"Wasser und Seife, richtig angewendet, sind billiger, wirksamer und hautschonender!"
Etwas erfolgreicher waren sowohl bei Männern als auch bei Frauen Botschaften, die den Eindruck erweckten, dass sie beobachtet würden: »Wäscht sich die Person neben Ihnen mit Seife?«, als Aufkleber an einem Spiegel platziert, steigerte den Anteil der Seifennutzer um zwölf Prozent bei den Männern und elf Prozent bei den Frauen. Das Ergebnis bestätigt zahlreiche Experimente aus der Sozialpsychologie: Allein der Hinweis auf soziale Kontrolle kann erstaunliche Verhaltensänderungen bewirken. Experimente zeigen zum Beispiel, dass Menschen freiwillig mehr Geld in eine Kaffeekasse zahlen, wenn Fotos menschlicher Augen daneben aufgehängt werden.
Was spräche also, im Namen des Allgemeinwohls, gegen Augen-Aufkleber in öffentlichen Toiletten? Oder Kamera-Attrappen, die den Eindruck erwecken, Schmutzfinken würden bei der unterlassenen Hygieneleistung auch noch gefilmt?
Für RKI und BZgA sind solche Maßnahmen derzeit kein Thema. Ein kollektiver Waschzwang ist nicht das Ziel der Gesundheitswächter. Ohnehin hängt es stark von den Lebensumständen ab, wie oft man sich die Hände waschen sollte. »Wer den ganzen Tag zu Hause bleibt, muss nicht ständig waschen«, sagt Maidhof, die Einhaltung des alten Kinderreims reiche dann völlig. Wer dagegen viel unterwegs ist, vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln, sollte immer wieder zwischendurch Wasser und Seife an seine Hände lassen. »Ich selbst gehe, wenn ich am Arbeitsplatz ankomme, als Erstes zum Händewaschen«, bekennt Maidhof.
Desinfektionsgels und feuchte Reinigungstücher, die neuerdings in vielen Apotheken, Drogeriemärkten und Kiosken ganz vorn im Regal liegen, hält der Seuchenbekämpfer allerdings nur für bedingt geeignet: »Diese Dinge sind besser als nichts. Aber Wasser und Seife, richtig angewendet, sind billiger, wirksamer und hautschonender!«
Dann also los. Die Operation »Saubere Hände« erfordert sechs Schritte. Erstens: Handflächen gegeneinanderreiben. Zweitens: Mit ineinandergespreizten Fingern die Flächen zwischen den Fingern säubern. Drittens: Die Handrücken mit dem Handballen der anderen Hand abseifen. Viertens, ganz wichtig, die Fingerkuppen: Man schubbert sie im Handballen der jeweils anderen Hand auf und ab. Fünftens der Daumen: Er erhält eine Extrabehandlung in der gegenüberliegenden Handinnenfläche. Und schließlich, sechstens, die Handgelenke. Und das alles, unbedingt, mit reichlich Seife. Ohne den physikalischen Reinigungseffekt des Schaums nämlich, sagt Maidhof, »bringt’s nicht viel«.
- Datum 19.01.2010 - 09:40 Uhr
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- Quelle ZEIT Wissen 1/2010
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Da wird doch glatt wieder die Halbwahrheit erzählt "Nach dem Klo und vor dem Essen Händewaschen nicht vergessen!"
Die Hauptinfektionsgefahr wird beseitigt wenn man sich VOR DEM KLO die Hände wäscht.
Wenn man sich NACH dem Klo die Hände wäscht fasst man mit seinen Bakterienhänden den Wasserhahn an und breitet damit die Krankheiten aus.
Ich wasche mir nicht mehr die Hände nach dem Klo.
Und ernste Studie und ein bisschen denken, beweisen, dass ich richtig bin.
Die Teile meines Körpers, die ich fasse, als ich im Klo bin, sind einfach nicht schmutzig.
Sowieso, nicht mehr als das Haut meiner Kopf, weniger als den Wasserhahn oder die Türe des Klos...
Und übrigens, "Sex" ist auch nicht schmutzig...
So ein wichtiger Artikel und es kommentieren nur zwei ausgemachte Schmutzfinken!
An den Amaturen überleben Keime in der Regel nicht lange, denn die sind aus Metall! Zweitens, am Körper sind immer Bakterien und Viren, das hat nichts mit sichtbarem Schmutz zu tun. Drittens, verlangen Sie so konsequent auch vom Chirurgen, dass er sich doch bitte erst nach der OP an ihnen die Hände wäscht? Oder vom Zahnarzt?
Unglaublich! Auch wenn Sie beide offenbar eine Seifenphobie haben und Hygiene so überhaupt nicht ihres ist-Händewaschen tut nun wirklich nicht weh und geht ratzfatz! Seife kostet pro Spender 40 Cent, und dazu noch in allen möglichen Duftnoten, sogar ganz ohne Duft!
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