Welt 2050 - Energie Teure Energie
Wie will die Menschheit ihren weiter wachsenden Energiebedarf decken, wenn gleichzeitig die natürlichen Ressourcen wie Öl und Gas zur Neige gehen? Energie wird auf jeden Fall teurer werden, und unsere wichtigste Energiequelle wird die Energie sein, die wir nicht verbrauchen.
1. Gibt es 2050 noch genug Öl?
Die Prognosen sind drastisch. Vermutlich noch in diesem Jahrzehnt, prophezeit eine eingeschworene Gemeinde von Geologen, werde das Maximum der Ölförderung erreicht: der so genannte Peak Oil. Von da an könnten die Ölmultis nicht mehr genug pumpen, um die Weltwirtschaft am Laufen zu halten. »Dieses Datum wird wahrscheinlich einen bedeutenden historischen Wendepunkt darstellen«, warnt Colin Campbell, Ex-Ölmanager und Wortführer der Peak-Oil-Mahner.
Es ist nicht das erste Mal, dass unserer Zivilisation die »Grenzen des Wachstums« prognostiziert werden. Doch seit 2003 hangelt sich der Ölpreis immer höher. Und das Gefühl macht sich breit, der Zivilisation könne tatsächlich ihr Lebenssaft ausgehen. Seither überbieten sich Politiker mit Strategien »weg vom Öl«.
Die Branche ist Endzeitprognosen gewohnt. Schon 1914 erklärte das US-Bergbauamt, der Rohstoff reiche weltweit nur noch zehn Jahre. In den 60ern ging man von 40 Jahren aus - und diese Schätzung blieb bis heute konstant: noch 40 Jahre. Den Ingenieuren gelang es stets, neue Vorkommen aufzuspüren und vor allem die Ausbeute zu steigern: Konnten sie einst höchstens 20 Prozent des Öls aus einem Bohrloch pumpen, sind es heute 30 bis 35 Prozent.
Doch das Argument der Peak-Oil-Propheten ist ein anderes: Das Öl mag noch so lange reichen, entscheidend sei der Fördergipfel. Ist dieser erst mal erreicht, könne die Nachfrage nicht mehr gestillt werden. Auch das Bundesamt für Geologie und Rohstoffe (BGR) in Hannover erwartet den Peak Oil - wenn auch erst in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre. Dann sei »ein sukzessiver Rückgang der Förderung vorprogrammiert«. Immerhin räumt das BGR ein, dass die Erschließung »unkonventioneller Ölquellen«, etwa von Ölsanden, den Gipfel noch hinausschieben könnte.
Ökonomen erschließen sich die Sorgen der Geologen ohnehin nicht. »Es ist ja noch viel Öl im Boden, das bei höheren Ölpreisen gefördert werden kann«, sagt Klaus Matthies, Rohstoffexperte des Hamburger Wirtschaftsinstituts HWWA. Der Unterschied zwischen Geologen und Ökonomen sei eben, »dass wir auf die Wirkung des Preises vertrauen«. Soll heißen: Ist der Preis nur hoch genug, findet sich schon ein Ausweg.
So glauben viele Experten, dass sich mit mehr Geld die Ölausbeute der alten Quellen drastisch verbessern lasse. Zur Not könne man Gas verflüssigen. Sogar Kohle lasse sich für 60 Dollar pro Barrel in Sprit verwandeln. Selbst die stets ums Wirtschaftswachstum besorgte Internationale Energieagentur (IEA) ist überzeugt, dass es mehr als genug Öl gibt, um den rasch steigenden Bedarf auch bis jenseits der 2030er Jahre zu decken.
Die Frage ist eher: Wie lange sind wir bereit, den hohen Preis fürs Öl zu zahlen? Nicht nur den an der Zapfsäule, sondern auch die ökologischen und außenpolitischen Kosten? Der einstige Energieminister Saudi-Arabiens Scheich Jamani, Mitbegründer der Opec, dürfte Recht behalten: »Die Steinzeit ging nicht aus einem Mangel an Steinen zu Ende, und auch das Ölzeitalter wird einmal enden, aber nicht aus Mangel an Öl.«
2. Wie sieht der Übergang zu den erneuerbaren Energien aus?
Die Energieversorgung im Jahr 2050 zu prognostizieren sei die »Eine-Million-Dollar-Frage«, sagt Hans-Joachim Ziesing vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Selbst die IEA wagt ihren World Energy Outlook nur bis 2030. Für die Zeit danach existieren bloß spekulative »Szenarien«.
Klar ist: Wir stehen vor dem Ende des Ölzeitalters. Irgendwann um 2050 herum werden die erneuerbaren Energien wahrscheinlich das Öl als wichtigste Energiequelle ablösen - nicht nur, weil sie klimafreundlicher, sondern weil sie billiger sind. Und bis Ende des Jahrhunderts werden sie die fossilen Energien endgültig verdrängt haben. Darin sind sich die Experten weitgehend einig, weil technische Fortschritte die Preise von Wind- und Sonnenenergie kontinuierlich sinken lassen. An windreichen Standorten in Schottland kann man heute schon konkurrenzfähig Windstrom erzeugen - ganz ohne Subvention.
Nur wie verläuft der Übergang? Werden politische Krisen die Ölversorgung behindern? Setzt sich die Liberalisierung fort, oder mischen sich die Regierungen wieder stärker ein? Und welche Rolle spielt der Klimaschutz? Die Annahmen darüber prägen entscheidend den Verlauf der Szenarien.
Lange Zeit herrschten selbst im kapitalistischen Westen halbstaatliche Monopolfirmen über die Energie, setzten auf große Kraftwerke für große Versorgungssicherheit. Doch seit der Öffnung der Energiemärkte in den 1980ern sind hocheffiziente Gaskraftwerke auf dem Vormarsch: Sie sind flexibler und weniger kapitalintensiv als Atom- und Kohlemeiler.
Während das Öl beim Transport vorerst dominieren wird, glauben die meisten Experten, dass Erdgas die »Brückenenergie« (Shell) darstellt, die den Übergang ins »Sonnenzeitalter« ermöglicht. Bis etwa 2030 würden demnach Öl und Gas den wachsenden Energiebedarf stillen, danach würden die erneuerbaren Energien den Zuwachs mehr und mehr auffangen.
Die beiden Szenarien des Shell-Konzerns stellen die Bandbreite dieser Erwartungen dar. Während die Prognostiker im Szenario Dynamics as Usual eher von einer ökologisch bewussten, man könnte sagen: europäischen Marschroute ausgehen, beschreibt das Szenario The Spirit of the Coming Age eher den technikbegeisterten Weg, den »American Way«.
3. Wird es Kriege um Energie geben?
Gut möglich. Der Optimismus der IEA in Bezug auf die Ölförderung stützt sich vor allem auf Saudi-Arabien: Das Königreich könne bis 2030 seine Förderung auf gut 18 Millionen Barrel pro Tag verdoppeln. Was aber, wenn die Saudis nicht mehr wollen - oder nicht mehr können?
Zwei Drittel des Mineralöls und ein Drittel des Erdgases lagern im Nahen Osten. Nimmt man die Region ums Kaspische Meer hinzu, konzentrieren sich in dieser so genannten Rohstoff- und Energie-Ellipse 70 Prozent der Öl- und 65 Prozent der Gasreserven der Welt.
Die EU-Kommission ist schon länger darüber besorgt, dass die EU bis 2030 zu 90 Prozent von Ölimporten abhängig sein wird - 2000 waren es noch 76 Prozent. Auch die USA und China müssen immer mehr importieren. Der Politologe Frank Umbach von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik warnt bereits vor »Europas nächstem Kalten Krieg«.
Russland hat erst zum Jahreswechsel gegenüber der Ukraine deutlich gemacht, dass es Erdgas auch als Waffe versteht. So ein Vorgehen ist freilich zweischneidig: Schon die arabischen Opec-Staaten mussten den Einsatz der »Ölwaffe« in den 1970ern bitter bereuen. In der Folge förderte der Westen mehr Öl und sparte Energie - und die Araber verloren Marktanteile.
»Zehn der 14 führenden Rohöl exportierenden Staaten können als innenpolitisch instabil eingestuft werden«, urteilt Umbach. Vor allem Terroranschläge könnten verheerende Lieferengpässe auslösen. Al-Qaida hat bereits das saudische Ölverarbeitungszentrum Abqaiq ins Visier genommen. Erst im Februar musste der paramilitärische Wachschutz der Anlage einen Anschlag der Terroristen abwehren. Dennoch vertraut alles auf die Ölförderung im Nahen Osten. »Wenn das nicht funktioniert«, warnt der auf Energieprojekte spezialisierte Banker Matthew Simmons, »gibt es keinen Plan B.«
4. Wird die Kernenergie eine Renaissance erleben?
»Wenn man in Deutschland aus der Kernkraft aussteigt und auch noch die Kohle zurückführt, dann wächst die Abhängigkeit von Öl und Gas.« Diese Sorge treibt nicht nur Frank Umbach um. In den USA wurden die genehmigten Laufzeiten vieler Meiler beträchtlich verlängert, Finnland baut gerade den ersten Reaktor in der EU seit einem Jahrzehnt. Dennoch bleibt die weltweite Bedeutung der Kernkraft gering: Die 441 Kernreaktoren haben derzeit bloß einen Anteil von 6,5 Prozent am Primärenergieverbrauch. Außerdem behindert die ungelöste Entsorgungsfrage den Ausbau.
Ausgerechnet der Umweltschutz bringt der Kernkraft neue Sympathien. Der Chefwissenschaftler der britischen Regierung, David King, ist einer von vielen, der neue Atommeiler verlangt, um den Kohlendioxidausstoß zu senken und so Zeit zu gewinnen, bis mehr erneuerbare Energiequellen verfügbar sind. Eine neue Generation von Kraftwerken soll zudem die gefährliche Kernschmelze physikalisch unmöglich machen. Derzeit forschen zehn Nationen unter Führung der USA an dieser »vierten Generation«. Im Januar kündigte Frankreichs Präsident Jacques Chirac einen Prototyp bis 2020 an.
Die Ökonomen sind skeptisch. Der Bau eines Kernreaktors ist für nicht mehr monopolistisch strukturierte Konzerne eine riskante Investition: Ein typischer 1-Gigawatt-Reaktor kostet zwei Milliarden Dollar, und es dauert mindestens fünf Jahre, bis er steht - oft verzögert sich der Bau, was ins Geld geht. Ein vergleichbares Gasheizkraftwerk kostet nur ein Viertel und steht in weniger als zwei Jahren. So kommt etwa das Massachusetts Institute of Technology zu dem Schluss, dass neue Atommeiler ohne Subventionen nicht möglich sind.
Doch manche Staaten sind entschlossen, diesen Preis zu zahlen: um das Klima zu schützen, die Versorgung zu sichern - oder um an die Atombombe zu kommen. Auch in Deutschland werden 2050 vielleicht noch Kernkraftwerke in Betrieb sein, denn die neue Angst um die Versorgungssicherheit stellt den Ausstieg infrage - und lange Restlaufzeiten erleichtern den Widerruf. Insgesamt rechnet Timon Wehnert vom Berliner Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) jedoch »nicht mit einem erheblichen Anstieg des Anteils der Kernenergie«. Eine Reaktorkatastrophe oder ein Terroranschlag könnte die Zunft zudem erheblich zurückwerfen. Gut möglich, dass stattdessen die Kohle eine neue Blütezeit erlebt - vor allem wenn es gelingt, das CO2 kostengünstig am Kraftwerk in die Erde zu pumpen, die so genannte Sequestrierung.
5. Wird es Solarfarmen in der Sahara geben?
Der Begriff »Solarfarmen« stammt aus den späten 80ern, als Sonnenvisionäre die ganze Welt mit Solarzellenstrom aus den Wüsten beglücken wollten. Zwar sinken die Preise für Solarzellen, aber nicht schnell genug. Bessere Aussichten hat die Low-Tech-Schwester der Fotovoltaik, die Solarthermie. Dabei werden Sonnenstrahlen mit Spiegeln auf Rohre oder Kugeln fokussiert, in denen Öl oder schlicht Luft erhitzt wird. Damit treibt man einen Generator an, der elektrischen Strom erzeugt. Dank neuartiger Wärmespeicher könnte der Solarstrom auch in der Nacht fließen.
Solarthermie steht ebenso wie die Windkraft bereits kurz davor, an guten Standorten ohne Subventionen konkurrenzfähig Strom zu erzeugen. Spanien, Marokko, Algerien und Ägypten planen bereits Anlagen. »Solarthermische Kraftwerke in Nordafrika könnten 2050 einen Anteil von zehn Prozent am deutschen Strommix haben«, schätzt Wolfram Krewitt, Energieforscher am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln. Viel mehr als zehn Prozent werden es aber kaum werden. Denn die nötigen Hochspannungsmasten für den Stromtransport nach Europa bieten ein leichtes Anschlagsziel.
6. Womit werden unsere Autos fahren?
In den 1990er Jahren tauchte die Vision vom Brennstoffzellenauto auf, das, mit Wasserstoff angetrieben, keine Abgase außer Wasser ausstößt. Nun ist Wasserstoff keine Energiequelle, sondern ein Energieträger, der bislang nur unter unakzeptabel großen Umwandlungsverlusten hergestellt werden kann. Seine Produktion ergibt daher nur Sinn, wenn man billige und klimafreundliche Strommengen übrig hat.
Manfred Fischedick vom Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie schätzt deshalb, dass 2050 zwei Drittel aller Autos noch mit Benzin und Diesel fahren werden. Dem Sprit wird vermutlich ein größerer Anteil an Biokraftstoffen beigemischt sein, die Hybridtechnik dürfte eine größere Rolle spielen. Der Rest der Autos könnte mit Brennstoffzellen fahren, die mit Erdgas oder Biogas anstatt mit reinem Wasserstoff betankt werden - das ist billiger. Die größte Aufgabe sei es, die Autos sparsamer zu machen, sagt Fischedick. »Auch ein Wasserstoffauto nutzt nichts, wenn es 20 Liter verbraucht.«
Es könnte auch anders kommen, wenn die Politik nur will: In einer vom Pentagon finanzierte Studie rechnete der Energieexperte Amory Lovins, Gründer des Rocky Mountain Institute, vor, wie etwa die USA schon 2050 vom Öl unabhängig sein könnten (siehe »Orakel« ).
7. Was wird 2050 die wichtigste Energiequelle sein? /
So paradox es klingen mag, die wichtigste Quelle wird der vermiedene Verbrauch sein. Amory Lovins prägte in den 1970ern erstmals den Begriff »Negawatt« - für »eingesparte (Mega-)Watt« an Kraftwerksleistung. Während die Energiekonzerne das »Energieproblem« heute immer noch durch mehr Kraftwerke lösen wollen, fragte Lovins erstmals nach dem Nutzen für den Verbraucher: »Die Kunden wollen keine Kilowattstunden«, stellte er fest, »sie wollen heiße Duschen und kaltes Bier.« Oft sei es billiger und einfacher, durch effizientere Nutzung des Stroms ein »virtuelles Einsparkraftwerk« zu bauen, das eben »Negawatt« statt Megawatt produziere.
So geht zum Beispiel ein Drittel des Stromverbrauchs in der EU auf das Konto von - überwiegend veralteten - Elektromotoren in der Industrie. Elektronisch geregelte Motoren sind zwar teurer, verbrauchen aber oft nur halb so viel Strom. Das European Copper Institute hat ausgerechnet, dass die europäischen Unternehmen bis zu zehn Milliarden Euro höhere Gewinne erzielen würden, verschrotteten sie nur ihre alten Motoren. Nebenbei würden bis 2025 rund 30 Atomreaktoren überflüssig.
Trotz Wirtschaftswachstums schätzt Peter Hennicke, Präsident des Wuppertal-Instituts, dass »bis Mitte des Jahrhunderts der Primärenergieverbrauch pro Kopf in Deutschland um etwa zwei Drittel verringert werden« kann. Mit Lovins errechnete er das Faktor-4-Szenario »doppelter Wohlstand bei halbem Naturverbrauch«. Danach könnte die Welt 2050 mit sehr viel weniger Energie auskommen als heute - vorausgesetzt, die Möglichkeiten zu mehr Energieeffizienz werden radikal genutzt.
Wie die EU auch unter weniger idealen Bedingungen als im Faktor-4-Szenario Energie effizienter nutzen kann, illustriert das Energy Revolution Scenario für Europa, das das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt im Auftrag von Greenpeace durchgerechnet hat. Hier wird 2050 knapp die Hälfte des prognostizierten Bedarfs durch »Negawatt« ersetzt.
8. Woher wird die Energie für Deutschland stammen?
Hält Deutschland am Atomausstieg fest (was fraglich ist, siehe Frage 4), könnte 2050 ein Drittel des Energieverbrauchs oder mehr aus erneuerbaren Quellen stammen - das schätzte die Bundestags-Enquetekommission »Nachhaltige Energieversorgung« im Jahr 2002. Den Rest teilten sich Gas, Öl und Kohle. Ein Wiedereinstieg in die Kernkraft würde die erneuerbaren Energien sowie die Kohle zurückdrängen - und triebe den Verbrauch hoch. Denn Atommeiler rechnen sich nur, wenn sie möglichst rund um die Uhr unter Volllast laufen, was die Energieeffizienz untergräbt.
Geht heute die meiste Energie für Wohnen und Auto drauf, spielt 2050 zumindest Heizenergie keine große Rolle mehr: Vertraut man einer groß angelegten Umfrage unter europäischen Energieexperten, der EurEnDel-Delphistudie, so werden Niedrigenergiehäuser ab etwa 2025 Standard sein. Perfekte Isolierung, Luftklimatisierung über das Erdreich und große Südfenster lassen den Heizbedarf gegen null sinken. Zwar sind die Autos 2050 sparsamer, dafür fliegen wir vier- bis siebenmal so viel wie heute. Mobilität werde am stärksten zu Buche schlagen, vermutet Fischedick.
Biogas und Erdwärme haben in Deutschland einen Trend zu kleineren Kraftwerken ausgelöst. Zudem kann man fossile Brennstoffe besser ausbeuten, wenn man auch die Abwärme der Stromerzeugung nutzt. Dieses Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) genannte Prinzip funktioniert aber nur, wenn die Wärme in der Umgebung genutzt werden kann, weil sie sich schlecht transportieren lässt. Deshalb finden kleine Gas-KWK-Anlagen für Stadtteile, Wohnblöcke oder sogar Einfamilienhäuser wachsenden Absatz.
Laut Delphistudie erwarten die Experten, dass 2020 bereits 30 Prozent des Stroms in Europa aus solchen Kleinkraftwerken stammen - man spricht auch von Micropower. »Wir reden davon, die Stromerzeugung in ein Consumer-Produkt zu verwandeln, das man im Baumarkt kaufen kann«, sagt Dave Sowden vom britischen Micropower Council. Eine Revolution von unten.
9. Werden alle Menschen auf der Erde genug Energie haben?
Rund 2,4 Milliarden Menschen leben nach Schätzungen der IEA praktisch noch im Holzzeitalter. In den ländlichen Regionen Schwarzafrikas, Indiens und Südostasiens gibt es meist keine Elektrizität. Fürs Kochen und Heizen werden Holz, Stroh, Dung und nicht selten Müll verwandt. Die Schadstoffe aus den traditionellen Öfen kosten laut WHO jährlich 2,5 Millionen Menschen frühzeitig das Leben - weit mehr, als etwa der Malaria zum Opfer fallen. Die IEA schätzt, dass der Anteil der Menschen in solcher »Energiearmut« bis 2030 dank des wachsenden Wohlstands zwar sinken, die absolute Zahl aber um 200 Millionen zunehmen wird - vor allem in Schwarzafrika.
In den Industrienationen nimmt der Energiebedarf kaum noch zu. Anders im Süden der Welt: Gerade in der ersten Phase der Industrialisierung steigt der Bedarf enorm. Die Fähigkeit der Entwicklungs- und Schwellenländer, aufzuholen, allen voran China und Indien, bestimmt also entscheidend den künftigen Energieverbrauch (siehe Grafik auf Seite 55) - und alle Probleme, die daran hängen. Je gerechter die Welt, desto größer der Treibhauseffekt.
10. Gibt es noch Hoffnung auf eine umweltfreundliche und unerschöpfliche Energiequelle?
»Too cheap to meter« - »zu billig, um den Verbrauch zu messen«. Mit diesem Versprechen lockten uns einst die Propheten der Kernspaltung. Später kam die Vision der »wahren Sonnenenergie« hinzu, der Kernfusion. Die Forscher glaubten, die Fusion binnen 30 Jahren zähmen zu können. Heute glauben sie, noch knapp 50 Jahre zu benötigen.
An dem Fusionsprojekt Iter (International Thermonuclear Experimental Reactor) beteiligen sich die EU und acht weitere Nationen, darunter die USA, Russland, Indien und China. An spottbillige Fusionsenergie glaubt indes niemand mehr, und auch die Forschung ist teuer. Laut Enquetekommission sind »bis zur möglichen Realisierung« noch 60 bis 80 Milliarden Euro fällig.
Die Kernfusion könnte ein Joker sein, um fossile Brennstoffe abzulösen, falls die erneuerbaren Energien sich nicht wie erhofft entwickeln. Faktisch aber haben Wind, Solarthermie und Geothermie bessere Perspektiven.
Billige Energie im Überfluss - das ist der alte Traum der Ingenieure. So viele Übel der Welt, von Armut bis Wassermangel, ließen sich beseitigen. Doch das Energiewunder wird wohl ausbleiben. Wir werden stattdessen 2050 einen so breiten Mix von Energiequellen erleben wie nie zuvor in der Geschichte. »Too cheap to meter« wird keine von ihnen sein.
ZEIT Wissen
Serie: Welt 2050
Gefühlte Zukunftsaussichten: mäßig. Die Stimmung ist nicht gut im Land. Aber wie sehen die Fakten aus? Niemand kann vorhersehen, wie die Welt im Jahr 2050 aussehen wird, aber es gibt Szenarien der Wissenschaftler. Die präsentieren wir Ihnen in diesem Jahr in sechs Folgen.
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- Datum 10.08.2006 - 05:26 Uhr
- Quelle ZEIT Wissen 03/2006
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zwei punkte zu dem kommentar uran reicht nur noch 60 jahre
1. durch mox-elemente also zugabe von 1% plutonium wird pro element 2/3 uran eingespart. Deutschland lagert mehr als 10t plutonium in Frankreich.
Die eigentliche Reichweite kann durch nicht mehr benötigtes Waffenplutonium und durch Wiederaufarbeitung stark gestreckt werden. Desweiteren greift auch hier die marktwirtschaft mit steigenden preisen für andere Energiearten darf auch der Förderpreis für Uran steigen und damit werden bisher nicht förderbare Vorkommen interessant.
2. mit thorium können Hochtemperaturreaktoren gebaut werden.
dies wurde in D auch getan und dann wieder nach einem Störfall beendet. in südafrika und china laufen solche projekte. sie sind deswegen so interessant, weil sie teure prozesswärme mit 1000°C erzeugen können. Damit können sie dann ein Kraftwerk mit hohem Wirkungsgrad betreiben oder sie für Giessereien und andere Hochtemperaturprozesse zur Verfügung stellen. Thorium hat eine erheblich höhere Reichweite als Uran. Werden solche Reaktoren statt Uran-Reaktoren gebaut erhöht sich die Reichweite von Uran zusätzlich.
3. Kernreaktoren sind Geldmaschinen für große Konzerne.
Sie sind zur Zeit trotz erheblicher Laufzeit im Schnitt mindestens 2 Milliarden Euro und höchstens 5 Milliarden Euro wert. Wir sprechen vom Gesamtwert von 1100 Milliarden bis zu 2750 Milliarden Euro. Diesen Wert lassen sich nur Unternehmen in D entreissen, ansonsten werden die jetzigen Reaktoren grossteils 60 Jahre laufen.
Die modernsten KKW in Deutschland verdienen pro 1000 MW ca 300 Millionen Euro im Jahr. Weltweit geht es also um 150 Milliarden Euro Gewinn für Energieunternehmen.
4. Ob jetzt 5000 Tonnen Strahlungsmüll entsorgt werden muss oder 10000 Tonnen ist für ein Endlager unerheblich.
Die KKW laufen seit 30 Jahren. Wenn sie wirklich so unsicher wären, dann dürften sie überhaupt nicht laufen.
5. Wer ein KKW 1000 MW mit 8000h Jahresleistung ersetzen muss, mit einem Gaskraftwerk als zur Zeit effizientesten Alternative muss dann 1700 MW an Gas importieren, um 1000 MW Strom zu erzeugen. Macht dann bei 3 cent/kwh 400 Millionen Euro pro 1000 MW.Die komplette KKW-Flotte von 30 GW würde damit bei 60$/Barrel Öl mit gleichteurem Erdgas zu ersetzen würde dann 12 Milliarden Euro kosten. Die Abhängigkeit von Russland und Co. würde signifikant steigen.
Alternativ haben Schröder, Müller, Clement und Co. Kohlekraftwerke mit entsprechenden CO2-Emissionen eingeplant. Mit 50 /t Steinkohle bei einem Wirkungsgrad von 45% sind 2,2 Millionen Tonnen pro 1000 MW nötig. Für den gesamten KKW-Park wären dann ca 67 Millionen t mehr Kohle nötig und damit 3,4 Milliarden Euro. Dieser Mehrverbrauch würde natürlich zu höheren Weltmarktpreisen von Kohle führen. Wenn am Rand der Kapazitäten gefördert wird, dann kann ein solcher Mehrverbrauch schnell zu einer Verdopplung der Kohlepreise auf dem Weltmarkt führen. Die Konkurrenz zur Kohle auf dem Strommarkt kann dann natürlich auch ihre Preise erhöhen.
Bei empfindlichen Märkten für eine geringe Mehrnachfrage zu erheblich höheren Energiepreisen und kann die Energieimportpreise wie bei Öl gezeigt schnell verdoppeln.
Den schnelle Ausstieg aus Kernkraft werden wir also dreifach bezahlen. Der Gewinn entgeht uns, wegen fehlender Energieeinsparung steigen die Importe. Wegen steigender Importe steigen noch dazu die Weltmarktpreise.
Ich persönlich bin deswegen für eine Verlängerung der Laufzeit auf 40 Jahre und für die modernsten auf 60 Jahre und im Gegenzug, müssten dann RWE und Co. dafür extra zahlen. Mit diesem Geld könnte dann in Energieeinsparung investiert werden. Man bräuchte dann sogar weniger Erdgas und Erdöl und könnte auf die subventionierte heimische Steinkohle problemlos verzichten. Und man würde mit geringeren Weltmarktpreisen belohnt.
Aber nachhaltige Intelligenz ist im Wie und Wann des Auslaufens der Kernenergie ja nicht gefragt. Ich bin übrigens auch für ein Ende der KKWs.
"So geht zum Beispiel ein Drittel des Stromverbrauchs in der EU auf das Konto von - überwiegend veralteten - Elektromotoren in der Industrie. Elektronisch geregelte Motoren sind zwar teurer, verbrauchen aber oft nur halb so viel Strom. Das European Copper Institute hat ausgerechnet, dass die europäischen Unternehmen bis zu zehn Milliarden Euro höhere Gewinne erzielen würden, verschrotteten sie nur ihre alten Motoren. Nebenbei würden bis 2025 rund 30 Atomreaktoren überflüssig."
Ja - oder aber auch 100 Kohlekraftwerke.
"Ein Wiedereinstieg in die Kernkraft würde die erneuerbaren Energien sowie die Kohle zurückdrängen - und triebe den Verbrauch hoch. Denn Atommeiler rechnen sich nur, wenn sie möglichst rund um die Uhr unter Volllast laufen, was die Energieeffizienz untergräbt."
Nicht notwendig - denn die Grundlast wäre wenig bettroffen. Selbstverständlich wäre mit der Kernkraft die Energie insgesamt etwas günstiger zu bekommen. Nein - nicht billiger, sondern nur etwas weniger teurer.
Herzlichst Crest
Zitat: >>So geht zum Beispiel ein Drittel des Stromverbrauchs in der EU auf das Konto von - überwiegend veralteten - Elektromotoren in der Industrie. Elektronisch geregelte Motoren sind zwar teurer, verbrauchen aber oft nur halb so viel Strom. Das European Copper Institute hat ausgerechnet, dass die europäischen Unternehmen bis zu zehn Milliarden Euro höhere Gewinne erzielen würden, verschrotteten sie nur ihre alten Motoren. Nebenbei würden bis 2025 rund 30 Atomreaktoren überflüssig.>Denn Atommeiler rechnen sich nur, wenn sie möglichst rund um die Uhr unter Volllast laufen, was die Energieeffizienz untergräbt.
für das Lovins-Szenario ist eine konsistente Energiebesteuerung nötig.
der verkehr wird folgermaßen besteuert:
1 liter öl = ca 10 kwh
bisher benzin 6,9 cent/kwh +mwst
diesel 4,5 cent/kwh cent+mwst
flüssiggas 1,16 cent/kwh cent+mwst
kerosin privat 6,54 cent/kwh cent+mwst
kerosin gewerblich 0 und mwst nur innerdeutsch
erdgas 1,22 cent/kwh cent+mwst
Heizstoffe für den privaten Verbraucher folgendermaßen
leichtes Heizöl 0,58 cent/kwh cent+mwst
schweres Heizöl 0,23 cent/kwh cent+mwst
kerosin 0 +mwst
flüssiggas 0,44 cent/kwh cent+mwst
erdgas 0,54 cent/kwh +mwst
deutsche kohle subventioniert -1,25cent/kwh cent+mwst
importkohle 0 +mwst
strom 2,1 cent/kwh cent+mwst
strom aus Sonne -50 cent/kwh cent+mwst
strom aus Wind -3 cent/kwh cent+mwst
der preis von rohöl liegt bei 60$/Barrel = 50 Euro pro 1600 kwh bei 3,1 cent/kwh = 31 cent/liter.
solange die übermäßige Besteuerung Tanktourismus fördert und unseren Nachbarn 4 Milliarden Euro schenkt (jeder Luxemburger erhält 100 Euro Tankgeld im Monat von uns dummen Deutschen) und andere verbrauchsarten bevorzugt werden, wird sich an der verschwendung dort nichts ändern.
eine konsistente Besteuerung läge bei 3 bis 4 cent/kwh.
Bei Strom wegen des schlechten Wirkungsgrades der Erzeugung von 40% müsste der Satz bei etwa 10 cent/kwh liegen.
Für die Industrie müssten Regelungen wie in Dänemark greifen, die von Energiesteuern befreien bei sparsamen Verbrauch.
Tanktourismus bei Benzin und Diesel ade und 4 Milliarden mehr in der Volkswirtschaft.
die mehreinnahmen von 40 Milliarden Euro durch die Besteuerung könnten für die konsequente Senkung der Lohnnebenkosten eingesetzt werden. Zum Beispiel wäre die Abschaffung des "Arbeitgeberbeitrags" für alle Löhne bis 1500 Euro/Monat und Ersatz durch einen Staatsbeitrag möglich (rentenzuschuss und Av-zuschuss miteinbezogen).
Dänemark zeigt wie Energie besteuert wird, ohne die Arbeitsplätze zu belasten.
Mit hoher Mehrwert- und Energiesteuern entlasten sie den Faktor Arbeit und erschweren Verschwendung und senken Abhängigkeit von dekandenten Scheichs (arabische Halbinsel), verrückten Diktatoren (Venezuela) und anderen Atom- und Weltmachtgeilen Produkten
der Energieindustrie (siehe Iran und Russland).
Der einzigen Staaten, die viel aus ihrem Öl machen, sind meines Wissens Norwegen und Oman. Die USA müssten gar keins einführen, wenn sie eine eurpäische Verbrauchshöhe hätten.
leider ist dies im Bundestag noch nicht angekommen bzw. die Grünen haben es schon wieder vergessen.
Dagegen steht auch die milliardenschwere Lobby der Energieunternehmen mit ihren mehr als 150 Abgeordneten im Bundestag, die aus dem Einflussfeld dieser Unternehmen für eine entsprechende Energiepolitik rekrutiert wurden.
Diese alte Denkschule wird erst mit dem realen Ableben ihrer Protagonisten Schröder, Clement, Müller, Laurentz-Meyer und vielen anderen das zeitliche segnen.
Leider ist D keine positive Avantgarde und hat sich mit der ideologischen Besteuerung von Diesel und Benzin zum Teil ins Knie geschossen, während in anderen Bereichen "sozial" auf Besteuerung verzichtet wurde. Wer will sich schon mit dem Jet-Set anlegen oder mit der armen Oma von Herrn Schröder?
\N
Die meisten Studien und Prognosen über die Entwicklung von Energiemix und verbrauch sind nicht verständlich oder sie widersprechen sich gegenseitig. So wird weder den einen noch den anderen geglaubt.
Daher möchten wir eine faszinierende Vision für Deutschland in die Diskussion einbringen. Sie lautet:
Deutschland energieautark im Jahr 2040.
Diese Vision definiert ein konkretes Ziel, an dem sich energiebezogene Entscheidungen persönliche, politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche orientieren können. Vor allem aber erzeugt sie Optimimus und zeichnet ein realistisches Zukunftsbild.
Denn mit dem Konzept der Energieautonomie lässt sich die vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien in nur ein bis fünf Minuten erklären.
Wie das gehen soll? Nutzen Sie lediglich folgende Sätze:
Zunächst versucht man, die kleinsten energieverbrauchenden Einheiten - üblicherweise Geräte - weitgehend energieautark zu machen, d.h. zukünftig nicht nur Solartaschenrechner zu entwickeln, sondern auch Solartelefone, -radios, -notebooks usw.
Natürlich kann nicht jedes Gerät energieautark werden, z. B. Waschmaschinen. Daher versucht man anschließend, die nächstgrößere Einheit, d.h. Häuser, weitgehend energieselbständig zu bekommen, beispielsweise mit einer Solaranlage auf dem Dach, Ausrichtung nach der Sonne oder verbesserter Wärmedämmung.
Danach bzw. parallel dazu werden Dörfer und Gemeinden weitgehend energieautonom gemacht, indem sie Biomasse-, Wind-, Geothermie- oder Wasserkraftwerke nutzen. Und schließlich weitet man das Konzept auf Landkreise, Regionen und Bundesländer aus, bis am Ende ganz Deutschland energieautark ist.
Wir haben es dutzendfach ausprobiert, mit durchschlagendem Erfolg. Laien sind meist sofort überzeugt, bei Experten kommen noch ein paar Gegenfragen:
Verkehr? Man kann schon jetzt Biodiesel tanken und verbesserte Biokraftstoffe werden gerade eingeführt. Daneben müssen Autos zukünftig natürlich auch weniger verbrauchen. Im Durchschnitt ist eine Absenkung von derzeit acht auf unter fünf Liter bestimmt nicht unrealistisch.
Industrie? Energieintensive Industrien werden sich in der Nähe von Wasser- oder geothermischen Kraftwerken bzw. Windparks ansiedeln, genauso wie dies früher bei Kohlebergwerken der Fall war.
Städte? Städte werden aus dem Umland versorgt. Hier wird die Umstellung etwas länger dauern, aber der Großteil der deutschen Bevölkerung lebt auch nicht in Großstädten.
Wirkungsgrade, Energiespeicher und -netze? Sobald sich Tausende von Ingenieuren und Forschern konsequent mit diesen Fragen befassen, wird es für alles verbesserte Lösungen geben. Wir müssen auch nicht schon heute das Jahr 2040 im Detail beplanen, die Technik wird noch manch positive Überraschung bieten.
Kosten? Allgemein ist davon auszugehen, dass erneuerbare Energien durch das vorhandene Optimierungspotenzial günstiger werden, während herkömmliche Energieträger aufgrund höherer Umweltschutzauflagen und Ressourcenknappheit teurer werden dürften.
Und sind freiwillige private Investitionen in Solargeräte, eine solarthermische Anlage, geringverbrauchende Autos oder Wärmedämmfenster unter Kosten oder unter persönlichem Nutzen zu verbuchen?
Ist 2040 realistisch? In ein bis anderthalb Generationen besteht genügend Zeit, sich auf die Veränderungen einzustellen. Und jeder kann sofort beginnen! Zudem können zwei langfristige Innovationszyklen durchlaufen werden. Überlegen Sie auch nur, wie sehr sich Deutschland vom Ende des 2. Weltkriegs bis 1980 verändert hat.
Mit ein wenig Hintergrundwissen lassen sich sämtliche Fragen mit zahlreichen Beispielen bereits existierender Technologien und erfolgter Umsetzungen (Bioenergiedorf Jühnde, energieautarke Stadt Gräfenhainichen, Güssen etc.) belegen.
Daneben lassen sich die Vorteile erneuerbarer Energien nennen (Schaffung regionaler Arbeitsplätze in Mittelstand und Landwirtschaft, Exportchancen innovativer und umweltfreundlicher Technologie, Ressourceneinsparung, Klimaschutz, politische Unabhängigkeit, usw.).
Wir sind überzeugt, dass sich mit einer solchen Vision eine unglaubliche gesellschaftliche und unternehmerische Dynamik in Gang setzen lässt, die mit dem richtigen Marketing in kürzester Zeit zum Selbstläufer wird.
Weitere Informationen: www.deutschlandenergieaut...
@ Kristian Petrick
Ihre Webseite ist in der Tat beeindruckend. Autarkie bedeutet freilich keineswegs, ohne Oel, Gas und Kohle auszukommen. Es heisst lediglich mit dem auskommen, was man hat. Deutschland gehoert leider zu den Have-nots, und ist bislang noch auf Energieimport angewiesen, doch gibt es, wie Sie wissen, zahlreiche Laender, die schon immer energieautark waren, von Saudiarabien bis Russland und Kanada. Angesichts Ihrer klugen Vorschlaege, Deutschland
von Energieimporten unabhaengig zu machen, muss der Bau
der Ostseepipeline wie ein Schlag ins Gesicht erscheinen.
alles andere ist eine Illusion.
Es gibt schließlich nicht nur die G8 Staaten, sondern auch 2 Milliarden Menschen, die auf dem Energieniveau der Steinzeit leben. Dazu kommt eine weiteres Bevölkerungswachstum bis zu einem Maximum von ca. 9 Milliarden Menschen.
Wie wollen wir die alle versorgen? Nur mit Wind und Sonne? Oder mit Gas, das auch endlich ist und CO2 verurscht? Das ist allenfalls ein Märchen aus 1000+1 Nacht, aber keine verantwortliche Planung der Energieversorgung.
Die Kern- und später die Fusionsenergie werden in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielen müssen, denn selbst unter Ausnutzung aller Energiequellen wird es schon schwierig genug sein, ohne Katastrophe die nächsten 50 Jahre zu überstehen.
Wenn die ökonomischen Randbedingungen - bzw. das was die globalisierte Finanz- und Spekulationswirtschaft darunter versteht - den Neubau von KKWs behindern, wird man eben die politischen Randbedingungen neu definieren müssen. Das ist sowieso bald fällig, denn speziell das Dollar-Casino steht kurz vor der Explosion.
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