Fussballforschung Die Spiel-Theorie
In seinem neuen Buch »So werden wir Weltmeister« fasst Metin Tolan das Fußballglück in Formeln. Der Physikprofessor berechnet, wie schlimm Rote Karten wirklich sind, wie man ein Elfmeterschießen gewinnt und wer in Südafrika den Pokal holt.
© David Cannon/Getty Images

1990 holte die deutsche Elf den WM-Titel in Italien: Hier feiern Rudi Völler, Andreas Brehme, Thomas Berthold, Bodo Illgner und Jürgen Klinsmann den Sieg im Finale gegen Argentinien
ZEIT Wissen: Herr Tolan, wer wird Fußballweltmeister?
Metin Tolan: Natürlich Deutschland, das ergeben alle meine Berechnungen.
ZEIT Wissen: Berechnungen?
Tolan: Ja, mit der WM-Formel: Im Durchschnitt hat Deutschland in der Vergangenheit Platz 3,7 belegt, um diesen Wert schwankten die Platzierungen. Dazu kommt, dass wir alle vier, fünf Jahre ein besonders starkes Team hatten. Das kann man mit einer Kosinus-Funktion beschreiben. Dabei kommt heraus, dass wir eigentlich schon 2006 hätten gewinnen müssen.
ZEIT Wissen: Das hat ja nicht geklappt. Warum also diesmal?
Tolan: Weil meine Formel den Sieg immer für eine WM zu früh vorausgesagt hat, also zum Beispiel für 1986. Deshalb klappt es diesmal, ganz sicher.
ZEIT Wissen: Da spricht jetzt aber mehr der Fußballfan als der Physiker, oder?
Tolan: Na ja, die WM-Formel ist eher eine Spielerei. Aber man kann tatsächlich einiges im Fußball berechnen. Zum Beispiel, dass eine Rote Karte ein Team gar nicht so sehr schwächt. Man denkt, wenn einer von zehn Feldspielern fehlt, müssen die anderen je zehn Prozent mehr rennen, um das Feld genauso gut abzudecken. Es sind aber nur fünf Prozent. Das liegt daran, dass die abgedeckte Fläche quadratisch mit der Seitenlänge wächst, die ein Spieler abläuft. Wenn er fünf Prozent weiter läuft, kann er 1,05 × 1,05 = 1,1025, also etwa zehn Prozent mehr Fläche abdecken.
- Datum 11.06.2010 - 11:58 Uhr
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- Quelle ZEIT Wissen 3/2010
- Kommentare 8
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Kaffesatzleserei, Hokuspokus !!!! :-)
Redakteure, hab' ich den Artikel vor vier Jahren schon einmal gelesen?
Ein kleiner Hokuspokus. Auf diese mechanistische Quatsch-Weise können wir wahrscheinlich auch berechnen, wie alt wir jeweils werden und bei welchem Wetter welcher Hut von welchen Köpfen fliegt. Entscheidend ist aufm Platz. Und den Physik-Professor lassen wir zuhause.
Ich denke, diese mathematischen Spielchen rund um eine WM sind interessant...auch wenn man sie nicht zu ernst nehmen sollte. Genau wie bei Börsenkursen hat das Abschneiden in der Vergangenheit eigentlich nichts mit dem Anschneiden einer Mannschaft in der Zukunft zu tun. Genauso kann man sagen, dass mit einem fehlenden Spieler ja nicht nur ein Teil des Feldes unbedeckt bleibt, sondern auch eine Anspielstation fehlt, die die anderen Spieler ausgleichen müssen. Und bei den Elfmeterberechnungen wird ausgelassen, dass es oft ja nur 5 Spieler sind, die schießen, und nicht die ganze Mannschaft.
Ganz genau lieber Böserfuchs! Was Herr Tolan nämlich vergisst ist, dass sowohl in der schönen logischen Mathematik als auch in der Statistik die Ergebnisse von den Annahmen abhängig sind, die man trifft um die Vorhersagen zu berechnen. Bei einer roten Karte ist wahrscheinlich weniger die Abdeckung des Spielfelds wichtig, sondern vielmehr die Qualität des Spielers und die Tatsache der fehlenden Anspielstation, oder, oder, oder... Wie gut, dass es nich so einfach ist. Wäre ja sonst langweilig, nicht. Wie er schon sagt - je gleichwertiger die Mannschaften, desto spannender das Spiel...
Ganz genau lieber Böserfuchs! Was Herr Tolan nämlich vergisst ist, dass sowohl in der schönen logischen Mathematik als auch in der Statistik die Ergebnisse von den Annahmen abhängig sind, die man trifft um die Vorhersagen zu berechnen. Bei einer roten Karte ist wahrscheinlich weniger die Abdeckung des Spielfelds wichtig, sondern vielmehr die Qualität des Spielers und die Tatsache der fehlenden Anspielstation, oder, oder, oder... Wie gut, dass es nich so einfach ist. Wäre ja sonst langweilig, nicht. Wie er schon sagt - je gleichwertiger die Mannschaften, desto spannender das Spiel...
aber was macht er hier???
Auf dem Bild ist nicht wie angegeben Jürgen Kohler zu sehen, sondern Thomas Berthold. Siehe z.B. das Mannschaftsfoto von 1990: http://einestages.spiegel...
...vielleicht stammt der Arm hinter Bertholds Schulter von Kohler....wer weiss...
...vielleicht stammt der Arm hinter Bertholds Schulter von Kohler....wer weiss...
...vielleicht stammt der Arm hinter Bertholds Schulter von Kohler....wer weiss...
Ganz genau lieber Böserfuchs! Was Herr Tolan nämlich vergisst ist, dass sowohl in der schönen logischen Mathematik als auch in der Statistik die Ergebnisse von den Annahmen abhängig sind, die man trifft um die Vorhersagen zu berechnen. Bei einer roten Karte ist wahrscheinlich weniger die Abdeckung des Spielfelds wichtig, sondern vielmehr die Qualität des Spielers und die Tatsache der fehlenden Anspielstation, oder, oder, oder... Wie gut, dass es nich so einfach ist. Wäre ja sonst langweilig, nicht. Wie er schon sagt - je gleichwertiger die Mannschaften, desto spannender das Spiel...
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