BiorhythmusIm richtigen Takt

Oft bestimmt der Alltag, wann wir aufwachen, essen, arbeiten. Er zwingt uns dazu, dem eigenen Biorhythmus zuwiderzuhandeln. Dabei würde vieles leichter gelingen, wenn wir auf unsere innere Uhr hörten – denn die gibt den richtigen Takt vor. von Susanne Schäfer

Ein Jogger auf Lanzarote: Moderater Sport am Abend kann den Schlaf verbessern

Ein Jogger auf Lanzarote: Moderater Sport am Abend kann den Schlaf verbessern  |  © Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Aufwachen:7 Uhr

Das Hormon Melatonin beeinflusst unsere Müdigkeit: Nachts um drei ist seine Konzentration im Blut im Schnitt am höchsten, danach sinkt sie ab. Gleichzeitig steigt der Spiegel des Stresshormons Cortisol, um das Gehirn aufs Aufwachen vorzubereiten. Den Höhepunkt erreicht er etwa um sieben Uhr. Ob dann ein günstiger Moment ist, um aufzuwachen, hängt aber auch davon ab, ob man gerade eine Leichtschlaf-Phase hat. Wer dann geweckt wird, kann sich schneller orientieren als jemand, der aus einer Tiefschlaf-Phase gerissen wird. Spezielle Wecker sollen solche Momente erkennen, schneiden in Tests aber bisher nur mittelmäßig ab.

Essen:8 Uhr

Der Magen leert sich morgens schneller als abends. Deshalb macht auch ein üppiges Frühstück nicht allzu schlapp. Das Körpergewicht lässt sich allerdings nicht dadurch beeinflussen, dass man morgens oder abends besonders viel isst – dass späte Mahlzeiten dick machen, ist ein Mythos.

Anzeige
ZEIT Wissen 5/2010

Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen

Einfache Tätigkeiten erledigen:14 bis 16 Uhr

Die meisten Menschen können sich vormittags am besten konzentrieren, am frühen Nachmittag am schlechtesten. Etwa eine Stunde nach dem Mittagessen werden viele unaufmerksam und vergesslich. Deshalb sollte man zu dieser Tageszeit das Auto lieber stehen lassen und keine wichtigen Entscheidungen treffen, sondern Routineangelegenheiten erledigen. Verantwortlich für das Nachmittagstief ist neben anderen Faktoren der Blutzuckerspiegel, den man allerdings durch die Ernährung beeinflussen kann: Bei einem Mittagessen mit viel Weißmehl und Zucker wird viel Insulin ausgeschüttet, das den Zucker schnell abbaut. Der Blutzuckerspiegel sinkt rapide, und man wird hungrig und müde – ein Mittagessen mit Gemüse und Vollkorn kann dem vorbeugen.

Arztbesuche:15 Uhr

Die Schmerzempfindlichkeit ist nachmittags am niedrigsten. Wer eine unangenehme Wurzelbehandlung auf diese Tageszeit legt, leidet also womöglich weniger. »Am frühen Nachmittag lassen sich Zahnbehandlungen in der Regel besser aushalten«, sagt Uwe Junker, Schmerzmediziner am Sana Klinikum Remscheid, das zur Universität Köln gehört. Denn dann funktioniert das Schmerzhemmsystem des Körpers am besten: Besonders viele körpereigene schmerzhemmende Stoffe wie Cannabinoide, Serotonin und Endorphine werden ausgeschüttet. »Diese Prozesse sind bei allen Menschen in etwa gleich, hier muss man also nicht zwischen Morgen- und Abendtypen unterscheiden«, sagt Junker.

Vom Allgemeinarzt sollte man sich dagegen besser nicht am frühen Nachmittag untersuchen lassen, denn dann ist der Blutdruck niedriger. Wird er um diese Zeit gemessen, bleibt Bluthochdruck möglicherweise unerkannt. Die Messung am Mittag oder späten Nachmittag ist aussagekräftiger.

Leserkommentare
    • Pyr
    • 28. September 2010 12:27 Uhr

    Grusel. Das erschien mir schon zu Schulzeiten die dümmste Idee ever. Vor 8 Uhr auf keinen Fall, wenn's nicht unbedingt sein muss...

    • Garzun
    • 28. September 2010 12:34 Uhr

    Der Artikel sit ja wohl der Witz schlecht hin. Quasi durchgänig ist die Rede davon wann ein Mensch gewisse Aktivitäten am besten durch führen sollte und dann kommt am Ende der Hinweis auf Tag und Nachtmenschen, mit dem alles zuvor geschriebene über den Haufen geschmissen wird.

    Oder wie sollte jemand der um 8:30 aufsteht dann schon gegessen haben? Oder wenn jemand um 1:00 Uhr im Bett war sich am nächsten Morgen um 7 Uhr ausgeruht und erholt fühlen?

    Und dann diser Link zum Test welcher Typ man ist.
    Ist das Ihr ernst? Offensichtlicher kann man ja wohl nicht mehr einem Unternehmen helfen an Probanden zu kommen.

    entfernt. Bitte bleiben Sie in Ihrer Kritik sachlich. Danke. Die Redaktion/ew

  1. Solange wir hier in Europa Sommerzeit haben, stimmen die oben angegebene Zeiten gar nicht. Wer meint, um 7 Uhr morgens aufzustehen, steht in Wahrheit um 6 Uhr auf - Entsprechendes gilt für die anderen Zeiten. Wenn schon die "innere Uhr" den Takt vorgibt, sollte man dies berücksichtigen, denn ihr ist die Sommerzeit egal. Also muss es heißen: Essen - 9 Uhr, einfache Tätigkeiten erledigen 15- 17 Uhr etc. Ob das im Alltag praktikabel ist, wage ich allerdings zu bezweifeln.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • ohno
    • 29. September 2010 16:24 Uhr

    Wenn Sie schon auf der Sommerzeit rumreiten, sollten Sie nicht vergessen, zu erwähnen, dass es in Görlitz vom Sonenstand her bereits 12:30 ist, während es in Essen noch (etwa) 12:00 ist.

  2. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen und bemühen Sie sich um einen konstruktiven Diskussionsbeitrag. Danke. Die Redaktion/ag

    • ohno
    • 29. September 2010 16:24 Uhr

    Wenn Sie schon auf der Sommerzeit rumreiten, sollten Sie nicht vergessen, zu erwähnen, dass es in Görlitz vom Sonenstand her bereits 12:30 ist, während es in Essen noch (etwa) 12:00 ist.

    Antwort auf "Sommerzeit"
    • basher
    • 01. Oktober 2010 0:58 Uhr

    Fast den gleichen Artikel habe ich neulich in einem "Gesundheitsratgeber" ich nehme an, der Apothekenrundschau oder so gelesen. Sicher, dass die Zeit hier einen eigenen Artikel geschrieben hat? Bitte mal in der PRINTAUSGABE nachblättern, den entsprechenden Artikel scheint es nicht online zu geben.

  3. die Feststellungen sind ja richtig; könnten wir nach unserem Biorhythmus den Tag verbringen, ginge es uns allen wesentlich besser - die Arbeitsleistungen wären qualitätvoller - die Krankheitskosten würden rapide sinken -Ärzte und Pflegepersonal wären entlastet - wir brauchten keine Sommer- oder Winterzeit (was sowieso ausgemachter Unfug ist und schwerwiegende Folgen für alle Entwicklungen nach der Geburt hat). - Aber wer will das schon? Ist Arbeitgebern daran gelegen, keine Arbeitssklaven mehr zu haben? Ist der Politik daran gelegen, eine seelisch/geistig/körperlich starke Gesellschaft zu haben? Will das die Kirche? - Bisher sehe ich nur, daß es einer gewissen Schicht ganz lieb ist, andere "prügeln" und ducken zu können (siehe nur HartzIV/ALGII-Debatte und spätrömische Dekadenz). - Aber vielleicht sind das schon die Folgen aller Nichtbeachtung des eigenen Biorhythmus'. - Es gibt doch bestimmt dazu wissenschaftliche Erhebungen. -

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Schlagworte Cortisol | Medikament | Schlaf | Universität Köln | Biorhythmus | Regensburg
Service