Einzigartige Erfindungen 15 Ideen, die unser Leben verändern
Seite 9/16:

Die Anti-Sucht-Spritze

Die Anti-Sucht-Spritze

Wenn es um das Thema Rauchen geht, sollte man zunächst einmal ein paar Zahlen nennen: 7, 40, 4000, 500 Millionen. Genauer: Alle 7 Sekunden stirbt ein Mensch an den Folgen des Rauchens, Tabakrauch verursacht mehr als 40 Krankheiten, Raucher sind über 4000 giftigen Substanzen ausgesetzt. Und bis zu 500 Millionen Dollar würde der Pharmariese GlaxoSmithKline ausgeben, um eine Kur auf den Markt zu bringen: die Impfung gegen Nikotinsucht.

Einen aussichtsreichen Impfstoff hat die Firma Nabi entwickelt. Erweist er sich als erfolgreich, will Glaxo mit einsteigen. NicVAX heißt das Mittel. Es wird gespritzt und regt das Immunsystem an, Antikörper gegen Nikotin zu bilden. Gelangt Nikotin durch den Zigarettenrauch über die Lunge ins Blut, fangen es die Antikörper ab und machen es wirkungslos - so der Plan. Das muss blitzschnell passieren, denn das Nikotin ist sonst innerhalb von Sekunden im Gehirn angelangt. Dort dockt es an bestimmte Rezeptoren des Belohnungssystems an und löst so, vermittelt über den Botenstoff Dopamin, das erhoffte angenehme Gefühl aus - bis zur Sucht ist es dann nicht mehr weit.

Anzeige

Geschieht das über einen längeren Zeitraum, übernimmt das Nikotin geradezu die Herrschaft über das Belohnungssystem im Gehirn, es verändert sogar die Struktur der Nervenfortsätze. Deswegen ist die Zigarettensucht so tief verankert, kommen Raucher so schwer davon los. Nur drei Prozent schaffen es ohne Hilfsmittel, mindestens ein Jahr lang nicht zu rauchen. Die Abstinenzlerquote lässt sich mit der Kombination von Nikotinersatzpräparaten wie Pflastern und Lutschtabletten auf bis zu 40 Prozent steigern. Die neuen Impfstoffe sollen diese Quote weiter verbessern.

Das Wirkprinzip der Anti-Nikotinsucht-Impfungen ließe sich auch im Kampf gegen andere Drogenabhängigkeiten einsetzen. Entsprechende Antikörper könnten eines Tages auch die angenehme Wirkung von Alkohol, Kokain oder Heroin verhindern und somit einer Abhängigkeit vorbeugen. Jan Schweitzer

Leser-Kommentare
    • tsu
    • 07.04.2010 um 11:52 Uhr

    bitte bitte ändern, bevor es noch jemand sieht - sie tut den augen weh, so weh.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    Redaktion

    ist geändert.

    Redaktion

    ist geändert.

  1. Redaktion

    ist geändert.

  2. Ich fand die 15 Themen exzellent recherchiert und gewählt.

    Was oft bei diesem Artikeln fehlt ist eine (quantitiative) Bwertung der Trends zueinander und auch ein Vergleich zu nicht genannten Themen.

    Ein Anfang dazu für DIESE 15 Themen ist auf http://www.mqs.at/index_f...
    zu finden.

  3. Sehr interessante Erfindungen, gewiss, aber ob wir, die wir jetzt leben, das alles tatsächlich erleben werden. (Ganz abgesehen davon, ob wir manches davon überhaupt erleben WOLLEN!)

    Amüsiert hat mich allerdings Seite 7, das "Sonnenfeuer auf Erden". 2019, in weniger als 10 Jahren, soll es also experimentell funktionieren. Schön. Allerdings: die Kernfusionsforschung gibt es bereits seit den 1960er Jahren, also seit fast 50 Jahren. Jahr für Jahr werden dafür Milliarden Dollar weltweit ausgegeben. Und seit fast 50 Jahren wird von den Fachleuten der Durchbruch in spätestens 10 Jahren versprochen. Glaubwürdiger wurde es dadurch nicht.

    • Akanda
    • 07.07.2010 um 1:43 Uhr

    Dieser Aussteller zeigte ein System, mit dem man die Bewegung der Augen des Betrachters erfassen kann und dementsprechend Computerprogramme reagieren lassen kann.

    http://www.tobii.com/corp...

    Beispiele: beim Lesen eines Textes registriert das Programm, wann der Leser am unteren Bildrand angekommen ist und justiert entsprechend die Textdarstellung.

    Das Programm kann zwischen Mann und Frau unterscheiden und dem entsprechend die Werbebotschaft anpassen. Es besteht auch die Möglichkeit, die auf einem Bilddetail verwendete Zeit zu erfassen und dadurch auf das Interesse des Betrachters zu schliessen.

    --------------

    Dieser Aussteller hat ein EEG-Interface entwickelt, mit dem man allein durch Denken Wörter und Sätze in das System buchstabieren kann:

    http://intendix.com/

    • Akanda
    • 07.07.2010 um 2:05 Uhr

    ... allerdings nicht als von aussen zugeführte Substanz, sondern als Knowhow, mit dem Nervensystem auf gesunde Art und Weise Endorphine zu produzieren:

    http://www.tm.org/benefit...

    Die Technik der Transzendentalen Meditation (Meditation.de) hat sich bei selbst schweren Suchterkrankungen als (oft einzig) wirksames Mittel erwiesen.

  4. oder die Gefügigpille? Wo ist die Grenze?

  5. Kleiner Irrtum, Frau Schramm:

    Die Kernfusion nach gegenwärtigem Ablaufplan erzeugt insgesamt sogar mehr radioaktiven Müll, allerdings - zugegebenermaßen - der allergrößte Teil eher schwach radioaktiv im Gegensatz zum Atommüll aus Kernspaltung.

    Insoweit ist das auch nicht das Allheilmittel - jedenfalls nach gegenwärtigem Stand der Wissenschaft.

    Broken Link

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service