Missbrauch Alkohol muss teurer werden
Um Jugendliche vom Trinken abzuhalten, reicht Aufklärung nicht aus.
© Jim Dyson/Getty Images

Immer wieder betrinken sich Kinder und junge Erwachsene bis zur Besinnungslosigkeit – hier trinkt ein Jugendlicher bei einem Musikfestival in England aus einem Stiefel
Zitternd lag er auf dem Fußweg und erbrach sich, als Passanten ihn fanden. Mehr als zwei Promille Alkohol fanden die Ärzte im Blut des Jungen, der vor Kurzem mit einer lebensgefährlichen Alkoholvergiftung in eine Berliner Klinik eingeliefert wurde. Er war erst sieben Jahre alt. Ein Extremfall, sagt die Polizei. Aber kein Einzelfall.
Das sogenannte Binge Drinking unter Kindern und Jugendlichen ist ein gefährlicher Trend. Noch nie mussten so viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene deshalb behandelt werden: 25.700 Zehn- bis Zwanzigjährige kamen 2008 nach neusten Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Deutschland mit akuter Alkoholvergiftung ins Krankenhaus.
Auch die Trinkgewohnheiten vieler Erwachsener sind bedenklich: 1,3 Millionen Deutsche gelten als alkoholabhängig, fast zehn Millionen trinken im Übermaß. 73.000 Todesopfer fordert der Alkohol hierzulande jedes Jahr. In Europa ist er nach Nikotinsucht und Bluthochdruck der drittstärkste Risikofaktor für Krankheit und Tod.
Endlich ruft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt zum systematischen Kampf gegen Alkoholmissbrauch auf. Sie plant eine globale Strategie und appelliert an die Regierungen, entschlossener zu handeln.
Welches die effektivsten Mittel sind, haben Wissenschaftler kürzlich im Fachmagazin The Lancet beschrieben. Eine höhere Alkoholsteuer etwa senkt den Konsum deutlich, vor allem bei Jugendlichen und harten Trinkern, das haben zahlreiche Studien gezeigt. In Deutschland gelten jedoch im europäischen Vergleich besonders niedrige Steuersätze, sie haben sich – mit Ausnahme der Steuer auf Alkopops – seit 27 Jahren nicht verändert. Wein ist von der Steuer sogar ausgenommen.
- Datum 16.12.2009 - 11:28 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT Wissen 01/2010
- Kommentare 100
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




..und den kommenden Generationen geht es immer schlechter, was die Vorherige nicht nachvollziehen kann. Probleme, mit denen man alleine ist. Gewalt und Ohnmacht sind 2 Arten von Ausbrüche.
Verbot, teurer, 7-jährige Kampftrinker-sensationslüsterei....-alles oberflächliche Maßnahmen.
Woran kann sich ein junger verzweifelter Mensch festhalten??? Ah ja, an Verbote.
In Deutschland ist die Seele tot, es gibt keine mehr oder besser gesagt, fast keine. Das Geld tötet die Seele, macht man alles immer nur teurer, dann stirbt die Seele immer mehr.
Nur die Liebe kann da helfen.
tschüß
In Deutschland ist die Seele tot, es gibt keine mehr oder besser gesagt, fast keine. Das Geld tötet die Seele, macht man alles immer nur teurer, dann stirbt die Seele immer mehr.
Nur die Liebe kann da helfen.
tschüß
Sehr geehrte Frau Wüstenhagen,
ich habe mal zwei Jahre lang in Irland gelebt. Dort kostet ein Sixpack Aldi-Pils dreimal soviel wie hier. Ich habe nun keine statistischen Erhebungen gemacht, aber mein Eindruck war nicht, dass dort weniger getrunken wird. Der Effekt auf junge Leute ist der, dass man aus Kostengründen schon sternhagelvoll ist, bevor man ausgeht.
Könnte es vielleicht sein, dass Binge-Drinking unter Jugendlichen (wenn das Phänomen denn so neu ist) ein Symptom gesellschaftlicher Probleme ist, die durch höhere Steuern nicht gelöst werden?
Aufklärungskampagnen für Jugendliche mögen ja noch angehen, aber was und wie viel ein Erwachsener trinkt ist sein Bier. Ich kann das Gerede von den "gesellschaftlichen Kosten" nicht mehr hören: es ist jedermanns gutes Recht sich selbst zu schädigen- das ist in Saudi Arabien anders. Die Frage ist allerdings, ob solche Kampagnen viel bringen.
http://www.guardian.co.uk...
Ich denke weniger Heuchelei den Kindern gegenüber wäre gut. Und was spricht dagegen, bei einem Gläschen Wein zum Sonntagsbraten mit den Eltern vernünftigen und genussvollen Umgang mit Alkohol zu lernen?
Das berühmte "Gläschen". Hier und da ein "Schlückchen". Das würde sich doch auch durch eine höhere Steuer und den Verbot von Werbung nicht ändern!
In diesem Artikel geht es doch um Alkoholmissbrauch!
Ich gebe Ihnen ja recht, die Gesellschaft trägt einen wesentlichen Teil dazu bei, dass sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Perspektivlosigkeit betrinken.
Komisch nur, dass auch der Nichtraucherschutz, der im europ. Vergleich sehr spät verbessert wurde, seine Wirkung entfalten hat, was den Tabakkonsum angeht.
Ich jedenfalls würde es begrüßen, wenn Trinken richtig teuer wird. Dann würden endlich einige sehen, dass es ein Alkoholproblem in Deutschland gibt.
Fragt sich, ob die Betroffenen das auch einsehen möchten.
Ich befinde mich gegenwärtig noch in Nordirland, wo die Alkoholpreise ebenfalls enorm sind. Hier stellt sich die Lage genauso wie von ihnen beschrieben dar. Ich lebe hier in einem Studentenwohnheim, genau wie in DEutschland, aber ein derart exobitanter Alkoholkonsum ist mir in meiner Zeit noch nicht untergekommen. Aber es wie immer leicht die Reaktion des braven deutschen Michels vorherzusehen: "Sowas hätts damals nicht gegeben" begleitet mit einem Kopfschütteln. ICh stimme den Leuten hier vollkommen zu, die einen anderen Lösungsansatz als die Preiserhöhung bei Alkohol befürworten. ICh selber stamme aus einem relativ ländlichen Städtchen und ich denke ich kann zumindest einen kleinen Punkt beisteuern. In Zeiten wo Geld für die Rettung von Banken da ist, wird ja konstant die Finanzierung von Jugendzentren etc. zurückgefahren. Meine Erfahrung demnach war, dass in meinem Ort es kaum eine Andere Möglichkeit gab, als sich bei Freunden in den Keller zu setzen, Gitarre zu spielen, Filme zu gucken und zu "feiern"/trinken. Es gab schlichtweg kaum anderen Möglichkeiten etwas zu unternehmen. Wenn man kein Geld in die Jugend investiert braucht man sich nicht zu wundern, wenn sie sich nicht so entwickelt wie Hans und Else das gerne hätten.
Ich möchte des weiteren hier nochmal kurz das Thema des gestiegenden Leistungsdrucks(sei es in der Schule oder im Studium) anschneiden, dass defintiv in diesem Extrem nie vorher existiert hat(man sehe die Diskussionen über Depression etc.)
mfg
Thurse
Man kann keinen Umgang mit Alkohol lernen! Entweder du trinkst oder du trinkst nicht.
Es ist wie bei der Grippe, wenn es dich erwischt, dann bist du dran und da gibt es nichts als 0 Promille.
tschüß
Das berühmte "Gläschen". Hier und da ein "Schlückchen". Das würde sich doch auch durch eine höhere Steuer und den Verbot von Werbung nicht ändern!
In diesem Artikel geht es doch um Alkoholmissbrauch!
Ich gebe Ihnen ja recht, die Gesellschaft trägt einen wesentlichen Teil dazu bei, dass sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Perspektivlosigkeit betrinken.
Komisch nur, dass auch der Nichtraucherschutz, der im europ. Vergleich sehr spät verbessert wurde, seine Wirkung entfalten hat, was den Tabakkonsum angeht.
Ich jedenfalls würde es begrüßen, wenn Trinken richtig teuer wird. Dann würden endlich einige sehen, dass es ein Alkoholproblem in Deutschland gibt.
Fragt sich, ob die Betroffenen das auch einsehen möchten.
Ich befinde mich gegenwärtig noch in Nordirland, wo die Alkoholpreise ebenfalls enorm sind. Hier stellt sich die Lage genauso wie von ihnen beschrieben dar. Ich lebe hier in einem Studentenwohnheim, genau wie in DEutschland, aber ein derart exobitanter Alkoholkonsum ist mir in meiner Zeit noch nicht untergekommen. Aber es wie immer leicht die Reaktion des braven deutschen Michels vorherzusehen: "Sowas hätts damals nicht gegeben" begleitet mit einem Kopfschütteln. ICh stimme den Leuten hier vollkommen zu, die einen anderen Lösungsansatz als die Preiserhöhung bei Alkohol befürworten. ICh selber stamme aus einem relativ ländlichen Städtchen und ich denke ich kann zumindest einen kleinen Punkt beisteuern. In Zeiten wo Geld für die Rettung von Banken da ist, wird ja konstant die Finanzierung von Jugendzentren etc. zurückgefahren. Meine Erfahrung demnach war, dass in meinem Ort es kaum eine Andere Möglichkeit gab, als sich bei Freunden in den Keller zu setzen, Gitarre zu spielen, Filme zu gucken und zu "feiern"/trinken. Es gab schlichtweg kaum anderen Möglichkeiten etwas zu unternehmen. Wenn man kein Geld in die Jugend investiert braucht man sich nicht zu wundern, wenn sie sich nicht so entwickelt wie Hans und Else das gerne hätten.
Ich möchte des weiteren hier nochmal kurz das Thema des gestiegenden Leistungsdrucks(sei es in der Schule oder im Studium) anschneiden, dass defintiv in diesem Extrem nie vorher existiert hat(man sehe die Diskussionen über Depression etc.)
mfg
Thurse
Man kann keinen Umgang mit Alkohol lernen! Entweder du trinkst oder du trinkst nicht.
Es ist wie bei der Grippe, wenn es dich erwischt, dann bist du dran und da gibt es nichts als 0 Promille.
tschüß
Sind das die Lösungsansätze für unsere Probleme?
Schlichte Gemüter brauchen schlichte Antworten, und die INSM setzt da Massstäbe!
Schlichte Gemüter brauchen schlichte Antworten, und die INSM setzt da Massstäbe!
Ein selten dämlicher Artikel! Sorry!
Platitüden, längst Widerlegtes und tatsächlich unbewiesene Behauptungen und Ideen aus der Mottenkiste!
Zeit, das war voll daneben (oder hat da Frau Bätzing noch vorgesagt?)
Alkohol muss teuer werden?
Ist das die einzige Antwort auf die Probleme? Offensichtlich gibt es Erziehungsprobleme, man kann sich dem natürlich billig entziehen, in dem man an der Preisschraube dreht.
Doch hat das noch nie ein Problem beseitigt, nur zugedeckt.
Denn wer allen Ernstes glaubt, das Jugendliche keine Ausweichmöglichkeiten finden, der hat sich wohl noch nie wirklich mit solchen Problemen auseinandergesetzt.
H.
Strafen? Preiserhöhungen? Appelle? Ermahnungen? - wie auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen sind dies doch nur zwecklose Strategien, die nicht an der Wurzel des "Übels" ansetzen! Wann fangen wir an, diese Phänomene als das zu verstehen, was sie sind: Ein Hilferuf nach Sinn, nach Zeit, nach menschlicher Wärme, Anerkennnung, usw.! Letztlich ist das, was wir da zunehmend erleben m. E. nur der verzweifelte Ausdruck einer Gesellschaft, die immer mehr auf Wachstum, auf Konkurrenz, auf Äußerlichkeiten, usw. legt, als jungen Menschen einen Weg zu zeigen, der tatsächlich erfüllend ist. Der auf "innere Werte" setzt und selbstbewußte, produktiv-kreative Menschen fördert! Je länger wir warten, uns dieser - zugegeben anstrengenderen -Herausforderung zu stellen, als nur mit Strafen oder abschreckenden Beispielen in "Scripted Reality Shows" zu reagieren, desto mehr wird dieses Phänomen eskalieren. Und dann fällt uns am Ende wieder nichts besseres ein, als das erschreckt zur Kenntnis zu nehmen, und dann mit Pharmazie (vgl. Ritalin beim sogen. ADHS), Strafe, usw. zu reagieren.
Armes Deutschland!
Es scheint so zu sein, daß ein großer Teil unserer Gesellschaft mangels Eigeninitiative keinen Sinn im Leben als solchem findet, und die öffentliche Beeinflussung geht hauptsächlich in Richtung Konsum.
Das ist kein Wunder, sondern liegt daran, daß wir kein Wirtschaftssystem haben, das ohne Konsumverherrlichung auskommt. Wachstum muß sein, und wenn es mal nicht wächst oder mal nicht so stark wie erhofft, wird in Medien gleich von "Krise" gesprochen.
Andererseits schließt man immer mehr Menschen vom Erwerbsleben aus, indem Arbeitspätze wegrationiert werden, und das in anderen Gesellschaften und bei noch bis vor kurzem übliche Ventil "Schwarzarbeit" gibt es nicht mehr, da diese ja als etwas sehr Schädliches verfolgt wird. Dabei ist nicht erwiesen, daß diese schädlich ist, und es wird außer Deutschland auch keine Volkswirtschaft geben, die glaubt, ohne Schwarzarbeit auszukommen. Es ist ja auch prompt die Binnennachfrage weggebrochen, nachdem Rot-Grün die Restriktionen beschlosen haben.
Von Bildung werden viele durch Aussortierung ausgeschlossen, damit entfällt die Kreativität, die spezifisch durch mehr Bildung möglich wäre. Eine Ideologie des Lebens gibt es nicht, stattdessen Ersatzbefriedigungen wie Alkohol, Drogen, Konsum und Autorasen.
Die Welt der Erwachsenen taugt nur begrenzt als besseres Vorbild, da dort ja ebenso fleißig getrunken wird. Wer nicht mitmacht, hat es schwer, Freunde zu finden. Man sei "ungesellig", heißt es dann.
Beim Lesen solcher Kommentare überfällt mich immer Weltschmerz der nach Single-Malt schreit. Gesoffen wurde schon, bevor es "das System" gab. Das was Sie anstreben, scheint mir im Vergleich zum System ein wenig spassfeindlich und puritanisch. Es ist einfach so: den meisten Menschen macht es Spass, mal einen zu heben, mal die Sau rauszulassen. Auch wenn Sie den kritischen Durchblick haben, hören Sie doch bitte auf, anderen ins Bier zu spucken.
Beim Lesen solcher Kommentare überfällt mich immer Weltschmerz der nach Single-Malt schreit. Gesoffen wurde schon, bevor es "das System" gab. Das was Sie anstreben, scheint mir im Vergleich zum System ein wenig spassfeindlich und puritanisch. Es ist einfach so: den meisten Menschen macht es Spass, mal einen zu heben, mal die Sau rauszulassen. Auch wenn Sie den kritischen Durchblick haben, hören Sie doch bitte auf, anderen ins Bier zu spucken.
Die Summe der Laster bleibt immer konstant! Mir ist es lieber der ein oder anderer ist ständig besoffen und ruhig gestellt als das er mit einer Knarre rumläuft um seinen Frust abzureagieren.
Der George W. Bush war ja mal einer von uns!
Hat gesoffen wie ein Loch und hat den Wehrdienst geschwänzt:-)))
Hätte der mal weitergesoffen.
Der George W. Bush war ja mal einer von uns!
Hat gesoffen wie ein Loch und hat den Wehrdienst geschwänzt:-)))
Hätte der mal weitergesoffen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren