Die Konservierung einer einzigen Holzbaracke in Birkenau kostet 225.000 Euro
Die Finanzierung der verschiedenen Restaurierungsprojekte ist wie eine zu kurze Bettdecke. Zieht man sie bis zum Kinn, frieren die Füße. Deckt man die Füße zu, liegt die Brust frei. 6,8 Millionen Euro standen dem staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau im vergangenen Jahr zur Verfügung, davon hat das Museum 3,3 Millionen durch Führungen und Buchverkäufe selbst erwirtschaftet, 3,2 Millionen kamen von der polnischen Regierung und 0,4 Millionen als Spenden aus dem Ausland. Allein die Konservierung einer einzigen Holzbaracke in Birkenau kostet allerdings 225.000 Euro.
Die zugigen Schuppen wurden ursprünglich als Pferdeställe aus Fertigbauteilen konstruiert. Für den moorigen Untergrund Birkenaus waren sie nie geeignet, die Wände saugen das Wasser auf wie ein Schwamm. Alle paar Jahre müssen sie erneut behandelt werden, ebenso die dünnwandigen Steinbaracken, deren Konservierung das Zwei- bis Vierfache kostet. Bei 155 noch stehenden Gebäuden und 300 Ruinen wird die Konservierung zur Sisyphusarbeit.
Piotr Cywińskis oberstes Anliegen ist es, eine passende Bettdecke zu schneidern. Seit drei Jahren leitet der 37-Jährige die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, auch er gehört zur neuen, jungen Garde. 120 Millionen Euro, hat Cywiński ausgerechnet, braucht er für seinen Plan. Investiert in eine internationale Stiftung, wäre das genug, um pro Jahr einen Ertrag von etwa vier bis fünf Millionen zu haben und die Restaurierungskosten zu decken.
Im Jahr 2008 kamen mehr als eine Million Besucher aus der ganzen Welt nach Auschwitz, neben Polen vor allem Briten und Amerikaner sowie jeweils rund 50.000 Deutsche, Italiener, Franzosen und Israelis. »Auschwitz ist eine internationale Angelegenheit«, sagt Cywiński, also müssen wir auch eine internationale Verantwortung schaffen.« Geplant ist ein Stiftungsrat, in dem jedes Geberland einen Sitz erhält. Erste Zusagen für Gelder sind schon da, Deutschland würde eine Million Euro beisteuern. »Die Wirtschaftskrise macht uns die Arbeit nicht gerade leicht«, sagt Cywiński. Er will auch die EU um Hilfe bitten, »schließlich ist Auschwitz ein bewegendes Argument dafür, warum wir eine enge europäische Zusammenarbeit brauchen«. Außerdem könnten Privatleute die Stiftung unterstützen.
120 Millionen Euro ist viel Geld. Muss wirklich jeder Zaunpfosten, jeder Schuh, jeder Blechnapf für die Ewigkeit bestehen bleiben? Die Antwort gibt die Ausstellung selbst. Es ist der Anblick der Schuhberge, der Brillenberge, der Prothesenberge, der Topfberge, der Kofferberge, der Haarberge, die einen mit der Monstrosität menschlichen Verhaltens in Auschwitz-Birkenau konfrontiert. Ein einzelnes Schuhpaar mit einer Tafel: »Die Neuankömmlinge mussten sich vor Betreten der Gaskammer ihrer Kleidung und ihrer Schuhe entledigen«, wäre nur ein schwaches Echo aus der Vergangenheit. »Die Ausstellungsstücke sprechen für sich«, sagt Cywiński. »Wir müssen nur dafür sorgen, dass ihr Flüstern hörbar bleibt.«
- Datum 02.12.2009 - 18:27 Uhr
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- Quelle ZEIT Wissen 06/2009
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wenn ich an die Opfer denke, dann finde ich es hat mehr Würde ihre Sachen der Natur zu überlassen. Schlimm genug, dass sie ausgestellt wurden, denn es sind ganz persönliche Dinge. Aber jetzt noch konservieren...
Diese Leute sind tot und sie haben nichts damit zu tun, dass die Welt sich immer noch genauso dreht. Dass man angeblich an Greuel erinnern muss, um in Zukunft Greuel zu verhindern. Das sind Theorien. Und dafür wird der Schuh, die Zahnbürste irgendeines armen Schluckers ausgestellt und nun auch noch dran herumgefummelt, damit's ja nicht auseinanderfällt. Ich finde das pervers.
Das ist die Ironie der Geschichte und der Greueltaten/Verbrechen vorheriger Generationen.
Bleiben sie nur in Geschichtsbücher werden sie vergessen - und die einzige Alternative ist eben die Überreste zu konservieren...
Und wenn wir es nicht tun, dann wird sich die Geschichte wiederholen - leider.
Das ist die Ironie der Geschichte und der Greueltaten/Verbrechen vorheriger Generationen.
Bleiben sie nur in Geschichtsbücher werden sie vergessen - und die einzige Alternative ist eben die Überreste zu konservieren...
Und wenn wir es nicht tun, dann wird sich die Geschichte wiederholen - leider.
Das ist die Ironie der Geschichte und der Greueltaten/Verbrechen vorheriger Generationen.
Bleiben sie nur in Geschichtsbücher werden sie vergessen - und die einzige Alternative ist eben die Überreste zu konservieren...
Und wenn wir es nicht tun, dann wird sich die Geschichte wiederholen - leider.
(Bitte verzichten Sie auf derlei Vergleiche und die damit verbundene Verharmlosung von NS-Verbrechen. Die Redaktion /ft)
(Bitte verzichten Sie auf derlei Vergleiche und die damit verbundene Verharmlosung von NS-Verbrechen. Die Redaktion /ft)
Heinzschmidt, waren sie schon einmal in Auschwitz? Haben sie schon einmal auf sich wirken lassen, was Menschen ihren Mitmenschen antun können? Offensichtlich nicht. Wenn sie sich auch nur einen Rest von menschlichem Empfinden bewahrt haben, hätten sie nun einen Grund,über ihren Text vor Scham in die Erde zu versinken.
Was ist schon ein >Hochglanz Zentrum der Vertreibung< gegen diesen Ort der Vernichtung, Auschwitz.
Wir Deutschen werden Auschwitz nie los. Wir sollen es als Ort der Mahnung annehmen, erhalten und bewahren.
Dem kann ich nur zustimmen.
Man kann viel drüber lesen, ansehen usw.
Das alles ist jedoch überhaupt nicht zu vergleichen mit den Eindrücken, die der Besuch eines KZs hinterläßt. Nur vor Ort erhält man eine ansatzweise Vorstellung von dem Grauen, wie es wirklich war. Nicht abstrakt, nicht als Zahl, sondern als Empfindung, spürbar und wahrnehmbar.
Dem kann ich nur zustimmen.
Man kann viel drüber lesen, ansehen usw.
Das alles ist jedoch überhaupt nicht zu vergleichen mit den Eindrücken, die der Besuch eines KZs hinterläßt. Nur vor Ort erhält man eine ansatzweise Vorstellung von dem Grauen, wie es wirklich war. Nicht abstrakt, nicht als Zahl, sondern als Empfindung, spürbar und wahrnehmbar.
Ich will nicht gegen dieses Projekt argumentieren. Vielleicht trifft es zu, dass diese Arbeit notwendig ist, um anschaulich zu machen, was ein KZ bedeutete. Wie der Holocaust (die Schoah sagt man wohl neuerdings) möglich wurde, wird so allerdings nicht geklärt; das ist ja auch nicht das Ziel. Das kann man nicht über visuelle Darstellung erreichen, und die bekannte Behauptung "Those who do not remember the past are condemned to repeat it" muss auch Gegenstand eines Diskurses sein können; in dieser plakativen Form klärt und demonstriert sie zunächst einmal nichts.
Dem kann ich nur zustimmen.
Man kann viel drüber lesen, ansehen usw.
Das alles ist jedoch überhaupt nicht zu vergleichen mit den Eindrücken, die der Besuch eines KZs hinterläßt. Nur vor Ort erhält man eine ansatzweise Vorstellung von dem Grauen, wie es wirklich war. Nicht abstrakt, nicht als Zahl, sondern als Empfindung, spürbar und wahrnehmbar.
(Bitte verzichten Sie auf derlei Vergleiche und die damit verbundene Verharmlosung von NS-Verbrechen. Die Redaktion /ft)
an die zensur
ich habe gar nichts verglichen, ioch habe geschrieben, dass die weitere existenz dieser einrichtungen kein verbrechen in den letzten 50 jahren verhindert hat, weder in afrika, noch in asien noch in europa
lesen sollte man schon können, und ihger unterstellung ich hätte ns verbrechen verharmlost ist eine widerliche unterstellung
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