Gesellschaftskritik !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Von
Til Schweiger © Jens Kalaene / dpa

Nachdem der große Schmerz vorüber ist, hat Til Schweiger noch mal ein Fegefeuer der Eitelkeiten angefacht: Auf Facebook lobte er seinen Tschiller-Tatort ("...bahnbrechendste seiner Art!!!!"), den Regisseur ("Deine Arbeit ist unglaublich stark!!!!Ich bin meeega stolz auf dich!!!!") und sich selbst ("ich habe viiiieel mehr Ahnung von der Craft( Materie)....KUNST.... als die meisten von diesen Trotteln, die darüber schreiben!!!!").

Nun könnte man an dieser Stelle über das Eigenlob referieren oder darüber, dass man in akuter Wutstimmung besser keine Statusmeldungen schreiben sollte. Wir aber möchten uns etwas anderem widmen, das Schweiger anscheinend so am Herzen liegt, dass er es in seinem Wortschwall ganze 34 Mal angeschlagen hat: dem Ausrufezeichen.

Früher war das Ausrufezeichen öffentlich ein seltener Gast. Gehäuft verwendet wurde es eigentlich nur in den Tagebüchern von Teenagermädchen, wo es schwärmerische Liebesschwüre zierte, unerwiderte Liebe beklagte oder trotzig bekräftigte, dass einen niemand, wirklich niemand versteht. Womit wir wieder bei Schweiger wären: Er scheint immer noch in diesem jugendlichen Gefühlskarussell seine Runden zu drehen. Obwohl er schon seit Jahren so erfolgreich ist, dass ihm alles egal sein könnte, fühlt er sich von der Branche und Kritikern missverstanden und nicht ausreichend gewürdigt. Und der Strich mit dem Punkt ist nun mal das Satzzeichen der ewig Unverstandenen, die das Gefühl haben, nicht ausreichend gehört zu werden – und als Konsequenz erst mal die Lautstärke hochdrehen.

Genau deshalb hat das Ausrufezeichen in den letzten Jahren eine erstaunliche Karriere hingelegt. Es hat sich aus den Teenagertagebüchern in den Kommentarspalten auf Facebook oder unter Artikeln so inflationär ausgebreitet, dass man Angst haben muss, dass die weltweiten Vorräte an Ausrufezeichen bald aufgebraucht sein werden. Dabei sollten wir doch wissen, wer nur darauf lauert, das dann entstehende Machtvakuum auszufüllen: die eingeklemmte Feststelltaste, bei der MAN IMMER DAS GEFÜHL HAT, ANGESCHRIEN ZU WERDEN.

Hier also ein kleiner Aufruf an alle, die ohne Punkt und Komma reden: Wir würden uns freuen, wenn Sie die Dinge mit dem moppeligen Punkt entspannt bei einer Currywurst klären, statt Ihre Aussage mit der virilen Ausrufezeichen-Bazooka kompromisslos in die Menge zu ballern. Wir wären meeega stolz auf Sie!!!!!

66 Kommentare

Liebe Frau Kemper!

In einer außerhalb der akademischen Fachgesellschaften nur wenig beachteten Arbeit zu Nomenklatur und Paläogenetik von Emoticons und Smileys konnte die Arbeitsgruppe um Marvin D. Riley vom St.-Quentin-Institute for Applied Typographic Sciences im neuseeländischen Wellington das Ausrufezeichen zusammen mit weiteren Satzzeichen anhand des gewonnen DNA-Materials als wahrscheinlichen Urkeim sämtlicher aktueller graphischer Textelemente identifizieren. Ursprünglich war das Vorkommen von Ausrufezeichen nach Erkenntnissen der Arbeitsgruppe auf einige wenige genetisch homogene Populationen weltweit beschränkt. Ihre Vermehrung fand und findet geschlechtlich vorwiegend innerhalb der gegebenen Populationen statt. So wie beim Mensch und der Kopflaus. Zum Beispiel. Paläogenetisch lassen sich dabei nur einige wenige Phänomene des Austauschs von Erbmaterial zwischen den Gruppen feststellen. Abgesehen von einigen wenigen lebensfähigen Mutationen wie Fragezeichen, Strichpunkt und vorwiegend im südwesteuropäischen und südamerikanischen Sprachraum beheimateten Variationen wie "¡" sowie "¿" konnten keine weiteren relevanten Entwicklungen nachgewiesen werden. Riley stellt eindrücklich die inzestuöse Genkonstellationen verschiedener Populationen dar. Wobei vor allem das Ausrufezeichen neuzeitlich eine Tendenz zu prägnanter Fertilität aufweist. Das erklärt auch die Tatsache, daß Ausrufezeichen ganz selten nur paarweise anzutreffen sind. Meistens werden dann gleich drei oder...

... mehr daraus. Oder, wie im Falle des Facebook-Posts von Herrn Schweiger, gleich ganze Rudel. Die Befürchtung, daß das Ausrufezeichen durch Mißbrauch zur Neige gehen könnte, ist somit völlig unbegründet. Im Gegenteil.

Erst durch mutwillige Verkreuzung anderer sekundärer typographischer Elemente wie Klammern, Minuszeichen und Doppelpunkten gewann die Evolution graphischer Textelemente an Dynamik. Genetisch unterscheiden sich die genannten Zeichen dabei nur durch wenige Gensequenzen vom Ausrufezeichen. Als Wegbereiter gelten das Smiley des Werbegrafikers Harvey Ball (1963) und die legendäre Codepage 437 von IBM (1981) mit dem weißen (☺︎) und schwarzen (☻) Smiley. Der Durchbruch zu evolutionärem Wildwuchs gelang mit Scott E. Fahlmann von der Carnegie Mellon University, Pittsburgh, Pennsylvania, USA. 1982. Sein Vorschlag der Zeichenkombinationen :-) und :-( sollte rhetorisch weniger begabten Wissenschaftlern ermöglichen, einen Beitrag eindeutig als scherzhaft beziehungsweise seriös zu klassifizieren. Um Mißverständnisse zu vermeiden.

Mittlerweile haben diese unter der Bezeichnung Emoticons bekannten typographischen Elemente eine rasante Evolution durchlaufen und sind allenthalben und vielgestaltig in beinahe jeder Textform anzutreffen, insbesondere jedoch im Rahmen der Telekommunikation und im Bereich sozialer Medien. Dieses Umfeld scheint die kompakte und gleichzeitig abundente Darstellung auch komplizierter Inhalte bei gleichzeitiger Reduktion orthographischer Ansprüche...

... zu erzwingen. Sie ermöglichen auch tendenziell aphasischen und dysgraphischen Teilnehmern die Illusion emotionaler Tiefe. Eine besondere Gefahr sei dabei dem Umstand zuzumessen, daß sich eine Vielzahl der Emoticons auch ohne gegengeschlechtlichen Partner zu vermehren in der Lage zu sein scheint. Parthenogenese. Mutter- und Tochtergeneration verfügen über identisches Genmaterial. Sinnbefreites ubiquitäres Auftreten sei die Folge. Schreibt Marvin D. Riley.

Die neuseeländische Arbeitsgruppe schließt aus den gesammelten Befunden, daß der Fortbestand des Ausrufezeichen nicht etwa durch Mißbrauch sondern durch evolutive Dominanz der Emoticons gefährdet sei. Als konsequente Umsetzung der Darwinschen Lehre. Als Wissenschaftlern sei ihnen eine persönliche Wertung nicht gestattet. Emoticons hätten eben ihre genetische Berechtigung. Nicht mehr und nicht weniger als zum Besipiel Kopflaus und HIV-Virus.

Vor dem Hintergrund dieser Arbeit muß man annehmen, daß wir Herrn Schweiger für seinen Post dankbar sein sollten. Oder Luna. Weil sie ganz offensichtlich ihrem Papa die sichere Beherrschung seiner Emoticon-Seiten auf seinem Telefon noch nicht nahebringen konnte.

Da ich weder bei Facebook oder einem anderen Socialdingsbums registriert bin, nutze ich die Chance hier um endlich zu Til Schweiger zu schreiben: Lieber Til, du kannst nur Manta. Bei "Stirb langsam" hättest du eine Rolle als Streifenpolizist ergattert der Bruce Willis einen Kaffee bringen darf.. Wenn überhaupt!!!!!! Man beachte meine Ausrufezeichen.

Aber gerade weil! der weltweite Ausrufezeichenvorrat bald erschöpft ist, hortet sie Til Schweiger doch auf seiner FB-Seite und hofft, dass er die mal teuer verkaufen kann. Und dank diverser Medienhäme wird ein Till-Schweiger-Ausrufezeichen trotz der großen Auflage einiges Wert sein.

Ich bin ganz bei Ihnen, Frau Kemper.
Aber Sprache (hier Schriftsprache) gehört denen, die sie benutzen. Und wenn sich bspw. durchsetzt, dass erst ab 8 Ausrufungszeichen ein Gefühl des Schreiens vermittelt wird, dann ist das leider so.

Ich habe mal den Facebook-Post von Hr. Schweiger an Christian Alvart genommen und noch was hinzugefügt, dass es sich wenigstens reimt:

„Christian Alvart- was hast du gemacht?!“
Dass halb Deutschland über mich lacht
„Ich sage , du hast ein Stueck deutsche Fernsehgeschichte geschaffen!“
Und ich mach mich hier bei Facebook zum Affen
„Kompromisslos, atemlos, viril, phantastisch für das schmale Geld“
Schade nur, dass es niemand gefällt
„andere verschwenden das Budget für zwei moppelige Kommissare“
Ich trinke jetzt besser erst mal 2 Klare
„die ne Currywurst verspeisen, oder ein Bier vor einem bayrischen Imbiss zocken“
Ich jedoch kann eine ganze Hauptrolle verbocken
„du bringst Non Stop Action in diese 90 Minuten“
Auch wenn leider so manche verbluten.
„in denen sonst meistens dummes Zeug gelabert wird( Frau Meier, hatte Ihr Mann Feinde?)“
Nein, hatte er nicht, ich heiß ja nicht Schweiger.
„Ich, Til Schweiger, feier dich jetzt mal richtig derbe ab!!!“
Ich hoffe, dass ich noch etwas vertrag
„Weil.... ich als Filmemacher/Schauspieler/Produzent/Writer/Cutter“
Jede Menge Arbeitsplätze schaffe, vor allem Leichenbestatter.
„ich habe viiiieel mehr Ahnung von der Craft“
Zukünfitg trinke ich besser nur Saft.
„als die meisten von diesen Trotteln, die darüber schreiben!!!!“
Doch gut genug um dort GEZ einzutreiben.
„Wenn sie ehrlich wären, würden sie zugeben, dass du was aussergewöhnliches geschaffen hast!!“
Bei diesem total realistischen Ausbruch vom Knast
„ Das kriegen sie aber nicht hin, wei

Es stellt sich die Frage, ob es verfassungsrechtlich zulässig ist, einen solchen Film über die GEZ-Steuer zu finanzieren. Wo ist hier der Bildungsauftrag? „Übermenschen“ in Szene setzen, die über Leichen gehen. In Sekunden werden viele Menschen in Videospiel-Manier abgeballert. Durch sein unkollegiales Verhalten sterben „geliebte Menschen“, und doch bekommt er am Ende noch zu hören, dass „er das gut gemacht hat“. Lynchjustiz, auch wenn sie am Ende nicht ganz ausgeführt wurde, zeigt sich jedoch an den vielen Toten, die der Staatsbeamte in Civil in Wild-West-Manier eliminiert. Gesetzeslose „Ausländer“ müssen getötet werden. So wird manifestiert, dass sie ja nur „Böse“ können, satt solche Menschen zu guten Taten zu animieren. Voll daneben, auch wenn der Schauspieler Geld öffentlich und steuerlich wirksam in eine Stiftung steckt, welche in einer bestehenden vielleicht besser angelegt wäre. Schließlich wird so die Angst vor Ausländern geschürt und die Zivilcourage des „normalen Bürgers“ gegen aggressive Menschen negiert. Die Tagesschau, welche als Sendung objektiv, frei von politischen Zielsetzungen berichten soll, wird als Effekt missbraucht. Letzten Endes frage ich mich, in welcher Zeit wir leben: Der Mensch an sich wird durch IS und andere reaktionäre Polit- und Religionsgruppen verteufelt, um nicht selbst „in Versuchung“ geführt zu werden. Das „Töten“ wird medial höchst wirksam in Videos und Spielfilmen gezeigt. Sollen Menschen vorm Fernseher gesteuert oder verdummt werden?

Das passiert doch den lieben langen Tag - da ist doch nicht der Til Schuld - oder haben Sie sich bei Derrick auch nach dem Bildungsauftrag erkundigt. In letzter Zeit mal die Fernsehzeitung studiert ? .. Geschätzte 80 % dienen doch der Brot & Spiele- Absicht, das Volk zu verdummen .....

Es stellt sich die Frage, ob es verfassungsrechtlich zulässig ist, einen solchen Film über die GEZ-Steuer zu finanzieren. Wo ist hier der Bildungsauftrag? „Übermenschen“ in Szene setzen, die über Leichen gehen. In Sekunden werden viele Menschen in Videospiel-Manier abgeballert. Durch sein unkollegiales Verhalten sterben „geliebte Menschen“, und doch bekommt er am Ende noch zu hören, dass „er das gut gemacht hat“. Lynchjustiz, auch wenn sie am Ende nicht ganz ausgeführt wurde, zeigt sich jedoch an den vielen Toten, die der Staatsbeamte in Civil in Wild-West-Manier eliminiert. Gesetzeslose „Ausländer“ müssen getötet werden. So wird manifestiert, dass sie ja nur „Böse“ können, satt solche Menschen zu guten Taten zu animieren. Voll daneben, auch wenn der Schauspieler Geld öffentlich und steuerlich wirksam in eine Stiftung steckt, welche in einer bestehenden vielleicht besser angelegt wäre. Schließlich wird so die Angst vor Ausländern geschürt und die Zivilcourage des „normalen Bürgers“ gegen aggressive Menschen negiert. Die Tagesschau, welche als Sendung objektiv, frei von politischen Zielsetzungen berichten soll, wird als Effekt missbraucht. Letzten Endes frage ich mich, in welcher Zeit wir leben: Der Mensch an sich wird durch IS und andere reaktionäre Polit- und Religionsgruppen verteufelt, um nicht selbst „in Versuchung“ geführt zu werden. Das „Töten“ wird medial höchst wirksam in Videos und Spielfilmen gezeigt. Sollen Menschen vorm Fernseher gesteuert oder verdummt werden?

Tja, der Til. Und außerdem ist an der Nichtfortsetzung seines Ballermann-Machowerks der NDR schuld. Also, ihr Nichthelmträger beim NDR solltet euch möglichst bald einen solchigen zulegen, denn jetzt ist der Til aus dem hessischen Neurambostein mal echt sauer und macht sich vielleicht schon bald mit seiner Blablazooka und Hohlgeschwätzwumme nach Norden auf und bläst euch samt Hamburg mit seinen DummDumm-Hirngeschossen und !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!-Granatwerfern einfach weg.

Tchillers Nachtgesang - oder: Der Rest ist Schweiger ...
"Im ächten Mann ist ein Kind versteckt, das will spielen" (F.Nietzsche). Der starke Wilde Mann sitzt geschunden an St.Mauli Fischmarkt und blinzelt dem aufgehenden Morgenstern entgegen. Nirgendwo mehr ein Lattenzaun, aus dem er Zeichen hätte brechen können. Aus - ruft er - aus, aus: Deutschland ist Willismeister. All die Gurgeljochen und Verreckerle sind dahingerafft, aufgespießt durch phallische Interpunktionen, baumelnd am langen L-Lulatsch, das dicke Punktum an ihren Füßen. Das Rote killt die Zote - mehr Tote für die Quote. Das große LaLuna ist erreicht. Noch die allerdümmsten Mondkälber trotteln vorbei an zerbrochenen Kolumnenschäften zu ihren Trichtern, durch die ultimativ "fließt weißes Mondlicht still und heiter" (ChrMorg); aber sie werden nicht auf selbige kommen. Was bleibt hier zu tun - es sei denn "stummer Protest gegen sprachliche Konvention und geistige Unbeweglichkeit" (A.Wilson), beigestrichen in der Craftiness platter Buttjes. Die Mäuler macht hoch, Syngrapheme weit - es schwallt der Herr der Wortlosigkeit. "- - -", welche Bindung (gesungen: mmm) zwischen vier Luftschnappern (gesungen: uuuu), da capo al fine. In Manntje/Manntje/Timpetes Zeilen platscht nichts Geringeres als die schnöde Weltformel aller Tatörter - un sine Fru, de Ilsebill (dösbaddeliges Publikum), sie will nich so, as er wol willis. Also salzt TiltheBill nach ...

Ich denke, Schweiger Till ist für Ihre etwas spitzfindige
gesellschaftskritische ZeichenAnalyse die unpassende
Referenz. Wer sich so gemeinhin zu Kritike(r)n äussert,
schreit nach totaler Aufmerksamkeit !!! ... und weniger nach differenzierter Aufklärung. Jedoch, ich wäre niemals megastolz auf soviel künstlerisches Banausentum.

Ich hatte schon immer Achtung und Respekt vor Menschen, die mit Satzzeichen um sich schmeißen, als wäre sie im Sonderangebot.

Auch Beleidigungen gegen wildfremde Menschen in diversen Diskussionen oder die Überzeugung, ein ganz Großer zu sein und das auch jedem mitzuteilen, stößt bei mir auf Sympathie.

Der Til, der ist schon ein Vorbild.

(Y)

Dazu kommen mir ein paar Verse von Christian Morgenstern in den Sinn:

Im Reich der Interpunktionen

Im Reich der Interpunktionen
nicht fürder goldner Friede prunkt:

Die Semikolons werden Drohnen
genannt von Beistrich und von Punkt.

Es bildet sich zur selben Stund
ein Antisemikolonbund.

Die einzigen, die stumm entweichen
(wie immer), sind die Fragezeichen.

Die Semikolons, die sehr jammern,
umstellt man mit geschwungnen Klammern

und setzt die so gefangnen Wesen
noch obendrein in Parenthesen.

Das Minuszeichen naht, und – schwapp!
da zieht es sie vom Leben ab.

Kopfschüttelnd blicken auf die Leichen
die heimgekehrten Fragezeichen.

Doch, wehe! neuer Kampf sich schürzt:
Gedankenstrich auf Komma stürzt –

und fährt ihm schneidend durch den Hals,
bis dieser gleich – und ebenfalls

(wie jener mörderisch bezweckt)
als Strichpunkt das Gefild bedeckt! ...

Stumm trägt man auf den Totengarten
die Semikolons beider Arten.

Was übrig von Gedankenstrichen,
kommt schwarz und schweigsam nachgeschlichen.

Das Ausrufszeichen hält die Predigt;
das Kolon dient ihm als Adjunkt.

Dann, jeder Kommaform entledigt,
stapft heimwärts man, Strich, Punkt, Strich, Punkt ...

Ausrufezeicheninflation
»… dass man Angst haben muss, dass die weltweiten Vorräte an Ausrufezeichen bald aufgebraucht sein werden. …«
Nett geschrieben, aber:
Leider nicht, da die Zeiten des Bleisatzes (fast) vorbei sind.
Da gab es tatsächlich das Problem, dass in einem Minimum einer Schrift, bei einer 10p-Schrift – etwa 5 kg – ungefähr 18 Ausrufezeichen gegossen wurden.
Bei meinen Kommentaren, die ich meist vorschreibe, stelle ich allerdings oft fest, dass ich viel zu viele Ausrufezeichen gesetzt habe, man schreibt wie man spricht und will besonders darauf hinweisen. Meistens streiche ich alle wieder, oft ist ein Punkt viel wirkungsvoller. Und er wirkt sicherer.
Zum Beispiel: »Wir schaffen das!« ist nach meinem Gefühl viel schwächer als »Wir schaffen das.« Punkt.

Einfache Ausrufezeichen sind sowas von 90er! Heutzutage sollte man das vollständige Re­per­toire der Wutzeichen nutzen. Gepaart mit mangelhafter Orthografie und Grammatik entfaltet das erst die volle Wirkung. ALSO: Meega-Schice das Trottel-Gelahber, geht doch heim, du Sak!11!!!elf!1

Ich hatte mal einen Deutschlehrer, der uns Halbwüchsige damals mit ein paar Grundregeln fürs Leben versorgte. Eine davon lautete: Vertraue niemandem, der es nötig hat, seine Aussagen mit mehr als einem Rufzeichen zu versehen.
Wie sehr er nur Recht hatte..

ALSO, DASS MIT DER FESTSTELLTASTE, FRAU KEMPER - DAS gab's schon zu Zeiten eines AOL Messenger. Damals, als die Computer noch aus Holz geschnitzt wurden.

Es wird heute noch darüber gestritten, ob der Untergang dieses seltsamen Konzerns mit der Häufung von Großbuchstaben zusammenhing. Man munkelt, daß eine zu große Anzahl davon Risse im Internet-Multiversum erzeugt.

Insofern wäre ich da ganz beruhigt an ihrer Stelle. Sollten die globalen Ausrufe-Ressourcen tatsächlich zu Ende gehen, wird sich der Nachfolger nicht lange halten. Dann wäre die Gefahr des permanenten Gebrülls gebannt.

Außerdem wird der Markt vorher sicherlich rechtzeitig für eine Substitution sorgen. Niemals gehen uns Ressourcen aus :-)

Und was den Herrn Schweiger angeht, genügte für seine Bedeutung insgesamt ein einziges Zeichen.

"?"

Vermutlich, weil er weiß, wie man Aufmerksamkeit auf sich zieht. Sein Post bei Facebook wird — da kann ich nur interpretieren — auch einer gewissen, triebhaften Befriedigung gedient haben.

Dass dahinter oft heiße Luft steckt, zeigt sein Flüchtlingsheim (um nur ein Beispiel zu nennen).

Das die Ausrufungszeichen irgendwann aufgebrauch sein werden ist - entschuldigen Sie diesen Ausdruck bitte - einfach Quatsch. Die Anzahl der möglichen nutzbaren Ausrufungszeichen ist potentiell abzählbar unendlich.

Was aber passieren wird ist, wie bei spaltbarem Material bei einer Atombombe, eine Anhäufung bis eine kritische Masse von Ausrufungszeichen überschritten sein wird. Der Standardtheorie nach wird es dann eine Satzeichenexplosion geben, nach der alle dokumentierte Texte weltweit völlig durcheinandergewürfelt sein werden.

Ein furchtbarer Trend. Selbst vor Deutschlehrern macht dieser (leider) nicht halt. Natürlich ist klar, was der Schreiber damit bezwecken will, Aufmerksamkeit, aber doch nicht um jeden Preis. Wir schreien ja auch nicht im Alltag, nur um des schreien willens. Zum Schluss habe ich nur eine Hoffnung: Mehrere Ausrufezeichen werden niemals beim Duden als richtig akzeptiert.

Ist mir auch schon aufgefallen, nicht nur bei Til, sondern generell.
In meinem Arbeitsbereich ist es so, dass eine auffällige Korrelation zwischen Bildung und Anzahl der Ausrufungszeichen besteht. Je geringer der Bildungsgrad, desto mehr Ausrufungszeichen werden benutzt.

Frau Kemper, besser hätte ich es nicht sagen können :)

Mal ehrlich! Können wir etwas anderes erwarten, wenn Til Schweiger drauf steht, als dass auch Til Schweiger drin ist?!! okey Schimi hatte noch die ein oder andere Muskelbewegung mehr im Gesicht - aber nur dort!!! Ansonsten hauten beide drauf, dass es nur so krachte!!!!! Und wer will schon Krimis a la Erik Ode / Derrick wiederhaben ?? ach nee, hier gings ja um !!!!!!!!!!! Genau, es war Unterhaltungskino!!! und es gibt auch noch einen Ausknopf!!!! Hey Til - ich fand Dich unterhaltsam !!!!!!

Also Erik Ode, da könnte man drüber reden. Der Mord an einem Discomädchen aus Gründwald war doch immer spanndend und damals gab es auch noch keine "Russenmafia", die Gauner waren schlicht Deutsche. Die Bösewichter wurden dabei von Spitzenschauspielern gegeben, sogar Götz George war mal dabei.

Ne, aber im Ernst, der Til Schwaiger macht das schon ganz gut. Es kracht ordentlich, einen höheren Sinn sollte man nicht suchen.

Aber er ist es nunmal. MAn mag Schwaiger frü komisch halten, dass immer seine Töchter mitspielen müssen, na ja. Aber er hat in den letzten Jahren verlässlich erfolgreiche Filme abgeliefert, die unterhlatsam waren. Zudem hat er immer wieder Schauspieler rausgebracht, die andere nicht auf der Pfanne hatten, z.B. Nora Tschirner oder Fahri Yardım, der jetzt im Tatort mitmacht.

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