Technik Digitales Kino
Bits statt Zelluloid
Bits und Bytes vom Set bis auf die Leinwand – digitales Kino wird seit einigen
Jahren als Zukunft Hollywoods angepriesen. „Die Rache der Sith“ (auch „Episode III“
genannt), der
voraussichtlich letzte Teil der „Star Wars“-Saga, beweist: Ganze Blockbusterfilme lassen sich produzieren und vorführen, ohne dass ein
einziger Meter Filmstreifen verbraucht wird. Doch „Star Wars“-Regisseur George Lucas und sein
Produzent Rick McCallum wollten eigentlich schon viel weiter sein. Wenn am 19. Mai „Episode III“
anläuft, zeigt die große Mehrzahl aller Kinos sie mit der herkömmlicher Technik, die im
Prinzip mehr als ein Jahrhundert alt ist. Bei Kunstkino und Werbung hingegen ist die
Bitprojektion längst auf dem Vormarsch: Über vierzig deutsche Programmkinos präsentieren seit
März 2005 europäische Dokus, die auf Festplatte ausgeliefert werden. Später einmal sollen sie
per Satellit übertragen werden.
Zwei Konzepte stehen sich gegenüber: D-Cinema, Hollywoods
Traum vom digitalem Kino mit merklich besserer Bildqualität, lässt sich technisch noch gar
nicht umsetzen. Bei E-Cinema, der europäischen Variante, geht es hauptsächlich um die
billigere und einfachere Verteilung von Filmen. Der Bruch in der Medientechnologie soll die
Vielfalt im (Kunst-)Kino erhöhen.
Filmwissenschaftler berichten unterdessen von einem
Paradox: Die neue Technik bringt andere, kühlere Bilder hervor. Der digitale „Look“ wirkt nicht authentisch auf die Zuschauer. Daher greifen viele
Regisseure, die schon digital aufnehmen, zu einem simplen Trick. Nach dem Schnitt rechnen sie
Kratzer, Staub und Wackler in die Datei hinein – damit auch Bits und Bytes wie
echtes Kino aussehen.
Wenn Sie selbst den Unterschied selbst sehen wollen:
Hier finden Sie eine Deutschlandkarte
mit den
Programmkinos, die digitale Filme auch von der Festplatte zeigen.
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