Gesellschaftskritik !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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Til Schweiger © Jens Kalaene / dpa

Nachdem der große Schmerz vorüber ist, hat Til Schweiger noch mal ein Fegefeuer der Eitelkeiten angefacht: Auf Facebook lobte er seinen Tschiller-Tatort ("...bahnbrechendste seiner Art!!!!"), den Regisseur ("Deine Arbeit ist unglaublich stark!!!!Ich bin meeega stolz auf dich!!!!") und sich selbst ("ich habe viiiieel mehr Ahnung von der Craft( Materie)....KUNST.... als die meisten von diesen Trotteln, die darüber schreiben!!!!").

Nun könnte man an dieser Stelle über das Eigenlob referieren oder darüber, dass man in akuter Wutstimmung besser keine Statusmeldungen schreiben sollte. Wir aber möchten uns etwas anderem widmen, das Schweiger anscheinend so am Herzen liegt, dass er es in seinem Wortschwall ganze 34 Mal angeschlagen hat: dem Ausrufezeichen.

Früher war das Ausrufezeichen öffentlich ein seltener Gast. Gehäuft verwendet wurde es eigentlich nur in den Tagebüchern von Teenagermädchen, wo es schwärmerische Liebesschwüre zierte, unerwiderte Liebe beklagte oder trotzig bekräftigte, dass einen niemand, wirklich niemand versteht. Womit wir wieder bei Schweiger wären: Er scheint immer noch in diesem jugendlichen Gefühlskarussell seine Runden zu drehen. Obwohl er schon seit Jahren so erfolgreich ist, dass ihm alles egal sein könnte, fühlt er sich von der Branche und Kritikern missverstanden und nicht ausreichend gewürdigt. Und der Strich mit dem Punkt ist nun mal das Satzzeichen der ewig Unverstandenen, die das Gefühl haben, nicht ausreichend gehört zu werden – und als Konsequenz erst mal die Lautstärke hochdrehen.

Genau deshalb hat das Ausrufezeichen in den letzten Jahren eine erstaunliche Karriere hingelegt. Es hat sich aus den Teenagertagebüchern in den Kommentarspalten auf Facebook oder unter Artikeln so inflationär ausgebreitet, dass man Angst haben muss, dass die weltweiten Vorräte an Ausrufezeichen bald aufgebraucht sein werden. Dabei sollten wir doch wissen, wer nur darauf lauert, das dann entstehende Machtvakuum auszufüllen: die eingeklemmte Feststelltaste, bei der MAN IMMER DAS GEFÜHL HAT, ANGESCHRIEN ZU WERDEN.

Hier also ein kleiner Aufruf an alle, die ohne Punkt und Komma reden: Wir würden uns freuen, wenn Sie die Dinge mit dem moppeligen Punkt entspannt bei einer Currywurst klären, statt Ihre Aussage mit der virilen Ausrufezeichen-Bazooka kompromisslos in die Menge zu ballern. Wir wären meeega stolz auf Sie!!!!!

Kommentare

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Aber er ist es nunmal. MAn mag Schwaiger frü komisch halten, dass immer seine Töchter mitspielen müssen, na ja. Aber er hat in den letzten Jahren verlässlich erfolgreiche Filme abgeliefert, die unterhlatsam waren. Zudem hat er immer wieder Schauspieler rausgebracht, die andere nicht auf der Pfanne hatten, z.B. Nora Tschirner oder Fahri Yardım, der jetzt im Tatort mitmacht.

Mal ehrlich! Können wir etwas anderes erwarten, wenn Til Schweiger drauf steht, als dass auch Til Schweiger drin ist?!! okey Schimi hatte noch die ein oder andere Muskelbewegung mehr im Gesicht - aber nur dort!!! Ansonsten hauten beide drauf, dass es nur so krachte!!!!! Und wer will schon Krimis a la Erik Ode / Derrick wiederhaben ?? ach nee, hier gings ja um !!!!!!!!!!! Genau, es war Unterhaltungskino!!! und es gibt auch noch einen Ausknopf!!!! Hey Til - ich fand Dich unterhaltsam !!!!!!

Also Erik Ode, da könnte man drüber reden. Der Mord an einem Discomädchen aus Gründwald war doch immer spanndend und damals gab es auch noch keine "Russenmafia", die Gauner waren schlicht Deutsche. Die Bösewichter wurden dabei von Spitzenschauspielern gegeben, sogar Götz George war mal dabei.

Ne, aber im Ernst, der Til Schwaiger macht das schon ganz gut. Es kracht ordentlich, einen höheren Sinn sollte man nicht suchen.