Pro und Contra Dürfen wir Atommüll heute schon endlagern?
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Contra

Contra

Radioaktive Abfälle müssen so gelagert werden, dass sie für Mensch und Umwelt langfristig keine Gefahr darstellen. Dabei geht es um kaum vorstellbare Zeiträume von 100.000 bis einer Million Jahren. Da menschliche Kulturen erfahrungsgemäß kaum mehr als 1000 Jahre überdauern und zudem von Krisen und Katastrophen geprägt sind, muss diese Aufgabe unabhängig von der zukünftigen gesellschaftlichen Entwicklung der Menschheit gelöst werden.

Michael Aebersold
Michael Aebersold

Michael Aebersold leitet die Abteilung für die Entsorgung radioaktiver Abfälle im Schweizer Bundesamt für Energie

Aus diesem Grund setzt zum Beispiel die Schweiz auf eine Kombination aus langfristiger passiver Sicherheit und Reversibilität. In einer Tiefe von mehreren Hundert Metern soll in geeigneten geologischen Schichten ein Tiefenlager gebaut und in Betrieb genommen werden. Bevor das Lager verschlossen wird, muss es allerdings längere Zeit beobachtet werden. Während dieser Phase müssen die Abfälle jederzeit und ohne größeren Aufwand zurückgeholt werden können. Ungünstige Entwicklungen können so frühzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen umgehend eingeleitet werden. Zudem können wir so neue Erkenntnisse berücksichtigen oder neue Technologien einsetzen. Vielleicht können und wollen spätere Generationen die »Abfälle« sogar zurückholen und für sich nutzbar machen.

Für die Beobachtungsphase sieht das Schweizer Konzept ein während 100 bis 150 Jahren jederzeit zugängliches Pilotlager vor, welches neben dem Hauptlager eingerichtet wird. Erst wenn durch die ständige Überwachung der Abfälle im Pilotlager die Gewissheit besteht, dass die hohen Sicherheitsanforderungen langfristig eingehalten werden können, wird die gesamte Anlage endgültig verschlossen. Michael Aebersold

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Leser-Kommentare
  1. Sie sagen: "In einem eigens angelegten Endlagerbergwerk im Salz würde eine Hunderte Meter dicke Salzschicht die Abfälle abschirmen. So eine Barriere bliebe dauerhaft dicht, das ist nachgewiesen"

    Wer hat wann nachgewiesen, dass in einem Endlagerbergwerk eine Hunderte Meter dicke Salzschicht über Jahrtausende oder gar Millionen von Jahren hochradioaktive Abfälle von der Außenwelt sicher abschirmen?
    Genau dies sollte doch angeblich in Asse nachgewiesen werden - den Erfolg haben wir ja jetzt bald im Grundwasser.

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    Mich würde freuen, wenn Jan Richard Weber dazu Stellung beziehen könnte.
    Er als Wissenschaftler müsste doch für seine Aussage:
    "In einem eigens angelegten Endlagerbergwerk im Salz würde eine Hunderte Meter dicke Salzschicht die Abfälle abschirmen. So eine Barriere bliebe dauerhaft dicht, das ist nachgewiesen"
    Studien zitieren können.

    Wann wurde untersucht, dass diese Hunderte von Meter dicken Salzschichten sich bilden und dann über Jahrmillionen die Abfälle dicht abschirmen. Er sagte ja, dass dies nachgewiesen wurde. Wie wurde in diesen Studien ausgeschlossen, dass über Jahrmillionen weder durch Wassereinbruch noch seismische Aktivität Undichte stellen entstehen können?

    Mich würde freuen, wenn Jan Richard Weber dazu Stellung beziehen könnte.
    Er als Wissenschaftler müsste doch für seine Aussage:
    "In einem eigens angelegten Endlagerbergwerk im Salz würde eine Hunderte Meter dicke Salzschicht die Abfälle abschirmen. So eine Barriere bliebe dauerhaft dicht, das ist nachgewiesen"
    Studien zitieren können.

    Wann wurde untersucht, dass diese Hunderte von Meter dicken Salzschichten sich bilden und dann über Jahrmillionen die Abfälle dicht abschirmen. Er sagte ja, dass dies nachgewiesen wurde. Wie wurde in diesen Studien ausgeschlossen, dass über Jahrmillionen weder durch Wassereinbruch noch seismische Aktivität Undichte stellen entstehen können?

    • jwk
    • 15.10.2009 um 17:33 Uhr

    Bei der Asse haben die Verantwortlichen auch geglaubt, dass sie die Probleme in die Zukunft verlagern können. Die Wirklichkeit hat uns alle schnell eingeholt. Gibt es eigentlich einen Paragraphen "Zukünftiger Völkermord" als Strafbestand in einem Gesetzbuch?

  2. Wir sollten den Müll zugänglich lagern, besonders, wenn es sich um Plutionium handelt, damit wir uns endlich unsere eigenen Atombomben bauen können!

  3. Beide Autoren übersehen einen wichtigen Aspekt.

    Was, wenn das, was wir heute Atommüll nennen, in naher Zukunft ein wertvoller Rohstoff ist und dank moderner Reaktoren kein Endlager benötigt wird?

    Unter dem Stichwort Generation IV Reaktoren arbeitet man weltweit an neuen Reaktoren, die das bisher ungenutzte Uran 238 spalten können und die Spaltprodukte soweit spalten / transmutieren, dass der Abbrand nur noch ca. 100- 200 Jahre gelagert werden muss und dann ungefährlich ist.

    Es wäre höchst ärgerlich, wenn man heutigen Atommüll nicht rückholbar verscharrt hätte und dann merkt, dass man da eigentlich einen wertvollen Rohstoff hat.
    Zudem hätte man mit den langen Abklingzeiten vollkommen unnötig für Jahrtausende eine Altlast im Boden, die man möglicherweise bald mit einfachen mitteln in verhältnismäßig ungefährliche Spaltprodukte umwandeln kann.

    Diese Ringvorlesung der Uni-Tübingen ist da ganz interessant:

    http://timms.uni-tuebinge...

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    Danke für die Substanz, die Sie liefern.
    Einfacher wird die Sache deshalb leider noch nicht. Schau mer mal...

    Es grüßt Sie ein Stoffele

    Danke für die Substanz, die Sie liefern.
    Einfacher wird die Sache deshalb leider noch nicht. Schau mer mal...

    Es grüßt Sie ein Stoffele

  4. Zitat: "In einem eigens angelegten Endlagerbergwerk im Salz würde eine Hunderte Meter dicke Salzschicht die Abfälle abschirmen. So eine Barriere bliebe dauerhaft dicht, das ist nachgewiesen."

    Hält Asse dicht? Der am höchsten gelegene Zufluss liegt etwa 650 m unter der erde. Wie tief will Herr Weber runtergehen?

    Zitat: "Die Endlagerung in tiefen geologischen Formationen soll zudem verhindern, dass Unbefugte, etwa mit terroristischem Hintergrund, Zugriff auf die Abfälle haben."

    Die Zugangsblockaden der Pyramiden waren damals die wohl fortschrittlichsten die denkbar waren. Wieviele Grabkammern sind doch gleich unangetastet geblieben?

    Zitat: "Schließlich darf die Sicherheit des Endlagers nicht vom Handeln zukünftiger Generationen abhängen, weil sich das nicht vorhersagen lässt."

    Irgendwann wird er kommen, der Laserbohrer für den Heimhandwerker. Ich spekuliere mal, dass spätestens im Jahr 3000 jedermann beim Obibach oder Baupraktiker nen Gerät erstehen kann, mit dem er spielend nen Schacht in die Tiefe dampfen kann. Wo ist dann die Sicherheit?

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    "In einem eigens angelegten Endlagerbergwerk im Salz würde eine Hunderte Meter dicke Salzschicht die Abfälle abschirmen. So eine Barriere bliebe dauerhaft dicht, das ist nachgewiesen."
    Was ist das für eine irrsinnige Sebstüberschätzung eines Menschlein.
    Mir graut vor Wissenschaftlern die das Wetter für morgen nicht genau vorhersehen können, aber exakt wissen was in in, na sagen wir mal, in nur 1000 Jahren auf, respektive unter der Erde los sein wird. Mit Verstandestätigkeit hat das nichts mehr zu tun!

    "In einem eigens angelegten Endlagerbergwerk im Salz würde eine Hunderte Meter dicke Salzschicht die Abfälle abschirmen. So eine Barriere bliebe dauerhaft dicht, das ist nachgewiesen."
    Was ist das für eine irrsinnige Sebstüberschätzung eines Menschlein.
    Mir graut vor Wissenschaftlern die das Wetter für morgen nicht genau vorhersehen können, aber exakt wissen was in in, na sagen wir mal, in nur 1000 Jahren auf, respektive unter der Erde los sein wird. Mit Verstandestätigkeit hat das nichts mehr zu tun!

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