Akupunktur: Stichhaltig und anerkannt

Es gibt wenige Verfahren der sogenannten alternativen Medizin, deren Wirksamkeit so anerkannt ist wie die der zur TCM gehörenden Akupunktur. Die Weltgesundheitsorganisation sieht es als erwiesen an, dass etwa 40 Krankheiten damit behandelt werden können. Die Effekte der Nadeln, die an ganz bestimmten Stellen des Körpers in die Haut gestochen werden, um der Lebensenergie Qi wieder freien Fluss zu gewähren, sind in Studien mit Patienten nachgewiesen worden. Dabei berichteten die Probanden nicht nur von einem Nachlassen der Beschwerden oder schwindenden Schmerzen, es fanden auch im Körper Veränderungen statt. So scheint die Technik das Immunsystem zu aktivieren – was bei Angriffen von außen keine überraschende Reaktion des Körpers ist. Auch werden körpereigene Opiate vermehrt ausgeschüttet, was die Wirkung gegen Schmerzen erklären könnte. Allerdings scheinen die speziellen Akupunkturpunkte entlang der sogenannten Meridiane weniger wichtig zu sein. Eine Studie ergab, dass die Wirkung sich nicht messbar unterscheidet, wenn die Nadel deutlich neben der vorgeschriebenen Stelle gesetzt wird. Das lässt sich erklären, wenn man die Ursprünge der Technik etwa 600 vor Christus betrachtet: Die ursprünglichen Stellen orientierten sich an Referenzpunkten der Kompassrichtungen und des Firmaments auf dem menschlichen Körper. Schließlich galt die Himmelssphäre, wie das ganze Weltall, in der chinesischen Philosophie als Abbild des Organismus. Möglicherweise bewirken die Stiche an festgelegten Punkten also nur eine Art Placeboeffekt, weil der Patient mit seinem individuellen Leiden eine spezifische Therapie erwartet. Vorsicht ist geboten, da nichtsterile Nadeln Krankheitserreger übertragen können. Ein verwandtes Verfahren ist das Verbrennen von Kräutern nahe der Haut: Moxibustion. Dafür wird häufig die Beifuß-Art Artemisia moxa verwendet, nach der die Methode benannt ist.