Es ist unter Herausgebern und Lexikon-Autoren mittlerweile eine Art Brauch. In den prominenten und bekanntesten sowie seriösesten Nachschlagewerken stehen zahlreiche U-Boote: Scherzeinträge, die komplett erfunden sind. Eine kleine Auswahl der besten Lexikonlügen finden Sie hier – mit Stellungnahmen der Autoren:

Stein|laus: (engl.) stone louse; syn. Petrophaga lorioti; kleinstes einheim. Nagetier aus der Fam. der Lapivora (…) Übertragung: durch Nahrungsaufnahme, Speichel (sog. stone louse kissing disease nach ICD-10), Einatmen von Steinstäuben; Sympt. bei St.-Befall: Euphorie* mit typ. Mimik (Kontraktion des Musculus* risorius u. Musculus* orbicularis oculi) (…) Klin. Bedeutung: (…) Lausotoxin-Injektion in Gesichtsmuskeln (begünstigt Entstehung von Lachfalten) (…) Pschyrembel, S. 1826, 261. Aufl. Berlin 2007

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»Die Herausgeber waren in einer Bierlaune«, erinnert sich Martina Bach, leitende Redakteurin im Verlag Walter de Gruyter. Und so gelangte die vom Humoristen Loriot erfundene Steinlaus im Jahr 1983 in die 255. Auflage des angesehenen Medizinlexikons »Pschyrembel«. Von Ausgabe zu Ausgabe wird der Eintrag seither aktualisiert. So soll die Steinlaus mittlerweile sogar gegen Feinstaub helfen. Der »Pschyrembel Psychiatrie« warnt hingegen seit Kurzem vor einer Steinlaus- Phobie. Der Scherzartikel wurde zum Vorbild für andere Lexikon-Redaktionen.