Alltagslügen Der manipulierte Tag
Ob zu Hause, auf Arbeit oder im Supermarkt: Überall werden wir beeinflusst. Wie auch wir selbst manipulieren, zeigt ein Tag im Leben der fiktiven Familie Schneider.
7.30 Uhr: Frühstück
Die Schneiders sind eine fiktive Familie, die exemplarisch für viele Familien steht. Am Morgen ist Peter Schneider gerade auf dem Sprung ins Büro, seine Frau Karin, der achtjährige Sohn Julian und die sechsjährige Hannah sitzen noch am Frühstückstisch.
»Schatz«, sagt Herr Schneider und gießt seiner Frau noch schnell eine Tasse Kaffee ein, »kannst du mir bitte für heute Abend noch den DVD-Rekorder programmieren? Du bist doch unser Technikgenie. Wenn ich das mache, haben wir nicht den Bond-Film aufgezeichnet, sondern Deutschlands schönste Bahnstrecken.«
»Einen Klassiker« nennt der Psychotherapeut Rainer Sachse, was die Eltern hier miteinander treiben: das Blöd-Spiel. »Man erklärt sich zuerst selbst als zu dumm für etwas, und in der dazugehörigen Schmeichelkomponente definiert man den Partner als genial.« Eine elegante Methode, um eine Tätigkeit an jemand anderen abzugeben, die man nicht gern selbst macht.
Sachse, der viele Jahre als Paartherapeut gearbeitet hat, findet Manipulation innerhalb einer Partnerschaft meist nicht beunruhigend. »Es gibt eine Theorie, die davon ausgeht, dass Manipulation normales soziales Verhalten darstellt. Richtig dosiert und auf beide Partner gleich verteilt, macht sie eine Beziehung spannend, abwechslungsreich und reizvoll. Das Problem ist nicht die Manipulation selbst, sondern ihr Ausmaß«, sagt Sachse. In seinem Buch Wie manipuliere ich meinen Partner – aber richtig plädiert er dafür, das Ganze als Spiel zu sehen, »an dem alle Beteiligten viel Spaß haben können«.
- Datum 27.07.2011 - 10:55 Uhr
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- Quelle ZEIT Wissen 4/2010
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Zitat: "Ein Experiment [...] zeigte, dass sich die Geschworenen von einem Sachverständigen doppelt so oft überzeugen ließen, wenn er unverständliche Fachsprache benutzte, als wenn er die Sachverhalte klar verständlich erklärte."
Das halte ich für eine diskussionswürdige These. Ich arbeite als Unternehmensberater und führe Web 2.0-Technologie in unternehmensinterne Wertschöpfungsketten ein.
Meine Erfahrung nach mehreren Jahren ist eindeutig: je mehr Fremdworte verwendet werden, umso weniger erreicht man die Leute. Die sind vielleicht beeindruckt, kaufen aber nicht, da sie nicht verstehen was sie kaufen.
das kann ich nachvollziehen.
Gruß
horst_voigt
das kann ich nachvollziehen.
Gruß
horst_voigt
»der findet echte Erdbeeren langweilig.«
Diese großen wässrigen Erdbeeren aus dem Supermarkt sind ja auch langweilig im Geschmack.
Und gegen kleine Walderdbeeren aus Omas Garten kommen auch Aromen nicht an....
Plumpe Aufzählung von menschlicher Interaktion, die derat aufgepimpt wird, dass hieraus ein pseudo-wisschensahftlicher Artike wird...
Muss wohl ein Sommerloch vorherrschen, in der Printmedienbranche....
Ein Apsket dieser ganzen Manipulation, der wir täglich ausgesetzt sind, ist ja eine daraus resultierende Unmündigkeit.
"Der manipulierte Tag" bringt einen ersten Eindruck, wirft meiner Meinung nach aber zu wenige weiterführende Fragen auf.
Es klingt härter und schärfer, was Bernard Stiegler (Leiter der Abteilung "Kulturelle Entwicklung" im Centre Georges Pompidou) dazu zu sagen hat. In seinem Buch "Die Logik der Sorge: Verlust der Aufklärung durch Technik und Medien" kritisiert er harsch eine Entwicklung hin zur Infantilisierung der Gesellschaft.
Ich will das Buch nicht empfehlen, da ich es selber für nicht besonders gut halte, aber es zeigt verschiedene Aspekte auf, die in dieses Thema reinpassen.
Die Unfähigkeit sich der Werbung oder anderen psychologischen Tricks zu widersetzen, resultiert zum Teil aus einer gewissen Unmündigkeit. Diese wird von Herrn Stiegler auf einem psychoanalytischen Wege analysiert. Er betont dabei die Aufmerksamkeitsvereinnahmung durch die Medien, was seiner Meinung nach auf Umwegen nicht selten zu ADS (Aufmerksamkeits-defizit-syndrom) führt. Die Aufmerksamkeitsvereinnahmung durch die Medien seien auf eine heutzutage fehlenden Erziehung durch die Eltern zurückzuführen, die als Medium für die Übertragung von historisch erlangten Kulturwissen fungiert. Dabei würden unmündige und historisch abgekapselte Menschen heranwachsen, die in ihrer infantilitären Verhaltensstruktur bevormundet werden müssten.
Leider sind hiermit die Zeichen vorbei. :)
Ganz so unwissenschaftlich ist das nicht. Einige der Strategien haben auch Einzug in die Lehrbücher der Sozialpsychologie gefunden. Z.B. als "foot in the door" (erst ein kleiner Gefallen, dann ein großer, Prinzip: Commitment und Konsistenz) und "door in the face" (erst ein großer Gefallen, dann ein kleiner, Prinzip: Reziprozitätsnorm). Wird viel in der Werbepsychologie verwendet. Aufgrund der Universalität gibt es aber auch Aufschluss über basale menschliche Interaktionsstrategien.
Nur weil es "Eingang" in eine Lehrbuch fand, ist dies nicht zwingend wissenschaftlich*Kopfschüttel über solche Gläubigkeit"
Ach ja, Gilovich, Nisbett und Keltner sind ja nur irgendwelche Hampelmänner, die alles ungefragt aus irgenwelchen Psychoseiten von Frauenzeitschriften übernehmen, deswegen sind sie ja auch Professoren in Cornell und Berkeley. Man könnte sich ja mal die Mühe machen, in die Originalstudien reinzuschauen, wenn man schon alles als so schrecklich "unwissenschaftlich" abtut, und sich selber ein Bild darüber machen, ob methodisch sauber vorgegangen wurde. Und wenn ich mich nicht darauf verlassen kann, dass namhafte, international renommierte Wissenschaftler in einem LEHRBUCH ihre Quellen anständig recherchieren, was soll ich dann machen? Ich kann nicht alles bis ins letzte Detail nachprüfen. Ich verlasse mich auch darauf, dass bei meinem Auto nicht plötzlich die Bremsen versagen, wenn ich eins kaufe, ohne es vorher noch einmal komplett durchzuschauen und auseinander und wieder zusammen zu bauen. Und wenn jetzt einer kommt und sagt, ja aber, man darf nicht alles immer einfach so schlucken, man muss sich sein eigenes Bild machen, bla bla bla, sage ich nur, wenn mir ein Prof nen Lehrbuch auf die Semesterlektüreliste setzt, dann muss ich davon ausgehen, dass da keine Märchen drinstehen, denn ich kann nicht in jede einzelen Studie den Methodenteil studieren. Das würde selbst ein Diplomstudium sprengen, geschweige denn den Bachelor. Mal abgesehen davon, ist es genauso unwissenschaftlich einer Studie Unwissenschaftlichkeit zu unterstellen, ohne einmal reingeguckt zu haben.
Nur weil es "Eingang" in eine Lehrbuch fand, ist dies nicht zwingend wissenschaftlich*Kopfschüttel über solche Gläubigkeit"
Ach ja, Gilovich, Nisbett und Keltner sind ja nur irgendwelche Hampelmänner, die alles ungefragt aus irgenwelchen Psychoseiten von Frauenzeitschriften übernehmen, deswegen sind sie ja auch Professoren in Cornell und Berkeley. Man könnte sich ja mal die Mühe machen, in die Originalstudien reinzuschauen, wenn man schon alles als so schrecklich "unwissenschaftlich" abtut, und sich selber ein Bild darüber machen, ob methodisch sauber vorgegangen wurde. Und wenn ich mich nicht darauf verlassen kann, dass namhafte, international renommierte Wissenschaftler in einem LEHRBUCH ihre Quellen anständig recherchieren, was soll ich dann machen? Ich kann nicht alles bis ins letzte Detail nachprüfen. Ich verlasse mich auch darauf, dass bei meinem Auto nicht plötzlich die Bremsen versagen, wenn ich eins kaufe, ohne es vorher noch einmal komplett durchzuschauen und auseinander und wieder zusammen zu bauen. Und wenn jetzt einer kommt und sagt, ja aber, man darf nicht alles immer einfach so schlucken, man muss sich sein eigenes Bild machen, bla bla bla, sage ich nur, wenn mir ein Prof nen Lehrbuch auf die Semesterlektüreliste setzt, dann muss ich davon ausgehen, dass da keine Märchen drinstehen, denn ich kann nicht in jede einzelen Studie den Methodenteil studieren. Das würde selbst ein Diplomstudium sprengen, geschweige denn den Bachelor. Mal abgesehen davon, ist es genauso unwissenschaftlich einer Studie Unwissenschaftlichkeit zu unterstellen, ohne einmal reingeguckt zu haben.
An der nicht-süßwarenfreien Kasse.
Sohn: "Papi, kaufst Du mir ein Überraschungsei?"
Vater: "Ich mach Dir ein Angebot: Wenn Du eines selbst bezahlst, schenk ich Dir ein zweites dazu!"
Sohn: "Aber ich hab doch gar kein Geld!?"
Vater: "Dann entgeht Dir dieses supergünstige Angebot leider."
gucke ich Shopping-Kanäle gar nicht erst. Nach spätestens fünf Minuten bin ich so genervt von den ganzen Peinlichkeiten, die dort zum Besten gegeben werden, dass ich direkt weiterschalten muss.
Ich finde auch diese Alpecin-Werbung so toll. Dort steht so ein Weisskittel und versucht einen durch so eine banale Grafik zu überzeugen, bei der einfach nur ein Kringel in die Länge gezogen wird, was einen dann überzeugen soll, dass das Haarwachstum verlängert wird. Ich könnt’ mich jedesmal wegschmeissen! XD
Aber genauso wird man ja auch hier manipuliert, indem eine exemplarische Familie vorgestellt wird, welche die 'Drurchschnittsfamilie' verkörpern soll und einem so ein positives Gefühl vermitteln soll falls man sich darin wiedererkennt und selbst wenn dem nicht so ist, es doch wenigstens für archetypisch und erstrebenswert hält Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, erfolgreich Karriere zu machen, ein Auto zu haben und ständig Urlaub zu machen und unheimlich wichtige Meetings zu machen.
So long...
Nur weil es "Eingang" in eine Lehrbuch fand, ist dies nicht zwingend wissenschaftlich*Kopfschüttel über solche Gläubigkeit"
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