Computer der Zukunft Intelligenter als Menschen?

Teil 7: Computer könnten eines Tages selbsttätig anfangen zu denken. Doch schiere Rechenleistung allein reicht dafür nicht aus

Roboter könnten eines Tages selbsttätig anfangen zu denken. Doch wann springt der Funke schierer Rechenleistung über zu wirklicher Intelligenz?

Roboter könnten eines Tages selbsttätig anfangen zu denken. Doch wann springt der Funke schierer Rechenleistung über zu wirklicher Intelligenz?

Schon in der Bibel ist die Idee beschrieben: Als Gott den Menschen schuf, formte er ihn aus unbelebter Materie, aus Lehm, und hauchte ihm das ein, was wir heute Intelligenz nennen. Vor rund 50 Jahren machte die Wissenschaft sich diese Idee zur Aufgabe und begann, Maschinen mit künstlicher Intelligenz (KI) zu entwickeln.

War der Optimismus anfangs noch gewaltig, kehrte bald Ernüchterung ein. Als etwa der IBM-Computer Deep Blue 1996 den amtierenden Schachweltmeister Garri Kasparow schlug, zeigte sich: Schach zu beherrschen macht eine Maschine noch nicht intelligent. Die Schwierigkeit beschrieb KI-Pionier Marvin Minsky so: »KI-Forscher haben sich mit Problemen beschäftigt, die Menschen schwierig finden, aber sie kommen nicht mit den Problemen voran, die Menschen leicht finden.«

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Denn ein wichtiger Aspekt ist die praktische Intelligenz. Etwa, dass man ein Glas Wasser mit der Öffnung nach oben halten sollte. Eine Maschine kann mit Sensoren zwar feststellen, dass sich Wasser in einem Objekt befindet. Was das bedeutet, müsste aber in ihrer Wissensbasis enthalten sein. Will man ihr nicht alle Details einprogrammieren, muss die Maschine lernen können – also aus wenig Wissen mehr Wissen schaffen. Mittlerweile sind sich die Forscher sicher, dass weder schiere Rechenleistung noch ein riesiger Datenvorrat das erreichen kann. Viele versuchen daher, Maschinen zunächst Emotionen beizubringen – einen Aspekt von Intelligenz. Erste Modelle für KI-Systeme sollen die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine verbessern.

 

Doch wie und wann der »göttliche Funke« überspringen könnte, bleibt offen. KI-Optimisten wie Ray Kurzweil setzen auf die steigende Vernetzung und Leistungsfähigkeit der Computer.

Wenn sie sich weiter so rasant entwickelten, sagt er, werde Intelligenz von selbst entstehen, verlagere sich die Evolution von biologischen Systemen auf Maschinen. Kurzweil glaubt, das könne schon 2030 passieren. Dann wissen wir mehr.

 
Leser-Kommentare
  1. ... die ewige Ankündigung von Ergebnissen, die dann mit Hinweis auf irgendwelche unerwarteten und nicht verstandenen Schwierigkeiten dann wieder nicht erzielt werden. Von ihren Anfängen an ist die Geschichte der KI (GPS = "general problem solver") gepflastert mit vollmundigen Visionen und der Ungnade der späten Erkenntnis. Insbesondere mit der Allerweltsweisheit, dass vieles, was einfach aussieht alles andere als simple ist.

    Liebe KI Forscher, liefern Sie etwas wirkliches Erstaunliches. Irgendetwas, was sich nicht bei genauem Hinsehen als Taschenspielertrick entpuppt und was nicht vor allen Dingen mit bunten Bildchen und durch Grafikleistung beeindruckt. Sonst wird KI mal als Akronym für "kein Interesse" enden!

    • horott
    • 26.12.2008 um 14:56 Uhr

    ... könnte ich ausrasten.

    Es scheint einigen Autoren nicht im Geringsten klar zu sein, wie ein Computer auf der untersten Ebene (im Rechenwerk innerhalb der CPU) funktioniert.

    Wenn man weiß, daß alle -auf höheren Ebenen noch so kompliziert erscheinenden- Entscheidungen sich auf elementare Rechenoperationen -simple Additionen, bzw. Rechts-/Linksverschiebungen (= Multiplikationen)- von Binärzahlen reduziert, kann man überhaupt nicht auf den Gedanken kommen, im Zusammenhang mit Silikondioxid von Intelligenz zu sprechen -es sei denn, dem Autor mangelt es an Ebendieser.
    Jedwede Entscheidung des Rechenknechtes muß -in Abhängigkeit aktueller Variablen- explizit vorgegeben werden. Durch Menschen.

    Fragen dieser Kategorie wären in der BLÖD-Zeitung besser aufgehoben.
    Sorry ...
    --

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    • lef
    • 26.12.2008 um 15:21 Uhr

    Die AI-Wissenschaftler sind längst über rein logische Ansätze hinaus.
    Auch Schwarmintelligenz war nur eine Zwischenperiode.
    Inzwischen bauen AI-Forscher Agentensysteme, die auf der 1.Stufe von Empathie basieren, also durchaus Ansätze von Emergenz (emergentem Verhalten) aufweisen.
    teilweise übrigens auch mit beachtlichem praktischen Resultaten - z. B. Verkehrsleitsysteme (Schweiz).
    Bis zu echter Emergenter Ordnung ist es zwar noch sehr weit, aber die Geschwindigkeit, mit der die AI sich entwickelt, ist wirklich beachtlich - 2030 scheint mir nicht undenkbar.

    Der größte Hemmschuh ist in der AI aber tatsächlich, dass Empathie und Emergente Ordnung in den "logischen Wissenschaften" völlig neuartige Begriffe sind - da hemmt ganz stark die schwerfällige Lernbereitschaft der Dozenten (die Studenten sind da weit offener).

    Ob es wirklich eine gute Idee ist, für eine Gesellschaft, in der Emergente Ordnung zwar praktiziert, aber längst noch nicht begriffen worden ist, Computersysteme zu konstruieren, die dem Denkvermögen der Menschen zumindest technisch bereits überlegen sind, ist allerdings wirklich eine wichtige Frage.
    Zumal diese Maschinen (resp.: Programme) ja auch den Diktatoren zur Verfügung stehen, die alles Andere wollen, als Emergente Ordnung. Da sind Angstphantasien wie die von Orwell ("1984") durchaus berechtigt.

    wird man bei Maschinen wohl auch irgendwann von tatsächlicher Intelligenz sprechen können.

    Unter der Annahme, dass wir Menschen tatsächlich intelligent sind wovon ich hier nun einfach einmal ausgehe steht zumindest theoretisch maschineller Intelligenz nichts im Wege.
    Unser Denkvermögen ist auch nichts weiter als "simple Additionen, bzw. Rechts-/Linksverschiebungen (= Multiplikationen)- von Binärzahlen", wenn man es auf einzelne Neuronen beschränkt. Das Zusammenspiel dieser Neuronen macht komplexes Denken möglich.
    Grundsätzlich ist es kein Problem maschinelle Einheiten die für sich selbst nicht mehr können als binäre Berechnungen vor zu nehmen auf eine Art und Weise zu vernetzen, dass lernfähige und intelligente Maschinen entstehen.
    Solche Netzwerke wurden bereits häufig programmiert um menschliches Lernen (wenn auch vereinfacht) und andere Dinge zu simulieren. Das Problem ist einzig und allein, dass man ein Netzwerk entwickeln müsste das ähnlich komplex ist wie das neurale Netzwerk unseres Gehirns um intelligente Maschinen zu haben und das unsere eigenen Kapazitäten übersteigt.

    Ich bin daher anderer Meinung als horott wenn man von Maschinen im allgemeinen spricht, da neurale Netzwerke das potenzial zur Intelligenz besitzen. Ich stimme allerdings zu wenn man seine Argumentation auf logische Systeme beschränkt.

    • lef
    • 26.12.2008 um 15:21 Uhr

    Die AI-Wissenschaftler sind längst über rein logische Ansätze hinaus.
    Auch Schwarmintelligenz war nur eine Zwischenperiode.
    Inzwischen bauen AI-Forscher Agentensysteme, die auf der 1.Stufe von Empathie basieren, also durchaus Ansätze von Emergenz (emergentem Verhalten) aufweisen.
    teilweise übrigens auch mit beachtlichem praktischen Resultaten - z. B. Verkehrsleitsysteme (Schweiz).
    Bis zu echter Emergenter Ordnung ist es zwar noch sehr weit, aber die Geschwindigkeit, mit der die AI sich entwickelt, ist wirklich beachtlich - 2030 scheint mir nicht undenkbar.

    Der größte Hemmschuh ist in der AI aber tatsächlich, dass Empathie und Emergente Ordnung in den "logischen Wissenschaften" völlig neuartige Begriffe sind - da hemmt ganz stark die schwerfällige Lernbereitschaft der Dozenten (die Studenten sind da weit offener).

    Ob es wirklich eine gute Idee ist, für eine Gesellschaft, in der Emergente Ordnung zwar praktiziert, aber längst noch nicht begriffen worden ist, Computersysteme zu konstruieren, die dem Denkvermögen der Menschen zumindest technisch bereits überlegen sind, ist allerdings wirklich eine wichtige Frage.
    Zumal diese Maschinen (resp.: Programme) ja auch den Diktatoren zur Verfügung stehen, die alles Andere wollen, als Emergente Ordnung. Da sind Angstphantasien wie die von Orwell ("1984") durchaus berechtigt.

    wird man bei Maschinen wohl auch irgendwann von tatsächlicher Intelligenz sprechen können.

    Unter der Annahme, dass wir Menschen tatsächlich intelligent sind wovon ich hier nun einfach einmal ausgehe steht zumindest theoretisch maschineller Intelligenz nichts im Wege.
    Unser Denkvermögen ist auch nichts weiter als "simple Additionen, bzw. Rechts-/Linksverschiebungen (= Multiplikationen)- von Binärzahlen", wenn man es auf einzelne Neuronen beschränkt. Das Zusammenspiel dieser Neuronen macht komplexes Denken möglich.
    Grundsätzlich ist es kein Problem maschinelle Einheiten die für sich selbst nicht mehr können als binäre Berechnungen vor zu nehmen auf eine Art und Weise zu vernetzen, dass lernfähige und intelligente Maschinen entstehen.
    Solche Netzwerke wurden bereits häufig programmiert um menschliches Lernen (wenn auch vereinfacht) und andere Dinge zu simulieren. Das Problem ist einzig und allein, dass man ein Netzwerk entwickeln müsste das ähnlich komplex ist wie das neurale Netzwerk unseres Gehirns um intelligente Maschinen zu haben und das unsere eigenen Kapazitäten übersteigt.

    Ich bin daher anderer Meinung als horott wenn man von Maschinen im allgemeinen spricht, da neurale Netzwerke das potenzial zur Intelligenz besitzen. Ich stimme allerdings zu wenn man seine Argumentation auf logische Systeme beschränkt.

    • lef
    • 26.12.2008 um 15:21 Uhr

    Die AI-Wissenschaftler sind längst über rein logische Ansätze hinaus.
    Auch Schwarmintelligenz war nur eine Zwischenperiode.
    Inzwischen bauen AI-Forscher Agentensysteme, die auf der 1.Stufe von Empathie basieren, also durchaus Ansätze von Emergenz (emergentem Verhalten) aufweisen.
    teilweise übrigens auch mit beachtlichem praktischen Resultaten - z. B. Verkehrsleitsysteme (Schweiz).
    Bis zu echter Emergenter Ordnung ist es zwar noch sehr weit, aber die Geschwindigkeit, mit der die AI sich entwickelt, ist wirklich beachtlich - 2030 scheint mir nicht undenkbar.

    Der größte Hemmschuh ist in der AI aber tatsächlich, dass Empathie und Emergente Ordnung in den "logischen Wissenschaften" völlig neuartige Begriffe sind - da hemmt ganz stark die schwerfällige Lernbereitschaft der Dozenten (die Studenten sind da weit offener).

    Ob es wirklich eine gute Idee ist, für eine Gesellschaft, in der Emergente Ordnung zwar praktiziert, aber längst noch nicht begriffen worden ist, Computersysteme zu konstruieren, die dem Denkvermögen der Menschen zumindest technisch bereits überlegen sind, ist allerdings wirklich eine wichtige Frage.
    Zumal diese Maschinen (resp.: Programme) ja auch den Diktatoren zur Verfügung stehen, die alles Andere wollen, als Emergente Ordnung. Da sind Angstphantasien wie die von Orwell ("1984") durchaus berechtigt.

  2. Ein interessantes Thema, nicht wahr? Aber wie das Internet, auch etwas überschätzt.

    Hier glaubt ein Kommentator schon in 20 Jahren einen großen Durchbruch zu erwarten. Dergleichen wurde schon vor 50, 30, 10 Jahren gesagt und geschrieben. Heute also sollen es die Empathie und die kognitiven Wissenschaften sein, die uns beschleunigen.

    Verkehrsleitsysteme geben Grund zur Euphorie, und es herrscht ja nun schon länger Goldgräberstimmung, aber die Regulierung eines einfachen und in sich geschlossenen Kreises, das einige Millionen Variationen zulässt, ist wie das Spiel Schach. Schach zu erlernen besteht nicht in der Schwierigkeit der Regeln, sondern der Variationen. Nun ist aber Logik, Geist, Umwelt und derselben Mechanik beiweitem komplexer als ein Verkehrsleitsystem und ein Schachspiel. Multiplizieren sie das mit der Anzahl von Variationen aller Schachspiele und sie erkennen, vor was für einem Berg Lösungen die KI-Forschung steht.

    Bevor nicht ein lernender und erkennender Kern erschaffen wurde, der eben die genannte Logik-Geist-Umwelt ordentlich und insgesamt wahrnimmt, also wie ein menschliches oder tierisches Kind, ist nichts erreicht als ein bisschen Wahrnehmungstheorie und regulierende ggf. selbstregulierende Vorgänge.

    Allerdings gehe ich davon aus, dass es einmal soweit sein wird, dass selbstdenkende oder mit sich disputierende Maschinen existieren. Vielleicht werden sie sogar dieses Jahrhundert zur größten Herausforderung der Menschheit, nämlich, wie jemand zuvor erwähnte, wenn ein pfiffiger Herrscher Droiden oder ähnliche Wesen einsetzt, um uns zu manipulieren oder zu drängen. Und vor welche juristischen und somit moralischen Probleme uns das stellt, kann man sich leicht ausmalen, wenn man Debatten um die Rechtstaatlichkeit des Internets verfolgt. Mit Sicherheit werden die ersten so genannten intelligenten Maschinen alles andere als hochintelligent sein, sie werden vielmehr hochspezialisiert und möglicherweise gefährlich sein.

    • Crest
    • 26.12.2008 um 19:46 Uhr

    Folgende Fragen/Aspekte würden sich mir stellen:

    1. Die Erziehung eines Menschen mit natürlicher Intelligenz erfordert (incl. Ausbildung) mehr als 20 Jahre. Was macht uns so sicher, dass ein System mit vergleichbarer (oder höherer) künstlicher Intelligenz in signifikant kürzerer Zeit "programmiert" werden kann? Wir stöhnen doch schon bei der Erziehung unserer Kinder.

    2. Was sagen denn die Religionen dazu? Und da meine ich nicht den Katholizismus, sondern den Islam. Letzterer verbietet doch schon das reine Abbilden des Menschen. Und jetzt setzt man da noch etwas drauf und will sogar ein geistiges und noch dazu ein perfekteres Abbild des Menschen schaffen? (In der SF schon vor 40 Jahren in den Romanen von Frank Herbert thematisiert.)

    3. "Lernende" Systeme klingen immer gut und vermutlich würde aus Effizienzgründen zunächst das analoge Rechnen und dann eine Art "künstliche Evolution" die Folge sein. (In der neuesten Saturn Werbung kommt letzteres ja schon richtig gut rüber.) Und dann, so meine Vermutung, wird man feststellen, dass der Faktor Zeit doch eine so große Rolle spielt, dass man vielleicht zwischendurch die Lust verliert und sich wieder auf diejenigen Problemstellungen konzentriert, in der der Mensch nicht so gut und die Maschine sehr viel besser (und verlässlcher) ist.

    Das Schöne am Artikel: 2030 ist ein Datum, mit dem sich die Voraussagen falsifizieren lassen.

    Notieren wir uns das also im Kalender.

    Herzlichst Crest

  3. Leere Versprechungen und nichts erreicht?
    Der Bereich der KI ist ein weites, sehr weites, interdisziplinäres Forschungsfeld und erst 50 Jahre jung.
    Es ist sicherlich richtig das die anfängliche Euphorie vieler Forscher verfrüht, übertrieben und unrealistisch war.

    Dies wurde von der Allgemeinheit, jedoch insbesondere auch von den beteiligten Forschern registriert und stellt einen wichtigen Baustein in der Entwicklung der KI dar.

    Die KI ist noch lange nicht da wo sie bei ihrer Entstehung angekündigt hat in Kürze zu sein. Allerdings ist sie weiter als jemals zuvor.
    Die gewonnen Erkenntnisse, gerade auch durch die Nichterfüllung selbstgesteckter und verkündeter Ziele, waren und sind elementar für die weiteren Entwicklungen.

    Auch hat die KI bereits erstaunliche und wegweisende Beiträge geliefert welche einen ganz erheblichen Erkenntnisgewinn bedeuten. Nur gemessen an der Gesamtintelligenz eines Menschen erscheinen sie ernüchternd.


    Basisprobleme? Emergenz?

    Ich bin mir nicht ganz sicher, habe aber das Gefühl das in einigen Kommentaren verschiedene Probleme durcheinander geraten.
    So ist Emergenz seit Jahrzehnten ein wichtiger Bestandteil der Forschung (auch in der KI).
    Auch denke ich gibt es nicht eine Basisproblematik sondern häufig viele verschiedene Aspekte die ineinandergreifen.

    Und ich denke es wird mehr als eine Methode geben Intelligenz, auch die des Menschen, zu modellieren.
    Neben neuronalen Netzen, die auch heute noch eine bedeutende Rolle spielen und deren Fähigkeiten meiner Meinung nach bei weitem noch nicht ausgereizt sind, erleben wir gerade jetzt eine Renaissance klassischer KI Ansätze.

    Sicher ist bei all den Unwägbarkeiten vor allem eines: Das Vorhersagen zum Schmunzeln wie zum Schaudern geeignet sind und beides wohl das sinnvollste an selbigen ist.

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    • lef
    • 27.12.2008 um 1:12 Uhr

    Es gibt verschiedenartige Intelligenz.
    Ein Mensch, der einen Beruf gelernt hat und im Laufe seines Lebens zwar sehr wohl hinzulernt (von Anderen), der wird sein Wissen durchaus anwenden, aber er reproduziert nur das, was er gelernt hat - das gilt für Alle. ob Putzfrau oder Dipl.Ingenieur.
    Das ist reproeduktive Intelligenz und der/die wird sich für durchaus intelligent halten.

    Es gibt aber auch andere Intelligenz - kreative oder innovative.
    Hierzu sind nur Menschen fähig - die beruht nämlich auf Emergenz.
    Dass das mit herkömmlichen Methoden (und Technik) auch in der AI möglich sein wird, ist negativ zu beantworten - wie oben gesagt ist es in sich selbst nicht möglich. Dazu müssten neue Maschinen und Programmtechniken entwickelt werden. Aber zumindest üben kann man es auch mit bisheriger Technik.

    Es stimmt, was Emergenz ist, lernt ein KI-Student in ersten Semestern, aber:
    Emergenz in einem KI-Programm (deutsch) zu integrieren, ist hierzulande keines Falls anders als reproduktiv.
    Auch wenn emergente Entscheidungen (von Menschen) aus der Vergangenheit analysiert werden und das dann für die Zukunft zu Veränderungen führt, ist das noch lange nicht kreativ oder innovativ.
    (Beispiel: Verkehrsleitsystem oder Fluchtanalysen nach deutschem Muster - durchaus effektiv, aber dort werden nur emergente Vorgänge aus der Vergangenheit als nunmehr vorhersehbar angenommen)

    AI hat (eben leider nicht in Deutschland!) ein anderes Ziel - AI soll dort selbst intelligent in kreativer Weise werden, dazu müssen die Programme selbst Empathie und Emergenz entwickeln.

    Aber es ja leider so: Was Emergenz (oder gar die Realität: Emergente Ordnung) ist, das haben in Deutschland so Wenige begriffen, dass deren Zahl eher im Nanobereich statistisch zu erfassen ist.
    Solche Begriffe sind woanders (z. B. USA) sehr viel eher Allgemeinwissen.

    • lef
    • 27.12.2008 um 1:12 Uhr

    Es gibt verschiedenartige Intelligenz.
    Ein Mensch, der einen Beruf gelernt hat und im Laufe seines Lebens zwar sehr wohl hinzulernt (von Anderen), der wird sein Wissen durchaus anwenden, aber er reproduziert nur das, was er gelernt hat - das gilt für Alle. ob Putzfrau oder Dipl.Ingenieur.
    Das ist reproeduktive Intelligenz und der/die wird sich für durchaus intelligent halten.

    Es gibt aber auch andere Intelligenz - kreative oder innovative.
    Hierzu sind nur Menschen fähig - die beruht nämlich auf Emergenz.
    Dass das mit herkömmlichen Methoden (und Technik) auch in der AI möglich sein wird, ist negativ zu beantworten - wie oben gesagt ist es in sich selbst nicht möglich. Dazu müssten neue Maschinen und Programmtechniken entwickelt werden. Aber zumindest üben kann man es auch mit bisheriger Technik.

    Es stimmt, was Emergenz ist, lernt ein KI-Student in ersten Semestern, aber:
    Emergenz in einem KI-Programm (deutsch) zu integrieren, ist hierzulande keines Falls anders als reproduktiv.
    Auch wenn emergente Entscheidungen (von Menschen) aus der Vergangenheit analysiert werden und das dann für die Zukunft zu Veränderungen führt, ist das noch lange nicht kreativ oder innovativ.
    (Beispiel: Verkehrsleitsystem oder Fluchtanalysen nach deutschem Muster - durchaus effektiv, aber dort werden nur emergente Vorgänge aus der Vergangenheit als nunmehr vorhersehbar angenommen)

    AI hat (eben leider nicht in Deutschland!) ein anderes Ziel - AI soll dort selbst intelligent in kreativer Weise werden, dazu müssen die Programme selbst Empathie und Emergenz entwickeln.

    Aber es ja leider so: Was Emergenz (oder gar die Realität: Emergente Ordnung) ist, das haben in Deutschland so Wenige begriffen, dass deren Zahl eher im Nanobereich statistisch zu erfassen ist.
    Solche Begriffe sind woanders (z. B. USA) sehr viel eher Allgemeinwissen.

    • lef
    • 27.12.2008 um 1:12 Uhr

    Es gibt verschiedenartige Intelligenz.
    Ein Mensch, der einen Beruf gelernt hat und im Laufe seines Lebens zwar sehr wohl hinzulernt (von Anderen), der wird sein Wissen durchaus anwenden, aber er reproduziert nur das, was er gelernt hat - das gilt für Alle. ob Putzfrau oder Dipl.Ingenieur.
    Das ist reproeduktive Intelligenz und der/die wird sich für durchaus intelligent halten.

    Es gibt aber auch andere Intelligenz - kreative oder innovative.
    Hierzu sind nur Menschen fähig - die beruht nämlich auf Emergenz.
    Dass das mit herkömmlichen Methoden (und Technik) auch in der AI möglich sein wird, ist negativ zu beantworten - wie oben gesagt ist es in sich selbst nicht möglich. Dazu müssten neue Maschinen und Programmtechniken entwickelt werden. Aber zumindest üben kann man es auch mit bisheriger Technik.

    Es stimmt, was Emergenz ist, lernt ein KI-Student in ersten Semestern, aber:
    Emergenz in einem KI-Programm (deutsch) zu integrieren, ist hierzulande keines Falls anders als reproduktiv.
    Auch wenn emergente Entscheidungen (von Menschen) aus der Vergangenheit analysiert werden und das dann für die Zukunft zu Veränderungen führt, ist das noch lange nicht kreativ oder innovativ.
    (Beispiel: Verkehrsleitsystem oder Fluchtanalysen nach deutschem Muster - durchaus effektiv, aber dort werden nur emergente Vorgänge aus der Vergangenheit als nunmehr vorhersehbar angenommen)

    AI hat (eben leider nicht in Deutschland!) ein anderes Ziel - AI soll dort selbst intelligent in kreativer Weise werden, dazu müssen die Programme selbst Empathie und Emergenz entwickeln.

    Aber es ja leider so: Was Emergenz (oder gar die Realität: Emergente Ordnung) ist, das haben in Deutschland so Wenige begriffen, dass deren Zahl eher im Nanobereich statistisch zu erfassen ist.
    Solche Begriffe sind woanders (z. B. USA) sehr viel eher Allgemeinwissen.

    • Chaled
    • 27.12.2008 um 11:11 Uhr

    Ich beschäftige mich seit 1982 mit Informatik und habe 1983 (versehendlich) mein erstes KI Programm geschrieben. Einem Doktorand viel damals auf, dass es ja erste Grundzüge einer KI hätte. Seit dem beschäftige ich mich mit KI und habe als Absolvent einer unserer Eliteunis (Karlsruhe) in den Fächern Informatik und Mathematik auch viel erlebt. Man hat es mit logischen Ansätzen, mit regelbasierten Systemen, mit wissenbasierten Systemen, mit gewichteten Systemen (besonders in der Medizin) mit neuronalen Netzen, mit FUZY Logik und mit einigem mehr versucht. Alle Ansätze waren (und sind) für die Erzeugung eines Bewußtseins völlig ungeeignet. Damit haben sich unsere Professoren auch nur nebenbei beschäftigt, denn wichtig war immer die Zielorientiertheit des Systems. Und die gliedert sich in beispielsweise vier Bereiche. (1) Analyse und vollständiges Verstehen des Bereichs auf das die KI angewendet werden soll, z.B. Schach (2) Auswahl der Mittel, z.B. Regelbasiertes System mit Wissensbasis (3) Aufbau des Systems und füttern von Daten (4) Einsatz und Optimierung
    KI Systeme wurden dabei sehr erfolgreich bei verschiedensten Aufgabenstellungen eingesetzt. Ob beim Schachspielen, beim Ölfinden oder bei der Gesichtserkennung, überall liefern die Systeme hoch effizient beste Ergebnisse.
    Bei der Erstellung eines Systems das selbständig lernen und Aufgaben lösen kann (aus allen Lebensbereichen) und dann auch noch ein Bewußtsein bilden soll, scheitern wir aus einem einfachen Grund. Wir haben nicht verstanden wie Bewußtsein funktioniert. Wir wissen zwar, dass der Mensch so etwas kann bzw. hat, wissen aber nicht (auch nicht ansatzweise) wie. Einer meiner Professoren hat es mal so ausgedrückt. Wir sind in der Situation von Affen die versuchen mit einem Holzstock einen Tresor zu öffnen. Sie wissen wie groß er ist und dass das Material dem Holzstock wiedersteht, haben aber keine Ahnung von seinem inneren Aufbau (Schlösser und Inhalt).
    Das ist auch der Grund, weshalb in Deutschland nicht daran geforscht wird (soweit ich weis), wir aber innerhalb der KI sehr gute Systeme (für genau definierte Aufgaben) erstellen. Natürlich klopft Ray Kurzweil die Trommel nicht umsonst. Er benötigt dauern Forschungsgelder und die ZEIT hat einen spannenden Artikel mehr. Realistisch betrachtet müssen wir aber erst die Entstehung einer Bewußtseins bzw., Bewußtsein selbst verstehen. Die Mittel es dann nachzubauen oder entstehen zu lassen und ein künstliches zu erzeugen haben wir mit hoher Wahrscheinlichkeit schon.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    stimmt so nicht.

    >Vorsicht - ein klein wenig Ironie<

    Sie schreiben in ihrem Kommentar selbst, dass KI etwas mit Bewusstsein zu tun hat. Holt man sich herzu mal die Definition (von denen es erstaunliche viele gibt), steht in Wiki folgender Kernsatz:

    Das Phänomen des Bewusstseins gilt als eines der größten ungelösten Probleme von Philosophie und Naturwissenschaft, während es im Bereich der Psychologie in Ansätzen eine gewisse Klärung erfahren hat.

    Demzufolge besitzt die Psychologie als einzige Wissenschaft ein Bruchstück des Schlüssels für die Lösung des Problems der KI. Da nun die Psychologie wiederum die Lehre von der Seele ist, ist diese demnach sozusagen ihres Professors Tresor.

    Und da enden die Analogien. Oder weiß jemand wie groß Diese ist? Wir wissen es nicht, genau so wenig, wo diese Seele sitzt, aus welchem Material sie ist ...... usw.

    Genau genommen wissen wir über dieses Ding - NICHTS! Außer das es sie gibt - sonst wäre ja die Psychologie keine anerkannte Wissenschaft, oder?

    Wie also soll eine Bewusstsein in einem Stück Silizium entstehen, wenn dazu offenkundig eine Seele erforderliche ist - einem Ding also, von dem wir NICHTS wissen?

    Und das ist nur die naturwissenschaftliche Ebene dieses Problems...J

    stimmt so nicht.

    >Vorsicht - ein klein wenig Ironie<

    Sie schreiben in ihrem Kommentar selbst, dass KI etwas mit Bewusstsein zu tun hat. Holt man sich herzu mal die Definition (von denen es erstaunliche viele gibt), steht in Wiki folgender Kernsatz:

    Das Phänomen des Bewusstseins gilt als eines der größten ungelösten Probleme von Philosophie und Naturwissenschaft, während es im Bereich der Psychologie in Ansätzen eine gewisse Klärung erfahren hat.

    Demzufolge besitzt die Psychologie als einzige Wissenschaft ein Bruchstück des Schlüssels für die Lösung des Problems der KI. Da nun die Psychologie wiederum die Lehre von der Seele ist, ist diese demnach sozusagen ihres Professors Tresor.

    Und da enden die Analogien. Oder weiß jemand wie groß Diese ist? Wir wissen es nicht, genau so wenig, wo diese Seele sitzt, aus welchem Material sie ist ...... usw.

    Genau genommen wissen wir über dieses Ding - NICHTS! Außer das es sie gibt - sonst wäre ja die Psychologie keine anerkannte Wissenschaft, oder?

    Wie also soll eine Bewusstsein in einem Stück Silizium entstehen, wenn dazu offenkundig eine Seele erforderliche ist - einem Ding also, von dem wir NICHTS wissen?

    Und das ist nur die naturwissenschaftliche Ebene dieses Problems...J

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  • Serie 12 Fragen der Wissenschaft
  • Quelle ZEIT Wissen 01/2009
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