Schon in der Bibel ist die Idee beschrieben: Als Gott den Menschen schuf, formte er ihn aus unbelebter Materie, aus Lehm, und hauchte ihm das ein, was wir heute Intelligenz nennen. Vor rund 50 Jahren machte die Wissenschaft sich diese Idee zur Aufgabe und begann, Maschinen mit künstlicher Intelligenz (KI) zu entwickeln.

War der Optimismus anfangs noch gewaltig, kehrte bald Ernüchterung ein. Als etwa der IBM-Computer Deep Blue 1996 den amtierenden Schachweltmeister Garri Kasparow schlug, zeigte sich: Schach zu beherrschen macht eine Maschine noch nicht intelligent. Die Schwierigkeit beschrieb KI-Pionier Marvin Minsky so: »KI-Forscher haben sich mit Problemen beschäftigt, die Menschen schwierig finden, aber sie kommen nicht mit den Problemen voran, die Menschen leicht finden.«

Alle Artikel der Serie "Die 12 großen Fragen der Wissenschaft" im Überblick. Bitte klicken Sie auf das Bild.© Shadowforce/photocase.deDenn ein wichtiger Aspekt ist die praktische Intelligenz. Etwa, dass man ein Glas Wasser mit der Öffnung nach oben halten sollte. Eine Maschine kann mit Sensoren zwar feststellen, dass sich Wasser in einem Objekt befindet. Was das bedeutet, müsste aber in ihrer Wissensbasis enthalten sein. Will man ihr nicht alle Details einprogrammieren, muss die Maschine lernen können – also aus wenig Wissen mehr Wissen schaffen. Mittlerweile sind sich die Forscher sicher, dass weder schiere Rechenleistung noch ein riesiger Datenvorrat das erreichen kann. Viele versuchen daher, Maschinen zunächst Emotionen beizubringen – einen Aspekt von Intelligenz. Erste Modelle für KI-Systeme sollen die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine verbessern.

Doch wie und wann der »göttliche Funke« überspringen könnte, bleibt offen. KI-Optimisten wie Ray Kurzweil setzen auf die steigende Vernetzung und Leistungsfähigkeit der Computer.

Wenn sie sich weiter so rasant entwickelten, sagt er, werde Intelligenz von selbst entstehen, verlagere sich die Evolution von biologischen Systemen auf Maschinen. Kurzweil glaubt, das könne schon 2030 passieren. Dann wissen wir mehr.