Essay Ich maile, also bin ich
Die Erreichbarkeit per Handy, Blackberry und E-Mail wird zunehmend zum Selbstzweck. Ein Plädoyer für das Abschalten.
Die Mehrheit der Menschen gehört heute zur Gattung des »Homo connectus«. Sie will die permanente kommunikative Vernetzung und Erreichbarkeit, fühlt sich von ihr aber zugleich geplagt oder gar überfordert. Laut einer Umfrage im Auftrag von Newsweek glauben 70 Prozent der Befragten ohne E-Mail nicht leben zu können, 60 Prozent waren darüber hinaus der Meinung, ihre Arbeit werde dadurch effizienter.
Gleichzeitig klagten aber 94 Prozent der Befragten darüber, dass sie pro Tag mindestens eine Stunde darauf verwendeten, zahllose Mails zu beantworten oder unwichtige Nachrichten zu löschen. In einer aktuellen Studie des Henley Management College in England schätzen die Autoren, dass Manager insgesamt 3,5 Jahre ihrer Lebenszeit mit irrelevanten E-Mails verschwenden.
Wo Überforderung herrscht, da entwickeln Menschen zuweilen seltsame Maßnahmen, um sich ihrer zu erwehren. Eine Befragung von 417 Führungskräften in Deutschland zeigte, dass Manager mit Hilfe der mobilen Kommunikationstechnologien regelmäßig lügen. 81 Prozent der Befragten gaben an, oft oder sehr oft die Unwahrheit zu schreiben, um sich dem permanenten Erreichbarkeitsdruck zu entziehen. »Kein Handyempfang«, »Das Klingeln nicht gehört«, »Hatte Probleme mit dem Mailserver«, »Akku leer« oder »Habe im Flugzeug gesessen« sind die häufigsten Ausreden für einen Kommunikationsabbruch. Der wahre Grund ist Überforderung: Die Manager wollen dem hohen Druck der ständigen Erreichbarkeit entfliehen.
Das ist ein deutlicher Hinweis, dass auch etwas anderes nicht stimmt: unser Verhältnis zu den technischen Kommunikationsmöglichkeiten, unsere Positionierung im umfassenden Strom der Kommunikation. Wer lügen muss, um sich eine Atempause zu verschaffen, der traut sich offensichtlich nicht zu sagen, dass er einmal abschalten muss.
Früher gab es Tageszeiten, für die sich die Gesellschaft auf eine Kommunikationspause verständigt hatte. Zu Zeiten meiner Kindheit war es ungehörig, zwischen 13 und 15 Uhr bei jemandem zu Hause anzurufen. Da war Mittagspause, und man wollte ungestört sein. Heute gibt es nur noch vereinzelt Menschen, die entnervt reagieren, wenn sie während der Tagesschau oder samstags zur Sportschau -Zeit vom Telefon gestört werden. Es gilt: Wir sind immer auf Empfang.
Dabei ist das Abschalten überlebensnotwendig. Wir müssen und können überprüfen, ob noch wir es sind, die entscheiden, ob und wie wir kommunizieren wollen, oder ob wir längst Opfer eines informationellen Sisyphus-Syndroms sind. Das entsteht nämlich, wenn die kommunikative Erreichbarkeit zum Selbstzweck wird. Der Mensch ist dann nur noch Mittel zu diesem Selbstzweck.
Wir müssen technisch ausschalten, um gedanklich abschalten oder uns einmal über einen längeren Zeitraum auf etwas konzentrieren zu können. Das fällt vor allem jenen Menschen schwer, die in den Kommunikationsströmen der mobilen und vernetzten Gesellschaft ganz vorne mitschwimmen. Wenn besonders aktive Wissensarbeiter in den USA 341 Mails am Tag empfangen und senden, in Großbritannien 320, in Deutschland 301 und in Frankreich 256, dann lässt sich leicht vorstellen, was es bedeutet, einen Tag offline zu bleiben. Am nächsten Tag sind dann eben zwischen 500 und 700 Mails zu lesen, zu löschen oder zu beantworten.
Warum lassen wir uns tyrannisieren von den Möglichkeiten der technischen Kommunikation, die – richtig verwendet – doch eine Hilfe sind? Besser: Warum tyrannisieren wir uns selbst? Nicht die Technik ist schuld an der Überlastung. Wir selbst sind verantwortlich, die wir die Technik mit einem klaren Ziel nutzen: Wir wollen Aufmerksamkeit. Wir wollen beachtet werden, mitmachen im Spiel der Wichtigen und Wahrgenommenen.
Immer im Einsatz, immer leistungsbereit. Immer ganz vorne bei denen, die Informationen senden und empfangen und so die Agenda setzen: Ich maile, also bin ich. Diesen Grundzug des Menschen hat der irische Theologe und Aufklärungsphilosoph George Berkeley bereits vor rund 250 Jahren auf den Punkt gebracht: Esse est percipi (Sein heißt wahrgenommen werden).
Jede SMS, jedes Telefonat und jede E-Mail, die jemand bekommt, ist für ihn ein Signal: Da gibt es jemanden, der an mich denkt, mit mir in Kontakt treten und meine Aufmerksamkeit haben möchte. Aufmerksamkeit ist die neue Währung unserer Zeit. Der Medienphilosoph Georg Franck beschreibt im Entwurf einer »Aufmerksamkeitsökonomie«, wie Aufmerksamkeit heute als Währung für alles verwendet werden kann, was wir erleben und erfahren wollen. Sie ist universeller als Geld, aber gleichzeitig in ihrer Verfügbarkeit sehr begrenzt. Wir wetteifern also darum, wahrgenommen zu werden.
Denn Wahrnehmung bringt Anerkennung, und die bringt Einfluss. Wer in diesem Zusammenhang nicht den Anschluss verlieren will, muss ständig erreichbar und auf dem neuesten Informationsstand sein. Auch die Angst, etwas zu verpassen, einmal in einem entscheidenden Moment die eine entscheidende Information nicht zu kennen, treibt uns an. Also bimmeln, blinken und brummen wir ohne Unterlass durch die Welt.
Wir definieren unsere Identität und unsere Position im sozialen Leben vornehmlich über den Grad der Vernetzung und den Umfang der Erreichbarkeit. Die meisten haben ein untrügliches Gespür für die Probleme, die mit dem daraus folgenden Kommunikationsdruck verbunden sind. Doch die Aufmerksamkeit, die wir entgegennehmen und anderen zukommen lassen, darf sich nicht allein auf den Prozess des Kommunizierens beschränken. Sie muss das Ergebnis von Kommunikation sein, einer Verständigung zwischen zwei Menschen, die sich im Wortsinne etwas zu sagen haben. Ich bin nicht dadurch, dass ich maile, funke, simse. Ich bin dadurch, dass ein anderer das zur Kenntnis nimmt, was ich ihm mitteilen möchte, und daraus etwas macht. Und der andere ist dadurch, dass ich nicht nur wahrnehme, wie er kommuniziert, sondern aufnehme, was er mir sagen will.
Dem Teufelskreis aus Aufmerksamkeit und Erreichbarkeit entkommt nur, wer eine kleine Taste wiederentdeckt, die jedes Gerät auch heute hat: den Ausknopf. Mit seiner Hilfe müssen wir gelegentlich aus dem Strom der Informationen ausscheren, einen Halt einlegen am Rand des Datenhighways und innehalten . Nur dann können wir Informationen verstehen und verarbeiten, daraus Anschlusskommunikation herstellen. Nur dann sind wir mehr als technisch angeschlossen: Wir sind sozial verbunden. Wer zu diesem Schritt des Innehaltens nicht in der Lage ist, verfehlt die Übersetzung des virtuellen Lebens der Kommunikationsnetzwerke in das reale Leben der zwischenmenschlichen Beziehungen. Wem diese Übertragung nicht gelingt, der ist überladen mit Informationen, aber verarmt in der Kommunikation. Ein paar Grundregeln helfen, dieser Kommunikationsfalle zu entkommen:
• Zeiten definieren, die nur einem selbst gehören und nicht den externen Kommunikationsanforderungen. Die Kernbetriebszeiten von Handy und Blackberry entsprechen den üblichen Arbeitszeiten, während derer die Geräte beruflich genutzt werden.
• Lernen, nicht immer sofort auf jede Kommunikationsanforderung zu reagieren. E-Mails werden zu festgelegten Zeiten, zum Beispiel morgens, mittags und abends, abgerufen und beantwortet. Dazwischen kann man das Mailprogramm getrost schließen.
• E-Mails, die mehr als fünf Menschen in der Adresszeile aufführen, können für mich nicht höchste Priorität haben. Cover your ass nennen die Amerikaner diese Strategie, so viele Menschen in Kopie zu setzen, dass von der eigenen Verantwortung für die Information nichts mehr übrig bleibt.
• Verschiedene Geräte für die berufliche und private Kommunikation benutzen. Wer den dienstlichen Blackberry ausgemacht hat, möchte vielleicht dennoch für Freunde erreichbar sein. Das geht über das Handy mit privater Nummer.
• Eine stoische Haltung gegenüber solchen Menschen entwickeln, deren Kommunikationsmodus immer nur unter »hoher Priorität« läuft. Da stimmt meistens etwas nicht. Und warum soll ich es ausbaden, wenn andere keine Prioritäten entwickeln können?
Mit Hilfe dieser Regeln gelingt es, den richtigen individuellen Informationsmix zu finden, ganz ähnlich einer ausgewogenen Ernährung, die auch zu unseren Lebensnotwendigkeiten gehört. So können wir aufrecht im Strom der Kommunikation stehen und unsere eigene Position behaupten. Und so kann aus Information und Kommunikation nützliches und relevantes Wissen entstehen. Datensammeln ist nicht das Gleiche wie Denken. Und um zu denken, müssen wir uns Zeiten und Räume schaffen.
Es sind also Strategien der klugen zeitweiligen Unerreichbarkeit, die im vernetzten Leben gefragt sind. Wir müssen es schaffen, dass Phasen der Vernetzung und des Informationsinputs sich mit Phasen der Verarbeitung und der Kontemplation abwechseln. Nur dann können wir uns selbst verständlich machen und andere verstehen. Nur dann kann aus Kommunikationslast wieder Kommunikationslust werden. Wer sich verständigen will, muss nachdenken können und sich erklären dürfen. Dazu braucht er Zeit und die Chance, nicht ständig durch ein Klingeln, Blinken oder Brummen unterbrochen zu werden. Der größte Luxus ist es heute, technisch unerreichbar und im gleichen Augenblick für jemanden oder etwas wirklich da zu sein.
Miriam Meckel ist Professorin für Unternehmenskommunikation an der Universität St. Gallen. Zuvor war sie Staatssekretärin für Medien in Nordrhein-Westfalen. Ihr Blog schreibt sie unter www.miriammeckel.de , wo sie auch Onlinelesungen aus ihrem jüngsten Buch »Das Glück der Unerreichbarkeit« (Murmann Verlag, 18 Euro) hält.
- Datum 26.08.2008 - 14:17 Uhr
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- Quelle ZEIT Wissen 01/2008
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Es nervt immer erreichbar zu sein. Dabei sind Handy und Telefon eindeutig die größten Störfaktoren. Die Dominanz des Telefons ist sowieso ein Ärgernis, nicht selten wird ein Anrufer in Behörden etc. vorgezogen, während die, die PERSÖNLICH anwesend sind, sich gedulden müssen.
E-Mail und SMS finde ich hingegen angenehm, je nachdem wie man sie nutzt. Da diese Kommunikationsmöglichkeiten zeitverzögert benutzt werden können, lassen sie sich optimal in die Tagesplanung integrieren. Man muss nur achtgeben, nicht alle 5 min nachzuschauen, sondern sich feste Zeiten zu setzen. Jemand der rumzickt, weil man nicht im 5 min-Rythmus Bericht erstattet und antwortet, mit dem sollte man halt mal ein ernstes Wort reden oder sausen lassen. Wer wirklich wichtig ist, bei dem übt sich jedermann in Geduld. Meiner Ansicht nach ist es genau das, was die Kommunikationsfanatiker treibt, die Angst ihre eigene Unwichtigkeit zu erkennen und einzugestehen :-)
Ein Leben ohne E-Mails wäre wieder ein Leben mit Briefen. Das Bedürfnis nach Informationsaustausch käme ja nicht zum Erliegen. Die Frage ist deshalb rein hypothetischer Natur. Ich bin inzwischen alt genug mich noch an einen rein brieflichen und telefonischen Austausch erinnern zu können. Es war halt mühseliger, dafür aber verbindlicher.
Wie würden wohl berühmte Schriftwechsel aussehen, hätten sie per E-Mail stattgefunden:
Schiller an Goethe: "Werter Johann Wolfgang, darf ich Euch meine neueste Ballade avisieren. Er findet Sie auch auf glocke.de als PDF, mit Kupferstich-Download für nur 3 Taler 95. Herzlichst Euer Friedrich."
Wen würde solch ein Briefwechsel interessieren?
seit ca 20 jahren triviliasieren sich die mittel, mit denen wir uns verständigen. das ist ein ganz normaler vorgang. am anfang hat nur der reiche priviligierte ein handy. am ende haben alle ruinierten bauern pcs. da wir in einer welt der werbung leben, werben wir selbstverständlich für uns. unser waschmittel wäscht weisser.
natürlich tut es das nicht. natürlich lügen wir. fast könnte man ein kleines plädoyer zum besser lügen anstimmen. das hätte was!
man kann sich unmöglich aus der zeit herauslösen, in der man lebt. und die hier vorgeschlagenen 'diäten'? naja. da kann man auch vorschlagen, wieder keusch zu werden oder sich einem ernähungsberater ausliefern, der einem ein loch in den bauch quatscht.
dass die sexuelle komponente von e-mails vollkommen unterschlagen wird, lässt tief blicken. die libido, die lust auf den anderen, das wäre mal ein thema wert. vor allem, wenn in zeiten von wirtschaftlichen umbrüchen und einer kulturrevolution durch das netz, diese in all ihren varianten bis zum bersten blühen. vor allem jetzt.
als am anfang des kinos, so geht zumindest die legende, der erste zug auf die zuschauer zufuhr, sollen diese vor schreck aufgeschrien haben.
der vorschlag also lautet heute, nicht mehr ins kino zu gehen.
oder ans handy. oder an den pc.
das ist weltfremd und extrem verbissen und kulturfeindlich. versuchen sie doch einfach mal, diese kulturdiät einem 20jährigen ohne berufliche aussichten in der tiefsten provinz zu erklären.
dieses scheitern ergäbe sicherlich eine interessantere lektüre.
Die Möglichkeiten der Kommunikation sind zwar in den letzten Jahren deutlich umfangreicher geworden, die Fähigkeit vieler Menschen, mit ihnen umzugehen, leider nicht.Fertigkeiten wie Priorisierung der Kommunikationskanäle und Gewichtung von Informationen genießen leider Seltenheitswert.Da werden persönliche Gespräche unsanft unterbrochen, um einen belanglosen Anruf auf dem Handy entgegenzunehmen. Da wird der Sinn der Betreffzeile bei E-Mails vollkommen ignoriert oder schlicht nicht verstanden. Da werden E-Mails nicht beantwortet, obwohl die Adresse zum Zweck der Kontaktaufnahme angegeben wurde.Trauriges Fazit: wir sind nicht ausreichend in der Lage, zeitgemäß zu kommunizieren. Ein Problem, das zunehmend als Kostenfaktor in Unternhemen wahrgenommen werden muss.
Ein wirklich sehr liebes und harmloses Artikelchen zum Thema Communication-Overkill. Heute gibt's schon Leute, die rufen an und teilen einem mit, dass sie eben ein E-Mail geschickt haben. In ihrer Eigenschaft als Professorin für Unternehmenskommunikation müssten bei Frau Meckel eigentlich alle Alarmlampen simsen, summen und biepen, wenn sie schreibt, dass rund 3,5 Lebensjahre mit unsinniger E-Mail Kommunikation verbraten werden. Das sind immerhin 15 % der Arbeitszeit und wenn man dann noch die Zeit für Nonsense Handykommunikation dazurechnet, sind wir schnell einmal bei einem Drittel der gesamten Arbeitszeit, die im kommunikativen Nirwana verschwinden, Schäden durch Wertlosigkeit der Infos und sinnlos verursachtem Frust nicht mitgerechnet. Da sind dann die Ratschläge und das Büchlein von Frau Professor Meckel ungefähr dasselbe, wie wenn man einem, der am ganzen Körper Verbrennungen zweiten Grades hat, rät, sich eine Zeit lang in den Schatten zu legen.
"ahh Hilfe! Informationsüberlastung" Also ich halte das für Übertrieben: Denn mir erleichtert das Informationszeitalter die Arbeit ungemein. Ich kann vieles von zuhause erledigen, was ich sonst mühselig und kostspielig per post hätte verschicken müssen usw..! Also: ist nicht nur alles Zeitverschwendung. Im Gegenteil! Ihr 40+ kömmt ja wieder Briefe schreiben und telefonieren...alles konservativer und populistischer Unsinn! also ich finde emails und Internet gut! Ich ärgere mich nur über die Rechnungen in der Post..
man muss halt für sich das richtige Maß finden. Selbstverständlich stellen emails und Internet eine Arbeitserleichterung und auch zum Teil eine Freizeiterleichterung dar, nur sie müssen bleiben, was sie sind: Hilfsmittel, nicht Lebensmittelpunkt. Natürlich ist es klasse, wenn mein Partner im Notfall per Handy erreichbar ist, einzig und allein für diesen Zweck habe ich ein Handy. SMS habe ich noch nie in meinem Leben geschrieben, gab einfach noch keine Notwendigkeit und mich nervt das enge Display. Das Internet dient mir als Ticketbuchungsstelle oder Informationsquelle. Emails schreibe ich statt Briefe, was schneller geht und Zeit und Kosten spart. Ich mache mir diese ganzen Hilfsmittel zunutze, käme aber nie auf die Idee, sie über mein Leben bestimmen zu lassen. Wann ich wo für wen erreichbar bin, habe ich doch in der Hand und wer das nicht respektiert, kann auf mich als Ansprechpartner auch verzichten. Nicht jede Aktion erfordert unmittelbar und sofort eine Reaktion meinerseits. Wer meint, so wichtig und allzeit verfügbar sein zu müssen, der sollte sich mal um sein Ego kümmern.
harmlose Theorie: Die Kommunikationsüberlastung sowie die durch permanente Erreichbarkeit (beruflich oder privat) ausgeübte Kontrolle entspricht der sozialen Kontrolle früherer Gesellschaftsformen: Wenn ich nicht mehr weiß, auf wen ich mich im Zweifelsfall verlassen kann, muß ich eben permanent bei Dutzenden Leuten "Gesichtspflege" betreiben, um mir meine potentiellen Helfer bei Laune zu halten. Wenn ich weiß, daß ich im Notfall zu meiner Familie, meinen Freunden, meinen Nachbarn gehen kann, wenn ich Hilfe brauche, ist das nicht unbedingt nötig: Ich habe meinen Rückhalt, auch ohne ihn permanent kontrollieren bzw. bei Laune halten zu müssen.
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