Klimawandel Der Bundesstaat

Der Terminator rettet die Welt - jetzt wirklich

Nun verkauft Arnold auch noch seine Hummer-Flotte. Alle Achtung, Schwarzenegger ergrünt. Dabei soll er selbst General Motors einst dazu überredet haben, die zivile Version des Truppentransporters Humvee zu bauen. Arnold, der Actionheld, kaufte 1991 den ersten Hummer. Bald besaß er acht Exemplare im Gesamtwert von 950.000 Dollar. Dass jeder davon dreimal so viel Klimagase ausstößt wie ein normales Auto, schien ihn nicht zu stören. »Jetzt kann jeder einen Hummer haben«, verkündete er 2002 zu seinem 55. Geburtstag.

Doch das war, bevor er Politiker wurde. Vier Jahre später, im Oktober 2006, entschied sich Arnold Schwarzenegger – für Grün und gegen Hummer. Nun hört man von ihm Sätze wie »Die Debatte über die Erderwärmung ist vorüber. Jetzt ist es Zeit, zu handeln.« Auf seinen klimatauben Präsidenten aus Washington will er nicht warten und in Kalifornien schon mal mit dem Klimaschutz anfangen. Im September unterzeichnete er Amerikas schärfstes Gesetz zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen: 25 Prozent weniger bis 2020, also auf das Niveau von 1990. Zusätzlich soll der Handel von Emissionszertifikaten möglich werden. Das klingt nach Kyoto-Protokoll – und soll es auch. Kalifornien soll ein Vorbild für Amerika werden. Mit den Neuenglandstaaten hat es sich zu einer Klimainitiative zusammengetan. Und Schwarzenegger hat ein Gesetz unterzeichnet, dass den Kauf von Strom aus anderen Bundesstaaten nur erlaubt, wenn sie diese Regeln einhalten. So dürften bald auch die Rocky-Mountains-Staaten auf den grünen Kurs einschwenken.

Schwarzenegger beschreibt seine Ergrünung als natürliche Entwicklung. Als er nach Kalifornien zog und am Muscle Beach von Venice trainierte, hätten seine Augen ständig getränt. Nicht vor Freude, sondern wegen der Luftverschmutzung, sagt er. Inzwischen sei der Smog »einfach weg, unfassbar«. Wegen der Luftreinheitsgesetze der 70er Jahre und wegen der Katalysatoren. Weil Kalifornien spart, ist der Pro-Kopf-Energieverbrauch seit drei Jahrzehnten stabil, während er im übrigen Land um die Hälfte gestiegen ist. Anfang Januar stellte Schwarzenegger die Feiern zu seiner zweiten Amtseinführung unter das Motto: »Den grünen Traum anführen«.

Hinter seinem Wandel stand freilich zunächst der Traum von der Wiederwahl. Als Schwarzenegger sich zum Umweltengel stylte, war er nicht mehr zu schlagen. Schließlich gilt solch ein Verhalten in der Politik ja nicht als Opportunismus, sondern als demokratische Tugend. Immerhin hat er seine Macho-Allüren nicht ganz verloren. Kürzlich, bei einer Auto-Show, begeisterte er sich für ein Elektroauto, das in nur vier Sekunden von null auf hundert beschleunigt. Thomas Kleine-Brockhoff

Ökologischer Fußabdruck
35,6 Tonnen: CO 2 -Emissionen pro Einwohner im Bundesstaat Texas (2001).
13,4 Tonnen: CO 2 -Emissionen pro Einwohner in Kalifornien (2001). Der Verkehr hat einen Anteil von 41 Prozent, die Industrie 21 Prozent.

Kalifornien treibt den Klimaschutz voran
299 Tonnen: CO 2 -Ausstoß Kaliforniens pro Million Dollar BIP*.
417 Tonnen: CO 2 -Ausstoß Deutschlands pro Million Dollar BIP*.
30 Liter auf 100 km: Benzinverbrauch eines Hummer.
*Bruttoinlandsprodukt

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Leser-Kommentare
    • ecolog
    • 11.02.2007 um 16:44 Uhr

    Ich schreibe einen ecolog gegen CO2 sünder, ich versuche hauptsächlich etwas zu bewirken um auch die Luftfahrtindustrie in die Verantwortung zu nehmen, wenn notwendig sollte auch die Staatsanwaltschaft hier die Konzerne in die Pflicht nehmen! mehr auf [ Wir können leider nicht alle Verweise auf andere Internetseiten prüfen. Bitte haben Sie Verständnis, dass Links gelöscht werden. gez. Die Redaktion ]

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  • Quelle ZEIT Wissen 02/2007
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