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Queen Elizabeth II Hut ab!

5.000 Hüte soll Königin Elizabeth II besitzen – aber nicht alle sind noch zeitgemäß. Die besten deutschen Hutmacherinnen würden der Queen folgende Modelle empfehlen. Von

Der Hut der Königin ist mehr als nur ein Kopfschmuck: Alles so wie früher, das ist seine Botschaft. Er ist ein Symbol für die Unsterblichkeit der Monarchie. Auch während ihres Staatsbesuchs in Deutschland wird sich die Queen nicht hutlos zeigen. Aber was, wenn im Gepäck die Hüte für Spreefahrt, Gartenparty und Staatsbankett vergessen würden? Wo gäbe es Ersatz? Wir haben die fünf besten Hutmacherinnen des Landes um exklusive Entwürfe für den königlichen Kopf gebeten.      

"Die Queen darf auch mal ausbrechen"

Hutmodell aus Reisstroh von Nicki Marquardt © Nicki Marquardt

Die Münchner Hutmacherin Nicki Marquardt ist Spezialistin im Bortennähen. Bei dieser alten Technik wird ein einzelnes, geflochtenes Endlosband spiralig zu einem Hut genäht. Ähnlich wie beim Töpfern auf der Drehscheibe lässt sich so die Form leicht modellieren. Seit 20 Jahren widmet sich Marquardt diesem Handwerk als eine von wenigen verbliebenen Expertinnen in Deutschland. "Die Queen darf auch mal ausbrechen", findet Marquardt. Für ihren Entwurf hat sie das für die Queen typische zylindrische Modell zu einer fließenderen Silhouette aus sommerlichem Reisstroh verformt. "Ein Hut soll Spaß machen, ein Augenzwinkern sein", sagt die Münchner Modistin. "Er verleiht seiner Trägerin etwas Exzentrisches."

Dieser Hut hat ihr gefehlt

Ein Mottled-Hut in Beerenfarben von Susanne Bänfer © Susanne Bänfer

Für ihren Entwurf für die Queen hat sich Susanne Bänfer, Modistin aus Frankfurt am Main, ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Etwas Neues soll es sein, ein Hut, der der Queen in ihrer Sammlung von geschätzt 5.000 Kopfbedeckungen noch fehlt. "Die Queen liebt kräftige Farben", sagt Bänfer, "deshalb muss der Hut natürlich bunt sein. Als Material habe ich Mottled gewählt, zu Borten geflochtenes Weizenstroh. Nach meiner Recherche besitzt Elizabeth II noch keinen Mottled-Hut." Wichtig sei vor allem die breite Krempe, sagt Bänfer. Sie schmeichele der eher rundlichen Gesichtsform der Königin.

"Ein Hut darf nicht nach Karneval aussehen"

Modell in hellem Mauve von Teresa Gaschler © Teresa Gaschler

Leichtigkeit, sagt Teresa Gaschler, sei beim Hutdesign essenziell. "Ein Hut soll kleiden, nicht verkleiden", findet die Hutmacherin aus Hamburg, die schon für den berühmten Londoner Modisten Philip Treacy gearbeitet hat. Für die Queen hat Treacy natürlich auch schon entworfen – und für Alexander McQueen, etwa einen gigantischen Schmetterlingsschwarm als Kopfschmuck. Darf ein Hut eigentlich so humorvoll sein? "Ein Hut darf nicht nach Karneval aussehen", sagt Teresa Gaschler. "Er sollte nicht aufgesetzt wirken." Ihre Kreation für die Königin passt gut zum Programmpunkt Spreefahrt, die Elizabeth II am Donnerstag unternehmen wird: ein Modell in hellem Mauve, mit seitlich aufgeschlagener Krempe und Garnitur aus grafischen Papierblüten.

"Ihren Stil würde ich niemals verfremden"

Klassische Form, grafische Blüten: Der Entwurf von Fiona Bennett © Fiona Bennett

Sie wird die Queen persönlich treffen: Fiona Bennett steht auf der Gästeliste der Gartenparty, die am Donnerstag von der britischen Botschaft in Berlin ausgerichtet wird. Deutschlands bekannteste Hutmacherin wuchs in Brighton auf, lebt aber seit vielen Jahren in der deutschen Hauptstadt. "Ich mag humorvolles, intelligentes Design", erklärt Bennett ihren Entwurf für Elizabeth II. "Den Stil einer Kundin würde ich aber niemals verfremden. Die Queen bewegt sich vor allem auf sehr formellen Veranstaltungen. Da hat der Hut sicherlich auch eine Schutzfunktion." Nicht nur für ihre feinen Kopfbedeckungen, auch für ihren farbenfrohen Kleidungsstil ist die Königin bekannt. Fiona Bennett erinnert sie an ihre Großmutter, die gerne rosa- und fliederfarbene Kostüme trug. Mit passendem Hut, versteht sich.

Ein Hauch von Witz

Hutmodell aus lichtdurchlässigem Sisal von Andrea Curti © Mary Audrey Ramirez

"Trullig" findet die Berliner Modistin Andrea Curti die Hüte der britischen Königin und empfiehlt ihr zur Abwechslung ein runderes Modell in sogenannter Ententeich-Form aus lichtdurchlässigem Sisal. Die breite Krempe soll der Queen einen Sonnenschutz bieten. "Ich mag einen Hauch von Witz", sagt Curti. Die Maßanfertigung eines neuen Huts beginnt in ihrem Atelier stets mit einer Analyse der Gesichtsform und Statur der Kundin. Wer etwa ein schmales, längliches Gesicht hat, sollte keine hohe Hutform wählen, weil sie das Gesicht zusätzlich verlängert. Extravagant darf der Hut ruhig sein – nur albern sollte er nicht werden. "Ich wurde mal gefragt, ob ich einen Lederhut in Form des Brandenburger Tors mache könne", erzählt Curti. "Aber ich entwerfe keinen Blödsinn."

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