Erderwärmung Labor für die Welt

Versalzenes Wasser, Überschwemmungen und verheerende Stürme: In den Küstenregionen vieler Entwicklungsländer ist der Klimawandel schon zu spüren. Bangladesch ist unfreiwillig zum Vorbild geworden – für die Anpassung mit einfachsten Mitteln.

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Auf den ersten Blick ist nichts zu sehen vom Fluch, der auf dem Dorf Joaria liegt. Malerisch breitet sich die ruhige Wasserfläche bis zum Horizont aus, unterbrochen von schmalen Dämmen, Wasserhyazinthen und Bambushütten auf kleinen Inseln. Frauen in bunten Saris schieben mit Holzstangen schmale Boote über das Wasser. Am Wegrand pflegt der Bauer Sunil Mozumder seine schwimmenden Gemüsebeete, der tägliche Monsunregen macht gerade Pause.

Seit Menschengedenken ist das Tiefland im Zentrum Bangladeschs alljährlich überflutet. »Die angeschwollenen Flüsse lagern fruchtbaren Schlamm ab, und darauf gedeiht der Reis – eigentlich«, sagt Mozumder. Doch seit Kurzem spüren die Bauern einen stillen Feind, einen Vorboten des Klimawandels: die Versalzung.

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Seit 1900 ist der Meeresspiegel um 20 Zentimeter gestiegen, in den vergangenen Jahren immer schneller, und das verstärkt die Gezeiten. Sie lassen das Meerwasser immer weiter die Flüsse hinaufdringen, bis in das Dorf Joaria, das volle 150Kilometer von der Küste entfernt liegt. Das Meersalz verwandelt Süß- in Brackwasser. »Manche Reissorten wachsen darin schon nicht mehr«, sagt der Entwicklungsexperte Mohammed Alauddin. »Für die Bauern hier ist das ein ernsthaftes Problem.«

Bangladesh Centre for Advanced Studies (BCAS) und leitet ein Pionierprojekt in der Gegend. Es soll die Bewohner über den Klimawandel aufklären und ihnen helfen, sich darauf einzustellen. Er gehört zu den sogenannten Anpassungsforschern, die herausfinden wollen, wie die Menschen am besten mit den Folgen des Klimawandels leben können.

Alauddin arbeitet beim

Bangladesch ist eine Art Freiluftlabor für die Anpassung an den Klimawandel und deshalb Vorbild für andere Länder. Denn die Versalzung ist hier nur der Anfang. 1 7Prozent der Landesfläche von Bangladesch liegen so tief, dass das steigende Meer sie bis zum Jahr 2050 verschluckt haben könnte, 20Millionen Menschen wären davon betroffen.

Dabei haben die Bewohner Joarias ohnehin schon mit schlechten Bedingungen zu kämpfen: Die Flüsse und Kanäle der Gegend sind versandet, weil sie zu lange nicht ausgebaggert wurden. So können die Wassermassen des alljährlichen Monsuns nicht abfließen. »Ein Großteil meines Landes liegt nun das ganze Jahr unter Wasser«, sagt der Bauer Mozumder. Einige Flecken seien für einen Monat frei, dort reiche es manchmal für eine Reisernte. »Früher fuhren die Bauern hier drei Ernten ein«, sagt Entwicklungsexperte Alauddin, »jetzt liegen 40Prozent des Anbaugebiets ständig unter Wasser.«

Zwar trägt der Klimawandel daran keine Schuld, aber das ansteigende Meer wird die Bedingungen weiter verschlechtern. »Bestehende Umweltprobleme werden durch die Auswirkungen der Erderwärmung verschärft«, sagt Alauddin. Das gilt für viele Regionen – deshalb können sich andere Entwicklungsländer an Bangladesch orientieren.

Als Ausweg haben die Bauern die schwimmenden Gärten, die Bairas, entwickelt, die auch vor Mozumder und Alauddin im Wasser schaukeln. Als Baumaterial dienen Wasserhyazinthen, ein Unkraut, das aus Südamerika eingeschleppt wurde und mancherorts ganze Gewässer zuwuchert. »Wir sammeln die Wasserhyazinthen und schichten sie aufeinander«, erklärt Mozumder, »nach zwei Wochen sind sie so weit verrottet, dass wir den Baira bepflanzen können.«

Leser-Kommentare
  1. Keine Kommentare von den üblichen Verdächtigen, die sich sonst immer über den "Klimaschwindel" aufregen?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    freuen Sie sich doch, das macht die Diskussion viel entspannter.

    Und Diskusisonsbedarf ist angesichts der Wahl von Bangladesh durchaus gegeben.

    Der Artikel ist eine einzige Ohrfeige für jede wissenschaftliche Betrachtung und trieft vor unqualifizierten Korrelationen. Das ist einer naturwissenschaftlichen Sachstandsermittlung nicht förderlich.

    1. Bangladesh ist eine aktiver Sedimentationsraum dessen basement aus tektonischen Gründen absinkt (ist die Subsidenzrate genauso rausgerechnet wie bei den Inselbögen?). Nur Vollid...ten können für eine solche Gegend Bestandsschutz fordern, denn die geschütteten Lockersedimente sind weder langfristig konsolidert, noch ist aufgrund der hochenergetischen Ablagerungsmilieus auf geologisch absehbare Zeit damit zu rechnen.

    2. Die Sedimentfracht aus dem alpinotypen Liefergebiet ist erheblich mit toxischen Ubergangs- und Schwermetallen belastet. Das kontaminiert so oder so die wenigen Süßwasserlinsen im Sedimentationsraum(wer deren Volumen ändert, braucht sich nicht zu wundern!). Auch geochemisch ist dieser raum lange noch nicht stabil.

    3. Erosion von See; Aus hydrodynamischen Gründen ist die Befestigung der Uferzonen dort nicht erfolgreich umsetzbar! Und auch langfristig
    sinnfrei.

    4. Eine stringente Analyse der der lokalen Tempestite würde auch verläßliche Aussagen über entsprechende Ereignisse bringen, in der Karibik liegt sowas schon vor!

    So, und wenn nun noch die Klimawandellyrik wegfällt, bleibt eigentlich nur die Feststellung das dieser Siedlungsraum eigentlich kein solcher ist. Mit oder ohne den sowieso stattfindenden Klimawandel.

    Mfg Karl Müller

    freuen Sie sich doch, das macht die Diskussion viel entspannter.

    Und Diskusisonsbedarf ist angesichts der Wahl von Bangladesh durchaus gegeben.

    Der Artikel ist eine einzige Ohrfeige für jede wissenschaftliche Betrachtung und trieft vor unqualifizierten Korrelationen. Das ist einer naturwissenschaftlichen Sachstandsermittlung nicht förderlich.

    1. Bangladesh ist eine aktiver Sedimentationsraum dessen basement aus tektonischen Gründen absinkt (ist die Subsidenzrate genauso rausgerechnet wie bei den Inselbögen?). Nur Vollid...ten können für eine solche Gegend Bestandsschutz fordern, denn die geschütteten Lockersedimente sind weder langfristig konsolidert, noch ist aufgrund der hochenergetischen Ablagerungsmilieus auf geologisch absehbare Zeit damit zu rechnen.

    2. Die Sedimentfracht aus dem alpinotypen Liefergebiet ist erheblich mit toxischen Ubergangs- und Schwermetallen belastet. Das kontaminiert so oder so die wenigen Süßwasserlinsen im Sedimentationsraum(wer deren Volumen ändert, braucht sich nicht zu wundern!). Auch geochemisch ist dieser raum lange noch nicht stabil.

    3. Erosion von See; Aus hydrodynamischen Gründen ist die Befestigung der Uferzonen dort nicht erfolgreich umsetzbar! Und auch langfristig
    sinnfrei.

    4. Eine stringente Analyse der der lokalen Tempestite würde auch verläßliche Aussagen über entsprechende Ereignisse bringen, in der Karibik liegt sowas schon vor!

    So, und wenn nun noch die Klimawandellyrik wegfällt, bleibt eigentlich nur die Feststellung das dieser Siedlungsraum eigentlich kein solcher ist. Mit oder ohne den sowieso stattfindenden Klimawandel.

    Mfg Karl Müller

  2. freuen Sie sich doch, das macht die Diskussion viel entspannter.

    Und Diskusisonsbedarf ist angesichts der Wahl von Bangladesh durchaus gegeben.

    Der Artikel ist eine einzige Ohrfeige für jede wissenschaftliche Betrachtung und trieft vor unqualifizierten Korrelationen. Das ist einer naturwissenschaftlichen Sachstandsermittlung nicht förderlich.

    1. Bangladesh ist eine aktiver Sedimentationsraum dessen basement aus tektonischen Gründen absinkt (ist die Subsidenzrate genauso rausgerechnet wie bei den Inselbögen?). Nur Vollid...ten können für eine solche Gegend Bestandsschutz fordern, denn die geschütteten Lockersedimente sind weder langfristig konsolidert, noch ist aufgrund der hochenergetischen Ablagerungsmilieus auf geologisch absehbare Zeit damit zu rechnen.

    2. Die Sedimentfracht aus dem alpinotypen Liefergebiet ist erheblich mit toxischen Ubergangs- und Schwermetallen belastet. Das kontaminiert so oder so die wenigen Süßwasserlinsen im Sedimentationsraum(wer deren Volumen ändert, braucht sich nicht zu wundern!). Auch geochemisch ist dieser raum lange noch nicht stabil.

    3. Erosion von See; Aus hydrodynamischen Gründen ist die Befestigung der Uferzonen dort nicht erfolgreich umsetzbar! Und auch langfristig
    sinnfrei.

    4. Eine stringente Analyse der der lokalen Tempestite würde auch verläßliche Aussagen über entsprechende Ereignisse bringen, in der Karibik liegt sowas schon vor!

    So, und wenn nun noch die Klimawandellyrik wegfällt, bleibt eigentlich nur die Feststellung das dieser Siedlungsraum eigentlich kein solcher ist. Mit oder ohne den sowieso stattfindenden Klimawandel.

    Mfg Karl Müller

    Antwort auf "Hmmm..."
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    Warum schreibt hier eigentlich keiner mehr etwas?

    Sind ja noch nichtmal alle Umweltferkeleien der Bangladeshi selbst aufgezählt worden?

    MfG

    Karl Müller

    Warum schreibt hier eigentlich keiner mehr etwas?

    Sind ja noch nichtmal alle Umweltferkeleien der Bangladeshi selbst aufgezählt worden?

    MfG

    Karl Müller

  3. Warum schreibt hier eigentlich keiner mehr etwas?

    Sind ja noch nichtmal alle Umweltferkeleien der Bangladeshi selbst aufgezählt worden?

    MfG

    Karl Müller

  4. Auch hierzulande werden Flussauen als Baugebiete ausgewiesen
    und auf das böse Klima geschimpft,wenn das Wasser im Wohn-
    zimmer steht.Bangla Desh wird nicht überschwemmt sondern
    geht geologisch bedingt unter.Das hat mit CO2 nun überhaupt
    nichts zu tun.Auffällig ist auch in diesem Bericht das
    Referieren von "Konjunktiv-Wissenschaftlern", die ihre
    Erkenntnisse "möglicherweise", "wenn",für sicher halten
    "könnten".Ein Stilelement, das der Rubrik "Wissen" nicht
    besonders gut steht.

    • Jotef
    • 25.01.2011 um 21:05 Uhr

    Seite 4 behauptet, es gäbe keine Alternativen. Mein 'angewandter Kierkegaard' lautet "Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, aber man muss es vorwärts leben."

    In Bezug auf globale Klimafolgen erlaubt mir der Rückgriff auf unsere mythologische Vergangenheit die Sintflut in Erinnerung zu bringen. Allerdings nicht, um erneut eine Arche zu bauen. Statt dessen bemühe ich diverse Völkerwanderungen, bis hin zur Besiedlung von Australien und Amerika.

    Steigende Meeresspiegel sind nicht das einzige Menetekel. Und schon gar nicht beschränkt sich das Fiasko auf Bangladesh. Alle Küstenbewohner sind betroffen. Nebenbei wachsen die Wüsten. Es sei denn, man schafft sie ab. Das ist zweifelsfrei finanzierbar und technisch machbar.

    Methodische Einzelheiten hat das Bundespresseamt online gestellt, indem es insgesamt vier Schreiben von mir veröffentlichte, die ich zu diesem Zwecke an die Kanzlerin schrieb. Profilphoto anklicken bei
    http://direktzu.de/kanzle...

    Vorwärts leben heißt also, Wüsten begrünen, herrichten und aufnahmefähig zu machen für Abermillionen von a) Wasserflüchtlingen und b) sonstigen armen Schluckern, die z.Z. mit hohem Aufwand von Europa und von den USA ferngehalten werden.

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