Emmerichs Vision vom Weltuntergang

Schlimmer geht's nimmer

In seinem neuen Film »2012« zerstört der Regisseur Roland Emmerich (»The Day After Tomorrow«) die Welt. Viele Naturkatastrophen dürfen mitspielen: Erdbeben, Meteoriten, Supervulkane, Sonnenstürme. Wie realistisch ist dieses düstere Ende?

Eine von zahlreichen spektakulären Szenen aus dem Actionfilm "2012" von Roland Emmerich: Während eines Erdbebens versinkt Los Angeles im Erdboden

Eine von zahlreichen spektakulären Szenen aus dem Actionfilm "2012" von Roland Emmerich: Während eines Erdbebens versinkt Los Angeles im Erdboden

Natürlich hat Roland Emmerich wieder einmal maßlos übertrieben. Aber auch in diesem Katastrophenfilm steckt ein Körnchen Wahrheit. Eine Megakatastrophe ist zwar unwahrscheinlich, könnte aber schon morgen über uns hereinbrechen – das macht den Grusel dieses Films aus, den Sony mit einer pseudowissenschaftlichen Marketingkampagne (www.instituteforhumancontinuity.de) zu verstärken versucht. Werden wir bald alle sterben? Hier eine Rangliste der tödlichsten Szenarien:

— Hitzeschock: Am Anfang ist es noch angenehm, aber dann wird die Hitze unerträglich. In 900 Millionen Jahren werden die meisten Lebewesen bei 30 Grad Durchschnittstemperatur zugrunde gehen. Bakterien halten länger durch, sie sterben in 1,6 Milliarden Jahren, wenn es 70 Grad warm ist. Schuld ist die Sonne, die im Kern immer mehr Druck aufbaut, heißer wird und alle 100 Millionen Jahre ein Prozent heller scheint. Die Ozeane verdunsten, der Dampf verstärkt den Treibhauseffekt. Die Gefahr ist real, aber zu langweilig fürs Kino, weil sie in ferner Zukunft liegt.

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— Vulkan-Winter: Erst ziehen dunkle Schwaden über den Himmel, dann wird es kalt. Eine Eruption der Magmablase unter dem US-Nationalpark Yellowstone verursacht weltweit einen Temperatursturz. Tritt das Szenario ein, könnten eine Milliarde Menschen verhungern, schätzen Forscher. Die letzten großen Ausbrüche waren vor 2,1 und 1,3 Millionen sowie vor 650.000 Jahren. Es könnte also bald wieder so weit sein. Weltweit sind ein Dutzend Supervulkane bekannt. Vulkane haben wohl das größte Sterben der Erdgeschichte vor 250 Millionen Jahren verursacht.

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— Meteoritentreffer: Das Verderben kommt vom Himmel – wie vor 65 Millionen Jahren, als ein zehn Kilometer dicker Meteorit die Dinosaurier auslöschte. Der Aufprall schleuderte Staub in die Atmosphäre, der Himmel verdunkelte. Der Meteorit stammte aus einer Asteroidenkollision zwischen Mars und Jupiter 100 Millionen Jahre zuvor. Vergleichbare Meteoriteneinschläge sind alle 10 bis 100 Millionen Jahre zu erwarten.

— Sternexplosion: Röntgenstrahlung einer fernen Sternexplosion zerstört die Ozonschicht, dadurch gelangt mehr UV-Strahlung zur Erde, verursacht Gen-Mutationen und schadet Flora und Fauna. Eine Supernova in unserer kosmischen Nachbarschaft könnte auf diese Weise eines der fünf großen Massensterben in der Erdgeschichte ausgelöst haben, spekulieren Astrobiologen. Eine gefährliche Supernova müssen wir einmal in einer Milliarde Jahren fürchten.

— Erdkrustenverschiebung: Die gesamte Erdkruste verrutscht auf dem flüssigen Erdkern und schiebt alle Kontinente abrupt in andere Klimazonen. Emmerich beruft sich für seinen Katastrophenfilm 2012 auf diese Außenseitertheorie. Unsinn, urteilen Geologen, die Kontinente verschieben sich seit jeher so langsam, wie Fingernägel wachsen.

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Leser-Kommentare

  1. 1. Na ja,

    wir gehen ja nur wegen der Spezialeffekte ins Kino und weil Endzeitgeschichten irgendwie ein bisschen gruselig sind.

    Ich erwarte kurzweilige Unterhaltung mit einer Tüte Popkorn.
    Mehr nicht. :-)

    • 12.11.2009 um 20:55 Uhr
    • Crest

    diejenigen Katastrophen, die
    IRONIE-ON ebenfalls die Schöpfung bedrohen: die Zerstörung der Biospäre durch die Nutzung der Kernkraft? IRONIE-OFF

    Aber schön, dass mit der Auflistung der Gefahren noch einmal deutlich wird, dass die Umwelt grundsätzlich kein Paradies ist, und dass ihre Stabilität stets nur eine vorübergehende ist - unabhängig von allen menschlichen Eingriffen und Einwirkungen.

    Herzlichst Crest

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    Schlimmer gehts nimmer geht schon noch; deshalb zwei ironische Vorschläge:
    1. Als nächstes wird unser Sonnensystem von einer Gravitationswelle erfasst,
    2. Unser Galaxis implodiert nach Manipulationen am Zentrum derselben in einem furchtbaren Konfettisturm.

  2. Schlimmer gehts nimmer geht schon noch; deshalb zwei ironische Vorschläge:
    1. Als nächstes wird unser Sonnensystem von einer Gravitationswelle erfasst,
    2. Unser Galaxis implodiert nach Manipulationen am Zentrum derselben in einem furchtbaren Konfettisturm.

  3. Folgende Katastrophen fallen mir gerade ein:
    1. die Volksverdummung im TV
    2. Dieter Bohlen
    3. die SPD
    4. die Bahn, v.a. die Berliner S-Bahn
    5. Amokdineschad
    6. Klima im Oktober mit Rekordkälte
    7. Finanzpolitik in Berlin Stadt
    8. Grippe-Panikmache
    9. Banken
    10. Immobilien-Fonds
    11. usw.

    • 13.11.2009 um 8:56 Uhr
    • wneely

    Am neuen Kernbeschleuniger in Cern gelingt es, dass Higgs-Teilchen nachzuweisen und nebenbei wird ein Mikro-Schwarzes Loch erzeugt ...

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    Hallo
    Mirco-Schwarzelöcher werden nicht erzeugt. Ihre Gravitation ist so gering das da keine Entstehen. Also braucht man sich keine Sorgen machen das unser Planet von einem Schwarzenloch Verschlungen wird. Dazu braucht es erst eine Sonne die zusammenbricht.

  4. Hallo
    Mirco-Schwarzelöcher werden nicht erzeugt. Ihre Gravitation ist so gering das da keine Entstehen. Also braucht man sich keine Sorgen machen das unser Planet von einem Schwarzenloch Verschlungen wird. Dazu braucht es erst eine Sonne die zusammenbricht.

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  • Von Max Rauner
  • Datum 13.11.2009 - 19:31 Uhr
  • Quelle ZEIT Wissen 06/2009
  • Kommentare 6
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  • Schlagworte Kino | Naturkatastrophe | Film | Filmtechnik
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