Melania Trump Freundinnen on fire

© Emmanuel Dunand/AFP/Getty Images
Melania Trump hat eine Beraterin im Weißen Haus gefeuert. Wäre ja nicht schlimm, wenn das nicht auch noch eine gute Freundin wäre. Und die findet man ja nicht so leicht. Von
Aus der Serie: Gesellschaftskritik

Melania Trump soll ihre Freundin Stephanie Wolkoff gefeuert haben, die im Weißen Haus als Beraterin im Ostflügel tätig war. Gefeuert sagt man im Deutschen ja nun sehr ungern, weil es klingt wie aus einem schlecht synchronisierten US-Film. Da aber die Geschehnisse im Weißen Haus einem schlecht synchronisierten US-Film gleichen, finden wir Human-Ressources-Manager aus der Gesellschaftskritik das in diesem Fall vertretbar.

Die nun also ehemalige Beraterin von Melania soll für die Inauguration von Donald Trump extra eine Firma gegründet haben, und mehr als 100 Millionen Dollar aus ebenjenem Ostflügel geblasen haben. In einem US-Film wäre das zwar auch nicht wenig Geld, aber nicht so viel wie in der Realität der Menschen in den USA. Vorwurf jetzt natürlich: Vetternwirtschaft! Oder, weil der mächtigste Mann der Welt davon offenbar nichts wusste und wir HR-Managerinnen auch gern korrekt gendern: Cousinenwirtschaft!

Doch viel schlimmer rührt uns an, dass wegen dieser 100 Millionen Dollar eine Freundschaft zerbricht. Gerade wenn man nicht mehr im Alter für einen "March for our Lifes" ist, weiß man, wie schwer es ist, Freundinnen fürs Leben zu finden. Freundinnen, die für dieselbe Sache kämpfen. Freundinnen, die einen abends anrufen und fragen, ob man sie noch mal so zusammenscheißen kann wie gestern, das habe so gut getan. Freundinnen, die einem wirklich sagen, wann man an der falschen Adresse ist, und das nicht nur beim Internetshopping. Freundinnen, die einem sagen, dass man im Jogger mit strähnigen Haaren ganz wunderschön aussieht. Aber die Dauerwelle vielleicht keine so gute Idee war. Freundinnen, die einem ernsthaft vom Waxing abraten, weil es wirklich weh tut. Freundinnen, die einen vor Gehaltsverhandlungen in die Mangel nehmen und erst wieder loslassen, wenn da noch mehr geht. Freundinnen, die einem vor dem Porzellan auf der Damentoilette die Haare zur Seite halten, weil der letzte Gin Tonic dann doch zu viel war. Und Freundinnen, die einen davor warnen, dass man mit bestimmten Freundinnen vielleicht keinen 100-Millionen-Deal schließen sollte.

Solche Freundinnen findet man bei der Arbeit, beim Sport, auf der Straße, auf einer Party, in einer Bar. Aber nicht im Weißen Haus. Deshalb ist es auch nur folgerichtig, dass Melania Trump Stephanie Wolkoff als Beraterin gefeuert hat. Wir hoffen dennoch, dass sie ihr wenigstens die Freundschaft in aller Form gekündigt hat.

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