16 Stunden Flug nach Buenos Aires, dann noch einmal dreieinhalb Stunden bis Ushuaia im argentinischen Feuerland. Der Ort mit seinen 50.000 Einwohnern bezeichnet sich als die südlichste Stadt der Welt. Dahinter verbirgt sich eine Hauptstraße mit tristen Touristenshops, drei Museen - eines im ehemaligen Zuchthaus -, ein paar Straßenzüge mit kleinen Häuschen und schließlich: die Mole, wo die Kreuzfahrtschiffe anlegen. Wir laufen durch den Beagle-Kanal aus, benannt nach dem britischen Forschungsschiff "Beagle", auf dem einst Charles Darwin Dienst tat. Dann geht es in die Drake Passage, der Königin Elisabeths I. treuer Pirat Francis Drake den Namen gab. Er war damals auf der Suche nach der legendären Terra Australis, von der schon die alten Griechen raunten. Die Drake-Passage, wo die warmen und kalten Wassermassen aufeinandertreffen, ist in der Regel stürmisch und rau, ein gefürchtetes Gewässer. Wir haben Glück: Die Temperaturen sind mild, die See ist ruhig. Die HANSEATIC braucht einen ganzen Tag, um die Passage zu durchqueren - bis sie am dritten Tag vor Penguin Island Anker wirft.Zum ersten Mal unterziehen wir uns der Prozedur, die in den folgenden Tagen zur Routine wird: Thermowäsche und dicke Socken an, über die Hose eine Wasserhose, in die hohen Gummistiefel geschlüpft. Dann noch die Schwimmweste angelegt und elektronisch ausgecheckt. Immer acht oder zehn in die Zodiac-Schlauchboote. Anlandung, wobei man meist ein Stück durchs Wasser waten muss. Dann wieder Einbooten, Einchecken, das Ausflugs-Outfit ablegen.Auf Pinguin Island gibt es, wie könnte es anders sein, Pinguine, Pinguine, Pinguine... Eselspinguine, die ihren Namen dem Ih-Ah ihrer Brunftrufe verdanken. Auch Adelie-Pinguine, Zügelpinguine, ganze Kolonien.Es sind putzige Tiere.