Pro & Contra Brauchen wir eine Frauenquote in der Forschung?
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Contra

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Von Margret Wintermantel, Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz

Die Anzahl der in Wissenschaft und Forschung tätigen Frauen ist trotz aktiver Förderungspolitik und kontinuierlicher Aufwärtsentwicklung nach wie vor zu niedrig. Bei einem Frauenanteil von 16 Prozent an den Professuren oder 23 Prozent an den Habilitationen ist noch viel Luft nach oben. Ich sehe in einer Quote jedoch nicht die geeignete Lösung: Mit ihr würden Wissenschaftlerinnen dem pauschalen Verdacht ausgesetzt, Quotenfrauen zu sein. Auch löst die Quote nicht das Problem, dass in vielen Disziplinen weiblicher Nachwuchs fehlt. Die Abwerbung würde verstärkt, nur scheinbare Verbesserungen würden erreicht.

Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen müssen Gleichstellungspolitik zu einer zentralen Aufgabe machen. Es gilt, die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen und Männern auf der Basis eines streng qualitätsgeleiteten Auswahlprozesses zu betreiben. Ausgangspunkt sollten die heutigen Frauenanteile sein – auf den verschiedenen Qualifikationsstufen und in den verschiedenen Fachdisziplinen. Die Anteile auf den einzelnen Qualifikationsebenen sollten sich daran orientieren, was auf der jeweils niedrigeren Ebene erreicht wurde. Die Ziele sollten so ehrgeizig gesetzt werden, dass der Prozess beschleunigt und eine sukzessive Steigerung erreicht wird. Dieses Kaskadenmodell ist der Quote vorzuziehen.

 
Leser-Kommentare
  1. Eine Stelle sollte die Person bekommen, die am besten dazu passt. Wenn zwei Menschen "gleich gut" dazu passen, hat man eben nicht genau genug geschaut bzw. zu schlechte Instrumente benutzt.
    Eigentlich überübrigt sich damit jede Diskussion.

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    >Wenn zwei Menschen "gleich gut" dazu passen,
    >hat man eben nicht genau genug geschaut bzw.
    >zu schlechte Instrumente benutzt.

    Zur wissenschaftlichen Redlichkeit gehört aber auch, sich einzugestehen, dass es eine gewisse Messunschärfe immer gibt; das gilt auch bei der Beurteilung von Bewerbern.

    Sicherlich findet man immer irgendein "Instrument", das irgendein (!) Ergebnis ("Kandidat A ist besser.") ausspuckt. Aber nur weil irgendein Ergebnis herauskommt, heißt das nicht, dass das Ergebnis stimmt.

    Es gibt Grenzen der Messbarkeit, gerade bei "weichen" Größe wir Job-Eignung.

    das nur der gewünschte Kandidat die geeignete Vita hat...

    >Wenn zwei Menschen "gleich gut" dazu passen,
    >hat man eben nicht genau genug geschaut bzw.
    >zu schlechte Instrumente benutzt.

    Zur wissenschaftlichen Redlichkeit gehört aber auch, sich einzugestehen, dass es eine gewisse Messunschärfe immer gibt; das gilt auch bei der Beurteilung von Bewerbern.

    Sicherlich findet man immer irgendein "Instrument", das irgendein (!) Ergebnis ("Kandidat A ist besser.") ausspuckt. Aber nur weil irgendein Ergebnis herauskommt, heißt das nicht, dass das Ergebnis stimmt.

    Es gibt Grenzen der Messbarkeit, gerade bei "weichen" Größe wir Job-Eignung.

    das nur der gewünschte Kandidat die geeignete Vita hat...

  2. ... das schon heute Frauen in den Wissenschaften bevorzugt behandelt werden. Jeder Lehrstuhl freut sich, Frauen als Diplomandinnen oder gar Doktorandinnen gewinnen zu können. Und das ist okay so.

    Der Grund, warum es trotzdem so wenige Frauen in der Forschung gibt, ist deshalb wohl eher bei den Frauen selbst zu suchen. Die meisten wollen einfach keine wissenschaftliche Karriere.

    Ein möglicher Grund dafür könnte die noch immer vorherrschende gesellschaftliche Prägung sein: Von Frauen wird leider unterschwellig immer noch erwartet, emotional statt rational sein. Wer so aufwächst kann dann natürlich mit Wissenschaft nicht so viel anfangen.

  3. 3. .....

    >Wenn zwei Menschen "gleich gut" dazu passen,
    >hat man eben nicht genau genug geschaut bzw.
    >zu schlechte Instrumente benutzt.

    Zur wissenschaftlichen Redlichkeit gehört aber auch, sich einzugestehen, dass es eine gewisse Messunschärfe immer gibt; das gilt auch bei der Beurteilung von Bewerbern.

    Sicherlich findet man immer irgendein "Instrument", das irgendein (!) Ergebnis ("Kandidat A ist besser.") ausspuckt. Aber nur weil irgendein Ergebnis herauskommt, heißt das nicht, dass das Ergebnis stimmt.

    Es gibt Grenzen der Messbarkeit, gerade bei "weichen" Größe wir Job-Eignung.

    Antwort auf "Die besten"
    • Puzi
    • 08.06.2010 um 13:23 Uhr

    Ein weiterer Grund koennte die miserable Verguetung sein und eine unsichere Stelle mit Zeitvertrag nach Zeitvertrag bis weit ueber 35...

  4. Man sollte endlich einsehen, selbst an der Uni als vermutlich familienfeindlichsten Arbeitsmarkt im Lande, daß Männer und Frauen nicht gleich ticken. Das sollte eigentlich jedem klar sein, der mehr als 5 Minuten im Eingang eines Kindergartens verbracht hat, und die Jungs und Mädchen beim Spielen beobachtet hat. Wer glaubt, das sei alles Erziehungssache, und "unbewusst" von den wie immer an allem Schuld seienenden, rückständigen Eltern erzeugt, der hat vermutlich weder eigene Kinder noch über die eigene Ideologiebrille hinaus bei anderen hingesehen.

    Es ist wichtig, daß Männer und Frauen gleiche Rechte haben. Das heißt nicht, daß sie gezwungen werden dürfen, sie wahrzunehmen. Man muß dürfen, aber darf nicht müssen. Und eine Quote ist zweiteres!

    Die Statistik wird sich nie angleichen. Weil Frauen nun mal anders sind als Männer. Nicht besser, nicht schlechter, nur einfach anders. Und das ist gut so.

    Für die Wissenschaftskarriere würde ich es mal so formulieren: Eine Frau ist tendenziell eher zu vernünftig, um einen Job, der trotz hohem Arbeitseinsatz vermutlich keinen Erfolg bringt und obendrein unterbezahlt ist, ihre wertvollste Lebenszeit zu widmen. Womit sie absolut Recht hat.

    Anstatt Quote heißt das: Bessere Arbeitsbedingungen, Verinbarkeit von Beruf und Familie, Respekt gegenüber Eltern, usw. Eine Quote macht nur Sinn wenn man sich vor der echten Problemlösung drücken und die Folgen verstecken will.

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    ...genau so ist es. Ich kann Ihnen nur zustimmen. Und zusätzlich: Warum soll es denn über alle Fächer eine gleiche Quote geben? In Mathematik/Physik gibt es nun mal eine geringere Frauenquote, ganz anders beispielsweise in Psychologie. Und dort gibt es auch jede Menge Professorinnen. Ich sehe da hinsichtlich Verhältnis Studienanfängerinnen/Professorinnen zunächst mal keinen Nachholbedarf. Und: Man muss nicht immer alles an die Frauen anpassen, es darf in unserer Gesellschaft aus meiner Sicht auch gerne Männerdomänen geben.

    ...genau so ist es. Ich kann Ihnen nur zustimmen. Und zusätzlich: Warum soll es denn über alle Fächer eine gleiche Quote geben? In Mathematik/Physik gibt es nun mal eine geringere Frauenquote, ganz anders beispielsweise in Psychologie. Und dort gibt es auch jede Menge Professorinnen. Ich sehe da hinsichtlich Verhältnis Studienanfängerinnen/Professorinnen zunächst mal keinen Nachholbedarf. Und: Man muss nicht immer alles an die Frauen anpassen, es darf in unserer Gesellschaft aus meiner Sicht auch gerne Männerdomänen geben.

  5. Wichtig sind gleiche Bezahlung bei gleicher Tätigkeit und adäquate soziale Sicherung.

  6. ...genau so ist es. Ich kann Ihnen nur zustimmen. Und zusätzlich: Warum soll es denn über alle Fächer eine gleiche Quote geben? In Mathematik/Physik gibt es nun mal eine geringere Frauenquote, ganz anders beispielsweise in Psychologie. Und dort gibt es auch jede Menge Professorinnen. Ich sehe da hinsichtlich Verhältnis Studienanfängerinnen/Professorinnen zunächst mal keinen Nachholbedarf. Und: Man muss nicht immer alles an die Frauen anpassen, es darf in unserer Gesellschaft aus meiner Sicht auch gerne Männerdomänen geben.

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