Liebe Abonnentin, lieber Abonnent,
ich möchte Ihnen heute unseren neuen ZEIT-WISSEN-Newsletter vorstellen, in dem wir Sie einladen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Wir möchten Ihnen Einblick in die Redaktion geben und Ihnen die Geschichten hinter den Artikeln im ZEIT WISSEN erzählen. Etwa zu unserer Titelgeschichte „Wege aus dem Ökodilemma“. Es geht darum, dass nicht alles, was grün scheint, auch tatsächlich grün ist. Ein prominentes Beispiel ist der Biosprit. Der ist zwar auf den ersten Blick gut: gewonnen aus Pflanzen und damit klimaneutral. Auf den zweiten Blick aber: eine Ökosünde.
Nicht nur, dass für seinen Anbau Regenwald gerodet wird, nein, auch die Klimabilanz fällt nach Berechnung von Experten schlechter aus als die von herkömmlichen Benzin. Nicht zu vergessen, dass sich von der Menge an Pflanzen, die für eine Tankfüllung für einen Geländewagen benötigt wird, ein Mensch ein ganzes Jahr lang ernähren könnte.
Es gibt einige solcher Ökodilemmata, sie schrecken ab und verwirren. Dabei möchten sich viele Menschen nachhaltig verhalten und bewusst konsumieren, ohne zu verzichten. Wir möchten mit unserer Titelgeschichte für Orientierung sorgen.
Die gewonnenen Kenntnisse umzusetzen ist aber nicht immer ganz einfach. Nicht einmal für die Experten, wie unser Autor Dirk Asendorpf beim Besuch des Öko-Instituts Freiburg erfuhr. Als er dort für unsere Titelgeschichte recherchierte, erklärten ihm die Wissenschaftler ausführlich den ökologischen Vergleich von Papierhandtüchern und Baumwollhandtuchrollen. Baumwolle schneidet besser ab. Ausgerechnet in den Toiletten des Instituts entdeckte Asendorpf dann die Papierspender neben den Waschbecken. Sie stammen noch vom Bauherrn, sagten ihm die Ökobilanzierer. Sie hatten aber ganz normale Handtücher daneben gehängt. "Papier benutzen wir nur noch, wenn sie gerade alle in der Wäsche sind," versicherten ihm die Forscher.

Eine anregende Lektüre wünscht

Jan Schweiter, Chefredakteur ZEIT Wissen