Forscher zur Bundestagswahl "Wir müssen Fertiggerichte kennzeichnen"
Die Verbraucher sollten wissen, was ihre Lebensmittel enthalten, sagt Hans-Georg Joost, Wissenschaftsvorstand am Deutschen Institut für Ernährungsforschung
"Der Kampf gegen Übergewicht ist natürlich eine Herausforderung für die neue Bundesregierung. Einige Studien zeigen, dass es wirksam sein könnte, eine falsche Ernährung zu sanktionieren, etwa durch höhere Krankenkassenbeiträge für Übergewichtige.
Etwas Ähnliches wird in den USA schon versucht. Bei manchen Fluglinien muss man bereits zwei Sitze buchen, wenn man zu schwer ist. Ich halte solche Ideen allerdings für problematisch, sie wären der Einstieg in eine Diskriminierung, die wir uns lieber ersparen sollten.
Entscheidend ist es, die Menschen besser aufzuklären, am besten mit einer Lebensmittel-Kennzeichnung. Wir können nicht verlangen, dass sie sich gesund ernähren, wenn sie nicht beurteilen können, was in Lebensmitteln enthalten ist. Eine vernünftige Ampelkennzeichnung könnte das ändern. Leider sind die jetzt diskutierten Modelle teilweise zu einfach, teilweise zu kompliziert.

Was die Industrie propagiert, öffnet Irreführungen die Tür: Portionsbezogene Prozentangaben zur Tageszufuhr überfordern viele, zudem haben nicht alle Erwachsenen den gleichen Tagesbedarf. Dagegen ist eine einfache Ampelregel, nach der Lebens-mittel nur rot, gelb oder grün gekennzeichnet sind, je nachdem wie gesund sie sind, nicht aussagekräftig genug. Menschen mit Diabetes müssen mehr wissen.
Was wir brauchen, sind klare Angaben über die Kaloriendichte sowie den Gehalt von Fett, Zucker und Kohlenhydraten. Zudem sollte man die Ampel nur auf bestimmte Lebensmittel drucken, besonders auf Fertiggerichte. Ich halte die Theorie für plausibel, dass Menschen heute auch deshalb übergewichtig sind, weil sich diese Gerichte in die falsche Richtung entwickelt haben.
Da die Verbraucher wohlschmeckende, kalorienreiche Lebensmittel bevorzugen, optimiert die Industrie ihre Produkte entsprechend. In Honig geröstete Erdnüsse, ein Mix aus Fett, Zucker und Salz, sind nur ein Extrembeispiel. Dass die Firmen profitabel sein wollen, ist nur legitim, doch müssen wir dem Verbraucher erklären, dass er bei diesen Produkten auf die Kalorienmenge achten muss."
Protokoll: JENS UEHLECKE
- Datum 22.07.2009 - 13:54 Uhr
- Quelle ZEIT Wissen 04/2009
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Soweit wir bei Fertiggerichten an Pizza, Pudding in Plastikbechern und Folienschalen mit allerlei menudarstellenden Ingredienzien denken, bin ich der Ansicht, dass diese Produkte so schnell wie möglich vom Markt verschwinden sollten. Was bringt eine Kennzeichnung, wenn einige Inhaltsstoffe nicht deklariert werden müssen? Warum sollen Menschen beispielsweise synthetische Aromen und Geschmacksverstärker zu sich nehmen, wenn man doch einen Fruchtjoghurt innerhalb von Minuten mit frischen Früchten und wenig Zucker oder Honig selbst besser und billiger herstellen kann? Wer selbst kocht und mixt, weiß, was drin ist, spart Geld und füllt seine Zeit mit einer schönen und sinnvollen Beschäftigung. Viel mehr Zeit kostet es sowieso nicht, etwas selbst anzufertigen, als etwas aufzuwärmen.
...nur wirds leider nix nützen.
wer so viel isst, dass er fett wird, dem ist es offensichtlich EGAL, wie gesund er ist.
aufklärung halte ich da eher für vergebliche liebesmüh, heutzutage weiss doch eh schon jeder, dass fett und zucker ungesund sind.
wer sich fettfrisst, ist endweder fress-SÜCHTIG (ja, der zuckerkick ist - gerade für kinder - fast so heftig wie koks) oder macht es aus frust. in beiden fällen braucht man hilfe, nicht nur aufklärung.
genausogut könnte man heroinsüchtigen erklären, dass es "gar nicht gut" ist, was sie da machen...das weiss aber selbst der dümmste junkie SELBER! aufhören kann er trotzdem nicht!
MEIN LAIENHAFTER VORSCHLAG: gerade bei kinderprodukten darf ein bestimmter zucker/fetttgehalt einfach nicht überschritten werden, punktum.
ausserdem: keine werbung für zuckerbomben mehr im tv.
jetzt fehlt nur noch ein politiker, der das mit diktatorischen massnahmen durchsetzt...anders gehts gegen soviel lobbypower warscheinlich nie...
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