Pro und Contra Dürfen sich Forscher für den Klimaschutz einsetzen?

Nach der Diskussion über Fehler im IPCC-Bericht stehen Klimawissenschaftler in der Kritik. Sollten sie sich im Kampf gegen die globale Erwärmung engagieren?

Das Nordpatagonische Eisfeld ist der Überrest von Gletschern, die vor Millionen Jahren den Südzipfel Südamerikas bedeckten

Das Nordpatagonische Eisfeld ist der Überrest von Gletschern, die vor Millionen Jahren den Südzipfel Südamerikas bedeckten

Pro: Ja, sagt Mojib Latif, 55, Professor am Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften

Selbst wenn die Vorhersagen der Klimamodelle nur teilweise zutreffen, werden sich ohne Klimaschutz die Lebensbedingungen auf unserem Planeten mit einer bisher ungekannten Geschwindigkeit verschlechtern, mit unabsehbaren Folgen für Natur, Weltwirtschaft und Weltsicherheit.

Zu lange haben wir das Klimaproblem verdrängt. Und selbst jetzt, da das Thema ganz oben auf der weltpolitischen Agenda steht, wächst der Ausstoß von Klimagasen, statt zu sinken. Der Stillstand im Klimaschutz gibt Anlass zur Sorge.

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Als verantwortungsbewusster Forscher empfinde ich es als meine Pflicht, die Öffentlichkeit nicht nur zu informieren, sondern mich auch persönlich für den Klimaschutz zu engagieren. Ich kann nicht tatenlos zusehen, dazu ist das Problem zu wichtig.

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Dabei bemühe ich mich, stets auf einem soliden wissenschaftlichen Fundament zu stehen. Ich versuche, die Lage nicht zu dramatisieren, sie aber auch nicht zu verharmlosen. Denn die Tatsachen sprechen für sich.

Um das Klimaproblem zu lösen, bedarf es eines neuen Denkens. Wir müssen beispielsweise die Weltwirtschaft bis zum Ende des Jahrhunderts radikal umbauen, vor allem die Energiesysteme. Es gibt keine Alternative zu den regenerativen Energien, die uns die Natur praktisch unbegrenzt und kostenlos zur Verfügung stellt. Und ich nehme mir das Recht, dies öffentlich auszusprechen.

Contra: Nein, sagt Hans von Storch, 60, Leiter des Instituts für Küstenforschung in Geesthacht

Hans von Storch

Als Bürger sollen sich Forscher wie alle anderen Menschen engagieren. Aber als Wissenschaftler? Forscher wissen über ein enges Fachgebiet hervorragend Bescheid, aber bei der politisch-gesellschaftlichen Umsetzung treten Fragen hinzu, von denen sie nicht mehr verstehen als gebildete Laien. In einem Segment hochkompetentes Wissen, aber ansonsten Zeitungsleserwissen. Eine gute Gesamteinschätzung ist bei so einer Schieflage kaum zu erwarten. Hier engt das Spezialistentum ein. Die gesellschaftliche Nutzung des eigenen wissenschaftlichen Wissens hat zudem Rückwirkungen auf die eigene Forschungspraxis.

Wenn bestimmte Ziele aufgrund einer Werteorientierung bevorzugt werden, werden wissenschaftliche Zugänge, Fragen und Antworten unter diesem Gesichtspunkt betrachtet. Die Subjektivität des Forschers erscheint nicht in der Messung oder in der statistischen Analyse, sondern in der Wahl der Fragestellungen und im Umfang der für die Annahme oder Verwerfung einer Hypothese für erforderlich gehaltenen Evidenz. Ein politisierter Forscher wird kritische Fragen weniger oft stellen und leichter von Hypothesen zu überzeugen sein, die mit seinen Wertvorstellungen konsistent sind. Kurz: Die politische Bedeutung der eigenen wissenschaftlichen Aktivität sollte sich auf die Bereitstellung von Wissen im politischen Willensbildungsprozess beschränken. Das bürgerliche Engagement ist davon unbetroffen, dann aber bitte ohne Professorenautorität.

 
Leser-Kommentare
    • sudek
    • 22.04.2010 um 16:04 Uhr

    Ich fasse es nicht!Dieses Thema als pro und contra! Als wenn es hier um irgendetwas ginge! Es geht um die Zukunft der Menschheit und um Respektierung der Fakten.
    Wenn wir nicht konsequent drstische Maßnahmen zur CO2-Reduzierung treffen, handeln wir verantwortungslos.

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    bist Du sicher?

    bist Du sicher?

  1. Ich teile die zweite Meinung.
    Das Problem mit der Klimahysterie ist ja nicht, dass es nicht wirklich Handlungsbedarf gäbe, den gibt es sicher und den gab schon vor Jahren, als diejenigen, die sich heute mit zur Schau gestelltem Aktionismus schmücken, noch darauf beharrten, dass eben kein Handlungsbedarf bestünde.
    Leider immer wieder genau der Eindruck, dass es eine unseriöse Verbrüderung von Forschungsinstituten und Politik gibt.

  2. Wenn Wissenschaftler Politik oder Politiker Wissenschaft machen wollen, kommt schnell Lyssenkoismus dabei rum. Das kann dann mal eben ein paar Millionen Menschenleben kosten.

    Wissenschaftler als politische Aktivisten mit Professorentitel sind hoch gefährlich. Dann wird nämlich nicht mehr diskutiert, sondern nur noch die eigne Meinung als gültig angesehen, weil die anderen (Nicht- Fachwissenschaftler) ja keine Ahnung hätten. Das ist die Methode von Propheten. Denn Meinung wird als Wissenschaft verkauft.

    PS: Der nächste IPCC Skandal zeichnet sich ab. Bangladesch säuft doch nicht ab.

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    Das ist eigentlich auch kein Skandal mehr.....

    Schließlich handelt es sich um einen aktiven Sedimentationsraum der vielfältigen Wechselwirkungen unterliegt. Selbst wenn man mal von der Schwereanomalie im Golf von Benaglen absieht, so demonstriert doch allein die Sedimentationsgeschichte des Deltas was dort vorgeht!

    Darauf wird dann, wie üblich wird korrelierend, dümmliches Überflutungsgeschwätz gegossen.
    Kein Wort davon das hier Teile des Basements landwärtig absinken (Sedimentauflast!), das die Erosionsraten hoch variabel sind; ebenso die Sedimentationsraten fern jeder Konstanz.
    Dann könnte auch noch der verheerende anthropogene Einfluss durch Shrimpzüchter mit Ihren Zerstörungen des schützenden Mangrovengürtels betrachtet werden.....

    Aber egal, ist halt auch nur politischer Wahn.

    MfG Karl Müller

    Das ist eigentlich auch kein Skandal mehr.....

    Schließlich handelt es sich um einen aktiven Sedimentationsraum der vielfältigen Wechselwirkungen unterliegt. Selbst wenn man mal von der Schwereanomalie im Golf von Benaglen absieht, so demonstriert doch allein die Sedimentationsgeschichte des Deltas was dort vorgeht!

    Darauf wird dann, wie üblich wird korrelierend, dümmliches Überflutungsgeschwätz gegossen.
    Kein Wort davon das hier Teile des Basements landwärtig absinken (Sedimentauflast!), das die Erosionsraten hoch variabel sind; ebenso die Sedimentationsraten fern jeder Konstanz.
    Dann könnte auch noch der verheerende anthropogene Einfluss durch Shrimpzüchter mit Ihren Zerstörungen des schützenden Mangrovengürtels betrachtet werden.....

    Aber egal, ist halt auch nur politischer Wahn.

    MfG Karl Müller

    • Anonym
    • 22.04.2010 um 17:09 Uhr

    Beide Meinungen vertreten die Antwort "Ja". Nur unter unterschiedlicher Perspektive. Die gestellte Frage ist auch nicht eindeutig.

  3. Die Frage trifft nicht ganz den Punkt. Eigentlich müsste sie lauten: Dürfen Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse entgegen der Wahrheit verzerrt und als übermäßig gesichert darstellen, um auf diesem Wege einen größeren politischen Effekt zu erzielen. Darum ging es bei den Climate-Gate-Skandalen. Und das dürfen sie natürlich nicht.

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    "......Dürfen Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse entgegen der Wahrheit verzerrt und als übermäßig gesichert darstellen, um auf diesem Wege einen größeren politischen Effekt zu erzielen....."
    --------------------------------------------------------

    .....und dadurch die eigene materielle und finanzielle Situation sichern ?

    "......Dürfen Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse entgegen der Wahrheit verzerrt und als übermäßig gesichert darstellen, um auf diesem Wege einen größeren politischen Effekt zu erzielen....."
    --------------------------------------------------------

    .....und dadurch die eigene materielle und finanzielle Situation sichern ?

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