Der Spielfilm »XXY« erzählt die berührende Geschichte der 15-jährigen Alex, die intersexuell ist. Viele medizinische Details stellt er allerdings falsch dar – fünf Antworten auf Fragen, die offen bleiben.

1. Was bedeutet Intersexualität?

Eine Person ist intersexuell, wenn die Genitalien sowohl männliche als auch weibliche Merkmale haben oder wenn die Geschlechtsorgane nicht zum Chromosomensatz passen. Alex ist von den Chromosomen her ein normales Mädchen, dessen Körper wegen einer Störung der Nebenniere zu viele vermännlichende Hormone produziert. Deshalb entwickelte sich die Klitoris zu einem kleinen Penis. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass er so groß wird wie im Film angedeutet – Alex übernimmt beim Sex den männlichen Part.

2. Welche Störungen der Geschlechtsentwicklung gibt es noch?

Es gibt auch chromosomal normale Jungen, bei denen das männliche Sexualhormon Testosteron nicht richtig wirkt oder die Produktion gestört ist. Sie kommen mit einem Mikropenis oder gar mit einer Scheide auf die Welt. In sehr seltenen Fällen haben Menschen gleichzeitig Gewebe von Eierstöcken und Hoden. Bei ihnen kann ein normaler Penis vorhanden sein, im Pubertätsalter entwickeln viele zusätzlich Brüste. Sie haben allerdings nicht gleichzeitig eine Vagina.

3. Hat Alex einen Chromosomensatz XXY, wie es der Titel des Films suggeriert?

Nein, der Titel führt in die Irre, diese Störung betrifft nur Männer. Wenn sie ein zusätzliches X-Chromosom haben (normalerweise haben Männer XY und Frauen XX), liegt das Klinefelter-Syndrom vor. Die Betroffenen benötigen meist eine Testosteron-Behandlung, da sich ihre Hoden nicht ausreichend entwickeln. Sie sind in der Regel zeugungsunfähig, hinterfragen jedoch nicht ihre Geschlechtsidentität.