ZEIT Wissen: Herr Gabriel, wäre es so schlimm, wenn das Sumatranashorn aussterben würde?

Sigmar Gabriel: In diesem Fall würde kein Ökosystem zusammenbrechen, das ist klar. Erdgeschichtlich ist es immer wieder vorgekommen, dass Arten aussterben. Wirklich gefährlich aber ist die Geschwindigkeit, mit der das jetzt gerade passiert. Sie hat sich durch den Menschen um ein Vielfaches erhöht. Dagegen müssen wir dringend etwas tun.

ZEIT Wissen: Warum eigentlich?

Gabriel: Wir müssen die biologische Vielfalt für zukünftige Generationen erhalten. Vielfach wissen wir noch gar nicht, was uns einzelne Arten bringen. Aber einige Beispiele haben gezeigt, dass die Natur einen großen genetischen Pool zum Beispiel für potenzielle Medikamente bietet, die in der Zukunft für uns wichtig sein könnten.

ZEIT Wissen: Welche Akzente werden Sie auf der UN-Naturschutzkonferenz im Mai setzen?

Gabriel: Zum einen geht es darum, wie man »Biopiraterie« wirksam unterbinden kann: Wir dürfen nicht zulassen, dass aus genetischen Ressourcen, die aus dem Naturreichtum des Süden stammen, Produkte entwickelt werden, ohne die Entwicklungsländer an den Gewinnen fair zu beteiligen. Daneben werden wir uns auf zwei Themengebiete konzentrieren: den Schutz der Wälder und den Aufbau eines weltweiten Schutzgebietsnetzes.

Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 03/2008 des Magazins ZEIT Wissen BILD ZEIT Wissen: Wie wollen Sie das realisieren?