Videospiel Der ewige Klempner
Schon mehr als 200 Abenteuer musste Nintendos Spielfigur Mario bestehen – jetzt hat er eine neue Mission. Der Erfinder und Spieleguru Shigeru Miyamoto erklärt, wie es mit dem kleinen Handwerker und der Videospielindustrie weitergeht
© Yoshikazu Tsuno/AFP/Getty Images

Shigeru Miyamoto, Nintendos produktivster Gameserfinder. Hier spielt er Violine auf der Wii
ZEIT Wissen: Herr Miyamoto, vor fast 30 Jahren haben Sie den Klempner Mario erfunden, nun taucht er schon wieder in einem Spiel auf. Kommt Mario nicht langsam in die Jahre?
Shigeru Miyamoto: Als Mario geboren wurde, war Micky Maus bereits 50. Ich glaube, dass Mario noch ein langes Leben vor sich hat, die Leute lieben ihn. Er wird sich aber weiterentwickeln und an neue Trends wie etwa Bildschirmtechniken anpassen müssen.
ZEIT Wissen: Was unterscheidet denn das neue Spiel »New Super Mario Bros. Wii« von all den Vorgängern?
Miyamoto: Ein wichtiges Ziel für uns Spieleentwickler ist es heute, Titel zu erfinden, die für Anfänger und erfahrene Spieler zugleich interessant sind – das ist uns nun gelungen. Zum Beispiel können jetzt nicht nur vier Personen miteinander spielen, sie können sich auch an schwierigen Stellen gegenseitig helfen. Anfänger finden so schneller ins Spiel, und Profis stehen vor neuen Herausforderungen. Eine zweite Neuerung ist, dass ein Superguide allen weiterhilft, die achtmal an einer Stelle scheitern. So sind Neulinge nicht mehr so schnell frustriert.
ZEIT Wissen: Genügt das, um ein breiteres Publikum zu begeistern?
Miyamoto: Ich bin überzeugt, dass im Prinzip alle Menschen Spaß an unseren Videospielen hätten, sie müssen sie nur ausprobieren. Noch nie waren die Einstiegshürden so niedrig: Früher gab es komplexe Joysticks mit vielen Knöpfen. Die Steuerung unserer Wii ist heute so simpel, dass man nur noch seinen Körper bewegen muss.
ZEIT Wissen: Das hat die Wii zum Überraschungserfolg gemacht. Jetzt entwickeln Konkurrenten wie etwa Microsoft mit seinem Projekt Natal auch Körpersteuerungen für ihre Konsolen. Was ist von Nintendo Neues zu erwarten?
Miyamoto: Dass andere uns nachahmen, ist natürlich eine schöne Bestätigung. Es genügt aber nicht, nur die Hardware zu verbessern, auch die Spielemacher müssen umdenken. Menschen lieben es, Dinge auszuprobieren. Daher wollen wir unsere Spiele noch interaktiver machen und mehr Raum für Kreativität bieten. Interessant finde ich zum Beispiel, dass Menschen beim Spielen verschiedene Gesichter machen. Aber mehr kann ich noch nicht verraten.
ZEIT Wissen: Überlegt Nintendo auch, seine Konsole zum Online-Mediacenter zu machen und etwa Videos anzubieten?
Miyamoto: So einen Dienst haben wir in Japan gestartet, und ich will nicht ausschließen, dass wir noch mehr Unterhaltung bieten werden. Unsere Energie werden wir aber vor allem darauf verwenden, was wir besonders gut können – interaktive Spiele und Dienste erfinden. Die werden wir sicher auch über das Netz anbieten.
- Datum 12.01.2010 - 07:36 Uhr
- Quelle ZEIT Wissen 1/2010
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Es ist schade, dass nur so wenig des Interviewmaterials hier abgedruckt wurde. Nun weiß ich nicht, welche Fragen der Interviewer gestellt hat, doch zeigen andere Gespräche mit Miyamoto, dass er auch und vor allemm dann ein interessanter Gesprächspartner ist, wenn es um die theoretische Entwicklung der Industrie geht. Miyamoto hat immer wieder gezeigt, dass seine Prognossen und Denkanstöße voll ins Schwarze treffen. Auch selbstkritische Aussagen zu seinen Spielen, sind immer wieder sehr aufschlussreich.
vielleicht ja beim nächsten Mal
... geht überhaupt nicht. Als Zocker alter Schule kann ich da nur den Kopf schütteln. Wo ist der Sinn, wenn schlicht der größte Teil der Herausforderung genommen wird? Das bestätigt meine Erfahrung, das die Wii größtenteils den Markt für Gelegenheitsspieler oder Neueinsteiger abdeckt, die anderen verlieren schnell den Spaß daran.
Man denke mal Wizardry 7, Turrican oder PP Hammer Zeiten - da war es wirklich noch schwer :-)
Auf der E3 hat sich gezeigt, dass Miyamoto sein Handwerk immer noch versteht. Das neue Zelda sieht doch super aus und die Ideen, die dort wieder hineingepackt wurden suchen sowieso Ihresgleichen. Was ich aber nicht verstehen kann ist, warum Miyamoto gleichzeitig auch an solchen Nicht Spielen wir Nintendogs arbeitet, oder arbeiten muss. Man soll bei Nintendo lieber die Kräfte dieses Genies auf die Core Titel bündeln, so dass man vielleicht auch den ein oder anderen "echten" Gamer zur Wii locken kann.
Gruß
Stephan
www.spielerelease.de
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