Tiere im Polizeieinsatz Flugstaffel Walsrode

Bisher setzt die Polizei Spürhunde ein, um Leichen zu finden. Doch wenn die Zeit drängt, geraten Hunde schnell an ihre Grenzen. Ein Tierfilm brachte einen Kriminalbeamten auf eine ausgefallene Idee: Geier könnten den Job besser machen.

Der Truthahngeier soll als Spürnase für die Polizei arbeiten. Er zählt zu den Neuweltgeiern, die in Amerika von Alaska bis Chile vorkommen. Ihre Verwandten, die Altweltgeier, kommen ausschließlich in Afrika vor

Trotz des Regens sind die Bänke an der Bühne fast voll besetzt. Eine Schulklasse ist in den Vogelpark Walsrode gekommen, und ein paar Familien mit Kindern sind da. Gespannt starren sie alle auf einen großen Baum. Dann plötzlich schießt ein schwarz gefiederter Vogel unter den tief hängenden Ästen hervor, segelt ein Stück über den Rasen und landet elegant auf dem Unterarm seines Trainers German Alonso.

Der Truthahngeier Sherlock ist bereit für seine Mission: Er soll ein Leichentuch aufspüren, das Alonso kurz zuvor in einem Rasenloch versteckt hat. Sherlock springt auf den Rasen und schreitet auf und ab. Nur wenige Augenblicke später zupft er mit seinem Schnabel die Beute hervor. Auftrag ausgeführt.

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Das Leichentuch hat eine Medizinische Hochschule geliefert, die nicht genannt werden will. Zu makaber könnte das Spektakel wirken, wenn man nicht den tieferen Sinn kennt: Alonso soll seinem Geier beibringen, Leichen aufzuspüren. Der Auftrag dazu kam vor drei Jahren von höchster Stelle, von Rainer Herrmann, Erster Kriminalhauptkommissar bei der niedersächsischen Polizei.

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Bisher helfen speziell ausgebildete Spürhunde bei der Leichensuche. Hunde verfügen über 300 Millionen Riechzellen in der Nase, denen auch viele Jahre alte Spuren nicht entgehen. Das Problem ist: Nur mit geschlossener Schnauze können Hunde alle Duftspuren orten, nach fünfzehn Minuten Einsatz brauchen sie eine Pause. Ein Leichenspürhund kann deshalb nur maximal 100 Quadratmeter am Tag absuchen. Wird er auf unwegsamem Terrain eingesetzt, schafft er sogar noch weniger. »Geier können dagegen viele Quadratkilometer überfliegen«, sagt Rainer Herrmann. »Sie könnten die Polizeiarbeit viel effizienter machen.«

Die Idee, Geier abzurichten, hat Herrmann von einem Kollegen, der vor vier Jahren im Fernsehen die BBC-Serie Das Leben der Vögel sah. In einer Szene verscharrt der britische Tierfilmer Sir David Attenborough ein Stück verwestes Fleisch unter trockenem Laub und legt sich mit einem Fernglas auf die Lauer. Nur wenig später kreisen zwei Truthahngeier am Himmel und landen schließlich zielsicher, wo Attenborough den Köder versteckt hat. Die Vögel haben den Verwesungsgeruch durch das dichte Blätterdach des Waldes hindurch wahrgenommen. Kurz nachdem Herrmann von dieser außerordentlichen Fähigkeit der südamerikanischen Geier gehört hatte, wandte er sich an German Alonso.

Leser-Kommentare
  1. Tiere werden gegessen, geötet, gefoltert, ausgebeutet, verbrannt, gekeult und vieles weiter. Ach die Polizei lässt es sich nicht nehmen stresgeplagte Hunde in gefährliche Einsätze zu schicken. ich drufte mir solche Hunde bei der Bildungsdemo in Bonn ansehene, die von den 5000 Demonstranten mehr als nervös waren. Polizeihunde sterben beim aufspüren von Bomben, werden im ernstfall von kriminellen erschossen, getreten und geschlagen. Nun sollen auch wilde Tiere wie Geier abgerichtet um gegen ihrer Natur dressiert zu werden.
    Angesichts der Tatsache dass wir jeden tag millionen Tiere töten um sie zu fressen und der tatsache, dass wir Versuchstiere mit giftigen chemikalien bestreichen, ertrinken lassen und verbennen, wundert mich das wenig.

    Nun, und zum Fest der Barmherzigkeit dürfen sich die lieben Deutschen, das Wurstvolk, weitere Leichenteile in sich hineinwerfen. Frohe Weihnachten!

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    ihnen auch ein frohes Fest!

    ihnen auch ein frohes Fest!

  2. ihnen auch ein frohes Fest!

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  • Schlagworte Polizei | Vogel | Umwelt | Nutztier
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