Diagnose von Krankheiten Verräterischer Blick
Keine Blutanalyse, kein Hirnscan, kein Psychotest: Wissenschaftler wollen allein an den Augen erkennen, ob Menschen krank sind – und wie gefühlvoll sie sind

Die Augen sind nicht nur der Spiegel unserer Seele, sondern können auch zur Diagnostik von Krankheiten verwendet werden. Für diesen Zweck arbeitet die NASA derzeit an einer Augenscannerbrille
Wenn Menschen zum Mars fliegen, sollten sie einen Arzt mitnehmen. Oder zumindest die Spezialbrille, die die amerikanische Weltraumbehörde Nasa gerade für längere Aufenthalte im All entwickelt. Der Augenscanner soll eines Tages direkt am Helm befestigt werden und Krankheiten diagnostizieren können. Liegen Blutzuckerspiegel oder Blutdruck außerhalb der Norm, schlägt das Gerät Alarm. Zudem könnte es Alzheimer, Diabetes und Multiple Sklerose (MS) im Frühstadium erkennen. Keine Blutanalyse, kein Hirnscan, kein Psychotest wäre nötig – die Augen sagen alles.
Zwar hat die Nasa auch schon Antigravitationsantriebe und Weltraumfahrstühle erforschen lassen, aber diesmal erscheint das Ziel realistischer. Der Nasa-Wissenschaftler Rafat Ansari, zuständig für Biofluidsensorik, hat zumindest schon einen Prototyp gebaut und verbreitet den üblichen Raumfahrt-Enthusiasmus. »Wenn wir genug Forschungsgelder hätten«, sagt er, »könnten wir in ein paar Jahren das erste Modell fertig haben.«
Wird die Nasa mit ihren kühnen Plänen den alten Traum von Heilpraktikern wahr machen, aus den Augen eines Patienten mit einem Blick sein Schicksal ablesen zu können? In der Alternativmedizin teilen selbst ernannte Iridologen die Regenbogenhaut in Felder ein, die ähnlich wie in der Fußreflexzonenmassage bestimmte Organe repräsentieren sollen. »Das ist Lug und Trug«, urteilt Christian Ohrloff, Direktor des Zentrums für Augenheilkunde an der Frankfurter Universitätsklinik. Dennoch sind die Nasa-Pläne nicht so abwegig, wie sie auf den ersten Blick scheinen.
Immer mehr Mediziner entdecken das Auge als idealen Diagnosepunkt. Sogar manche Charakterzüge ihrer Patienten können sie erkennen. Moderne Laserscanner liefern inzwischen detaillierte Schnittbilder der Netzhaut. Mehrere Studien deuten darauf hin, dass Nervenleiden wie Alzheimer und Multiple Sklerose dort schon früh typische Spuren hinterlassen. »Netzhaut und Sehnerv sind, anatomisch betrachtet, Teile des Gehirns«, sagt Ohrloff. »Es ist also nicht verwunderlich, wenn sie bei einer Nervenerkrankung auch die gleichen Symptome aufweisen.« Eines Tages, so hoffen Neurologen, könnten ihnen diese Merkmale bei der Früherkennung helfen.
Schon heute kann ein geübter Augenarzt die Anzeichen von Volksleiden wie Diabetes oder Bluthochdruck mit einem einfachen Augenspiegel erkennen. »Die feinen Blutgefäße in der Netzhaut nehmen bei Diabetikern oft als Erstes Schaden«, erklärt Harald Hoyer, der in Ahrensburg, Schleswig-Holstein, eine Praxis für Augenheilkunde hat. Auch bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit zeigen die Kapillargefäße im Auge schon früh Verschleißspuren. Weil die Netzhaut viel Sauerstoff verbraucht, ist sie mit einem dichten Geflecht von Arterien durchzogen. »Nirgendwo sonst im Körper haben wir einen so unverstellten Blick auf die Blutgefäße«, sagt Rafat Ansari. Das ist einer der Gründe, weshalb sein Diagnosegerät ausgerechnet die Augen ins Visier nimmt.
Aber der Nasa-Forscher hat noch mehr vor. Jedes Gewebe und jede Flüssigkeit im Auge stehe repräsentativ für die Gewebe und Flüssigkeiten im ganzen Körper, erklärt er. Das Wasser in den Augenkammern etwa sei nichts anderes als ein Filtrat des Blutes. Mit einem Laserverfahren, der dynamischen Lichtstreuung, bestimmt Ansari den Glukosespiegel in dieser Flüssigkeit. Weil sich aus ihm der Blutzuckerspiegel errechnen lässt, liefert er einen wichtigen Hinweis darauf, ob ein Patient unter Diabetes leidet. Zudem wiesen US-amerikanische Forscher vor einigen Jahren die für Alzheimer typischen Eiweißablagerungen in der Augenlinse nach – Ansari hofft, dass sein Laser auch diese Biomarker bald erkennen kann.
- Datum 14.04.2009 - 14:35 Uhr
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- Quelle ZEIT Wissen Magazin, 8.4.2009
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Interessant ist hier, dass neben
- angeborenen Eigenschaften (natürlich längst bekannt) und
- später erworbenen Veränderungen, also nur auch "Krankheiten" - das ist ja immer relativ (und diese Erkenntnis ist auch nicht sehr neu)
- nun auch (und das ist eine wirklich überrschende und neue Erkenntnis!!)
Empathiefähigkeit analysiert werden können soll.
Hier herrscht jedoch von der anderen Seite her (der der Psychologen ff) große Unwissenheit: Empathie ist besonders unter Psychologen und dann natürlich auch unter Pädagogen, Soziologen usw. ein weitgehend unbekannter Begriff. Erst recht natürlich herrscht auch unter "Laien" eine ungeheure Begriffsverwirrung um das Wort "Empathie".
Nach vorherrschender Lehrmeinung gibt es nur erworbene, also durch Erziehung aufgesetzte und dadurch natürlich kulturell beeinflusste (determinierte) Empathie.
Die wenigen Psychologen (Pädagogen usw.) , die die Existenz von angeborener Empathiefähigkeit (durchaus wissenschaftlich und glaubwürdig!) nachweisen, werden im Grunde von der herrschenden Lehrmacht völlig missachtet.
Der Grund dafür mag sein, dass angeborene Empathie nur bei Kleinstkindern nachzuweisen ist, schon ab dem 2. Lebensjahr wird sie von der determinierten Empathie verdrängt. Und mit Kleinstkindern können "vernunftbetonte" Psychologen nun mal wenig anfangen, zumal die ja selbst ihre angeborene Empathie längst verloren haben.
Da aber ja stets nur das gefunden wird, was bereits bekannt ist, wird eine Augenanalyse zwangsläufig zwar im besten Falle irgend etwas finden, was mit "Empathie" zusammen hängt (und das ist ja schon mal ein SEHR großer Fortschritt!!), aber was das nun eigentlich ist, sein soll oder zu bedeuten hat, das wird noch lange Zeit völlig "nebulös" erscheinen.
Hier wird also die Wirkung vor der Ursache erkannt, nur ist - anders als bei somatischen Veränderungen - völlig unbekannt, was denn nun natürliche bzw. angeborene Fähigkeit ist, oder eben eine später erworbene. Dieser Bereich ist viel zu wenig erforscht bzw. streitet da eine massive Lehrmeinung gegen wenige Andere, die etrwas Neuartiges vermuten.
Vielleicht lesenswert:
http://de.wikipedia.org/w...
Asche auf mein Haupt aber es existiert gewiss ein Zahnarzt der von sich und seinen Methoden aehnliche Wunder verspricht.
Godwins Law will ich gar nicht erst bemuehen ...
Gruessle,
pu
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