- Eine To-do-Liste zu erstellen ist noch nicht die wirkliche Arbeit und bedeutet nicht, dass man für den Rest des Tages keinen Finger mehr rühren muss. Gleiches gilt für den leer geräumten Schreibtisch.

- Alles dauert immer länger, als du glaubst!

- Es gibt ein Leben ohne E-Mail!

- Lege einen fixen Anfangszeitpunkt fest!

- Suche dir einen Raum, in dem du ungestört arbeiten kannst.

- Fang einfach in der Mitte an, wenn es mit dem Anfang nicht klappt.

Und da in allem Schlechten auch etwas Gutes steckt, hat mir Fred Rist vor wenigen Tagen noch eine aktuelle Studie geschickt: Rethinking Procrastination: Positive Effects of "Active" Procrastination Behavior on Attitudes and Performance ("Prokrastination neu betrachten: Positive Effekte ›aktiven‹ Prokrastinationsverhaltens auf Einstellungen und Leistung"). Wenige Wochen zuvor war ich gemäß seiner Analyse noch eine "strenge Prokrastinatorin", die sich nicht erlaubt, statt der Steuer lieber eine DVD zu gucken, sondern lieber putzt und schrubbt. "Das bringt Ihnen Ihr inneres Gleichgewicht", kommentierte Margarita Engberding damals, und ich meinte, einen ironischen Unterton in ihrer Stimme gehört zu haben. Laut der neuen Studie, die 2005 im Journal of Social Psychology erschien, gibt es sehr wohl auch gute Seiten an uns. "Aktive Prokrastinatoren schieben genauso stark auf wie passive Prokrastinatoren", schreiben Angela Hsin Chun Chu von der Columbia University in New York und Jin Nam Choi von der McGill University in Montreal. Aber: "Wenn etwas Unerwartetes auftaucht, wechseln sie die Gangart und kümmern sich um die neuen Aufgaben, die ihnen dringender erscheinen. Aktive Prokrastination könnte sogar von Vorteil, wenn nicht gar notwendig sein, wenn jemand in einer nicht vorausplanbaren, sich schnell verändernden Umgebung arbeitet. Hier könnten aktive Prokrastinatoren sogar effizienter als andere arbeiten, weil sie nicht stur ihren vorher festgelegten Plan weiterverfolgen, sondern spontan auf unerwartete Ereignisse reagieren können."