Ernährung »Fertiggerichte verderben den Geschmack«

Der Bio-Sternekoch Rainer Hensen schimpft auf Restaurants, die ihren Gästen Fertiggerichte vorsetzen – und auf Eltern, die ihren Kindern dauernd Ketchup geben.

ZEIT Wissen: Herr Hensen, wann haben Sie das letzte Mal ein Fertiggericht gegessen?

Rainer Hensen: Das muss vor 1986 gewesen sein, in einer Bundeswehrkantine. Danach sind mir in Restaurants zwar noch Fertiggerichte angeboten worden, aber die habe ich verschmäht. Orte können ja lügen und Speisekarten auch.

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ZEIT Wissen: Wie meinen Sie das?

Rainer Hensen: Niemand schreibt auf die Speisekarte: Der Salat kommt aus der Dose und das Hauptgericht aus der Tiefkühltruhe – das ist in der Gastronomie aber durchaus üblich. Neulich habe ich in einem Bauerncafé, das sehr gut aussah, eine Frikadelle mit Kartoffelsalat bestellt. Der Salat war aus der Tüte und ohne Ende mit Sorbit getränkt. Das rieche und schmecke ich sofort. Ich habe den Teller beiseitegeschoben und gedacht: verkehrte Welt! Es müsste ein Gesetz geben, das Restaurants verpflichtet, korrekte Angaben über die Herstellung zu machen.

ZEIT Wissen: Warum finden Sie Fertiggerichte so schlimm?

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Rainer Hensen: Sie verderben jeden ursprünglichen Geschmack. Kinder kommen mit einem unverdorbenen Geschmackssinn auf die Welt, der ihnen aber durch künstliche Aromen und Konservierungsstoffe in frühester Jugend zerstört wird.

ZEIT Wissen: Zerstört wird er nicht, sagen Wissenschaftler, aber tatsächlich gewöhnen Menschen sich auf Dauer an den künstlichen Geschmack.

Rainer Hensen: Das kann ich bestätigen. In mein Restaurant kommen Eltern, die nach Ketchup für ihre Kinder fragen – weil die nichts mehr ohne Ketchup essen. Kinder wollen ja immer das wiederfinden, was sie kennen, und wenn sie viel Süßes essen oder künstliche Aromen, die in der Natur so nicht vorkommen, dann können sie mit Natürlichem nichts mehr anfangen.

Leser-Kommentare
    • Ranjit
    • 09.10.2009 um 13:49 Uhr

    Nichts für ungut, aber Herr Hensen ist weder unparteiisch (er verdient sein Geld ja mit dem Glauben Anderer an die Überlegenheit von Bioprodukten) noch ist er qualifiziert (er ist Koch und kein Ernährungswissenschaftler).

    Hilfreicher wären hier empirische Studien, die sich damit beschäftigen, ob Fertiggerichte wirklich den "Geschmack verderben". Nebenbei ist es nonsense zwischen "Bio" und bösem chemischen Mittelchen...

    Newsflash an alle Bioanbeter: Jedes Lebewesen ist auch nur ein biochemischer Reaktor. Sehr komplex, aber genauso chemisch. Nicht weiter verwunderlich, wenn man begriffen hat, das Chemie nur ein Werzeug des Begreifens und Vorhersagens ist, also kurz: eine Wissenschaft. Und eben jene könnte vielleicht auch besser untersuchen ob althergebracht und "öko" wirklich gesünder und umweltfreundlicher ist.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    aber man braucht keine Studie um den Geschmacksunterschied zwischen künstlich aufgepeppten und natürlichen Lebensmitteln zu erkennen.

    Das ist mal wieder dieser moderne Glaube an irgendwelche Autoritäten. Anstatt sich auf seinen eigenen Verstand und die eigenen Sinne zu verlassen, glaubt man eher tabellarischen Zahlenreihen, am besten graphisch dargestellt, die nur einen Teil des Ganzen darstellen und womöglich noch absichtlich oder auch unabsichtlich verfälscht worden sind. Die Natur ist viel zu komplex um von der Wissenschaft erfasst zu werden.

    Sie, Ranjit vermischen bunt den gleichen Brei, wie Herr Hensen.

    Schmeckt "Bio" besser? Wird im Interview gar nicht behauptet. Es gibt auch keinen Grund dazu, davon auszugehen, dass Bio besser schmeckt. Der gleiche Baum kann dieses Jahr bio sein, wird er nächstes Jahr gespritzt, ist er es nicht mehr. Etwas anderes ist, es, wenn andere Sorten angebaut werden. Ob jemand sein Obst mit Pestiziden, Fungiziden und Ähnlichem haben möchte, bleibt ihm überlassen. Bei Bioobst ist das Risiko eben minimiert.

    Sie Geschmacksverstärker und Aromen schlecht? Sehr schwer zu beantworten. Liest man das Interview, könnte man meinen, dass Herr Hensen nichts dergleichen verwendet. Wirklich? Ist denn Salz, Pfeffer, oder gar ein Fond etwas anderes? Nur weil nicht in Reaktoren hergestellt wird? Herr Hensen sollte sagen, was er meint: Er meint, dass Fertiggerichte einen "Einheitsgeschmack" haben. Klar, es soll ja einer möglichst großen Konsumentengruppe schmecken. Individuelle Würzung findet man dort nicht.

    Der Verbrauchen kann für sich selber entscheiden, was er kauft. Es steht ja bereits eine Menge auf den Verpackungen drauf. Leider sieht das mit dem Wissen darum weniger gut aus. Hier besteht Nachholbedarf. Und wenn die Verbrauchen solches Zeugs kaufen, wird es weiter hergestellt.

    @Ranjit
    Sehr komische Einwaende haben Sie da. Das hier ist ein Interview mit einem (Bio-)Koch, keine empirische Studie, noch nicht einmal ein Interview mit einem Wissenschaftler.

    Dieser Koch vertritt eine bestimmte Ansicht - wobei er augenscheinlich Bio nicht toll findet, weil er damit sein Geld verdient, sondern er verdient sein Geld mit Bio, weil er schon seit Bundeswehrzeiten etwas gegen Nicht-Bio hat.

    Bioprodukte mal beiseite - dass sich Kinder schnell an Suesses, und auch schnell an Ketchup gewoehnen, wenn man ihnen dies permanent zu allem gibt, ist kein Geheimnis, und auch empirisch belegt, wie in einer der ZEIT-Fragen an Hansen anklingt ("Zerstört wird er nicht, sagen Wissenschaftler, aber tatsächlich gewöhnen Menschen sich auf Dauer an den künstlichen Geschmack.")
    Es gibt auch Untersuchungen dazu gibt, welche Auswirkungen zu viel Fett und zu viel Zucker auf Kinder haben.
    Anekdotisch schoen zu sehen in Jamie Oliver's Serie ueber das Schulessen in England. Fuetter deine Kinder frueh und lang genug mit Junk Food, und sie werden selbst eine Kirsche oder Erdbeere eklig finden.

    Bloss: die empirische Seite ist nicht das Thema dieses Interviews. Es geht lediglich um den Gewoehnungsfaktor und um den persoenlichen Geschmack. So wie auch um Etikettenschwindel - wenn ich in ein Restaurant jenseits der McDonald's-Preisklasse gehe, erwarte ich, dass das Essen frisch zubereitet wird. Nicht, dass dort jemand einfach eine Tuete aufmacht und den Inhalt kurz aufkocht.

    aber man braucht keine Studie um den Geschmacksunterschied zwischen künstlich aufgepeppten und natürlichen Lebensmitteln zu erkennen.

    Das ist mal wieder dieser moderne Glaube an irgendwelche Autoritäten. Anstatt sich auf seinen eigenen Verstand und die eigenen Sinne zu verlassen, glaubt man eher tabellarischen Zahlenreihen, am besten graphisch dargestellt, die nur einen Teil des Ganzen darstellen und womöglich noch absichtlich oder auch unabsichtlich verfälscht worden sind. Die Natur ist viel zu komplex um von der Wissenschaft erfasst zu werden.

    Sie, Ranjit vermischen bunt den gleichen Brei, wie Herr Hensen.

    Schmeckt "Bio" besser? Wird im Interview gar nicht behauptet. Es gibt auch keinen Grund dazu, davon auszugehen, dass Bio besser schmeckt. Der gleiche Baum kann dieses Jahr bio sein, wird er nächstes Jahr gespritzt, ist er es nicht mehr. Etwas anderes ist, es, wenn andere Sorten angebaut werden. Ob jemand sein Obst mit Pestiziden, Fungiziden und Ähnlichem haben möchte, bleibt ihm überlassen. Bei Bioobst ist das Risiko eben minimiert.

    Sie Geschmacksverstärker und Aromen schlecht? Sehr schwer zu beantworten. Liest man das Interview, könnte man meinen, dass Herr Hensen nichts dergleichen verwendet. Wirklich? Ist denn Salz, Pfeffer, oder gar ein Fond etwas anderes? Nur weil nicht in Reaktoren hergestellt wird? Herr Hensen sollte sagen, was er meint: Er meint, dass Fertiggerichte einen "Einheitsgeschmack" haben. Klar, es soll ja einer möglichst großen Konsumentengruppe schmecken. Individuelle Würzung findet man dort nicht.

    Der Verbrauchen kann für sich selber entscheiden, was er kauft. Es steht ja bereits eine Menge auf den Verpackungen drauf. Leider sieht das mit dem Wissen darum weniger gut aus. Hier besteht Nachholbedarf. Und wenn die Verbrauchen solches Zeugs kaufen, wird es weiter hergestellt.

    @Ranjit
    Sehr komische Einwaende haben Sie da. Das hier ist ein Interview mit einem (Bio-)Koch, keine empirische Studie, noch nicht einmal ein Interview mit einem Wissenschaftler.

    Dieser Koch vertritt eine bestimmte Ansicht - wobei er augenscheinlich Bio nicht toll findet, weil er damit sein Geld verdient, sondern er verdient sein Geld mit Bio, weil er schon seit Bundeswehrzeiten etwas gegen Nicht-Bio hat.

    Bioprodukte mal beiseite - dass sich Kinder schnell an Suesses, und auch schnell an Ketchup gewoehnen, wenn man ihnen dies permanent zu allem gibt, ist kein Geheimnis, und auch empirisch belegt, wie in einer der ZEIT-Fragen an Hansen anklingt ("Zerstört wird er nicht, sagen Wissenschaftler, aber tatsächlich gewöhnen Menschen sich auf Dauer an den künstlichen Geschmack.")
    Es gibt auch Untersuchungen dazu gibt, welche Auswirkungen zu viel Fett und zu viel Zucker auf Kinder haben.
    Anekdotisch schoen zu sehen in Jamie Oliver's Serie ueber das Schulessen in England. Fuetter deine Kinder frueh und lang genug mit Junk Food, und sie werden selbst eine Kirsche oder Erdbeere eklig finden.

    Bloss: die empirische Seite ist nicht das Thema dieses Interviews. Es geht lediglich um den Gewoehnungsfaktor und um den persoenlichen Geschmack. So wie auch um Etikettenschwindel - wenn ich in ein Restaurant jenseits der McDonald's-Preisklasse gehe, erwarte ich, dass das Essen frisch zubereitet wird. Nicht, dass dort jemand einfach eine Tuete aufmacht und den Inhalt kurz aufkocht.

  1. aber man braucht keine Studie um den Geschmacksunterschied zwischen künstlich aufgepeppten und natürlichen Lebensmitteln zu erkennen.

    Das ist mal wieder dieser moderne Glaube an irgendwelche Autoritäten. Anstatt sich auf seinen eigenen Verstand und die eigenen Sinne zu verlassen, glaubt man eher tabellarischen Zahlenreihen, am besten graphisch dargestellt, die nur einen Teil des Ganzen darstellen und womöglich noch absichtlich oder auch unabsichtlich verfälscht worden sind. Die Natur ist viel zu komplex um von der Wissenschaft erfasst zu werden.

    Antwort auf "Qualifikation"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • almay
    • 09.10.2009 um 16:11 Uhr

    Natürlich kann man einen Unterschied zwischen verschiedenartigen Lebensmitteln erschmecken. Der Punkt ist jedoch, dass man nicht einfach so behaupten kann, dass das eine gut und das andere schlecht sei.

    Auf einer ganz persönlichen Ebene mag das zutreffen, aber für viele andere stimmt das eben nicht (die Leute würden ja nicht nach Ketchup verlangen wenn es ihnen nicht schmecken würde). Es handelt sich nunmal um Geschmack und der ist per Definition subjektiv. Der einzige Faktor der zumindest in Teilen objektiv ist, ist die Frage nach den gesundheitlichen Folgen und gerade da ist das Bild noch sehr löchrig, oder deutet gar darauf hin, dass es keine Vorteile bei Öko-Frischnahrung gibt, außer natürlich man reagiert allergisch auf bestimmte Inhaltsstoffe.

    Also dreht sich alles um die Frage des Geschmacks und jemanden als "verdorben" zu bezeichnen, nur weil diejenige Person - aus welchen Gründen auch immer - nicht die eigenen Geschmacksvorstellungen teilt ist schon sehr anmaßend. Das ist als würde ich die Menschen heute als "verdorben" bezeichnen, weil sie e-mails anstatt handgeschriebener Briefe verschicken, oder weil sie mit dem Auto statt der Postkutsche auf Reisen gehen.

    • joG
    • 10.10.2009 um 11:30 Uhr

    ....aufgepeppten und natürlichen Lebensmitteln zu erkennen."

    Meinen Sie die Batterie Hänchen? Die schnitten kürzlich in einer Gourmets Verköstigung geschmacklich besser ab als die Freilandhühner.

    • almay
    • 09.10.2009 um 16:11 Uhr

    Natürlich kann man einen Unterschied zwischen verschiedenartigen Lebensmitteln erschmecken. Der Punkt ist jedoch, dass man nicht einfach so behaupten kann, dass das eine gut und das andere schlecht sei.

    Auf einer ganz persönlichen Ebene mag das zutreffen, aber für viele andere stimmt das eben nicht (die Leute würden ja nicht nach Ketchup verlangen wenn es ihnen nicht schmecken würde). Es handelt sich nunmal um Geschmack und der ist per Definition subjektiv. Der einzige Faktor der zumindest in Teilen objektiv ist, ist die Frage nach den gesundheitlichen Folgen und gerade da ist das Bild noch sehr löchrig, oder deutet gar darauf hin, dass es keine Vorteile bei Öko-Frischnahrung gibt, außer natürlich man reagiert allergisch auf bestimmte Inhaltsstoffe.

    Also dreht sich alles um die Frage des Geschmacks und jemanden als "verdorben" zu bezeichnen, nur weil diejenige Person - aus welchen Gründen auch immer - nicht die eigenen Geschmacksvorstellungen teilt ist schon sehr anmaßend. Das ist als würde ich die Menschen heute als "verdorben" bezeichnen, weil sie e-mails anstatt handgeschriebener Briefe verschicken, oder weil sie mit dem Auto statt der Postkutsche auf Reisen gehen.

    • joG
    • 10.10.2009 um 11:30 Uhr

    ....aufgepeppten und natürlichen Lebensmitteln zu erkennen."

    Meinen Sie die Batterie Hänchen? Die schnitten kürzlich in einer Gourmets Verköstigung geschmacklich besser ab als die Freilandhühner.

  2. Sie, Ranjit vermischen bunt den gleichen Brei, wie Herr Hensen.

    Schmeckt "Bio" besser? Wird im Interview gar nicht behauptet. Es gibt auch keinen Grund dazu, davon auszugehen, dass Bio besser schmeckt. Der gleiche Baum kann dieses Jahr bio sein, wird er nächstes Jahr gespritzt, ist er es nicht mehr. Etwas anderes ist, es, wenn andere Sorten angebaut werden. Ob jemand sein Obst mit Pestiziden, Fungiziden und Ähnlichem haben möchte, bleibt ihm überlassen. Bei Bioobst ist das Risiko eben minimiert.

    Sie Geschmacksverstärker und Aromen schlecht? Sehr schwer zu beantworten. Liest man das Interview, könnte man meinen, dass Herr Hensen nichts dergleichen verwendet. Wirklich? Ist denn Salz, Pfeffer, oder gar ein Fond etwas anderes? Nur weil nicht in Reaktoren hergestellt wird? Herr Hensen sollte sagen, was er meint: Er meint, dass Fertiggerichte einen "Einheitsgeschmack" haben. Klar, es soll ja einer möglichst großen Konsumentengruppe schmecken. Individuelle Würzung findet man dort nicht.

    Der Verbrauchen kann für sich selber entscheiden, was er kauft. Es steht ja bereits eine Menge auf den Verpackungen drauf. Leider sieht das mit dem Wissen darum weniger gut aus. Hier besteht Nachholbedarf. Und wenn die Verbrauchen solches Zeugs kaufen, wird es weiter hergestellt.

    Antwort auf "Qualifikation"
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    • almay
    • 09.10.2009 um 16:32 Uhr

    Ich stimme ihnen in Teilen zu, allerdings unterliegen Sie leider wie so viele Menschen dem Irrtum, dass "Bio" gleichzeitig "ungespritzt" heißt. Das stimmt nicht. Auch im Bioanbau wird gespritzt was das Zeug hält. Ein ungespritzter Apfel z.B. wäre so voller Schorf, dass kein Kunde ihn jemals kaufen würde (das heißt jedoch nicht dass der Apfel schlecht wäre), ganz abgesehen von der großen Zahl an tatsächlichem Ausschuss welche den Preis deutlich in die Höhe treiben würde.

    Bei Bioanbau wird nur anders gespritzt, vor allem mit einer Kupferlösung, anstatt verschiedener Herbizide, Pestizide und Fungizide. Gesundheitlich unbedenklicher ist die Kupferlösung im übrigen nicht, und es müssen auch deutlich größere Mengen davon angewendet werden um den gleichen Effekt zu erzielen. Vor allem die Umwelt leidet deutlich stärker darunter da sich das Kupfer nach und nach im Boden ansammelt und insbesondere auch Gewässer gefährden kann.

    Im allgemeinen kann jedoch gesagt werden, dass die Belastung durch Pflanzenschutzmittel jeglicher Art heutzutage jedoch äußerst gering ist. Keiner muss sich einbilden da irgend einer Gefahr ausgesetzt zu sein.

    • almay
    • 09.10.2009 um 16:32 Uhr

    Ich stimme ihnen in Teilen zu, allerdings unterliegen Sie leider wie so viele Menschen dem Irrtum, dass "Bio" gleichzeitig "ungespritzt" heißt. Das stimmt nicht. Auch im Bioanbau wird gespritzt was das Zeug hält. Ein ungespritzter Apfel z.B. wäre so voller Schorf, dass kein Kunde ihn jemals kaufen würde (das heißt jedoch nicht dass der Apfel schlecht wäre), ganz abgesehen von der großen Zahl an tatsächlichem Ausschuss welche den Preis deutlich in die Höhe treiben würde.

    Bei Bioanbau wird nur anders gespritzt, vor allem mit einer Kupferlösung, anstatt verschiedener Herbizide, Pestizide und Fungizide. Gesundheitlich unbedenklicher ist die Kupferlösung im übrigen nicht, und es müssen auch deutlich größere Mengen davon angewendet werden um den gleichen Effekt zu erzielen. Vor allem die Umwelt leidet deutlich stärker darunter da sich das Kupfer nach und nach im Boden ansammelt und insbesondere auch Gewässer gefährden kann.

    Im allgemeinen kann jedoch gesagt werden, dass die Belastung durch Pflanzenschutzmittel jeglicher Art heutzutage jedoch äußerst gering ist. Keiner muss sich einbilden da irgend einer Gefahr ausgesetzt zu sein.

    • almay
    • 09.10.2009 um 16:11 Uhr

    Natürlich kann man einen Unterschied zwischen verschiedenartigen Lebensmitteln erschmecken. Der Punkt ist jedoch, dass man nicht einfach so behaupten kann, dass das eine gut und das andere schlecht sei.

    Auf einer ganz persönlichen Ebene mag das zutreffen, aber für viele andere stimmt das eben nicht (die Leute würden ja nicht nach Ketchup verlangen wenn es ihnen nicht schmecken würde). Es handelt sich nunmal um Geschmack und der ist per Definition subjektiv. Der einzige Faktor der zumindest in Teilen objektiv ist, ist die Frage nach den gesundheitlichen Folgen und gerade da ist das Bild noch sehr löchrig, oder deutet gar darauf hin, dass es keine Vorteile bei Öko-Frischnahrung gibt, außer natürlich man reagiert allergisch auf bestimmte Inhaltsstoffe.

    Also dreht sich alles um die Frage des Geschmacks und jemanden als "verdorben" zu bezeichnen, nur weil diejenige Person - aus welchen Gründen auch immer - nicht die eigenen Geschmacksvorstellungen teilt ist schon sehr anmaßend. Das ist als würde ich die Menschen heute als "verdorben" bezeichnen, weil sie e-mails anstatt handgeschriebener Briefe verschicken, oder weil sie mit dem Auto statt der Postkutsche auf Reisen gehen.

    Antwort auf "Nichts für ungut"
  3. @ranjit,

    Sie verdrehen die Tatsachen.
    Althergebracht ist die biologische Lebensweise und Ernährung. Was Sie mit althergebracht meinen, ist die neue (meist ungesunde) Art der Lebensmittel "Aufbereitung" welche seit den letzten hundert Jahren immer stärker zunimmt.
    Ja, "öko" ist umweltfreundlicher! Bio Produkte kommen überwiegend aus der Region und haben nicht so viele Kilometer auf dem "Buckel". Sie werden ohne chemische Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln (Pestiziden) hergestellt. Auch wird durch die Berücksichtigung der natürliche Fruchtfolge die Fruchtbarkeit des Bodens gefördert.

    • almay
    • 09.10.2009 um 16:32 Uhr

    Ich stimme ihnen in Teilen zu, allerdings unterliegen Sie leider wie so viele Menschen dem Irrtum, dass "Bio" gleichzeitig "ungespritzt" heißt. Das stimmt nicht. Auch im Bioanbau wird gespritzt was das Zeug hält. Ein ungespritzter Apfel z.B. wäre so voller Schorf, dass kein Kunde ihn jemals kaufen würde (das heißt jedoch nicht dass der Apfel schlecht wäre), ganz abgesehen von der großen Zahl an tatsächlichem Ausschuss welche den Preis deutlich in die Höhe treiben würde.

    Bei Bioanbau wird nur anders gespritzt, vor allem mit einer Kupferlösung, anstatt verschiedener Herbizide, Pestizide und Fungizide. Gesundheitlich unbedenklicher ist die Kupferlösung im übrigen nicht, und es müssen auch deutlich größere Mengen davon angewendet werden um den gleichen Effekt zu erzielen. Vor allem die Umwelt leidet deutlich stärker darunter da sich das Kupfer nach und nach im Boden ansammelt und insbesondere auch Gewässer gefährden kann.

    Im allgemeinen kann jedoch gesagt werden, dass die Belastung durch Pflanzenschutzmittel jeglicher Art heutzutage jedoch äußerst gering ist. Keiner muss sich einbilden da irgend einer Gefahr ausgesetzt zu sein.

    Antwort auf "Qualifikation?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Auch im Bioanbau wird gespritzt was das Zeug hält."

    1. Den "Bioanbau" als solchen gibt nicht. Die EU-Richtlinien sind weiter gefasst als die Vorschriften der Anbauverbände und auch innerhalb dieser gibt es Unterschiede. Der Demeter-Verband verbietet z.B. den Einsatz von Kupferpräparaten beim Kartoffelanbau weil es im Rahmen der biologisch-dynamischen Anbauweise wohl andere Möglichkeiten gibt. Bei Obst und Wein sucht man noch nach Alternativen.

    2. "gespritzt" im Kontext mit Landwirtschaft meint üblicher Weise das Ausbringen von Herbiziden, Pestiziden und Fungiziden. Im nachfolgenden Text kritisiert almay den Einsatz von Kupfer - dann sollte er auch "Kupfer" schreiben und nicht den Eindruck erwecken als würden in welchem Bioanbau x-beliebige Stoffe eingesetzt (Es gibt über 1000 die alle NICHT zugelassen sind)

    3. "Was das Zeug hält" - wie auch immer man die Redewendung verstehen soll, üblicherweise wird sie verwendet um Maß- oder Grenzenlosigkeit auszudrücken. Die EU-Bio-Verordnung und die Anbauverbände schreiben eindeutige Höchstmengen je Hektar und Jahr vor um einen Anreicherung im Boden zu vermeiden. Im konventionellen Anbau liegen diese Grenzwerte deutlich höher.
    Eine kompakte Darstellung zum Thema Kupfer finden Sie hier

    http://www.bioland.de/fil...
    Wer es wissenschaftlicher möchte: www.fibl.org

    Wer mehr wissen will - Google macht´s möglich

    P.S. Kupfer ist ein lebenswichtiges Spurenelement, Pestizide sind entbehrlich

    "Im allgemeinen kann jedoch gesagt werden, dass die Belastung durch Pflanzenschutzmittel jeglicher Art heutzutage jedoch äußerst gering ist. Keiner muss sich einbilden da irgend einer Gefahr ausgesetzt zu sein."

    Hier finden Sie Untersuchungsergebnisse aus NRW sehr gut dargestellt:

    http://www.ilm.nrw.de/pes...

    Ein kleines Highlight daraus:

    Tafelweintraube weiß, Jahr 2008: 173 Proben davon 127 Proben belastet mit bis zu 11 verschiedenen Pestiziden, davon 3 mit Höchstmengenüberschreitungen.

    Was man noch wissen muß: Grenzwerte beziehen sich auf einzelne Stoffe. D.h. z.B. 5 versch. Pestizide, alle knapp unter ihrem jeweiligen Grenzwert, und die Ware darf verkauft werden.

    Welche gesundheitlichen Auswirkungen diese Mischungen haben, oder welche Wechselwirkungen im menschlichen Organismus auftreten können (speziell bei Kindern) ist meines Wissens nicht Gegenstand von Untersuchungen.

    "Auch im Bioanbau wird gespritzt was das Zeug hält."

    1. Den "Bioanbau" als solchen gibt nicht. Die EU-Richtlinien sind weiter gefasst als die Vorschriften der Anbauverbände und auch innerhalb dieser gibt es Unterschiede. Der Demeter-Verband verbietet z.B. den Einsatz von Kupferpräparaten beim Kartoffelanbau weil es im Rahmen der biologisch-dynamischen Anbauweise wohl andere Möglichkeiten gibt. Bei Obst und Wein sucht man noch nach Alternativen.

    2. "gespritzt" im Kontext mit Landwirtschaft meint üblicher Weise das Ausbringen von Herbiziden, Pestiziden und Fungiziden. Im nachfolgenden Text kritisiert almay den Einsatz von Kupfer - dann sollte er auch "Kupfer" schreiben und nicht den Eindruck erwecken als würden in welchem Bioanbau x-beliebige Stoffe eingesetzt (Es gibt über 1000 die alle NICHT zugelassen sind)

    3. "Was das Zeug hält" - wie auch immer man die Redewendung verstehen soll, üblicherweise wird sie verwendet um Maß- oder Grenzenlosigkeit auszudrücken. Die EU-Bio-Verordnung und die Anbauverbände schreiben eindeutige Höchstmengen je Hektar und Jahr vor um einen Anreicherung im Boden zu vermeiden. Im konventionellen Anbau liegen diese Grenzwerte deutlich höher.
    Eine kompakte Darstellung zum Thema Kupfer finden Sie hier

    http://www.bioland.de/fil...
    Wer es wissenschaftlicher möchte: www.fibl.org

    Wer mehr wissen will - Google macht´s möglich

    P.S. Kupfer ist ein lebenswichtiges Spurenelement, Pestizide sind entbehrlich

    "Im allgemeinen kann jedoch gesagt werden, dass die Belastung durch Pflanzenschutzmittel jeglicher Art heutzutage jedoch äußerst gering ist. Keiner muss sich einbilden da irgend einer Gefahr ausgesetzt zu sein."

    Hier finden Sie Untersuchungsergebnisse aus NRW sehr gut dargestellt:

    http://www.ilm.nrw.de/pes...

    Ein kleines Highlight daraus:

    Tafelweintraube weiß, Jahr 2008: 173 Proben davon 127 Proben belastet mit bis zu 11 verschiedenen Pestiziden, davon 3 mit Höchstmengenüberschreitungen.

    Was man noch wissen muß: Grenzwerte beziehen sich auf einzelne Stoffe. D.h. z.B. 5 versch. Pestizide, alle knapp unter ihrem jeweiligen Grenzwert, und die Ware darf verkauft werden.

    Welche gesundheitlichen Auswirkungen diese Mischungen haben, oder welche Wechselwirkungen im menschlichen Organismus auftreten können (speziell bei Kindern) ist meines Wissens nicht Gegenstand von Untersuchungen.

    • joG
    • 09.10.2009 um 16:38 Uhr

    ....wie das halt so üblich ist, wenn man von der Subsistenz sich wegentwickelt.
    Früher mochte ich kein Sushi. Nun finde ich es so gut wie andere Cousine auch; vielleicht besser als die Meisten; Indisch oder südostasiatische Küchen auch und Chinesisch (nicht in der deutschen Geschmacksausprägung allerdings) sind vorzüglich; nicht sehr "ursprünglich" aber ganz unverdorben.
    Ein Mal im Monat schätze ich auch Burger King. Die meisten Sterne Essen der letzten Jahre waren weniger Geschmack aber gut zum Erzählen, wo man alles gerade war, fand ich und "Sie verderben jeden ursprünglichen Geschmack".

  4. Also, der Mann hat keine Ahnung, was soll denn an Ketchup so schlimm sein? Auch das kann man selbst, in vielen Variationen, frisch zubereiten. Google schlaegt u.a. folgende Seite vor:

    http://www.ketchuprecipe....

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  • Quelle ZEIT Wissen 05/2009
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