Gesellschaftskritik Ausgelöffelt

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© Dean Mouhtaropoulos / Getty Images

Kennt noch jemand den Nutella-Fluch? Nutella ist heute nicht als Lebensmittel bekannt, das besonders gesundheitsfördernd ist. Unter gesunden Lebensmitteln, sogenanntem Superfood, versteht man heute eher Chia-Samen oder sonstiges Gekörn, das reich an Antioxidantien, aber arm an Nährstoffen ist. Das war nicht immer so.

Als in Deutschland noch mehr Menschen lebten, die sich an die mageren Nachkriegsjahre erinnern konnten, wurden Lebensmittel tatsächlich damit beworben, wie reichhaltig sie waren. Dass sie zum Beispiel alles enthielten, was ein ordentlicher Arbeiter brauchte, um in den Tag zu kommen. Die vom Ferrero-Konzern angerührte Mischung aus Zucker, Palmöl und Haselnuss wurde als besonders reichhaltig angesehen. Das Nutella-Frühstück war der Goldstandard des Tagesbeginns und die Kronzeugen dafür die fleißigsten Arbeiter der Bundesrepublik: Nationalfußballer.

Traditionell warb man also mit DFB-Fußballern, die sich mit Wonne Nutella aufs Graubrot schmierten. Leider stellte sich heraus, dass Fußballer, die in Nutella-Spots auftauchten, meist keine große Karriere mehr vor sich hatten. Jermaine Jones, Benny Lauth, Tim Borowski, Kevin Kurányi: Sie alle sah man erst in der Werbung – und dann nicht mehr so viel auf dem Platz. Man nannte das den Nutella-Fluch.

2012 schließlich beendete Ferrero sein DFB-Engagement. Es wurden keine weiteren Fußballer-Spots mehr gedreht. Zu unglaubwürdig war die Darstellung, dass im strengen Diätplan eines Nationalspielers gerade Nutella eine entscheidende Rolle spiele. Nun wurden Gerüchte bekannt, dass Max Kruse, Nationalspieler und Star vom VfL Wolfsburg, beim Trainingsfrühstück zu tief ins Nutella-Glas geguckt habe. Und Kruse bekam deswegen laut Bild-Zeitung auch gleich Ärger mit der Vereinsführung. Der Fluch, er ist immer noch da.

Kommentare

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Eventuell ist es aber auch ein "Fluch der Medien", denn immer wenn die Spitzenverdiener des deutschen Sports in den diversen Medien auftauchen, dann kann man davon ausgehen, dass einige von denen am nächsten Spieltag eben keine 8 Tore schießen, verhindern oder über Nacht Nationalspieler werden, bzw. die Karriere in der Nationalmannschaft als beendet ansehen müssen.
Ganz schlimm ist auch der Fluch, dass wenn die Spieler in den Medien (wie zum Beispiel in der ZEIT) auftauchen den nächsten morgen aufstehen müssen und es regnet, schneit oder einfach nur die Sonne scheint.

Lieber Tillmann Prüfer, es gibt also eine Menge für Sie zu recherchieren. Ab an die Arbeit. :-)