12 große Fragen Was ist Realität?
Leesn Sie enimal deiesn Txet. Wtteen, Sie vetsehern ihn, owbhol er egitenilch uverntsädnilch ist? Mit solchen Leseexperimenten hat der Linguist Graham Rawlinson nachgewiesen, dass man Texte auch versteht, wenn die Buchstaben vertauscht sind.
Der Versuch zeigt, wie sehr unser Leseverständnis von unserem Vorwissen geprägt ist, und belegt damit: Sehen heißt konstruieren. Statt die Wirklichkeit objektiv wahrzunehmen, sind wir ständig dabei, sie zu interpretieren. Was wir naiverweise für real halten, hängt deshalb stark von unserer persönlichen Deutung ab.
Im Licht der Entwicklungsgeschichte sind solche Realitätsverzerrungen verständlich. Unser Wahrnehmungsapparat ist ein evolutionäres Produkt. Das menschliche Gehirn hatte dabei nie die Aufgabe, die Außenwelt vollständig und objektiv abzubilden, sondern so, wie es die Bedürfnisse des Homo sapiens erfordern.
Ein schönes Beispiel für unser subjektives Rea-litätsempfinden ist das Phänomen der Zeit. Auf dem Zahnarztstuhl dehnen sich Minuten zu Stunden. Aber je mehr wir die Zeit auskosten wollen, desto schneller rast sie dahin. Für dieses schwankende Zeitgefühl haben Psychologen eine Fülle von Faktoren zutage gefördert – zum Beispiel: Je unangenehmer und monotoner eine Situation ist und je weniger wir aktiv sind, desto langsamer scheint die Zeit zu vergehen.

Aber was ist mit der physikalischen Zeit? Gibt es nicht doch einen unverrückbaren Takt des Universums? Einstein definierte pragmatisch: »Zeit ist das, was man an der Uhr abliest.« Und in seiner Relativitätstheorie zeigte er, dass jede Zeitmessung von der Bewegung des Betrachters abhängt. Von der Erde aus gesehen, geht eine Uhr in einem schnellen Raumschiff etwas langsamer. Das wurde mit Atomuhren tatsächlich nachgewiesen.
Und auch was die Wirklichkeit der Materie angeht, stoßen die Physiker an Grenzen. In der Dimension von Atomen lässt sich die Realität nie ungestört beobachten, sondern wird durch jede Messung beeinflusst. Der Grund für dieses »Beobachterproblem«: In der Welt des ganz Kleinen ist das Mittel der Beobachtung (Licht- oder Röntgenstrahlen) notgedrungen von derselben Größenordnung wie das beobachtete Objekt. Atomphysiker sind daher permanent in der Situation von Blinden, die ihre Umgebung ertasten müssen, um sich von ihr ein Bild machen zu können – und die mit jeder Berührung ihre Umwelt verändern.
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Überdies bestehen Atome zu über 99 Prozent aus leerem Raum. Und die restlichen Bestandteile wie Elektronen und Atomkerne lassen sich in noch elementarere Partikel zerlegen, darunter die Quarks und das ominöse Higgs-Teilchen. So mussten ausgerechnet die materiell denkenden Physiker in den vergangenen Jahrzehnten erleben, wie ihnen die Materie gleichsam unter der Hand zerbröselte.
Wie man es auch dreht und wendet: Bei der Frage nach der Realität landen wir am Ende bei uns selbst, bei den Begrenzungen und kulturellen Prägungen der menschlichen Wahrnehmung. Vielleicht lautet die beste Antwort auf die Frage nach der Realität daher einfach so: Realität ist stets das, was wir dafür halten.
- Datum 07.09.2009 - 17:38 Uhr
- Serie 12 Fragen der Wissenschaft
- Quelle ZEIT Wissen 01/2009
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Wie soll der Mensch in seiner manchmal beängstigend begrenzten Art sich einer Objektivität erfeuen , wenn er sich im Zustand seines eigenen Subjektiven sieht. Ist denn Objektiviktät nicht weiter als die Agglomeration gesamtsubjekiver Eindrücke. Somit ist Objektivität wirklich nur das was wir dafür halten, und unsere Sinne zulassen. die Begrenztheit unseres "Ichs" lässt wohl keinen anderen Schluss zu.
"Objektivität ist die Wahnvorstellung, dass Beobachtungen ohne Beobachter gemacht werden können."
...ist möglich!
Unsere Wirklichkeit ist nicht mehr und weniger als eine gemeinsame Abmachung was wahr und ernst zu sein hat und welche Perspektive zählt.
Wenn wir, die wir bisher unbewusst die Konstrukteure dieser Wirklichkeit sind, beschließen würden die Formung der Wirklichkeit bewusst in die Hände zu nehmen, dann könnten wir das tun!
Ich bin Schauspieler und Schauspieler können ihre Realität manchmal selbst bestimmen und zwar nicht nur in festgeschriebenen Rollen und Stücken, sondern so echt wie das Leben selbst ist. Dies geschieht zum Beispiel während der schauspielerischen Ausbildung und manchmal stellte ich mir dabei die Frage:
„Sind wir Menschen vielleicht alle Schauspieler und die Welt ist eine Bühne“ ohne dass dies den meisten bewusst ist? (So wie Herman Hesse dies im Roman „Der Steppenwolf“ beschrieben hat.) Und könnten wir unsere relativ festgeschriebene (kausale) Geschichte hinter uns lassen, indem wir aus unserem linearen Film heraustreten und bewusst unsere Wünsche leben? Könnten wir über unseren Schatten springen?
Es gab 2 Filme, die zeigten, das eine konstruierte Realität/Simulation die Macht hat real zu werden: Der Film „Die Welle“ mit Jürgen Vogel und der Film „Das Experiment“, beides basierte auf einer wahren Begebenheit.
Es gab nie ein ähnliches Projekt, das ein Best-Case Szenario zum Ziel hatte und ich behaupte nun, dass ein solches Projekt das Potential hätte, die Friedensforschung auf eine neue (praktische) Stufe zu heben. Wir könnten an Wünschen arbeiten.
Es geht um ein interdisziplinäres Pilotprojekt das Schauspiel Know-how und Philosophie zusammenbringen soll.
Das Projekt nennt sich „Realtheater“ und eine nähere Erklärung gibt es auf
www.radikaler-konstruktiv...
Wenn wir erkennen, dass der Mensch unmöglich objektiv sein kann, und dass die Welt auf den Säulen der Subjektivität steht, dann wird es nötig damit aufzuhören die Welt nur aus einer Perspektive, unser eigener zu betrachten. Um den eigenen Standpunkt aber wirklich zu verlassen ist es nötig in die Rolle des andern zu schlüpfen. Damit wird der Begriff „Polykontexturale Logik“ wichtig (Ein Begriff aus der Systemtheorie):
http://www.web-tv-nuernbe...
...ist möglich!
Unsere Wirklichkeit ist nicht mehr und weniger als eine gemeinsame Abmachung was wahr und ernst zu sein hat und welche Perspektive zählt.
Wenn wir, die wir bisher unbewusst die Konstrukteure dieser Wirklichkeit sind, beschließen würden die Formung der Wirklichkeit bewusst in die Hände zu nehmen, dann könnten wir das tun!
Ich bin Schauspieler und Schauspieler können ihre Realität manchmal selbst bestimmen und zwar nicht nur in festgeschriebenen Rollen und Stücken, sondern so echt wie das Leben selbst ist. Dies geschieht zum Beispiel während der schauspielerischen Ausbildung und manchmal stellte ich mir dabei die Frage:
„Sind wir Menschen vielleicht alle Schauspieler und die Welt ist eine Bühne“ ohne dass dies den meisten bewusst ist? (So wie Herman Hesse dies im Roman „Der Steppenwolf“ beschrieben hat.) Und könnten wir unsere relativ festgeschriebene (kausale) Geschichte hinter uns lassen, indem wir aus unserem linearen Film heraustreten und bewusst unsere Wünsche leben? Könnten wir über unseren Schatten springen?
Es gab 2 Filme, die zeigten, das eine konstruierte Realität/Simulation die Macht hat real zu werden: Der Film „Die Welle“ mit Jürgen Vogel und der Film „Das Experiment“, beides basierte auf einer wahren Begebenheit.
Es gab nie ein ähnliches Projekt, das ein Best-Case Szenario zum Ziel hatte und ich behaupte nun, dass ein solches Projekt das Potential hätte, die Friedensforschung auf eine neue (praktische) Stufe zu heben. Wir könnten an Wünschen arbeiten.
Es geht um ein interdisziplinäres Pilotprojekt das Schauspiel Know-how und Philosophie zusammenbringen soll.
Das Projekt nennt sich „Realtheater“ und eine nähere Erklärung gibt es auf
www.radikaler-konstruktiv...
Wenn wir erkennen, dass der Mensch unmöglich objektiv sein kann, und dass die Welt auf den Säulen der Subjektivität steht, dann wird es nötig damit aufzuhören die Welt nur aus einer Perspektive, unser eigener zu betrachten. Um den eigenen Standpunkt aber wirklich zu verlassen ist es nötig in die Rolle des andern zu schlüpfen. Damit wird der Begriff „Polykontexturale Logik“ wichtig (Ein Begriff aus der Systemtheorie):
http://www.web-tv-nuernbe...
denn in Wirklichkeit ist alles subjektiv. Dies bedeutet nicht, dass wir Menschen uns nie verstaendigen koennen weil wir uns nicht auf etwas Objektives einigen koennen. Ganz im Gegenteil zum Existentialismus besteht unser Menschsein nicht aus einer isolierenden feindlichen Existenz. Wir sind grundsozial eingestellt. Unsere Wirklichkeit besteht aus Wertschaetzung.
Ich arbeite seit Jahren an der Idee der Wertschaetzungsgesellschaft Sikantis, in der die Menschen endlich so leben koennen wie sie wollen und wirklich sind. Da sehe ich die Realitaet.
... Kamera gekauft.
(Bildhaft gesprochen)
kwer-denker
Herr Schnabel weiß sicher, dass Fragen der Art "Was ist...?" erst dann so richtig fruchtbar zu werden beginnen, wenn man sie reformuliert zu "Wie verhält sich ...".
So geschehen bei der Lichttheorie (Einstein) beim Verzicht auf den Äther, in der Mengen- und Zahlentheorie beim Verzicht auf eine wesensmäßige Beschreibung von Mengen und Zahlen.
Bis zu diesem Punkt würden vermutlich auch harte "Konstruktivisten" a la von Förster zustimmen. Wo sich unsere Wege vielleicht trennen, ist meine Ansicht, dass sich die Realität gegenüber allen Beobachtern in einem wichtigen Sinne gleich verhält. Dies kann man nicht erklären, sondern muss es konstatieren, und genau dies ist es, was es im Nachhinein erst rechtfertigt von einer Realität zu sprechen.
Wenn es nun eine Ebene im Verhalten der Realität gibt, die ich nicht verändern kann und die dann Natur genannt wird, spielt es auch keine Rolle, ob es eine vorgespiegelte Realität im Sinne von Descartes ist oder nicht. Sie würde im Falle einer Vorspiegelung dann auch nicht uninteressanter. (Ein komplex programmiertes Computerspiel ist für sich gesehen selbst wieder ein interessantes Untersuchungsobjekt, unabhängig davon, ob es realistisch ist oder nicht.)
Unseren Konstruktionsmöglichkeiten sind dann durch die Natur selbst enge Schranken gesetzt. An Versuchen und Geldgebern hat es z.B. nicht gefehlt, die Natur dahin zu bewegen, mit alchimistischen Mitteln Gold zu erzeugen. Es scheint also - nennen wir es einmal so - "natürliche Spielregeln" zu geben, die letzteres nicht zulassen.
Da diese Spielregeln für jeden gelten - wer glaubt, dem nicht unterworfen zu sein, möge den Beweis antreten und zeigen, dass er zaubern und Wunder vollbringen kann - haben wir damit eine Ebene, die wir nach allen Standards objektiv nennen dürfen.
Dann haben wir den ersten Zipfel der Realität in der Hand.
Herzlichst Crest
Mal was anderes von Wittgenstein: "Die Grenzen deiner Sprache sind die Grenzen deiner Welt". Wenn man's genau sieht ist der Unterschied zwischen Deutsch und Englisch der selbe Unterschied wie zwischen einem Baukasten von Trix oder Märklin und Lego ist chinesisch... Immer geht es um einen Vorrat von Teilen, die so konzipiert sind, dass man mit ihnen eine ganze Welt konstruieren kann, sei es ein Baukran mit Trix, ein Schaltgetriebe mit Märklin oder "Die Buddenbrooks" mit Deutsch.
Aber Haikus auf deutsch sind fast immer lausig, und mit keinem Metallbaukasten der Welt kann man Plüschtiere bauen. Die Konstrukte sind immer abhängig vom Vorrat an Elementen.
Die beste Antwort auf die Frage: "Was ist Realität" ist eine Gegenfrage: "Wessen".
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Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
Wenn wir über einen Stein stolpern und sagen „hier liegt ein Stein“ so ist das eine objektive Realität. Der Satz kann von jedermann überprüft werden, indem er oder sie den Stein berührt, oder selbst darüber stolpert. Dieser objektive Sachverhalt ist durch Sprache nicht veränderbar. Der Stein verschwindet nicht, wenn wir sagen „Der Stein ist nicht mehr da.“
Aber es gibt Realitäten, die durch Sprache beeinflusst werden können. Wenn wir etwa sagen „Alle Menschen mit großen Ohren sind böse“, dann ist das zunächst erst einmal völlig aus der Luft gegriffen und nicht real. Aber einige Menschen, die das hören, werden – das liegt in unserer Natur- gegenüber Großohrigen misstrauisch werden. Einige Menschen mit großen Ohren werden auch wirklich bösartig sein - das ist statistisch möglich - und damit das Vorurteil noch verstärken. Wenn ein paar unglückliche Zufälle zusammenkommen, wird sich das Vorurteil als Realität im Kopf vieler Menschen festsetzen und schwer wieder wegzubringen sein.
Sprachlich geschaffene Meinungen, Vorurteile und auch religiöse Überzeugungen haben in unserem Gehirn einen Realitätscharakter, der dann wiederum - etwa in Progromen - zur bitteren objektiven Realität werden kann. In diesem Sinn hat m. E. Wittgenstein recht, ein Teil unserer Realität wird durch unsere Sprache beeinflusst, ja konstruiert, da sie unser Menschenbild und damit unser Verhalten verändert.
Heinz Georg Schuster
schon mal matrix gesehen?
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