal ein arabischer Mann ohne Grund angegangen ist, aber das sind wirklich seltene Vorkommnisse.
Ich muss sagen, dass Ihr Kommentar nur so vor Arroganz strotzt. Das klingt so, als verachten sie den Pöbel, der sich nicht so wie Sie leisten kann in der Welt herumzujetten und somit entlarven Sie sich als alles andere als weltoffen und tolerant.

Ich wusste gar nicht, dass unsere Generation eine offizielle Sprecherin hat. ...Was aber gut rüber kommt, ist die naive Gefühlsduselei vieler Vertreter meiner Generation. Nichts von der Welt wissen, aber großspurig auf Weltbürger machen. Was unserer Generation vielleicht wohl am meisten fehlt, ist eine Portion Demut.

Sorry, klingt irgendwie anstrengend. Aber egal, bin wahrscheinlich bloß neidisch. Wie auch immer, Angst sollte man schon als Teil des Lebens akzeptieren. Ich würde da differenzieren. Der Terrorismus in Paris verbreitet Schrecken. Dagegen kann man sich nur schlecht schützen, den Terroristen geht es darum, Unsicherheit zu verbreiten. Angst macht mir eher die Zunahme der Fremdenfeindlichkeit in Deutschland. Es ist schon erstaunlich, wer sich plötzlich als rechtsradikal outet. Gruselig, ich möchte nicht in einem Land leben, in dem rechtsradikale Arschlöcher im Bundestag sitzen.

Immer wieder interessant, die unterschiedliche Wahrnehmung ... Also ich las zuerst "In deren Grundschulklassen immer Kinder saßen, die mindestens noch eine andere Sprache sprechen konnten – Russisch, Türkisch, Arabisch – und bei denen es zu Hause leckere, klebrige Süßigkeiten gab."
Und dachte an meinen Sohn, in dessen Fussballverein Jungens aus halb- (oder ganz) Südosteuropa vertreten waren, plus ein paar Türken.
Oder an die Grundschulklassen meiner Kinder , in der 50% der Kinder einen Migrationshintergrund hatten. Siehe oben ... (War bei mir nicht anders, die Leute mit Migrationshintergrund kamen halt aus München oder Berlin :-))
Und andere sehen eher reiche kids, die einheitsklamotten tragen und 500 Freunde auf Facebook haben. Steht da zwar nirgends, macht aber nix. Hauptsache, mal Vorurteile gelüftet.
Und der nächste schimpft über den Islam, was sonst. Ich (auch weitgereist) hatte in islamischen Ländern mit mehr Frauen in Technolgiefirmen zu tun als in Deutschland, hab mit Managerinnen und IT-Trainerinnen in Telekomfirmen diskutiert (gibts so was in Deutschland?), derweil sich hier die Leute aufregen und mit dem Finger auf irgendwelche Hinterwäldler deuten, die ihren Frauen das Autofahren verbieten. Aber kommt halt besser rüber.
Und "deutsche Muster" werden genannt ... Was wär denn das? Ein Beispiel vielleicht? Fleiss? Besitzt mein türkischer Gemüsehändler gegenüber auch. Pünktlichkeit? Der Optiker mit Migrationshintergrund macht seinen Laden auch immer pünktlich auf.

"Wer ist wir? Wir ist jeder, wir ist keiner. " Aha, mal schauen, was das bedeutet:

Wir = keiner = 0 = Jeder.

Danach lese ich: "Wir, das ist die Generation Y. Wir, die Babys der späten Achtziger und frühen Neunziger. "

Wir = Babys der 80er und frühen 90er = Jeder = Keiner = 0

So viel Unsinn in so wenigen Zeilen! Das muss man erst einmal Zustande bringen. Hier habe ich aufgehört zu lesen. Mir beweist es, dass eine deutsche Elitejournalistin, Mareike Nieberding, die Grundrechenarten nicht beherrscht. Was soll ich von dieser Zeitung also noch erwarten? Nichts!

Finde den Text gut. Lasst Euch nicht unterkriegen - ich meine: nicht durch jene, die alles unter Obergrenzen packen wollen, wobei sie die Konturen nach ihren Interessen und ihrem engen Weltbild setzen wollen, nicht nach den Eurigen. Vor denen gilt es achtsam zu sein, wie vor 100 Jahren, als auch eine Generation in den Krieg "gegen ..." bewegt wurde.

Ich gehöre auch zur Generation Y und kann diese einfache, verblümte Sicht der "Dinge" nicht teilen.

Dieser Bericht entspringt Erfahrungen einer "Elite", die kosmopolitisches Empfinden ihrem bürgerlichen Wohlstand zu verdanken haben. Ich bezweifle übrigens stark, dass "Wir" Terror als etwas Selbstverständliches wahrnehmen (wollen).

Aber man kann sich halt auch Vieles schön reden.

"Wir, das ist die Generation Y. " Ws so platt anfängt kann nur in Niederungen enden. Was die Autorin als Besonderheit hinstellt, ist Normalität. Und trägt nichts zur Lösung der anstehenden Probleme oder zu Beendigung des Terrors. Bei. Und wenn die Sturmgewehre und die Sprengstoffgürtel Menschen töten, setzt die Autorin ihre Kopfhörer auf und hört Entspannungsmusik und alles ist gut. Die Generation Y kann das alles wegchillen. Glaubt sie. Und ich bin Gott sei Dank wenige Jahre zu alt, um nicht mehr zu diesen Jüngern der rosaroten Brille zu zählen. Dafür bin ich angesichts solcher Beiträge dankbar. Soviel blauäugige Naivität war uns Gott sei Dank nicht eigen. Und ich habe mehrere Jahre im Ausland studiert und gerabeitet und bin wahrscheinlich ,ehr gereist als die Autorin jemals schaffen wird ....

Endlich mal eine schöne, positive Geschichte, die leider wohl nur teilweise der Realität entspricht.
Es ist beeindruckend, welche Möglichkeiten des (günstigen) Reisens über offene oder halb offene Grenzen im Vergleich zu vor 15 oder25 Jahren bestehen. Es ist eine Grundlage, diese hier beschriebene schöne Welt mal zu realisieren.
Aber wie lange noch, wenn wir uns die "Trends" der aktuellen Zeit anschauen.
Welche Freiheiten bestanden aber z. B. vor 10 oder 15 Jahren in Berlin? Davon kann die Generation Y nur träumen. Aber sie kann es nicht sehen, da sie es nicht erlebt hat.
Freiheiten können sehr unterschiedlich sein, auch unterschiedlich gefühlt werden.
Vergessen wir bitte aber nicht, dass unsere heutigen Freiheiten in Deutschland und Europa von vielen mutigen Menschen über die Jahrhunderte erkämpft wurden sind.
Verspielen wir dieses nicht!
Denken wir bloß nicht, alle müßten so sein und denken wie wir.
Genießen wir die Unterschiede und akzeptieren diese, aber auf Gegenseitigkeit.
Respekt voreinander ohne Gleichmacherei.
Denken wir lieber in Generationen, als nur in unserem Menschenleben.

Haben "die Deutschen" wirklich Angst?
Ich bezweifele dass die große Mehrheit Angst hat.
Ich denke das ist eine herablassende Unterstellung der Gruppen die puncto Bildung und Moral überlegen fühlen, vor allem Journalisten, die aber selbst keine Ahnung haben von ihren eigenen Mitbürgern. Sie betrachten diese scheinbar ein wenig als Hinterwäldler . Obwohl jeder im Land vielfach Kontakt hat , hier und auch im Urlaub, mit "Fremden".
Es ist nicht nötig uns dauernd zu erzählen wie cool die "Anderen" sind. Und das auch noch mit Werbebildern à la Bacardi-Rum zu bebildern. Wir können schon selbst differenzieren. Junge muslimische Männer mit relativ schlechter Berufsqualifikation lösen hier eben keine Begeisterungsstürme aus, außer bei Merkel offenbar. Aber verängstigt ist man nicht.

Meinungskommentar als Gruß der jungen Generation.Aber an wen richtet sich die Glosse eigentlich?An die andere Alten oder an die,die dazugehören wollen,als Selbstbeschreibung?.Die polyglotte,kosmopoltische Generation,hält sich für weiterentwickelter als die vorherigen.Höhere formelle Schul- bzw Unibildung und billigere Fernreisen machen aber nicht automatisch eine ganze Generation zu "erleuteten" Wesen,denn Unvoreingenommenheit im Umgnag mit anderen kann nicht nur als überwundenener Rassismus,sondern als naiver Individualismus gedeutet werden.

Na ja. Als Jahrgang 86 gehöre ich scheinbar noch gerade so zur Generation Y. Ich kenne exakt eine Person, die während der Schulzeit im Ausland war. Und da war vermutlich der Hauptgrund die Flucht aus dem Elternhaus. Welcher unter 18jährige interessiert sich für einen Schüleraustausch? Wer will wirklich einfach mal so ein Jahr weg von Heimat und Freunden? Vor allem in dem Alter, da war ein Jahr noch eine Ewigkeit.

Selbst das Studium verbringen die meisten im Inland, nicht wenige sogar daheim bei den Eltern. Und wenn sie doch ausziehen, dann sind sie oft nah genug um am WE heimzufahren. Die meisten kochen nicht nach Ottowieauchimmer, sondern mit einem Kochbuch von Jamie Oliver. Oder ganz langweilig mit dem großen, blauen bayerischen Kochbuch. Oder rufen die Mami an und fragen nach dem Rezept fürs Lieblingsessen der Kindheit. Mach zumindest ich manchmal :-)

Wir jetten nicht um die Welt, sondern fahren mit Freunden auf Rockfestivals um uns da volllaufen zu lassen, an den Gardasee oder mal nach Österreich zum Wandern.
Ja, mancher verbringt ein Semester tatsächlich im Ausland, sogar in unüblichen Ländern wie Litauen oder irgendwas südamerikanischem. Es fährt auch nicht jeder im Urlaub nach Italien, der ein oder andere fliegt mal nach Marokko oder Südostasien. Ganz verrückte besuchen sogar den Iran.

Trotzdem verbringen die meisten der Generation Y ihre Jugend im gleichen Kuhkaff oder in der nächstgrößeren Stadt um die Ecke.
Also mal bitte auf dem Boden bleiben.

Es ist schade, dass nicht alle das so empfinden. Die meisten Menschen werden es wohl anders sehen. Terrorismus sollte nicht Normaliät sein. Ich habe keinen Krieg erlebt, wie viele Generationen vor mir, darüber bin ich sehr froh. Aber ich habe das Gefühl, dass dies nur ein Ausnahmeszustand war. Es ist utopisch, wenn man denkt, dass es nie wieder zu Konflikten kommt, die wir zu spüren bekommen. Postkoloniale Kriege( zB Syrien, Zerfall des Osmanischen Reiches usw) sind gerade in vielen Regionen zu Gange und wir sind unmittelbar betroffen. Wie sich alles entwickeln wird ist nicht abzusehen. Ich wünsche mir nur, dass wir irgendwann eine Generation Y haben.

Wir bilden ein regionales, globales Prekariat, daß von den sozialen Rechten der Elterngeneration nur träumen kann, und erleben einen immer härteren Wettbewerb um die meist schlecht bezahlten Teilzeitjobs

wir teilen mit unseren Freunden mit Migrationshintergrund die schlechten Kenntnisse der Verwaltungssprache und kennen meist nur einige wenige Schimpfwörter der Migrantensprachen

wir futtern meist qualitativ minderwertiges Nahrung mit internationalen Anstrich, dessen Anteil an industriell produzierten Füllstoffen sehr hoch ist

wir erfreuen uns an Medien, die von global tätigen Konzernen mit dem Ziel der Gewinnmaximierung produziert werden, deren Angebote, oft nur geringfügig an die regionalen Märkte adaptiert, weltweit vermarktet werden ....

Nur eine sehr kleine Gruppe, die vor allem in ihrer üppigen Freizeit meist den Reiz der lokalen Angebote nutzt, zieht Vorteile aus dieser gloablisierten Welt, der weit überwiegende Teil der Gesellschaft kämpft auf grund des weltweiten, die Standards immer weiter aushhöhlenden Wettbewerbs, immer härter ums Überleben

Hochglanzfotos der Medien zeigen uns die Klischees einer fröhlichen, unbeschwerten globalisierten Welt, die in der harten Wirklichkeit kaum existiert,

warum nur

Und was soll einem das jetzt sagen? Dass offene Grenzen toll sind, bzw. dass alle die was dagegen haben, nicht "offen" im Sinne der allseits kosmopolitischen Generation Y wären? Solange der Papa zahlt, kann man sich diese konfortable Meinung, die Probleme einfach negiert, sicher leisten. Aber bald wird Generation Y trotzdem unweigerlich auf dem Boden der Tatsachen aufschlagen.
Es geht nicht darum, wer alles Sushi gerne mag, sondern ob eine Gesellschaft den gigantischen Herausforderungen Stand halten kann. Das einstimmige Credo von Beobachtern ist, dass die Flüchtlingskrise alle bisher dagewesenen Krisen in diesem Sinne dramatisch übersteigt. Daraus einen Konflikt Links gegen Rechts, alt gegen jung, mutig gegen ängstlich zu machen, ist dumm. Es handelt sich mitlerweile um eine Staatskrise, zusätzlich zu einer aufgeschobenen Finanzkrise, die sehr bald wieder die Schlagzeilen bestimmen wird.
Statt Durchhalteparolen braucht es jetzt Leute, die parteipolitisches Kalkül überwinden und unpopuläre Entscheidungen durchsetzen können. Aber ich sehe leider niemanden, weder im Regierungslager, noch in der nichtexistenten Opposition, noch bei der AfD, noch sonstwo. Deshalb bin ich mitlerweile froh, aus Deutschland weg zu sein.

Vor-Ort Bericht einer französischen Journalistin, sie unterhält sich mit jungen muslimischen Franzosen in einem Cafe ihres Pariser Viertels:
Für diese jungen französischen Muslime sind die Anschläge ein Komplott der Geheimdienste und eine Verschwörung gegen den Islam. Und der französische Staat sei sowieso nur eine Marionette in den Händen der Zionisten - welche nebenbei auch die Geschichte mit den Gaskammern erfunden hätten.
Ist das die Generation Y, von der die "Zeit" spricht ?

http://www.welt.de/politi...

"... Wir reisen um die Welt, lernen Hebräisch, Arabisch, Russisch und Türkisch, kochen nach Yotam Ottolenghi und tanzen zu Balkan Beats. ...."

Welt? Naher Osten mit einer Rueckehr ueber Russland , das ist doch nicht viel von der Welt.

In dem Alter bin ich mit zwei Schiffen um die Weltkugel gefahren, mit Hafen Aufhalt selbsverstandlich. Unterwegs bin ich dann in einen Land fuer zwei Jahre haengen geblieben. Dort die Liebe meines Lebens gefunden. Versuchte die Rueckkehr nach D aber nach drei Monaten war ich auf dem Flugzeug zurueck zu meiner Lieben. Ich hatte Heimweh / Fernweh, ist ja egal, ich wollte sie nicht verlieren.

En paar Jahre spaeter wollt ich ihr zeigen wo ich herkomme und wir dachten warum nur D lasst uns doch ganz Europa angucken. Ein Jahr frei genommen, man arbeitet doch um zu leben und lebt doch nicht nur zu arbeiten. Camper gekauft und fast alle Laender besucht , auch die hinter dem Eisernen Vorhang.
Der Lenin sah aus wie eine Wachsfigur und dafuer standen wir im Schnee um rein zu kommen. Total bescheuert so was, aber man war ja schon da und ein bisschen Bloedsinn ist auch unterhaltsam.

Ach das Land der Traeume? Da waren wir auch aber nicht zum traeumen . Wir besuchten jemand der uns zum Weihnachtsfest eingeladen hatte. Leider hatten wir nicht ans Wetter gedacht als wir die Einladung annahmen. Kurz gesagt wir haben uns fast den Hintern abgefroren. Wir blieben nicht lange . Weihnachten auf dem Heizkoerper zu verbringen war auch neu.

Ich will aus meiner Mittelschichtsakademikerfamilienerfahrung heraus ja kein allgemeingültiges "wir" verwenden, weil das verallgemeinernd, skandalisierend und undifferenziert ist...mache es aber dennoch und spanne eine ganze Generation vor den Karren meiner (durch meine dem Alter und sozioökonomischen Hintergrund gemäß) erfahrungsbegrenzte Weltsicht.

Die Naivität der Jugend...man hat es ihr schon seit Menschengedenken gnädig nachgesehen.

Ich bin einem Dorf mit 500 Einwohnern aufgewachsen. Habe in einer mittelgroßen Stadt studiert und habe 10 Jahre in Frankfurt gearbeitet, in einem internationalen Umfeld. Habe in London gearbeitet und kenne alle anderen deutschen Großstädte ziemlich gut.

Also erzählt mir nichts. Ich vermisse den libanesischen Imbiss in Frankfurt, würde gerne mal wieder zu Daniel Wischer in Hamburg gehen oder zum besten Burger Laden in Köln in Deutschland - Freddy Schilling. In Berlin hat leider das Kater Holzig geschlossen aber dafür gibt es den Fluxbau und ich bin nach wie vor ein Fan vom Solar. Meine besten Nächte habe ich in einem indischen Club in London und im Zouk in Singapur verbracht.

Ihr seid nichts besonderes. Deal with it. Was ihr als weitläufig bezeichnet gab es auch schon vorher. Ich habe eher Mitleid, weil ihr denkt dass das etwas besonderes ist.

Oh je... Ich bin selbst Teil Generation Y und schockiert über so plattes und verallgemeinerndes Denken! Ich habe auch Freunde und Bekannte aus aller Welt, aber ja, ich habe Angst! Nicht vor fremden Kulturen, nicht vor dem Islam oder einer anderen Religion. Ich habe Angst um die Zukunft meiner Kinder. Mutter scheint die Autorin nicht zu sein, sonst kann ich mir einen solchen Artikel nicht erklären. Ich habe Angst davor, dass Terrorismus für meine Kinder noch viel alltäglicher wird, als es für uns leider schon war - zumindest der außerhalb Europas. Ich habe Angst, dass meine Kinder nicht so weltoffen sein werden, wenn sie groß sind; weil sie mit der Bedrohung durch Radikale sämtlicher politischer und religiöser Richtungen aufwachsen werden. Ich habe Angst davor, dass meine Angst meine Erziehung beeinflusst, dass ich ihnen irgendwann verbieten werde etwas zu tun, was sie gerne tun möchten (Konzerte, ins Stadion gehen, nach Israel fliegen...)- aus Angst vor dem Terror, vor der sinnlosen Gewalt. Ich habe Hoffnung, dass es nicht so weit kommt. Ich habe Hoffnung, dass die Vernunft meiner Kinder und auch meine eigene groß genug ist, um besonnen auf eine derart veränderte Situation zu reagieren. Das wir das Leben weiter genießen und feiern. Trotz Angst.

Terror gab es auch für diejenigen die in den 70zigern gross geworden sind. Überall diese Bilder von gesuchten Terroristen, in der Bahn, in den Telefonzellen, in der Post. Damals kannte man noch die Leute noch, sie guckten einen an von den Fotos. Und dann kam das Gefühl auf: es ist Scheisse mit den Terror und ich will ohne Terror leben und wie entsteht überhaupt Terror, warum machen das die Leute, und dann er Wunsch: lieber ohne Terror leben. Da wo es ihn nicht gibt.
Und diese Gefühle hat die Generation Y nicht mehr? Den Wunsch dort zu leben wo es keinen Terror gibt? Ja, dann sehe ich schwarz für diese Welt, wenn der Wunsch nach Utopie auch noch verloren gegangen ist in der Facebook Wunderwelt. So etwas unmenschliches.

Ich bin schon älter und kenne dieses Lebensgefühl auch, merke aber, dass ich das mit manchen, aber nicht mit jedem Altersgenossen teile. Ich bin unendlich froh, dass jüngere Kosmopoliten erleben können, dass sie viel mehr Leute sind.

Einige Kommentatoren hier betonen, dass das ein Mittelschichtsding sei. Gute Einsicht, weil damit deutlich wird, das die Probleme nicht kulturell sondern sozial bedingt sind. Wer sonst nichts hat, sucht sich unveräußerliche Distinktionsmerkmale wie Religion und Ethnie und benutzt das als Verbrämung für das Ausagieren seines Zorns. Darin unterscheiden sich Nazis nicht von Dschihadisten. Es wird also Zeit, sich sozialen Spannungen zuzuwenden, statt Energie in "Kulturkämpfen" zu verpulvern.

"Wir reisen um die Welt"

ist schon mal ein Indiz für die Standeszugehörigkeit. Im Zweifelsfall immer auf der richtigen Seite der Gated Areas - so auch bei den Besuchen in Israel, Südafrika...

Alleine wer das Wort Generation Y benutzt... da fällt mir schon das Weiterlesen schwer. In den späten Achtzigern geboren und ein Auslandsstudium und hurra - ich gehöre dazu, bediene nicht nur das Klischee, ich bastele noch daran und schmücke es aus.

Lernt man diese Einfalt im Ausland?
Ich gehöre nicht zur Generation Y, hab aber auch schon einge Länder bereist und festgestellt, dass sich die Kinder reicher Eltern - im Gegensatz zu den einfachen Leuten - tatsächlich kaum voneinander unterscheiden.
Dass sie weltweit in den gleichen Boutiquen ihre Klamotten kaufen und in den gleichen Franchise Cafes und Bars ihre Drinks zu sich nehmen.
Das wäre in Ordnung, wenn sie nicht glauben würden, sie hätten einen Horizont, der ihren Flugmeilen entspricht.
In Wirklichkeit sind sie so standardisiert wie ein Fedex-Paket.

Das klingt ja wirklich nach einem Märchen aus 1001 Nacht....
Ich lebe schon einige Jahrzehnte, bin sehr viel in der Welt herumgereist, habe dabei viel gesehen, gehört und erlebt, habe Freunde verschiedener Nationalitäten..... Aber ich werde mich niemals bereitfinden, "mit dem Terror zu leben", als sei dies der allernormalste Zustand der Welt!
Vielleicht findet das die neue Gen Y spannend und prickelnd, so, als ob sie in einem der 3D Kinos säße und einen spannenden Thriller reinzöge.
Sich an den Terror zu gewöhnen, ist fatalistisch. Und feige. Wenn ihr doch ach so toll seid, dann rafft Euch zu Millionen zusammen über die Kontinente hinweg und macht der brutalen Gewalt den Garaus. Das ist Eure Chance, damit es keine Despoten mehr geben kann, die die Menschheit an den Abgrund bringen, nur, weil Zuviele feige zuschauen oder weggeschauen und sich an den Terror gewöhnen...

Vielen Dank für ihren Artikel, denn ich habe festgestellt, dass ich heute noch nicht geschmunzelt habe. Die Brille, welche sie beim Schreiben dieses Artikels aufgesetzt hatten, die hätte ich auch gerne. Wohlgemut. Dieses Wort hatten sie wohl gesucht. Aber realitätsfern, ist die Erkenntnis, welche mir nach Lesen ihres Artikels zuteil wurde. Ihr Resümee eignet sich bestenfalls für die neue Marketing Kampagne von Unternehmen wie VW oder Lufthansa. Die neue Abenteuer Generation, grenzenlos und frei.

Das klingt, als hätte "die Generation" schon alles gesehen und mitgemacht und als sei die ganze Welt ein bunter Spielplatz.

Der wirkliche Tellerrand beginnt nicht in Bangkok und Beirut, sondern bei den Gleichaltrigen, die nicht ganz so privilegiert leben und nicht mal eben nach "Marrakesch oder Tel Aviv, in Tokio oder Kapstadt" jetten können.

Nein, dieses "wir" ist sicher keine Mehrheit, sondern besteht - wenn überhaupt - aus einer Schicht der schwindenden Mittel- bis Oberschicht bzw. deren Eltern.

Abgesehen davon: Es ist sehr gefährlich, den Terror als Normalität ansehen und ich möchte das nicht nur für mich, sondern auch für meine Kinder. Mit Terror im Rücken werden sie nicht mehr "lustig" in der Welt herumreisen können...

"Falls Sie ernsthaft für eine ganze Generation sprechen wollen, ist das eine Klatsche ins Gesicht von Millionen Gleichaltrigen, bei denen das ganz und gar anders aussieht."

Beispielsweise für mich. Danke! Ich reise auch um die Welt, und stelle fest dass der Islam überall die gleichen Probleme verursacht: in Europa, Australien, Thailand und Malaysia.

Bitte unterlassen Sie derartige Verallgemeinerungen und sprechen Sie nur für sich.

na ja,Generation facebook
nur weil man 500 gefühlte Freunde auf irgendwelchen social networks hat,ist man noch lange nicht weltoffen,im Gegenteil,was geschieht wenn man dieser Generation die Nabelschnur ins Internet kappt
Terror alsTeil des Lebens zu sehen und sich schulterzuckend wieder dem EiFon zuwenden scheint mir ein bisschen zu bequem gedacht

Es reicht, wenn Ihr "keine besorgten Bürger" seid. Und Eure Weltoffenheit finde ich wunderbar; Ihr teilt sie mit meinem Sohn, der zu Eurer Generation gehört. Und der nicht den Anspruch hat, dass ich ihn immer verstehe.
"Wir haben keine Angst" ist aber ein großes Wort. Angst ist normal, und menschlich - und mitunter lebensnotwendig. Habt keine Angst davor, Angst zu haben, wenn es sein muss. Es reicht, wenn Ihr seid, wie Ihr seid - Ihr müsst nicht auch noch Helden sein.
Trotzdem: ein guter Kommentar.

Dieses "Wir" ist durch und durch eine Unverschämtheit eines verwöhnten Hipster-Kiddies mit einigermaßen gut ausgestattetem und behütetem Elternhaus.
Nicht nur generationenübergreifend (ich bin älter und um meine Zukunft besorgt angesichts migrationspolitischer Tollerei), sondern auch innerhalb Ihrer Generation.

"Wir reisen um die Welt..." und sind so locker.

Falls Sie ernsthaft für eine ganze Generation sprechen wollen, ist das eine Klatsche ins Gesicht von Millionen Gleichaltrigen, bei denen das ganz und gar anders aussieht.

"Eine Klatsche ins Gesicht" von anderen Mitgliedern dieser Generation, da stimme ich Ihnen zu (auch wenn ich andere Begriffe wählen würde). Aber die Schilderung der Autorin stimmt mit meinen Beobachtung aus meinem persönlichen Umfeld überein. Da gibt es keine(n), die/der nicht einen Schüleraustausch oder ein Auslandsjahr als Student oder als freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr verbracht hat und dabei Kontakt zu anderen Kulturen erhalten hat. Und ich muss feststellen, die junge Generation, die ich kenne, hat keine Angst. Von daher, Zustimmung für die Autorin.

Dieses "Wir" ist durch und durch eine Unverschämtheit eines verwöhnten Hipster-Kiddies mit einigermaßen gut ausgestattetem und behütetem Elternhaus."

Haha guter Satz und ja das stimmt. Ich bin Anfang der 80er geboren in eine Familie mit MiHi und zwar in eine Gegend mit hohem Ausländeranteil. Ich bin - im Gegensatz zur Autorin und dem Rest der Gruppe, die Sie so treffend beschreiben - mittendrin in diesem Milieu aufgewachsen und habe mit Kindern, die ebenso aus der Arbeiterschicht kamen tagtäglich gespielt (Deutsche, Russen, Italiener, Kroaten..) Angst habe ich konkret keine. Ich finde Merkels Politik aber trotzdem absolut kopflos und verstehe, wenn sich Menschen darüber aufregen. Die Hipster Kiddies mit ihrer forcierten Weltoffenheit und Toleranz, ohne jeglicher Lebenserfahrung mit Migranten oder gar Deutschen aus der Arbeiterschicht, finde ich auch einfach nur lächerlich

Ja, das liegt wohl an Ihrem persönlichen Umfeld, dass die Leute genug Geld haben sich für einige Monate ins Ausland abzusetzen.
Mit der Realität hat das aber wenig zu tun. Angst haben die meisten Kiddies, die sich das nicht leisten können auch nicht, vielleicht aus dem Grund, weil sie direkt mit ärmeren Migranten aufgewachsen sind und im tatsächlichen Kontakt mit ihnen stehen, nicht so wie die Autorin und ihresgleichen.

"Wir haben gelernt mit der Angst zu leben" - Ja, dass muss man im Krieg schon lernen, wenn man überleben will - das haben schon frühere Generationen erlebt.
Aber anscheinend hat die beschriebene Generation keine Erfahrung,
dass es ein Leben auch ohne Krieg geben kann.

Ziemlich einseitig. Auch ich gehöre mit Jahrgang 92 wohl zu Gen Y, kann mich aber nicht mit dieser Multikulti-alles-super-Bewegung identifizieren. Ich habe hier im Ruhrgebiet Kinder aus vielen Ländern kennengelernt, und habe gemerkt wie viel Unannehmlichkeiten dabei mitkommen. Wer hat den Kisosk abgebrannt? Wer hat auf der Hauptschule mal wieder einen Lehrer zusammengeschlagen? Wer sitzt in der letzten Reihe und stört andauernd? Gerade Schüler mit Migrationshintergrund. Ich habe sie damals ernsthaft gehasst. Heute kann ich viele Hintergründe erkennen und begreifen. Aber das macht es nicht besser. Der Mensch ist nicht altruistisch, Friedefreudeeierkuchen funktioniert nicht. Warum funktioniert eine multikulturelle Gesellschaft wie in der New Yorker Bronx, den französischen Banlieues oder Dortmund-Nord nicht? Die im Artikel angesprochene Offenheit gibts nur bei reichen Kindern von Vorzeigegrünen, im echten Leben merkt man nichts davon. Mich persönlich hat die Situation ins politisch "rechte" getrieben, ich bevorzuge Politiker wie Schmidt, Buschkowsky, Bismarck oder Sarrazin, lege viel Wert auf typisch deutsche Muster und lehne viele "linke" Prinzipien wie Multikulti, Refugees welcome, Antinationalismus, Antideutschentum oder einen europäischen Staat ab. Grade, weil ich erkenne wie es ohne starke Autorität, Gesetzestreue und mit "drück mal n´Auge zu" läuft. Ich schäme mich für diese Generation.

Nun denn, ich gehöre nicht der Generation Y an und habe auch keine Angst vor Fremden. Im Gegenteil, auch ich begrüße Menschen anderer Kulturen und sehe dies als Bereicherung.
Allerdings gibt es für mich einen Unterschied zwischen dem was derzeit stattfindet und geregelter Zuwanderung. Ebenfalls definiere ich Asyl und Hilfe von Kriegsflüchtlingen als temporär.
Damit bin ich in keiner Weise feindlich oder ängstlich, sondern ich erkenne wann eine Gesellschaft überfordert wird, kulturell, ökonomisch und in Fragen der inneren Sicherheit.
Übrigens denke ich auch an die Kapazitäten, mit denen man Menschen die nach Deutschland kommen gerecht werden kann, damit diese unser Land als das erleben was es ist, weltoffen, freundlich, selbstbestimmt, demokratisch und mit klaren Regeln für alle.
Das es Gefahren gibt und man diese im Vorfeld minimieren muss, scheint einigen der Generation Y nicht klar zu sein, da sie sehr behütet aufgewachsen sind. Viele sind schwach und meinen, alle wären so gutmütig wie sie selbst und man könne unbegrenzt über finanzielle Mittel verfügen, oder mit Diskussionen gegen ideologische Extremisten ankämpfen.
Das wird sich wohl ändern.

Was hat das mit Generation Y zu tun? Nein ich bin deutlich älter. Kurz nach den Pariser Anschlägen war ich Auto waschen, hinter mir zwei jung Männer, arabisch sprechend, genau so aussehend wie die die uns seit Tagen im TV präsentiert werden. Also für mich kein Problem kein Angstschweiß oder so etwas, eine ganz normale Alltagsbegegnung

Wow, seid ihr toll. Als Vertreter der Generation Golf kann ich "euch" versprechen, dass wir früher genauso gedacht und gelebt haben, nur dass die Begegnungen damals nicht über Facebook, sondern Interrail liefen. Insofern ist das keine Angelegenheit der jeweiligen Generation, sondern des Alters und die Ansichten sind schon ganz anders, wenn man Familie und Eigentum hat. Also haben "euch" alle vorhergehenden Generationen schon mal voraus, dass sie bereits die alten Säcke sind, die ihr bald werdet ;-))

Das meiste, von dem was hier geschrieben wird, ist keinesfalls ein alleiniger Vorteil der Generation Y. Ich bin Mitte 40 und habe auch seit Jahrzehnten einen überwiegend ausländischen Freundeskreis, eine halb ostasiatische Familie und habe Jahre im außerwestlichen Ausland gelebt.
So weit, so gut.
Wenn aber behauptet wird, die Generation Y könne zwischen "begründeter Vorsicht und Paranoia" unterscheiden, habe ich meine Zweifel. Einige Umfragen sagen ja durchaus, dass die 18-29jährigen die einzige Altersgruppe sind, die überwiegend glauben "Wir schaffen das." Das muss der Leichtsinn der Jugend sein, tut mir leid. Wenn der Zustrom so weitergeht, wird D auch keine Ähnlichkeit mehr mit dem haben, was die Generation Y in ihrer Kindheit und Jugend erlebt hat.

"Wenn der Zustrom so weitergeht, wird D auch keine Ähnlichkeit mehr mit dem haben, was die Generation Y in ihrer Kindheit und Jugend erlebt hat."

Das wird es so oder so nicht. Die Einzigen, die offenbar ernsthaft gedacht haben, es ginge jetzt Jahrhunderte so weiter, wart und seid "ihr", nicht "wir".

Danke!
Ich gehöre nicht zu Ihrer Generation. Meine ist die der eisernen Vorhänge und der Betonköpfe a beiden Seiten, die das "Wir" immer nur instrumentalisiert haben, um klar zu machen, dass "die Anderen" die Bösen, die Dummen und die Verblendeten waren.

Heute befällt mich wieder das Gefühl, dass dieselben Leute seit dieser Zeit nicht das Mindeste dazugelernt haben.
Die Beschwörungsformeln und die beschränkte Weltsicht gleichen sich erschreckend.

Umso mehr freue ich mich über diesen Hoffnungsschimmer: dass dieses Mal die Jungen die Weisen sind, die differenzieren können, die neugierig bleiben und die den Menschen neben sich, nicht die Ideologie seiner Religion oder seiner Politiker sehen.

Nochmals: Danke!

Terror als Teil des eigenen Lebens? So wie Krebs (kriegen nur die Alten) oder das Risiko, eine Schulprüfung nicht zu bestehen (kann man ja wiederholen)? Lese ich hier eine Euphemisierung? Der Flug nach Beirut - wer kann ihn sich leisten, so mal zwischendurch? Die Intention des Textes ist gut, aber im Ganzen klingt mir das zu sehr nach alternativem "Jet-Set".

So voreingenommen ich auch gegenüber dem Begriff Generation Y bin, ich denke der Artikel trifft es ganz gut, mit welchem Buchstaben man nun die unter 30 jährigen auch immer betiteln mag.

Wenn das so weiter geht und in anderen Ländern ähnlich abläuft könnte es in ein paar Generationen tatsächlich mal weniger Rassismus geben... die Hoffnung habe ich. Eines der wenigen Geschenke der Globalisierung.

Bevor der Pöbel hier einreitet und Schlagworte wie "Gutmensch" und "der Moslem" fallen: Schöner Artikel!
Ich habe als Kind nie verstanden, was es mich interessen soll, woher die Eltern von meinen Kumpels kommen. Türkei. Toll. Na und?
In einem muss ich jedoch widersprechen: Zu den Spice Girls habe ich nie getanzt. Zumindest würde ich es nie zugeben.

Pöbel ist derjenige, der andere als Pöbel bezeichnet.
Angst habe und hatte ich noch nie. Die Autorin hat aber von der Lebensrealität vieler Menschen aber absolut keine Ahnung und ist deshalb nicht dafür prädestiniert über sowas wie Weltoffenheit zu palavern. Sie redet wie eine, der er finanziell immer gut ging, und die aus einem Elternhaus kommt, das sie immer gefördert hat; was ihr ihre Reisen in der Welt ermöglicht hat, wo sie sich mit Leuten getroffen hat, die aus der gleichen Schicht kommen. Und dann hat sie noch die Chuzpe sich hier als Vorbild zu stilisieren? Lol

Die Evolution bevorzugt eben wer sich am besten den Gegebenheiten anpassen kann, unabhängig davon wie gut oder schlecht sie sind.

Das heißt aber in keinster Weise, dass man eine Verbesserung dieser "Gegebenheiten" nicht wenigstens anstreben sollte...

"Weil ich diesen Satz schreiben will: Wir haben keine Angst.
Wir, das ist die Generation Y. "

wieviele "mitglieder" hat eigentlich die generation y? und hat frau nieberding mit allen gesprochen? ansonsten wäre es ja eine in zon nicht zulässige pauschalisierung und/ oder eine umstrittene, nicht durch quellen belegte tatsachenbehauptung

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