Pro und Contra Dürfen wir Atommüll heute schon endlagern?
Deutschland braucht ein Lager für radioaktiven Müll. Sollen wir für alle Fälle einen Zugang offen halten – oder es für immer versiegeln?
© Ronny Hartmann/Getty Images

Das Endlager für radioaktiven Abfall in Morsleben
Pro
Beim Thema Endlagerung denken viele an die Probleme im Bergwerk Asse und fordern, radioaktive Abfälle so zu lagern, dass man sie jederzeit wieder hervorholen kann. Das mag verlockend klingen, bei genauem Hinsehen spricht aber vieles dafür, die Abfälle endgültig wegzuschließen.

Jan Richard Weber leitet die Abteilung für geotechnische Standortbewertung an der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
In einem eigens angelegten Endlagerbergwerk im Salz würde eine Hunderte Meter dicke Salzschicht die Abfälle abschirmen. So eine Barriere bliebe dauerhaft dicht, das ist nachgewiesen. Hält man jedoch einen Zugang offen, wird das wichtigste Ziel, die Isolation der Abfälle von der Biosphäre, nicht erreicht.
Auch der Einsatz von stabileren Behältern für eine vereinfachte Rückholbarkeit kann Sicherheitsnachteile haben. Nämlich dann, wenn daraus entstehende Korrosionsgase einen Überdruck im Endlager aufbauen, der die Dichtwirkung der mit Salz verfüllten Zugangswege verschlechtert. Die Endlagerung in tiefen geologischen Formationen soll zudem verhindern, dass Unbefugte, etwa mit terroristischem Hintergrund, Zugriff auf die Abfälle haben. Rückholbarkeit bewirkt genau das Gegenteil und erleichtert den Zugriff.
Schließlich darf die Sicherheit des Endlagers nicht vom Handeln zukünftiger Generationen abhängen, weil sich das nicht vorhersagen lässt. Eine erleichterte Rückholbarkeit darf daher weder Wartungstätigkeiten noch, zum Schutz vor unbefugtem Zugriff, eine Überwachung notwendig machen.
Die Sicherheit eines Endlagers muss für eine Million Jahre nachgewiesen werden. Eine Rückholbarkeit für beispielsweise 1000 Jahre mit Sicherheitsnachteilen über die verbleibenden 99,9 Prozent des Gesamtzeitraums zu erkaufen ist nicht sachgerecht. Jan Richard Weber
- Datum 16.10.2009 - 11:43 Uhr
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- Serie Nachhaltigkeit
- Quelle ZEIT Wissen 06/2009
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Sie sagen: "In einem eigens angelegten Endlagerbergwerk im Salz würde eine Hunderte Meter dicke Salzschicht die Abfälle abschirmen. So eine Barriere bliebe dauerhaft dicht, das ist nachgewiesen"
Wer hat wann nachgewiesen, dass in einem Endlagerbergwerk eine Hunderte Meter dicke Salzschicht über Jahrtausende oder gar Millionen von Jahren hochradioaktive Abfälle von der Außenwelt sicher abschirmen?
Genau dies sollte doch angeblich in Asse nachgewiesen werden - den Erfolg haben wir ja jetzt bald im Grundwasser.
Mich würde freuen, wenn Jan Richard Weber dazu Stellung beziehen könnte.
Er als Wissenschaftler müsste doch für seine Aussage:
"In einem eigens angelegten Endlagerbergwerk im Salz würde eine Hunderte Meter dicke Salzschicht die Abfälle abschirmen. So eine Barriere bliebe dauerhaft dicht, das ist nachgewiesen"
Studien zitieren können.
Wann wurde untersucht, dass diese Hunderte von Meter dicken Salzschichten sich bilden und dann über Jahrmillionen die Abfälle dicht abschirmen. Er sagte ja, dass dies nachgewiesen wurde. Wie wurde in diesen Studien ausgeschlossen, dass über Jahrmillionen weder durch Wassereinbruch noch seismische Aktivität Undichte stellen entstehen können?
Mich würde freuen, wenn Jan Richard Weber dazu Stellung beziehen könnte.
Er als Wissenschaftler müsste doch für seine Aussage:
"In einem eigens angelegten Endlagerbergwerk im Salz würde eine Hunderte Meter dicke Salzschicht die Abfälle abschirmen. So eine Barriere bliebe dauerhaft dicht, das ist nachgewiesen"
Studien zitieren können.
Wann wurde untersucht, dass diese Hunderte von Meter dicken Salzschichten sich bilden und dann über Jahrmillionen die Abfälle dicht abschirmen. Er sagte ja, dass dies nachgewiesen wurde. Wie wurde in diesen Studien ausgeschlossen, dass über Jahrmillionen weder durch Wassereinbruch noch seismische Aktivität Undichte stellen entstehen können?
Bei der Asse haben die Verantwortlichen auch geglaubt, dass sie die Probleme in die Zukunft verlagern können. Die Wirklichkeit hat uns alle schnell eingeholt. Gibt es eigentlich einen Paragraphen "Zukünftiger Völkermord" als Strafbestand in einem Gesetzbuch?
Lang, lang ist es her, daß ich die Schulbank drücken mußte.
Wirtschaftserdkunde stand auf dem Stundenplan. Italien war das Thema. Rohstoffe, Wein, Käse.... Die alten Römer vor 2000 Jahren waren auch Teil des Unterrichtsstoffes.
Die hatten damals, weil sie viel Holz brauchten für ihre Kriegsschiffe, für Heizmaterial für die Soldaten.... einfach die Wälder auf den Bergen abgeholzt ohne sich um die Aufforstung zu kümmern. Wind, Regen, Eis begannen, die dünne Erdkruste auf den Felsen abzuspülen oder fortzuwehen, bis nichts mehr da war. Heute ist es fast unmöglich, die kahlen Felsen wieder aufzuforsten, was sich günstig auf das Klima, die Speicherung von Regenwasser im Boden usw. auswirken würde.
Da haben die alten Rrömer wohl was falsch gemacht. Das waren wohl nicht die Klügsten, damals.
Aber was ist das, gegenüber dem was heute passiert?
Eigentlich nicht der Rede wert. Ausser man lernt aus der Geschichte.
1)
Wie möchte man unsere Nachfahren vor diesen Lagern warnen? Die ältesten Schriften die wir kennen, sind ca. 5000 Jahre alt und lassen sich nicht alle vollständig entziffern. In 10.000 Jahren wird keiner mehr wissen was die Wahnsinnigen damals wo vergraben haben.
2)
Ob man in der Geologie so einfach von der Vergangenheit auf die Zukunft schließen kann, darf auch bezweifelt werden.
Nur weil an einer Stelle eine Millionen Jahre scheinbar keine Aktivität oder Störung vorliegt, muss das nicht zwangläufig das gleiche für die nächste Millionen Jahre bedeuten. In diesen Zeiträumen kann durch aus ein ganzes Gebirge entstehen oder abgetragen werden.
Ein Mensch der behauptet "das ist sicher nachgewiesen" kann doch nur größenwahnsinnig, minderbemittelt oder von der Atomlobby dafür bezahlt sein.
3)
Wir kontaminieren unsere Umwelt ja auch jetzt schon ganz legal mit mit radioaktiven Stoffen aus den Wiederaufbereitungsanlagen.
mein Fazit:
Es gibt einfach keine Lösung für dieses Problem, dass muss man akzeptieren, wenn man für die Atomkraft sein will. Ob wir eine echte Alternative haben ist eine ganz andere Diskussion.
Ich kann dem Kommentator nur zustimmen.
Auf der Erde gibt es für dieses Problem keine Lösung. Es wird nie jemanden geben, der die Verantwortung für eine Endlagerung (welcher Art auch immer) übernehmen kann.
Einzig gangbarer Weg ist für mich:
a) sofortiger Ausstieg aus der Atomtechnologie (zivil und militärisch)
b) Entsorgung aller aktuell vorhandenen radioaktiven Abfälle auf einem anderen Planeten oder Mond, was natürlich auch Risiken birgt.
Ich kann dem Kommentator nur zustimmen.
Auf der Erde gibt es für dieses Problem keine Lösung. Es wird nie jemanden geben, der die Verantwortung für eine Endlagerung (welcher Art auch immer) übernehmen kann.
Einzig gangbarer Weg ist für mich:
a) sofortiger Ausstieg aus der Atomtechnologie (zivil und militärisch)
b) Entsorgung aller aktuell vorhandenen radioaktiven Abfälle auf einem anderen Planeten oder Mond, was natürlich auch Risiken birgt.
Damit zu argumentieren, dass man wegen einer nicht-Vorhersagbarkeit zukünftiger politischer Zustände eine Rückholbarkeit des Atommülls bräuchte, macht einfach nur sprachlos.
Denn unabhängig davon, mit welchem komplexen System man sich schon einmal befasst wird jedem sehr schnall klar, dass in den Zeiträumen, um die es hier geht, die Sicherheit egal welches Standortes nicht garantieren lässt! Wenn die heute "verantwortlichen" in nur 100 Jahren schon lange tot sind, müssen die nachfolgenden Generationen über TAUSENDE Jahre mit den Konsequenzen möglicherweise fataler Fehlentscheidungen leben.
Wir sollten eher im Hinterkopf behalten, dass die gemäßigten Klimazonen der Erde nicht besonders groß sind und dass es sich als ein unglaubliches Verbrechen an den zukünftigen Generationen darstellen kann, wenn man heute billige und scheinbar endgültige Lösungen anstrebt.
Denn beim Licht des Tage betrachtet scheint es der "Contra-Rückholern" doch darum, den Betreibern kerntechnischer Anlagen Kosten für ddas Vorhalten dieser Infrastruktur einzusparen. Dass das dann zur Verseuchung ganzer Landstriche einer gemäßigten Klimazone unseres Planeten führen kann interessiert die Beteiligten nicht mehr.
Sehen wir uns ASSE an, dann wir das Paradebeispiel von BETRUG der Bevölkerung durch Politik, Wirtschaft und nicht unabhängige "Wissenschaft". Wir haben nicht den geringsten Grund anzunehmen, dass bei dieser Diskussion nicht exakt die gleichen Kräfte erneut versuchen, UNS FÜR DUMM ZU VERKAUFEN.
FM
Wir sollten den Müll zugänglich lagern, besonders, wenn es sich um Plutionium handelt, damit wir uns endlich unsere eigenen Atombomben bauen können!
Beide Autoren übersehen einen wichtigen Aspekt.
Was, wenn das, was wir heute Atommüll nennen, in naher Zukunft ein wertvoller Rohstoff ist und dank moderner Reaktoren kein Endlager benötigt wird?
Unter dem Stichwort Generation IV Reaktoren arbeitet man weltweit an neuen Reaktoren, die das bisher ungenutzte Uran 238 spalten können und die Spaltprodukte soweit spalten / transmutieren, dass der Abbrand nur noch ca. 100- 200 Jahre gelagert werden muss und dann ungefährlich ist.
Es wäre höchst ärgerlich, wenn man heutigen Atommüll nicht rückholbar verscharrt hätte und dann merkt, dass man da eigentlich einen wertvollen Rohstoff hat.
Zudem hätte man mit den langen Abklingzeiten vollkommen unnötig für Jahrtausende eine Altlast im Boden, die man möglicherweise bald mit einfachen mitteln in verhältnismäßig ungefährliche Spaltprodukte umwandeln kann.
Diese Ringvorlesung der Uni-Tübingen ist da ganz interessant:
http://timms.uni-tuebinge...
Danke für die Substanz, die Sie liefern.
Einfacher wird die Sache deshalb leider noch nicht. Schau mer mal...
Es grüßt Sie ein Stoffele
Danke für die Substanz, die Sie liefern.
Einfacher wird die Sache deshalb leider noch nicht. Schau mer mal...
Es grüßt Sie ein Stoffele
Zitat: "In einem eigens angelegten Endlagerbergwerk im Salz würde eine Hunderte Meter dicke Salzschicht die Abfälle abschirmen. So eine Barriere bliebe dauerhaft dicht, das ist nachgewiesen."
Hält Asse dicht? Der am höchsten gelegene Zufluss liegt etwa 650 m unter der erde. Wie tief will Herr Weber runtergehen?
Zitat: "Die Endlagerung in tiefen geologischen Formationen soll zudem verhindern, dass Unbefugte, etwa mit terroristischem Hintergrund, Zugriff auf die Abfälle haben."
Die Zugangsblockaden der Pyramiden waren damals die wohl fortschrittlichsten die denkbar waren. Wieviele Grabkammern sind doch gleich unangetastet geblieben?
Zitat: "Schließlich darf die Sicherheit des Endlagers nicht vom Handeln zukünftiger Generationen abhängen, weil sich das nicht vorhersagen lässt."
Irgendwann wird er kommen, der Laserbohrer für den Heimhandwerker. Ich spekuliere mal, dass spätestens im Jahr 3000 jedermann beim Obibach oder Baupraktiker nen Gerät erstehen kann, mit dem er spielend nen Schacht in die Tiefe dampfen kann. Wo ist dann die Sicherheit?
"In einem eigens angelegten Endlagerbergwerk im Salz würde eine Hunderte Meter dicke Salzschicht die Abfälle abschirmen. So eine Barriere bliebe dauerhaft dicht, das ist nachgewiesen."
Was ist das für eine irrsinnige Sebstüberschätzung eines Menschlein.
Mir graut vor Wissenschaftlern die das Wetter für morgen nicht genau vorhersehen können, aber exakt wissen was in in, na sagen wir mal, in nur 1000 Jahren auf, respektive unter der Erde los sein wird. Mit Verstandestätigkeit hat das nichts mehr zu tun!
"In einem eigens angelegten Endlagerbergwerk im Salz würde eine Hunderte Meter dicke Salzschicht die Abfälle abschirmen. So eine Barriere bliebe dauerhaft dicht, das ist nachgewiesen."
Was ist das für eine irrsinnige Sebstüberschätzung eines Menschlein.
Mir graut vor Wissenschaftlern die das Wetter für morgen nicht genau vorhersehen können, aber exakt wissen was in in, na sagen wir mal, in nur 1000 Jahren auf, respektive unter der Erde los sein wird. Mit Verstandestätigkeit hat das nichts mehr zu tun!
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