Homöopathie Heilkraft aus dem Nichts

Über keine Behandlungsmethode streiten Patienten und Mediziner so sehr wie über die Homöopathie. Studien zeigen: Die Heilmethode wirkt – aber anders, als viele glauben. Sollen Ärzte das Potenzial der Homöopathie wirklich nutzen?

In vielen Fällen wirken homöopathische Mittel – doch der wissenschaftliche Nachweis ist schwierig

In vielen Fällen wirken homöopathische Mittel – doch der wissenschaftliche Nachweis ist schwierig

Eine Überdosis Arsen? Mehrere Hundert Briten meldeten sich freiwillig. Am 30. Januar dieses Jahres schluckten sie jeweils 84 kleine Pillen des Mittels Arsenicum album. Sie lächelten vergnügt in die Fernsehkameras, und – niemand verstarb. Denn Arsenicum album enthält praktisch nur Zucker und ist ungiftig, egal ob man ein, zwei oder zweihundert der sogenannten Globuli schluckt.

Solche Kügelchen gehören zur beliebtesten Behandlungsmethode der Alternativmedizin: der Homöopathie. Die britischen Aktivisten wollten aber nicht etwa öffentlich demonstrieren, dass die Homöopathie frei von Nebenwirkungen ist. Sie wollten zeigen, dass die Methode überhaupt keine Wirkung hat. »There’s nothing in it« hieß die Aktion, es ist gar nichts drin. Tatsächlich sind die meisten homöopathischen Mittel so stark verdünnt, dass die Wirkstoffe darin nicht mehr enthalten sind.

Keine alternativmedizinische Methode entzweit die Menschen so sehr wie die Homöopathie. Mit dem Thema kann man Partys verderben und Freundschaften aufs Spiel setzen. Die gute Nachricht: Es gibt Anzeichen für eine Annäherung. Klassische Ärzte beginnen Globuli zu verschreiben, Homöopathen lösen sich vom Dogmatismus. Wer verstehen will, warum, muss noch einmal die Grundfragen stellen: Wirkt die Homöopathie? Wenn ja, wie wirkt sie? Und gibt es Risiken und Nebenwirkungen?

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Sicher ist: Die Homöopathie ist heute eine der weltweit meistgenutzten Methoden der Alternativmedizin. In Deutschland hat laut einer Statistik des Allensbach-Instituts gut jeder Zweite schon einmal homöopathische Mittel genommen, jeder Vierte ist sogar ein überzeugter Anwender. Der Jahresumsatz mit homöopathischen Mitteln liegt derzeit bei gut zwei Milliarden Euro weltweit, die Arzt- oder Heilpraktikerrechnungen für die Termine in der Praxis nicht eingerechnet.

Das Versprechen der Homöopathie klingt ja auch zu schön: Mit den hochverdünnten Wirkstoffen lassen sich demnach alle denkbaren Leiden loswerden – sanft, ohne Nebenwirkungen und billig. Jeder, der nicht alleine auf einer Insel lebt, kennt die Erfahrungsberichte von Freunden oder Freunden von Freunden, bei denen die Behandlung gewirkt zu haben scheint. Begeistert berichten sie vom Therapieerfolg und von der großen Aufmerksamkeit, die ihnen der Doktor geschenkt hat. Die Gegner dagegen zitieren wissenschaftliche Studien und berufen sich auf den gesunden Menschenverstand: Von nichts kommt nichts, kann nichts kommen.

Um diesen Konflikt zu verstehen, hilft ein Blick in die Vergangenheit. Vor genau 200 Jahren, 1810, erschien das grundlegende Werk des Erfinders der Homöopathie, das Organon der rationellen Heilkunde des Sachsen Samuel Hahnemann. Die meisten Homöopathen halten sich noch heute weitgehend an seine Grundsätze.

Als Hahnemann seine Theorie aufstellte und in Leipzig eine Praxis eröffnete, hatte die klassische Medizin ein Problem: Kranke hatten normalerweise bessere Aussichten, wieder gesund zu werden, wenn sie den Arzt erst gar nicht aufsuchten. Denn die Ärzte baten zum Aderlass, verschrieben brutale Abführmittel, operierten ohne Infektionsschutz und mischten verunreinigte oder giftige Substanzen zu Medizin zusammen, deren Nutzen nicht wissenschaftlich belegt war.

Hahnemann machte sich auf die Suche nach wirksamen Behandlungsmethoden, die möglichst wenige Nebenwirkungen zeigen sollten. Er experimentierte mit verschiedensten Substanzen, die er oft erst einmal an sich selbst ausprobierte. Die aus Peru importierte Chinarinde zum Beispiel löste bei ihm genau jene Fiebersymptome aus, die sie eigentlich bei Malariakranken lindern sollte.

Nachdem er mit anderen Substanzen ähnliche Erfahrungen gemacht hatte, zog er einen folgenreichen Schluss: Die beste Arznei sei diejenige, »welche ein ähnliches Leiden erregen kann, als sie heilen soll«. Auf diesem »Ähnlichkeitsprinzip« beruhen auch traditionelle Heilmethoden anderswo auf der Welt. Hahnemann wäre damit wohl nie in die Geschichte der Medizin eingegangen. Er hatte aber noch eine andere Idee: Um mit seinen teilweise giftigen Arzneien möglichst wenig Leiden zu erregen, verdünnte er sie. Und siehe da: Sie schienen immer noch zu helfen – diesmal ohne negative Nebenwirkungen. Er fügte dem Prinzip der Ähnlichkeit das Prinzip des Verdünnens hinzu.

Und als Hahnemann eines Tages eine Fuhre Medizin unsanft auf einem Pferdekarren transportierte und sie anschließend besonders gut zu wirken schien, kam noch ein drittes Prinzip hinzu: Schütteln. Weil die Mittel meist um viele Zehnerpotenzen verdünnt wurden und das Schütteln sie anscheinend so potent machte, nannte er die Kombination von beidem »Potenzierung« – und so heißt sie noch heute.

Hahnemann wurde zu einem der erfolgreichsten Mediziner seiner Zeit. Zur späteren Verklärung trugen aber auch seine Frauengeschichten bei: Mit 80 Jahren und schon kahl heiratete er eine junge Französin und zog mit ihr nach Paris. Dort soll er seinen prominentesten Patienten, den Geiger Niccolò Paganini, schnell wieder verloren haben. Dieser, so geht die Legende, war nicht etwa mit der Therapie unzufrieden, sondern hatte sich respekt- und erfolglos Madame Hahnemann anzunähern versucht.

Die Anziehungskraft seiner Heilmethode aber hat heute ähnliche Ursachen wie damals: Viele Patienten sind von der klassischen Medizin enttäuscht und glauben lieber an die Selbstheilungskräfte von Körper und Geist, die vom Therapeuten und von den homöopathischen Kügelchen nur irgendwie geweckt werden müssen. Bloß wie soll die hochverdünnte homöopathische Medizin wirken, wenn in vielen Globuli kein einziges Molekül des Wirkstoffs enthalten ist?

In Influenzinum etwa, einem Mittel, das gegen Schweinegrippe und alle anderen Grippearten schützen soll, ist bei einer C30-Verdünnung (einer 30-maligen Verdünnung von jeweils 1:100) kein einziges Partikel der Viren enthalten, aus denen die Muttertinktur angeblich gemacht wird. Auch C20-Potenzen von »anas barbariae hepatis et cordis extractum« – einem Extrakt aus Leber und Herz der Wildente –, die ebenfalls gegen Grippe helfen sollen, sind wirkstofffrei – das bestreitet kein Homöopath.

Die Homöopathen haben eine andere Erklärung dafür, warum ihre Arzneien trotz der großen Verdünnung helfen. Sie glauben, dass das Verdünnen und Schütteln die »energetische Essenz« des Wirkstoffs auf die Wassermoleküle überträgt – nach einem Mechanismus, der allerdings noch unbekannt ist. Selbst wenn der Wirkstoff nicht im Wasser enthalten ist, so ihre These, erinnert sich die Flüssigkeit irgendwie daran. Und wenn man Zuckerkügelchen anschließend mit dem Wasser benetzt, werden die magischen Schwingungen des Wassers auf die Globuli übertragen.

Im Jahr 1988 schien tatsächlich der Beweis für das wundersame Gedächtnis des Wassers gelungen. Im Labor des Franzosen Jacques Benveniste hatte eine Mitarbeiterin zufällig ein Allergen extrem verdünnt – und trotzdem reagierten die Blutzellen, die damit behandelt worden waren.

Man wiederholte die Versuche dort immer wieder, mit demselben Ergebnis. Das ehrwürdige Fachblatt Nature veröffentlichte den sensationellen Fund. Allerdings versprachen die Forscher im Gegenzug, unabhängigen Wissenschaftlern den Zutritt zu ihren Labors zu gewähren. Nature lud daraufhin eine Gruppe von Forschern zur Überprüfung ein. Sie fanden heraus, dass alle Experimente von einer einzigen Mitarbeiterin gemacht worden waren. Diese hatte das Experiment nicht »verblindet«, wusste also stets, ob Blutzellen mit der verdünnten Tinktur oder nur mit einer Kontrollflüssigkeit beträufelt worden waren. Als die von Nature eingeladenen Forscher den Versuch verblindet wiederholten, war der Effekt plötzlich verschwunden. Ob absichtlich oder nicht, die Frau hatte das Ergebnis beeinflusst.

Es war also noch immer höchst rätselhaft, warum so viele Menschen von der Heilkraft ihrer Globuli berichteten. Alles nur Einbildung?

Diese Frage lässt sich heute – anders als vor 200 Jahren – recht zuverlässig beantworten: mit sogenannten placebokontrollierten Doppelblindstudien. In diesen Versuchsreihen bekommt ein Teil der Patienten die zu untersuchende Arznei verabreicht, eine Kontrollgruppe schluckt ein Placebo, also Pillen ohne Wirkstoff. »Doppelblind« heißen die Studien, weil weder der Arzt noch die Patienten wissen, wer das Placebo bekommen hat und wer die Arznei. Erst beim Auswerten wird das Geheimnis gelüftet.

Die Wirksamkeit homöopathischer Therapien wurde auf diese Weise vielfach untersucht, inzwischen sind auch zahlreiche Metastudien erschienen, die eine Art Durchschnitt der Einzelstudien bilden. Eine der bekanntesten Metaanalysen veröffentlichte 2005 Aijing Shang von der Universität Bern im Fachblatt Lancet.

Shang und ihre Kollegen hatten 110 Homöopathie-Studien gesichtet. Ihr Ergebnis: Berücksichtigt man nur diejenigen Studien, die wissenschaftlichen Qualitätsstandards genügen, lässt sich kein Unterschied zwischen einer Behandlung mit Placebos und einer Globuli-Therapie feststellen. »Die klinischen Wirkungen der Homöopathie«, resümierten die Forscher, »beruhen auf dem Placeboeffekt.« Andere Metastudien kamen zum gleichen Ergebnis.

Homöopathen reagieren auf solche Untersuchungen sehr unterschiedlich. Man findet Fundamentalisten, Realisten und Pragmatiker. Die Fundamentalisten argumentieren: Klinische Studien sind ungeeignet, um die Wirksamkeit der Homöopathie zu beurteilen, weil diese ja gerade auf einer individualisierten Behandlung beruht. Zwei Patienten mit den gleichen Symptomen bekämen oft unterschiedliche Globuli-Mischungen verschrieben. »Die Studie kann überhaupt keinen Beweis gegen die Homöopathie erbringen«, schimpfte der Schweizer Verein homöopathischer Ärzte nach der Shang-Studie, »weil sie nicht die reale individuelle Homöopathie misst.« Das Gegenargument: Studien lassen sich durchaus so gestalten, dass die individualisierte Therapie berücksichtigt wird. Auch solche Untersuchungen wurden gemacht – und fanden ebenfalls nur Placeboeffekte.

Die Realisten akzeptieren die negativen Ergebnisse, hoffen aber auf die weniger stark verdünnten Arzneien. Wer sich zum Beispiel das homöopathische Mittel Allergin gegen Heuschnupfen unter die Zunge träufelt, nimmt eine D2-Potenz ein, die hundertfache Verdünnung einer Muttertinktur des Indischen Lungenkrauts, das auch unverdünnt als Phytomedizin gegen dieselben Symptome verwendet wird.

Es gibt bislang keine seriösen Studien, in denen hohe und niedrige Potenzen desselben Mittels direkt miteinander verglichen werden. Vielleicht haben die niedrigen Potenzen, die höher konzentriert sind, ja tatsächlich eine Wirkung, die über Placeboeffekte hinausgeht. Nur: Mit der Lehre Hahnemanns hätte diese Medizin nicht mehr viel zu tun. Zudem ist fraglich, ob Mittel wie Arsenicum album ohne klinische Studien in niedriger Potenzierung zugelassen würden – und ob sie noch die erhoffte positive Wirkung hätten.

Und dann gibt es noch die Pragmatiker. Sie freunden sich zunehmend mit dem Gedanken an, dass ihre Therapien in Wahrheit Psychotherapien sind und nicht auf der unerklärlichen Wirkung energetisierter Wassermoleküle beruhen. David Reilly ist einer von ihnen, der Chef eines Homöopathie-Krankenhauses in Glasgow. Er sagte in einem Radiointerview: »Kritikern, die meinen: Das kommt alles nur wegen der mit dem Patienten verbrachten Zeit und der besonderen therapeutischen Beziehung, kann ich nur sagen: Ihr habt absolut recht – und ist das nicht wundervoll?« Diese Haltung, sagt Wolfgang Weidenhammer vom Zentrum für Naturheilkundliche Forschung der Technischen Universität München, werde nicht nur von vielen Homöopathen, sondern generell von immer mehr Alternativmedizinern geteilt.

Auch dieser Ansatz birgt ein Risiko: dass nämlich einem ernsthaft kranken Patienten ein echtes Medikament vorenthalten wird, das nachgewiesenermaßen besser als ein Placebo wirkt. Vor allem die unter Homöopathen weitverbreitete Impfgegnerschaft kann gefährlich werden, wenn Kinder ohne Impfschutz etwa an Masern erkranken. Die Homöopathie hätte dann indirekt eben doch – im schlimmsten Fall tödliche – Nebenwirkungen.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, hat eine homöopathisch ausgerichtete Schweizer Klinik eine ungewöhnliche Entscheidung getroffen, die zum Vorbild für andere werden könnte: In der Clinica Santa Croce in der Nähe von Locarno werden zum Beispiel Krebspatienten oft mit einer Kombination aus Schulmedizin und Homöopathie behandelt. Der reinen Lehre laufen diese Ansätze zuwider, der modernen psychomedizinischen Forschung nicht.

Denn diese versucht nicht nur, den Placeboeffekt optimal zu nutzen, sondern sie betont auch den Wert einer intensiven Beziehung zwischen Patient und Mediziner. Schon Thure von Uexküll, der Begründer der Psychosomatik, bezeichnete den Arzt als »das am häufigsten verwendete Medikament«. Ein Medikament, das noch nicht einmal geschluckt wird, aber trotzdem wirken kann – allerdings nicht in homöopathischer Dosierung.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich zähle mich auch zu den Pragmatikern. Deshalb habe ich jetzt ein Problem. Denn wirken Placebos auch, wenn man weiß, dass sie Placebos sind? Falls nein, hätte ich den Artikel nicht lesen sollen. Denn Homöopathie hat bei mir bisher immer gut geholfen...

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    • Parvis
    • 24.06.2010 um 21:07 Uhr

    die Heilkraft von bestimmten Voodooritualen.

    Wenn sich das die Homöopathen eingestehen würden, ergäbe sich für die Psychotherapie wie auch für die Medizin die Chance auf eine "Moderne Homöopathie", die auf die sinnlosen Globuli verzichten könnte (ebenso wie auf einen Großteil der "Fachliteratur" und der Ausbildungscurriculae).

    Die Hauptwirkung liegt im Gespräch, das wusste schon Sigmund Freud - und die "Mittelchen" verstärken und erhalten die heilsame Wirkung. Aber auch das bewusste Einlassen auf das Kranksein und der Wunsch nach Heilung wirken mit - dazu bräuchte es nicht unbedingt einen Arzt oder Heilpraktiker.

    Dann könnte z.B. ein Patient sich sein individuelles "Mittel" selbst machen (Pflanze suchen, homöopathisch aufbereiten, bis kein Wirkstoff mehr drin ist, das "Mittel" nehmen, so oft man möchte) und die Wirkung wäre ähnlich oder sogar besser.

    Manche Mütter machen das schon mit ihren Kindern, dabei lernen sie gleich etwas über die Pflanzenwelt und dass sie selbst Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen können.

    Bedenklich finde ich jedoch, wenn die "Mittel" statt einer benötigen Medizin oder bei Nährstoffmangel genommen werden; schon unverantwortlich ist, wenn Apotheker "Schüssler-Salze" als Möglichkeit verkaufen, z.B. den Magnesium- oder Zinkhaushalt zu verbessern.

    Je mehr Aufklärung, desto besser - deshalb: Danke für diesen Artikel!

    Nein, die Wirkung ist besser, wenn man daran glaubt. Wesentlichen Einfluss hat auch der Glaube des Arztes. Wenn er glaubt, dass er ein wirksames Medikament verschreibt, ist eine größerer Erfolg belegt, als wenn er weiß, dass er ein Placebo verschreibt.
    Vergessen darf man auch nicht, dass kaum ein Medikament ähnlich wirksam ist, wie ein Placebo! Auch Nebenwirkungen treten bei Placebos auf.

    Îch habe mal geslesen dass Placebos auch bei Kindern und tieren wirken und auch wenn man eigentlich nicht dran glaubt. Zwar vermindert, aber immer noch, denn sie können ja nicht NICHT dran denken :-) ("Denken sie jetzt NICHT an ein 3 singende Gartenzwerge")

    man weiss, dass es Placebos sind. Jedenfalls unter ganz bestimmten Voraussetzungen. Hierzu war in der 3/2010 Ausgabe der Bild der Wissenschaft ein ausführlicher Bericht.

    • Parvis
    • 24.06.2010 um 21:07 Uhr

    die Heilkraft von bestimmten Voodooritualen.

    Wenn sich das die Homöopathen eingestehen würden, ergäbe sich für die Psychotherapie wie auch für die Medizin die Chance auf eine "Moderne Homöopathie", die auf die sinnlosen Globuli verzichten könnte (ebenso wie auf einen Großteil der "Fachliteratur" und der Ausbildungscurriculae).

    Die Hauptwirkung liegt im Gespräch, das wusste schon Sigmund Freud - und die "Mittelchen" verstärken und erhalten die heilsame Wirkung. Aber auch das bewusste Einlassen auf das Kranksein und der Wunsch nach Heilung wirken mit - dazu bräuchte es nicht unbedingt einen Arzt oder Heilpraktiker.

    Dann könnte z.B. ein Patient sich sein individuelles "Mittel" selbst machen (Pflanze suchen, homöopathisch aufbereiten, bis kein Wirkstoff mehr drin ist, das "Mittel" nehmen, so oft man möchte) und die Wirkung wäre ähnlich oder sogar besser.

    Manche Mütter machen das schon mit ihren Kindern, dabei lernen sie gleich etwas über die Pflanzenwelt und dass sie selbst Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen können.

    Bedenklich finde ich jedoch, wenn die "Mittel" statt einer benötigen Medizin oder bei Nährstoffmangel genommen werden; schon unverantwortlich ist, wenn Apotheker "Schüssler-Salze" als Möglichkeit verkaufen, z.B. den Magnesium- oder Zinkhaushalt zu verbessern.

    Je mehr Aufklärung, desto besser - deshalb: Danke für diesen Artikel!

    Nein, die Wirkung ist besser, wenn man daran glaubt. Wesentlichen Einfluss hat auch der Glaube des Arztes. Wenn er glaubt, dass er ein wirksames Medikament verschreibt, ist eine größerer Erfolg belegt, als wenn er weiß, dass er ein Placebo verschreibt.
    Vergessen darf man auch nicht, dass kaum ein Medikament ähnlich wirksam ist, wie ein Placebo! Auch Nebenwirkungen treten bei Placebos auf.

    Îch habe mal geslesen dass Placebos auch bei Kindern und tieren wirken und auch wenn man eigentlich nicht dran glaubt. Zwar vermindert, aber immer noch, denn sie können ja nicht NICHT dran denken :-) ("Denken sie jetzt NICHT an ein 3 singende Gartenzwerge")

    man weiss, dass es Placebos sind. Jedenfalls unter ganz bestimmten Voraussetzungen. Hierzu war in der 3/2010 Ausgabe der Bild der Wissenschaft ein ausführlicher Bericht.

    • minhen
    • 24.06.2010 um 16:51 Uhr

    Der Autor, Richard Friebe, ist sich bewusst, dass homöopathische Mittel nicht über einen Placebo-Effekt hinaus gehen und damit sowohl nach medizinischem, wissenschaftlichem, aber auch nach landläufigem Verständnis wirkungslos sind. Denn der Effekt wird nicht durch das homöopathische Mittel bewirkt und auch das gesamte unwissenschaftliche Gedankengebäude "Homöopathie" hat nichts mit dem Effekt zu tun. Dennoch wird zu Beginn des Artikels auf Wirkung, Heilkraft und Potenzial der Homöopathie verwiesen. Die Einordnung des Effekts - jeder Arzt oder Heilpraktiker könnte dem Patienten eine bielibige wirkungslose Pille oder auch ein normales Glas Leitungswasser geben oder schamanische Zauber und Voodootricks durchführen und jeweils die exakt selbe "Wirkung" erzielen - unterbleibt.
    Damit wird also offenbar bewusst ein Missverständnis beim Leser provoziert, wonach Homöopathie doch medizinisch wirksam wäre - und das wider besseren Wissens zu tun, ist verwerflich.

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    Dass etwas hilft, das eigentlich gar nicht helfen kann? Wenn der Placebo-Effekt eintritt, findet eine - sagen wir mal - "Heilung" statt. Ist man deswegen nicht geheilt?

    1. Es kommt auf den konkreten Erfolg an (also auch den Placeboeffekt).

    2. Auch als wirksam erwiesene Medikament wirken in der Regel nicht zu 100%, sondern auf einer Skala von statistisch signifikant bis 100%, im Einzelfall auch mal gar nicht.

    3. Bei allen Krankheiten hat die psychische Konstitution (die keine Konstante ist, sondern immer Veränderungen unterliegt) Einfluss auf die Heilung.

    4. Je besser die Lüge, desto wirksamer das Placebo (Theoriegebäude).

    5. Wissen um die unerweisliche Wirksamkeit (einen Beweis der Unwirksamkeit kann es definitionsgemäß nicht geben) steht dem Placebo-Effekt nicht entgegen (der rationale Verstand hat verhältnismäßig wenig Einfluss auf die emotionale Verfassung).

    Ich selbst habe noch nie Naturheilverfahren angewandt und glaube auch nicht an sie. Aber ich weiß aus Erfahrung, dass meine psychische Verfassung und der Glaube an die Wirksamkeit eines Medikaments mindestens so wichtig sind wie das Mittel selbst.

    Obwohl ich in meinem Handeln völlig rational bin (subjektiv natürlich), gibt es einen bildlichen Vorstellungsbereich, der "mystische" Komponenten zulässt (obwohl ich Atheist bin). Dass angenehme Gedanken wohltuend sind, wird wohl auch letztlich niemand bestreiten wollen.

    Die Art und Weise der Kritik an Naturheilverfahren finde ich aus diesen Gründen überzogen, ignorant, ideologisch und verlogen.

    http://de.wikipedia.org/w...

    • anbrey
    • 25.06.2010 um 13:08 Uhr

    verwerflich ist das nicht, sondern sogar ein Muss. Denn damit ein Placebo wirkt muss der Behandelnde absolut kongruent sein. Und das kann er nur, wenn er selbst glaubt, dass das Mittel wirkt.
    Mithin kann es sogar sein, dass ein Heilpraktiker besser mit Homöopathie heilt, als z.B. ein Arzt.

    Dass etwas hilft, das eigentlich gar nicht helfen kann? Wenn der Placebo-Effekt eintritt, findet eine - sagen wir mal - "Heilung" statt. Ist man deswegen nicht geheilt?

    1. Es kommt auf den konkreten Erfolg an (also auch den Placeboeffekt).

    2. Auch als wirksam erwiesene Medikament wirken in der Regel nicht zu 100%, sondern auf einer Skala von statistisch signifikant bis 100%, im Einzelfall auch mal gar nicht.

    3. Bei allen Krankheiten hat die psychische Konstitution (die keine Konstante ist, sondern immer Veränderungen unterliegt) Einfluss auf die Heilung.

    4. Je besser die Lüge, desto wirksamer das Placebo (Theoriegebäude).

    5. Wissen um die unerweisliche Wirksamkeit (einen Beweis der Unwirksamkeit kann es definitionsgemäß nicht geben) steht dem Placebo-Effekt nicht entgegen (der rationale Verstand hat verhältnismäßig wenig Einfluss auf die emotionale Verfassung).

    Ich selbst habe noch nie Naturheilverfahren angewandt und glaube auch nicht an sie. Aber ich weiß aus Erfahrung, dass meine psychische Verfassung und der Glaube an die Wirksamkeit eines Medikaments mindestens so wichtig sind wie das Mittel selbst.

    Obwohl ich in meinem Handeln völlig rational bin (subjektiv natürlich), gibt es einen bildlichen Vorstellungsbereich, der "mystische" Komponenten zulässt (obwohl ich Atheist bin). Dass angenehme Gedanken wohltuend sind, wird wohl auch letztlich niemand bestreiten wollen.

    Die Art und Weise der Kritik an Naturheilverfahren finde ich aus diesen Gründen überzogen, ignorant, ideologisch und verlogen.

    http://de.wikipedia.org/w...

    • anbrey
    • 25.06.2010 um 13:08 Uhr

    verwerflich ist das nicht, sondern sogar ein Muss. Denn damit ein Placebo wirkt muss der Behandelnde absolut kongruent sein. Und das kann er nur, wenn er selbst glaubt, dass das Mittel wirkt.
    Mithin kann es sogar sein, dass ein Heilpraktiker besser mit Homöopathie heilt, als z.B. ein Arzt.

  2. Man kann Kommentar 2 nur zustimmen.
    Warum sollte die Homöopathie besser sein, als irgendein anderes Placebo?
    Zusätzlich ist mir völlig unverständlich - vorausgesetzt man akzepiert die seltsame Behauptung, Wasser habe eine Art "Gedächtnis" -, warum sich Wasser nur selektiv an die "Wirkstoffe" "erinnern" sollte und nicht an all die anderen Moleküle, mit denen es schon in Kontakt gekommen ist.

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    Sie schreiben:

    "- vorausgesetzt man akzepiert die seltsame Behauptung, Wasser habe eine Art "Gedächtnis" -"

    Dazu wird Sie Folgendes interessieren:

    http://www.innovations-re...

    Diese "seltsame Behauptung" ist keineswegs eine der Alternativen Medizin.

    Ich habe selbst gute Erfahrungen mit der Homöopathie gemacht, und ich konnte auch gute Heilergebnisse bei der Behandlung von Pferden beobachten. Tiere und Placeboeffekt? Wohl kaum.

    Die Erwähnung des "gesunden Menschenverstandes" in dem Artikel ist auch so eine Sache. Reden wir über den gleichen gesunden Menschenverstand, der Aristoteles per Logik zu manchen absurden Ansichten geführt hat? Oder über den gesunden Menschenverstand, der die Erdbewohner über lange Zeit hat glauben lassen, unser Planet sei eine Scheibe?

    Das Folgende ist zwar "nur" ein Zitat aus einem Theaterstück, aber es bringt vielleicht das Problem auf den Punkt:

    "Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, Horatio, als Eure Schulweisheit sich träumen lässt." Hamlet, I,5

    Sie haben aber schon mitbekommen, wann de Artikel ihres Links erschienen ist? 01. April 2009.
    Und wie Placeboeffekt beim Tier über den halter funktioniert, ist bekannt, das muss nicht diskutiert werden.

    Sie schreiben:

    "- vorausgesetzt man akzepiert die seltsame Behauptung, Wasser habe eine Art "Gedächtnis" -"

    Dazu wird Sie Folgendes interessieren:

    http://www.innovations-re...

    Diese "seltsame Behauptung" ist keineswegs eine der Alternativen Medizin.

    Ich habe selbst gute Erfahrungen mit der Homöopathie gemacht, und ich konnte auch gute Heilergebnisse bei der Behandlung von Pferden beobachten. Tiere und Placeboeffekt? Wohl kaum.

    Die Erwähnung des "gesunden Menschenverstandes" in dem Artikel ist auch so eine Sache. Reden wir über den gleichen gesunden Menschenverstand, der Aristoteles per Logik zu manchen absurden Ansichten geführt hat? Oder über den gesunden Menschenverstand, der die Erdbewohner über lange Zeit hat glauben lassen, unser Planet sei eine Scheibe?

    Das Folgende ist zwar "nur" ein Zitat aus einem Theaterstück, aber es bringt vielleicht das Problem auf den Punkt:

    "Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, Horatio, als Eure Schulweisheit sich träumen lässt." Hamlet, I,5

    Sie haben aber schon mitbekommen, wann de Artikel ihres Links erschienen ist? 01. April 2009.
    Und wie Placeboeffekt beim Tier über den halter funktioniert, ist bekannt, das muss nicht diskutiert werden.

  3. hat schon immer einen großen fehler begangen, sie setzt auf studien und "wissenschaftliche beweise".
    wie weit und wohin hat sie dieser weg geführt? organtransplantationen, gelenksaustausch, und immer gern schneiden und weg damit. leider haben sie vergessen das menschen kein auto sind. und das bis heute in uns abläufe geschehen, die aus einem zusammenspiel von körper, geist und (seele) psyche bestehen. und genau dort stehen sie auch an.
    was denken sie warum alle krankheiten nur an der oberfläche behandelt werden? weil sie sich über die ursachen und deren heilung im unklaren sind. schulmedizin ist zu einem geschäft verkommen, besitzt eine ungeheuer starke lobby, und versucht alles (vor allen die pharmaindustrie) dass es so bleibt.
    nicht zum arzt gehen wird immer beliebter, dafür alternativmediziner aufsuchen, welche zusammenhängen des körpers kennen und darüber aufklären.
    allein die frage nach den persönlichen lebensumständen, ist nicht nur eine floskel, sondern sehr massgebend für die therapie.

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    Zitat
    "organtransplantationen, gelenksaustausch, und immer gern schneiden und weg damit"
    Welche Antwort hat die Homöopathie denn bei Gelenkverschleiß oder bei Amputationen?
    Zitat
    "was denken sie warum alle krankheiten nur an der oberfläche behandelt werden? "
    Das ist falsch, die Schulmedizin geht der Krankheitsursache sehr wohl auf den Grund im Gegensatz zur Homöopathie, wo eben nur die Symptome behandelt werden (" Gleiches mit Gleichem"). Als Ursachen müsssen dann immer dubiose "Energiezentren" und "Schwingungen" herhalten- mangels einer funktionierenden Diagnostik.
    Daß die Homöopathie mit ihrer "Wohlfühltherapie" in manchen Fällen Selbstheilungskräfte des Menschen positiv verstärken kann stellt ja niemand in Abrede. Doch vor allem die Homöopathen selbst sehen sich als eine Art Konkurrenz zur jahrtausendealten Medizin, gilt es doch auch ein Stück des Milliarden-Kuchens für die eigene Lobby zu sichern.
    Dabei mischen sie sich teilweise in Bereiche der Medizin ein, die deren Kompetenz bei weitem überschreitet.
    Und wenn dann auf Eltern eingewirkt wird, ihre Kinder nicht mehr impfen zu lassen, und dann bei einer Erkrankung auf einer Klassenfahrt die Haftung auf die Schule bzw. den Lehrer abgewälzt wird ( mittels Form-Brief des Heilpraktikers), ist das für mich eher ein Fall für den Staatsanwalt.

    Zitat
    "organtransplantationen, gelenksaustausch, und immer gern schneiden und weg damit"
    Welche Antwort hat die Homöopathie denn bei Gelenkverschleiß oder bei Amputationen?
    Zitat
    "was denken sie warum alle krankheiten nur an der oberfläche behandelt werden? "
    Das ist falsch, die Schulmedizin geht der Krankheitsursache sehr wohl auf den Grund im Gegensatz zur Homöopathie, wo eben nur die Symptome behandelt werden (" Gleiches mit Gleichem"). Als Ursachen müsssen dann immer dubiose "Energiezentren" und "Schwingungen" herhalten- mangels einer funktionierenden Diagnostik.
    Daß die Homöopathie mit ihrer "Wohlfühltherapie" in manchen Fällen Selbstheilungskräfte des Menschen positiv verstärken kann stellt ja niemand in Abrede. Doch vor allem die Homöopathen selbst sehen sich als eine Art Konkurrenz zur jahrtausendealten Medizin, gilt es doch auch ein Stück des Milliarden-Kuchens für die eigene Lobby zu sichern.
    Dabei mischen sie sich teilweise in Bereiche der Medizin ein, die deren Kompetenz bei weitem überschreitet.
    Und wenn dann auf Eltern eingewirkt wird, ihre Kinder nicht mehr impfen zu lassen, und dann bei einer Erkrankung auf einer Klassenfahrt die Haftung auf die Schule bzw. den Lehrer abgewälzt wird ( mittels Form-Brief des Heilpraktikers), ist das für mich eher ein Fall für den Staatsanwalt.

  4. Dass etwas hilft, das eigentlich gar nicht helfen kann? Wenn der Placebo-Effekt eintritt, findet eine - sagen wir mal - "Heilung" statt. Ist man deswegen nicht geheilt?

    Antwort auf "Verwerflich ..."
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    Das ist das Problem:

    http://whatstheharm.net/h...

    • minhen
    • 24.06.2010 um 17:52 Uhr

    Das ist es doch gerade. Nicht die Homöopathie hilft, sondern das blinde Vertrauen des Patienten. Ein Geschäftsmodell wie das der Alternativmedizin, das fundamental auf Lügen basiert und das Vertrauen der Patienten ausnutzt, kann doch nicht ernsthaft gutgeheißen werden.
    Vom moralischen Aspekt abgesehen sollte man vielleicht auch dringend darauf hinweisen, dass der Placebo-Effekt manchmal subjektiv Verminderung verschaffen kann, aber bei Erkrankungen, die nicht auch von alleine verschwinden würden, kann er keine Heilung bewirken. Eben deswegen gelten Placebo-Effekte als medizinisch unwirksam.

    • Parvis
    • 24.06.2010 um 21:09 Uhr

    wie der Patient eine Krankheit hat, die der Körper selbst heilen kann.

    Das ist das Problem:

    http://whatstheharm.net/h...

    • minhen
    • 24.06.2010 um 17:52 Uhr

    Das ist es doch gerade. Nicht die Homöopathie hilft, sondern das blinde Vertrauen des Patienten. Ein Geschäftsmodell wie das der Alternativmedizin, das fundamental auf Lügen basiert und das Vertrauen der Patienten ausnutzt, kann doch nicht ernsthaft gutgeheißen werden.
    Vom moralischen Aspekt abgesehen sollte man vielleicht auch dringend darauf hinweisen, dass der Placebo-Effekt manchmal subjektiv Verminderung verschaffen kann, aber bei Erkrankungen, die nicht auch von alleine verschwinden würden, kann er keine Heilung bewirken. Eben deswegen gelten Placebo-Effekte als medizinisch unwirksam.

    • Parvis
    • 24.06.2010 um 21:09 Uhr

    wie der Patient eine Krankheit hat, die der Körper selbst heilen kann.

  5. Das ist das Problem:

    http://whatstheharm.net/h...

    Antwort auf "Wo ist das Problem?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    . . . dann bitte sehr:

    http://www.sueddeutsche.d...

    Wollen wir wirklich anfangen, Erbsen zu zählen? Es gibt in jeden Beruf schwarze Schafe, nicht nur in der Alternativen Medizin.

    . . . dann bitte sehr:

    http://www.sueddeutsche.d...

    Wollen wir wirklich anfangen, Erbsen zu zählen? Es gibt in jeden Beruf schwarze Schafe, nicht nur in der Alternativen Medizin.

  6. Sie schreiben:

    "- vorausgesetzt man akzepiert die seltsame Behauptung, Wasser habe eine Art "Gedächtnis" -"

    Dazu wird Sie Folgendes interessieren:

    http://www.innovations-re...

    Diese "seltsame Behauptung" ist keineswegs eine der Alternativen Medizin.

    Ich habe selbst gute Erfahrungen mit der Homöopathie gemacht, und ich konnte auch gute Heilergebnisse bei der Behandlung von Pferden beobachten. Tiere und Placeboeffekt? Wohl kaum.

    Die Erwähnung des "gesunden Menschenverstandes" in dem Artikel ist auch so eine Sache. Reden wir über den gleichen gesunden Menschenverstand, der Aristoteles per Logik zu manchen absurden Ansichten geführt hat? Oder über den gesunden Menschenverstand, der die Erdbewohner über lange Zeit hat glauben lassen, unser Planet sei eine Scheibe?

    Das Folgende ist zwar "nur" ein Zitat aus einem Theaterstück, aber es bringt vielleicht das Problem auf den Punkt:

    "Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, Horatio, als Eure Schulweisheit sich träumen lässt." Hamlet, I,5

    Eine Leser-Empfehlung
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    • keox
    • 24.06.2010 um 18:57 Uhr

    Ein befreundeter Tiermediziner arbeitet sehr erfolgreich mit Homöopathie, der Placeboeffekt fällt da sicher weg, ebenso die zugegeben wichtige Arzt/Patientenbeziehung, die Schilderung von Symptomen erfolgt zwangsläufig über den Tierhalter.

    >Diese "seltsame Behauptung" ist keineswegs eine der Alternativen >Medizin.

    Richtig. Auch vermeintlich seriöse Seiten nutzen sie gerne mal für einen Aprilscherz. Der Name des Projektleiters Prof. Dr.-Ing. Rebéu Gissülf rückwärts gelesen ist ein weiterer Anhaltspunkt.

    • Parvis
    • 24.06.2010 um 21:11 Uhr

    Placeboeffekt lässt sich auch bei Tieren und Kleinkindern nachweisen und die homöopathischen Mittel, die in der Tiermedizin eingesetzt werden haben eine Potenzierung von höchstens D6, sind also nachweisbar.

    Zunächst ein mal vielen Dank für den Link.

    Jedoch geht daraus meines Erachtens nicht hervor, warum sich eine Flüssigkeit ausgerechnet an solche Stoffe "erinnern" sollte, die ihr als "Wirkstoff" zugegeben wurden und nicht etwa an all die anderen Moleküle (plakativ: Kläranlage etc), mit denen sie bereits "Kontakt" hatte. Eine 30C Verdünnung entspricht etwa ein Molekül eines Stoffes auf eine Wasserkugel mit einem Druchmesser von 150 Millionen Kilometern. Das sich hierbei das ganze Wasser an dieses eine Molekül erinnern kann, halte ich für fraglich.
    Des weiteren wird ja nicht ein Glas homöopathisch aufbereitetes Wasser getrunken, sondern (Zucker-)Kügelchen eingenommen, die sich wiederum selber an das Wasser "erinnern" müssten.

    Ich behaupte keines Wegs, dass der aktuelle Stand der Forschung der einzig richtige ist, oder dass sich die "Schulmedizin" nie irrt, jedoch halte ich die Wirkungsprinzipien der Homöopathie für absolut unplausibel.

    Mit freundlichen Grüßen

    Zur Erheiterung:
    http://www.jakearchibald....

    • koi2
    • 24.06.2010 um 23:37 Uhr

    Der von Ihnen zitierte Artikel ist ein Aprilscherz.

    was Sie beobachtet haben ist, dass es den Pferden nach der Einnahme besser ging. Was Sie nicht beobachten konnten ist, dass es den Pferden ohne der Einnahme ebenso besser gegangen wäre.

    Das ist die typische Argumentationsweise esoterisch angehauchter (interessanterweise oft akademisch gebildeter) Mütter beim Thema Globulli und Kinder. Natürlich sehen sie einen Effekt nach der Einnahme ihres Kindes von Globullis. Sie führen die Verbesserung nach dem Ursache-Wirkung-Prinzip eben auf diese Kügelchen zurück. Aber der gleiche Effekt tritt eben auch ohne Einnahme auf. Nur hat man dann eben keine sichtbare Ursache-Wirkung und deswegen fällt es nicht auf. Und was nicht auffällt: daran ist eben nur schwer zu glauben

    • keox
    • 24.06.2010 um 18:57 Uhr

    Ein befreundeter Tiermediziner arbeitet sehr erfolgreich mit Homöopathie, der Placeboeffekt fällt da sicher weg, ebenso die zugegeben wichtige Arzt/Patientenbeziehung, die Schilderung von Symptomen erfolgt zwangsläufig über den Tierhalter.

    >Diese "seltsame Behauptung" ist keineswegs eine der Alternativen >Medizin.

    Richtig. Auch vermeintlich seriöse Seiten nutzen sie gerne mal für einen Aprilscherz. Der Name des Projektleiters Prof. Dr.-Ing. Rebéu Gissülf rückwärts gelesen ist ein weiterer Anhaltspunkt.

    • Parvis
    • 24.06.2010 um 21:11 Uhr

    Placeboeffekt lässt sich auch bei Tieren und Kleinkindern nachweisen und die homöopathischen Mittel, die in der Tiermedizin eingesetzt werden haben eine Potenzierung von höchstens D6, sind also nachweisbar.

    Zunächst ein mal vielen Dank für den Link.

    Jedoch geht daraus meines Erachtens nicht hervor, warum sich eine Flüssigkeit ausgerechnet an solche Stoffe "erinnern" sollte, die ihr als "Wirkstoff" zugegeben wurden und nicht etwa an all die anderen Moleküle (plakativ: Kläranlage etc), mit denen sie bereits "Kontakt" hatte. Eine 30C Verdünnung entspricht etwa ein Molekül eines Stoffes auf eine Wasserkugel mit einem Druchmesser von 150 Millionen Kilometern. Das sich hierbei das ganze Wasser an dieses eine Molekül erinnern kann, halte ich für fraglich.
    Des weiteren wird ja nicht ein Glas homöopathisch aufbereitetes Wasser getrunken, sondern (Zucker-)Kügelchen eingenommen, die sich wiederum selber an das Wasser "erinnern" müssten.

    Ich behaupte keines Wegs, dass der aktuelle Stand der Forschung der einzig richtige ist, oder dass sich die "Schulmedizin" nie irrt, jedoch halte ich die Wirkungsprinzipien der Homöopathie für absolut unplausibel.

    Mit freundlichen Grüßen

    Zur Erheiterung:
    http://www.jakearchibald....

    • koi2
    • 24.06.2010 um 23:37 Uhr

    Der von Ihnen zitierte Artikel ist ein Aprilscherz.

    was Sie beobachtet haben ist, dass es den Pferden nach der Einnahme besser ging. Was Sie nicht beobachten konnten ist, dass es den Pferden ohne der Einnahme ebenso besser gegangen wäre.

    Das ist die typische Argumentationsweise esoterisch angehauchter (interessanterweise oft akademisch gebildeter) Mütter beim Thema Globulli und Kinder. Natürlich sehen sie einen Effekt nach der Einnahme ihres Kindes von Globullis. Sie führen die Verbesserung nach dem Ursache-Wirkung-Prinzip eben auf diese Kügelchen zurück. Aber der gleiche Effekt tritt eben auch ohne Einnahme auf. Nur hat man dann eben keine sichtbare Ursache-Wirkung und deswegen fällt es nicht auf. Und was nicht auffällt: daran ist eben nur schwer zu glauben

    • minhen
    • 24.06.2010 um 17:52 Uhr

    Das ist es doch gerade. Nicht die Homöopathie hilft, sondern das blinde Vertrauen des Patienten. Ein Geschäftsmodell wie das der Alternativmedizin, das fundamental auf Lügen basiert und das Vertrauen der Patienten ausnutzt, kann doch nicht ernsthaft gutgeheißen werden.
    Vom moralischen Aspekt abgesehen sollte man vielleicht auch dringend darauf hinweisen, dass der Placebo-Effekt manchmal subjektiv Verminderung verschaffen kann, aber bei Erkrankungen, die nicht auch von alleine verschwinden würden, kann er keine Heilung bewirken. Eben deswegen gelten Placebo-Effekte als medizinisch unwirksam.

    Antwort auf "Wo ist das Problem?"
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    "Das ist es doch gerade. Nicht die Homöopathie hilft, sondern das blinde Vertrauen des Patienten. Ein Geschäftsmodell wie das der Alternativmedizin, das fundamental auf Lügen basiert und das Vertrauen der Patienten ausnutzt, kann doch nicht ernsthaft gutgeheißen werden."

    =>

    Die Frage ist hier meines Erachtens, ob der Zweck die - hier meinetwegen verwerflichen, da auf Lügen basierenden - Mittel heiligt. Meines Erachtens: Ja. Wer nach einer Behandlung geheilt ist, dem wird es egal sein, wie die Heilung zustande kam. Mir ist es zumindest egal.

    (Selbstverständlich darf Homöopathie nicht als Allheilmittel gesehen werden, wenn klar ist, dass eine gefährliche Krankheit damit nicht geheilt werden kann.)

    Wie immer von einer Verschwörung geredet wird. Ja ja die skandalösen Alternativmediziner, die immer nur das eine Wollen: Höhere Profite!
    Muss immer lachen wie einfach es ist die Menschen hinters Licht zu führen. Wenn Homöopathie nicht funktionieren würde, dann wäre sie nicht so erfolgreich. Auch in der Tiermedizien wirkt sie und die wissen nicht was sie bekommen. Auch wurde der Memory-Effekt von Wassermolekülen nachgewiesen, wie der Link auf der ersten Kommentarseite gut verdeutlicht.
    Nur wenn sich diese Erkenntnis durchsetzten würde, könnte man ja noch viel mehr Medikamente mit dieser Technik herstellen. Nur würde dies die Einnahmen der Paharmaindustrie stark einschränken, da ihre so geliebten Nebenwirkungen wegfallen würden und die Dutzenden Millionen von Abhängigen ihre Drogen verlieren würden. Denn bei dieser Frage geht es um Hunderte von Milliarden Dollar! Oder anders ausgedrückt: Alle Entwicklungen, die zu einer gesunderen Bevölkerung führen, oder die zu billigeren Behandlungsmethoden führen, müssen im Namen des Wachstums verhindert werden! Schließlich geht es um einen der zukünftigen Wachstumsmärkte! Ihr solltet euch langsam entscheiden: Gibt es noch mehr als Wachstum? Kann Wachstum etwa auch schädlich sein? Ist es vielleicht ein Verbrechen an der Menschheit diesen Sektor den Finanzmärkten zu überlassen?

    "Das ist es doch gerade. Nicht die Homöopathie hilft, sondern das blinde Vertrauen des Patienten. Ein Geschäftsmodell wie das der Alternativmedizin, das fundamental auf Lügen basiert und das Vertrauen der Patienten ausnutzt, kann doch nicht ernsthaft gutgeheißen werden."

    =>

    Die Frage ist hier meines Erachtens, ob der Zweck die - hier meinetwegen verwerflichen, da auf Lügen basierenden - Mittel heiligt. Meines Erachtens: Ja. Wer nach einer Behandlung geheilt ist, dem wird es egal sein, wie die Heilung zustande kam. Mir ist es zumindest egal.

    (Selbstverständlich darf Homöopathie nicht als Allheilmittel gesehen werden, wenn klar ist, dass eine gefährliche Krankheit damit nicht geheilt werden kann.)

    Wie immer von einer Verschwörung geredet wird. Ja ja die skandalösen Alternativmediziner, die immer nur das eine Wollen: Höhere Profite!
    Muss immer lachen wie einfach es ist die Menschen hinters Licht zu führen. Wenn Homöopathie nicht funktionieren würde, dann wäre sie nicht so erfolgreich. Auch in der Tiermedizien wirkt sie und die wissen nicht was sie bekommen. Auch wurde der Memory-Effekt von Wassermolekülen nachgewiesen, wie der Link auf der ersten Kommentarseite gut verdeutlicht.
    Nur wenn sich diese Erkenntnis durchsetzten würde, könnte man ja noch viel mehr Medikamente mit dieser Technik herstellen. Nur würde dies die Einnahmen der Paharmaindustrie stark einschränken, da ihre so geliebten Nebenwirkungen wegfallen würden und die Dutzenden Millionen von Abhängigen ihre Drogen verlieren würden. Denn bei dieser Frage geht es um Hunderte von Milliarden Dollar! Oder anders ausgedrückt: Alle Entwicklungen, die zu einer gesunderen Bevölkerung führen, oder die zu billigeren Behandlungsmethoden führen, müssen im Namen des Wachstums verhindert werden! Schließlich geht es um einen der zukünftigen Wachstumsmärkte! Ihr solltet euch langsam entscheiden: Gibt es noch mehr als Wachstum? Kann Wachstum etwa auch schädlich sein? Ist es vielleicht ein Verbrechen an der Menschheit diesen Sektor den Finanzmärkten zu überlassen?

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