12 große Fragen Warum sind wir nicht unsterblich?

Prinzipiell ist Unsterblichkeit nicht unmöglich. Experten sind sich sicher, dass das Leben des Menschen, etwa durch genetische Manipulation, zumindest verlängert werden könnte. Bei vielen Tieren ist das schon gelungen. Der erste Beweis, dass die Lebenszeit veränderbar ist, gelang dem amerikanischen Altersforscher Michael Rose 1991: Er züchtete extrem langlebige Fliegen und bewies damit, dass die Alterung zum Teil genetisch gesteuert ist. Das war der Startschuss für die genetische Altersforschung. Seither haben die Genetiker einen ganzen Zoo von Methusalemtieren gezüchtet, etwa Mäuse, die bis zu 26 Prozent länger leben als ihre Artgenossen.

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Es gibt auch eine alltagstaugliche, jedoch rabiate Methode: Tierexperimente zeigen, dass eine dauernde Mangeldiät das Leben verlängert – vermutlich, weil der Stoff-wechsel heruntergefahren wird und der sogenannte oxidative Stress im Organismus abnimmt. Zweifelhaft ist aber, ob das auch bei Menschen funktioniert. Ob man 100 Jahre hungern will, um 100 zu werden, ist eine andere Frage.

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Auch ohne solche Qualen ist die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen in den vergangenen 170 Jahren um 40 Jahre gestiegen: in jeder Dekade gleichmäßig um 2,5 Jahre. Gründe dafür waren etwa die Fortschritte in Medizin und Hygiene.

Trotzdem ist noch immer rätselhaft, wie die Uhr im Körper genau tickt, wie Gene und Umwelt zusammenwirken und uns altern lassen. Warum manche Fliegen binnen weniger Stunden verenden, manche Menschen bis zu 120 Jahre in Gesundheit leben und kalifornische Sequoia-Bäume 4000 Jahre dem Tod trotzen, bleibt vorerst ein Geheimnis.

Einen wichtigen Grund aber gibt es, warum wir sterben müssen: die Evolution. Sie braucht den Tod, und ohne sie würden wir nicht existieren. Weil Individuen unterschiedlich sind, funktionierten manche besser und können sich häufig fortpflanzen, während andere benachteiligt sind und sterben, ohne ihre Gene weiterzugeben. Dabei entstehen neue Arten. Gäbe es dieses Gesetz der Evolution nicht, wären nie Menschen entstanden, die sich fragen: Warum sind wir nicht unsterblich?

 
Leser-Kommentare
  1. dass wir nicht unsterblich sind! Die einzige zutreffende Prognose, die wir je mit Gewißheit abgeben können: Mors certa, hora incerta.
    Mir ist es auch unbegreiflich, dass jemand auf ein ewiges Leben, und sei es nach dem Tode, hoffen mag. Ich lebe gern und genieße es, wo irgend möglich, aber das Ende fürchte ich nicht.
    "Staub bist du und zu Staub wirst du wieder werden" 1.Mos.3,19,
    ist für mich keine Drohung, sondern eine eher tröstliche Tatsache.

    • Anonym
    • 21.12.2008 um 16:56 Uhr

    Die Frage ist doch vielmehr: Warum wollen unsterblich sein?
    Als Zivi im Krankenhaus habe ich genug alte Mitbürger gesehn, um zu wissen, dass hohes Alter nicht nur Segen ist.

    Salus Publica Suprema Lex

  2. Unsterblichkeit ist (zum Glück) eine Illusion. Selbst wenn es technisch möglich wäre, jemanden nicht altern zu lassen, so wird er irgendwann doch zu Tode kommen, spätestens mit dem Untergang der Erde.
    Doch warum etwas Unausweichliches auf biegen und brechen hinauszögern?
    Ich denke mit der Zeit würde man des Lebens ohnehin überdrüssig werden...
    100 Jahre: hmm, ist eh schon lang... alle Freunde und Bekannten sind längst verreckt... man ist allein...
    200 Jahre: Die Umwelt hat sich bereits so stark verändert, dass man sich nicht mehr zurecht finden würde...
    >500 Jahre: man hat alles schon zigtausend mal gemacht, es wird langweilig; oder wie würde ihnen die Vorstellung gefallen sich ca. 365000 mal die Zähne zu putzen? außerdem hat man bei der Zeit bestimmt schon sämtliche Gliedmaßen bei Unfällen verloren^^

  3. Die Endlichkeit des Seins ist einer der Gründe warum man seine eigene und die Existenz des ein oder anderen Zeitgenossen erträgt ohne daran zu verzeifeln!
    Und ob es wirklich erstrebenswert ist noch zehn oder zwanzig Jahre mehr gepampert zu werden und an die Decke zu starren wage ich zu bezweifeln.

  4. Wenn Ulrich Bahnsen in seinem ZEIT-Artikel die Frage stellt "Warum sind wir nicht unsterblich?", dann sollte er auch beantworten, warum wir "unsterblich" sein sollten und wie unsere Welt auf der totalen Zeitachse dann aussehen würde.

    Die Feststellung von Bahnsen, daß Lebenszeit "veränderbar" ist eher naiv! Der Weg zu 100.000, 1.000.000 oder 1.000.000.000 Lebensjahren wäre noch weit. Die von Bahnsen gemeinte biologische Unsterblichkeit wäre aber stets immer ein Ziel, das ebenso kaum zu erreichen wäre. Ein Ziel ist nur vernünftig, wenn es auch als erreichbar gilt!

    Die von Bahnsen aufgestellte These "Weil Individuen unterschiedlich sind, funktionierten manche besser und können sich häufig fortpflanzen, während andere benachteiligt sind und sterben, ohne ihre Gene weiterzugeben." halte ich für abenteuerlich und ist so, wie formuliert, falsch.

    Auch habe ich mir noch nie die Frage gestellt, warum ich "unsterblich" sein sollte.

    Christen wäre es dann zum Beispiel verwehrt, an das ewige Leben nach dem Tod zu glauben.

    Platon zum Beispiel hat uns als einen 'Lehrsatz' hinterlassen, der zusammengefaßt wie folgt lautet: Die Seele stirbt nicht, sie kann nicht zerstört oder zerteilt werden, weil sie eine einfache, nicht zusammengesetzte, immaterielle Substanz ist. Auch Kant war von der Unsterblichkeit der Seele überzeugt.

    Gott sei dank, daß uns das biologische Schicksal der Seegurken oder der Süßwasserpolypen, die nach Auffassung mancher Wissenschaftler unter idealen Bedingungen unbegrenzt lange leben können, erspart bleibt.

    Ansonsten: ein Artikel deutlich unter ZEIT-Niveau.

  5. Natürlich wird die Vorstellung "untersterblich zu sein" noch lange eine Illusion bleiben wenn nicht vieleicht für immer.
    Jedem sollte klar sein das der Tod ein unvermeidbarer Teil seines Lebens ist. Allerdings find ich es gibt nichts spannenderes und interessanteres als das Leben, deswegen würde es mich schon einmal reizen zu erfahren, wie sich den die Welt immer weiterentwickeln wird. Vieleicht siedelt sich die Menscheit eines Tages mal auf dem Mars an, oder vieleicht gibt es ja tatsächlich noch Leben im Universum,...es gibt noch soviele Fragen in der Welt die unbeantwortet sind und darauf die Antworten kennen zu lernen, könnte ich mir als Grund für die "Unsterblichkeit" vorstellen.
    Aber natürlich nur rein Utopisch^^.

  6. Evolution gibt es seit Jahrhunderten nicht mehr. Jedenfalls beim Menschen. Ansonsten bestünde die Menschheit nur aus wunderhübschen, enorm gut gebauten und sehr intelligenten Exemplaren.

    Es gibt also keinen Grund, die Unsterblichkeit nicht als Ziel ins Auge zu fassen. Jedenfalls keinen vernünftigen Grund. Und nein, religiöse Gründe sind nicht vernünftig. Die Erlösungsversprechen der Weltreligionen wären natürlich obsolet, wenn es Unsterblichkeit tatsächlich geben sollte. Man könnte auch einen Schneemann fragen, was er denn vom Sommer hält.

    Die Antwort auf die Frage lautet schlicht: Weil noch niemand versucht hat Unsterblichkeit zu erreichen. Na ja, fast niemand. Dem geneigten
    Leser sei hier die Arbeit von Aubrey de Grey ans Herz gelegt.

    Schöne Feiertage

    P.S.: Warum können Menschen eigentlich nicht fliegen?

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    Wohin mit den ganzen Menschen? Wenn jemensch Jahrhunderte lebt, wird das nicht nur schon deshalb ein Platzproblem, es werden sicher auch mehr Kinder pro Eltern gezeugt (man hat ja mehr Zeit). Die Menschheit würde also vielleicht exponentiell (oder so) wachsen... und gibt es nicht sowieso schon zu viele Menschen auf der Erde?

    Was ich interessant an Unsterblichkeit/Langlebigkeit fände, wäre, zu sehen, ob die Menschheit dadurch vernünftiger wird. Man müsste nicht immer neu lernen, da man sich mit Menschen unterhalten könnte, die alles mögliche schon mal erlebt hätten. Das wär doch nicht schlecht.

    • jonjon
    • 22.12.2008 um 1:36 Uhr

    Dass so manch einer sein Hirn ausschaltet, wenn es auch nur entfernt um die Evolutionstheorie geht, wundert mich ja nicht mehr, aber bei so viel Unsinn, verehrte/r RomanRo, muss sich ja einer erbarmen. Entweder ist das ein Witz, oder es steckt eine erschreckendes Maß Halbwissen dahinter, gepaart mit der Arroganz, daraus auch noch die richtigen Schlussfolgerungen ziehen zu können. Ich kann die mir die Person leibhaft vorstellen, die solche Sachen postet...
    Ich machs mal ähnlich und stelle gönnerhaft eine Frage, weil ichs ja sooo viel besser weiß:
    Was interessiert sich die Evolution für Ihre Kategorien "wunderhübsch", "enorm gut gebaut", und "sehr intelligent"?
    Dem geneigten Leser sei hier vor dem Lesen von de Grey das Lesen von Darwin ans Herz gelegt.

    soll es beim Menschen keine Evolution mehr geben?
    Bei einer Entwicklungszeit von 2 mio.
    Jahren sind doch ein paar hundert jahre, die die Evolution still steht
    nicht von bedeutung. Auch wenn sich nicht mehr nur der "körperlich" stärkere fortpflanzt.

    Wohin mit den ganzen Menschen? Wenn jemensch Jahrhunderte lebt, wird das nicht nur schon deshalb ein Platzproblem, es werden sicher auch mehr Kinder pro Eltern gezeugt (man hat ja mehr Zeit). Die Menschheit würde also vielleicht exponentiell (oder so) wachsen... und gibt es nicht sowieso schon zu viele Menschen auf der Erde?

    Was ich interessant an Unsterblichkeit/Langlebigkeit fände, wäre, zu sehen, ob die Menschheit dadurch vernünftiger wird. Man müsste nicht immer neu lernen, da man sich mit Menschen unterhalten könnte, die alles mögliche schon mal erlebt hätten. Das wär doch nicht schlecht.

    • jonjon
    • 22.12.2008 um 1:36 Uhr

    Dass so manch einer sein Hirn ausschaltet, wenn es auch nur entfernt um die Evolutionstheorie geht, wundert mich ja nicht mehr, aber bei so viel Unsinn, verehrte/r RomanRo, muss sich ja einer erbarmen. Entweder ist das ein Witz, oder es steckt eine erschreckendes Maß Halbwissen dahinter, gepaart mit der Arroganz, daraus auch noch die richtigen Schlussfolgerungen ziehen zu können. Ich kann die mir die Person leibhaft vorstellen, die solche Sachen postet...
    Ich machs mal ähnlich und stelle gönnerhaft eine Frage, weil ichs ja sooo viel besser weiß:
    Was interessiert sich die Evolution für Ihre Kategorien "wunderhübsch", "enorm gut gebaut", und "sehr intelligent"?
    Dem geneigten Leser sei hier vor dem Lesen von de Grey das Lesen von Darwin ans Herz gelegt.

    soll es beim Menschen keine Evolution mehr geben?
    Bei einer Entwicklungszeit von 2 mio.
    Jahren sind doch ein paar hundert jahre, die die Evolution still steht
    nicht von bedeutung. Auch wenn sich nicht mehr nur der "körperlich" stärkere fortpflanzt.

  7. Statt hierzulande die Lebenserwartung unter Volleinsatz der Gerätemedizin und ohne Rücksicht auf die Beitragszahler zu verlängern, wäre es doch weitaus sinnvoller die Erwartung gesunder Lebensjahre (GLJ) zu optimieren. Damit sieht es nach einer Statistik von The Lancet vom vergangenen Monat in den Industrieländern alles andere als berauschend aus: ein 50-jähriger Mann hat in Deutschland gerade noch 13,56 GLJ vor sich eine gleichaltrige Frau 13,55. Noch schlechter dran als die Deutschen sind nur noch Estland, Lettland und Litauen.

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    Ist natürlich gut das das mit der langen Lebenserwartung nur die Industrieländer betrifft. Am Ende würde Ihre Statistik komplett in den Keller gehen, weil die statistische Lebenserwartung in manchen Länder nicht mal bei 50 liegt. Von GLJ reden wir da noch gar nicht. Es gibt noch mehr Menschen auf dieser Welt als die 750 Millionen im "Westen". So ungefähr 6 Milliarden mehr!

    Ist natürlich gut das das mit der langen Lebenserwartung nur die Industrieländer betrifft. Am Ende würde Ihre Statistik komplett in den Keller gehen, weil die statistische Lebenserwartung in manchen Länder nicht mal bei 50 liegt. Von GLJ reden wir da noch gar nicht. Es gibt noch mehr Menschen auf dieser Welt als die 750 Millionen im "Westen". So ungefähr 6 Milliarden mehr!

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