Stammzellen "Ohne neues Gesetz laufen wir hinterher"
Deutsche Stammzellenforscher müssen die gleichen Möglichkeiten haben wie europäische Kollegen, sagt Jürgen Hescheler, Präsident der deutschen Gesellschaft für Stammzellforschung
"Die Stammzellforschung entwickelt sich gerade rasant, vor allem die Obama-Regierung fördert sie massiv. Unsere nächste Regierung muss darauf reagieren und das Stammzellgesetz noch einmal angehen, derzeit ist das nur Flickwerk. Die Debatte sollte dann weniger verlogen sein.
Wir müssen endlich wissen, was wir wollen: Entweder wir wollen künftig unsere Vision verwirklichen, funktionale menschliche Zellen nachzuzüchten, um etwa Diabetiker oder Infarktpatienten zu therapieren. Dann muss sich die Politik zur Stammzellforschung bekennen und gute Bedingungen schaffen. Oder aber wir Deutschen nehmen aus ethischen Gründen Abstand davon, dann muss die Politik aber auch offenlegen, dass wir den Anschluss verlieren werden.
Wie die Physiker vor 20 Jahren schließen sich jetzt auch die Stammzellforscher zu internationalen Verbünden zusammen. Wir Deutschen laufen dabei aber Gefahr, außen vor zu bleiben, weil wir eine schlechte Ausgangsposition haben.

Das Stammzellgesetz verbietet uns, aus Embryonen eigene Zelllinien herzustellen. Wir dürfen solche Zellen nur importieren und müssen selbst dann lange Genehmigungsverfahren durchlaufen. Kollegen in England oder Frankreich haben mehr Freiheit, sie brauchen nur eine einzige Erlaubnis, um eigene Zelllinien zu erzeugen und daran zu forschen.
Selbst wenn wir die Bürokratie überwinden, dürfen wir die Resultate aus der Forschung an Importstammzellen nur begrenzt nutzen. Die Erzeuger verbieten uns oft per Vertrag, Erkenntnisse als Therapie zu vermarkten. Wir hoffen zwar, bald Zellen von Erwachsenen in Stammzellen reprogrammieren zu können und dann keine embryonalen Zellen mehr zu brauchen.
Doch bis dahin laufen wir ohne ein neues Gesetz hinterher. Andere Forscher nutzen Stammzellen schon heute für Medikamententests, die viel zuverlässiger sind als etwa Mäuseversuche. Hätte man solche Tests vor 50 Jahren gehabt, hätte der Contergan-Skandal vermieden werden können. Wir dürfen diese Chance nicht verpassen."
Protokoll: JENS UEHLECKE
- Datum 11.08.2009 - 08:50 Uhr
- Quelle ZEIT Wissen 04/2009
- Kommentare 5
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








... so war es vor in paar Wochen überall zu lesen, haben aus simplen Hautzellen neue Mäuse geklont. Unsere Möchtegern-Innovatoren haben dagegen nichts besseres zu tun, als Stammzellen hinter zu heulen.
Wenn unsere Wissenschaftler international abgehängt werden, hat das innerst wenig bis nichts mit Stammzellen zu tun.
An meinen Vorposter,
Woher, denkst du, wussten die japanischen Forscher, dass sie bei durch Reprogrammierung differenzierter Zellen neue Stammzellen bekommen haben?
Durch Vergleichen. Mit schon exisiterenden Stammzellenlinien.
Und was braucht man dafür? Stammzellen.
Wenn die deutsche Forschung bei diesem neuen Foprschungszweig irgendwie international mithalten soll, brauchen wir zumindest in der Anfangsphase Stammzellenlinien. Aber wenn die nur teuer aus dem Ausland exportiert werden müssen, gibts da wohl ein kleines Problem.
Fazit: Die Wissenschaftler heulen nicht grundlos.
Autobahn Mün... » Unsere Möchtegern-Innovatoren haben dagegen nichts besseres zu tun, als Stammzellen hinter zu heulen.
Wenn unsere Wissenschaftler international abgehängt werden, hat das innerst wenig bis nichts mit Stammzellen zu tun.
Ihre Auffassung erstaunt mich ein wenig, haben Sie bestimmte Beispiele für das Versagen deutscher Forscher auf dem Gebiet? Es gibt in Deutschland doch einige Gruppen, die aktiv Stammzellforschung betreiben und aus meiner Sicht sind deren Arbeiten international durchaus konkurrenzfähig.
In dem Zeit-Artikel wird vorausgesetzt und daher nie eindeutig erwähnt, daß die Diskussion sich um embryonale Stammzellen (ES) dreht. Die Beschränkungen im deutschen Embryonengesetz gelten nur für Züchtung und Einfuhr menschlicher Zellen (human-ES). Jürgen Hescheler geht es um die Lockerung dieses Gesetzes, um in Forschung mit human-ES international wettbewerbsfähig zu bleiben.
.. haben aus simplen Hautzellen neue Mäuse geklont.
Bei den beiden chinesichen Gruppen fanden induzierte pluripotente Stammzellen (mouse-IPS) Anwendung. IPS-Zellen werden auch in Deutschland routinemäßig in der Forschung genutzt, ohne gesetzliche Einschränkung.
An meinen Vorposter,
Woher, denkst du, wussten die japanischen Forscher, dass sie bei durch Reprogrammierung differenzierter Zellen neue Stammzellen bekommen haben?
Durch Vergleichen. Mit schon exisiterenden Stammzellenlinien.
Und was braucht man dafür? Stammzellen.
Wenn die deutsche Forschung bei diesem neuen Foprschungszweig irgendwie international mithalten soll, brauchen wir zumindest in der Anfangsphase Stammzellenlinien. Aber wenn die nur teuer aus dem Ausland exportiert werden müssen, gibts da wohl ein kleines Problem.
Fazit: Die Wissenschaftler heulen nicht grundlos.
Autobahn Mün... » Unsere Möchtegern-Innovatoren haben dagegen nichts besseres zu tun, als Stammzellen hinter zu heulen.
Wenn unsere Wissenschaftler international abgehängt werden, hat das innerst wenig bis nichts mit Stammzellen zu tun.
Ihre Auffassung erstaunt mich ein wenig, haben Sie bestimmte Beispiele für das Versagen deutscher Forscher auf dem Gebiet? Es gibt in Deutschland doch einige Gruppen, die aktiv Stammzellforschung betreiben und aus meiner Sicht sind deren Arbeiten international durchaus konkurrenzfähig.
In dem Zeit-Artikel wird vorausgesetzt und daher nie eindeutig erwähnt, daß die Diskussion sich um embryonale Stammzellen (ES) dreht. Die Beschränkungen im deutschen Embryonengesetz gelten nur für Züchtung und Einfuhr menschlicher Zellen (human-ES). Jürgen Hescheler geht es um die Lockerung dieses Gesetzes, um in Forschung mit human-ES international wettbewerbsfähig zu bleiben.
.. haben aus simplen Hautzellen neue Mäuse geklont.
Bei den beiden chinesichen Gruppen fanden induzierte pluripotente Stammzellen (mouse-IPS) Anwendung. IPS-Zellen werden auch in Deutschland routinemäßig in der Forschung genutzt, ohne gesetzliche Einschränkung.
An meinen Vorposter,
Woher, denkst du, wussten die japanischen Forscher, dass sie bei durch Reprogrammierung differenzierter Zellen neue Stammzellen bekommen haben?
Durch Vergleichen. Mit schon exisiterenden Stammzellenlinien.
Und was braucht man dafür? Stammzellen.
Wenn die deutsche Forschung bei diesem neuen Foprschungszweig irgendwie international mithalten soll, brauchen wir zumindest in der Anfangsphase Stammzellenlinien. Aber wenn die nur teuer aus dem Ausland exportiert werden müssen, gibts da wohl ein kleines Problem.
Fazit: Die Wissenschaftler heulen nicht grundlos.
"Woher, denkst du, wussten die japanischen Forscher, dass sie bei durch Reprogrammierung differenzierter Zellen neue Stammzellen bekommen haben?"
Nun, Stammzellen können zu allen anderen Arten von Zellen ausdifferenzieren. Wenn sie das tun, sind es Stammzellen.
"Durch Vergleichen. Mit schon existierenden Stammzellenlinien."
Ich nehm' das mal als Scherz.
"Woher, denkst du, wussten die japanischen Forscher, dass sie bei durch Reprogrammierung differenzierter Zellen neue Stammzellen bekommen haben?"
Nun, Stammzellen können zu allen anderen Arten von Zellen ausdifferenzieren. Wenn sie das tun, sind es Stammzellen.
"Durch Vergleichen. Mit schon existierenden Stammzellenlinien."
Ich nehm' das mal als Scherz.
"Woher, denkst du, wussten die japanischen Forscher, dass sie bei durch Reprogrammierung differenzierter Zellen neue Stammzellen bekommen haben?"
Nun, Stammzellen können zu allen anderen Arten von Zellen ausdifferenzieren. Wenn sie das tun, sind es Stammzellen.
"Durch Vergleichen. Mit schon existierenden Stammzellenlinien."
Ich nehm' das mal als Scherz.
Nein, eig. kein Scherz, ich hab das damals nachgelesen, ist wirklich so gemacht worden.
Einesterseits wurden die induzierten Stammzellen darauf überprüft, ob sie sich differenzieren können, anderseits wurden sie mit schon existierenden Stammzellen verglichen.
Natürlich sollten für Therapien auf jeden Fall IPS Zellen verwendet werden, da es da auch keine Abstoßungsreaktionen gibt. Nur sollten diese, bevor sie verwendet werden, d.h. bevor man sie in das gewünschte Gewebe differenziert, auch überprüft werden.
Nein, eig. kein Scherz, ich hab das damals nachgelesen, ist wirklich so gemacht worden.
Einesterseits wurden die induzierten Stammzellen darauf überprüft, ob sie sich differenzieren können, anderseits wurden sie mit schon existierenden Stammzellen verglichen.
Natürlich sollten für Therapien auf jeden Fall IPS Zellen verwendet werden, da es da auch keine Abstoßungsreaktionen gibt. Nur sollten diese, bevor sie verwendet werden, d.h. bevor man sie in das gewünschte Gewebe differenziert, auch überprüft werden.
Autobahn Mün... » Unsere Möchtegern-Innovatoren haben dagegen nichts besseres zu tun, als Stammzellen hinter zu heulen.
Wenn unsere Wissenschaftler international abgehängt werden, hat das innerst wenig bis nichts mit Stammzellen zu tun.
Ihre Auffassung erstaunt mich ein wenig, haben Sie bestimmte Beispiele für das Versagen deutscher Forscher auf dem Gebiet? Es gibt in Deutschland doch einige Gruppen, die aktiv Stammzellforschung betreiben und aus meiner Sicht sind deren Arbeiten international durchaus konkurrenzfähig.
In dem Zeit-Artikel wird vorausgesetzt und daher nie eindeutig erwähnt, daß die Diskussion sich um embryonale Stammzellen (ES) dreht. Die Beschränkungen im deutschen Embryonengesetz gelten nur für Züchtung und Einfuhr menschlicher Zellen (human-ES). Jürgen Hescheler geht es um die Lockerung dieses Gesetzes, um in Forschung mit human-ES international wettbewerbsfähig zu bleiben.
.. haben aus simplen Hautzellen neue Mäuse geklont.
Bei den beiden chinesichen Gruppen fanden induzierte pluripotente Stammzellen (mouse-IPS) Anwendung. IPS-Zellen werden auch in Deutschland routinemäßig in der Forschung genutzt, ohne gesetzliche Einschränkung.
Nein, eig. kein Scherz, ich hab das damals nachgelesen, ist wirklich so gemacht worden.
Einesterseits wurden die induzierten Stammzellen darauf überprüft, ob sie sich differenzieren können, anderseits wurden sie mit schon existierenden Stammzellen verglichen.
Natürlich sollten für Therapien auf jeden Fall IPS Zellen verwendet werden, da es da auch keine Abstoßungsreaktionen gibt. Nur sollten diese, bevor sie verwendet werden, d.h. bevor man sie in das gewünschte Gewebe differenziert, auch überprüft werden.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren