Ein Jogger auf Lanzarote: Moderater Sport am Abend kann den Schlaf verbessern © Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Aufwachen:7 Uhr

Das Hormon Melatonin beeinflusst unsere Müdigkeit: Nachts um drei ist seine Konzentration im Blut im Schnitt am höchsten, danach sinkt sie ab. Gleichzeitig steigt der Spiegel des Stresshormons Cortisol, um das Gehirn aufs Aufwachen vorzubereiten. Den Höhepunkt erreicht er etwa um sieben Uhr. Ob dann ein günstiger Moment ist, um aufzuwachen, hängt aber auch davon ab, ob man gerade eine Leichtschlaf-Phase hat. Wer dann geweckt wird, kann sich schneller orientieren als jemand, der aus einer Tiefschlaf-Phase gerissen wird. Spezielle Wecker sollen solche Momente erkennen, schneiden in Tests aber bisher nur mittelmäßig ab.

Essen:8 Uhr

Der Magen leert sich morgens schneller als abends. Deshalb macht auch ein üppiges Frühstück nicht allzu schlapp. Das Körpergewicht lässt sich allerdings nicht dadurch beeinflussen, dass man morgens oder abends besonders viel isst – dass späte Mahlzeiten dick machen, ist ein Mythos.

Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen

Einfache Tätigkeiten erledigen:14 bis 16 Uhr

Die meisten Menschen können sich vormittags am besten konzentrieren, am frühen Nachmittag am schlechtesten. Etwa eine Stunde nach dem Mittagessen werden viele unaufmerksam und vergesslich. Deshalb sollte man zu dieser Tageszeit das Auto lieber stehen lassen und keine wichtigen Entscheidungen treffen, sondern Routineangelegenheiten erledigen. Verantwortlich für das Nachmittagstief ist neben anderen Faktoren der Blutzuckerspiegel, den man allerdings durch die Ernährung beeinflussen kann: Bei einem Mittagessen mit viel Weißmehl und Zucker wird viel Insulin ausgeschüttet, das den Zucker schnell abbaut. Der Blutzuckerspiegel sinkt rapide, und man wird hungrig und müde – ein Mittagessen mit Gemüse und Vollkorn kann dem vorbeugen.

Arztbesuche:15 Uhr

Die Schmerzempfindlichkeit ist nachmittags am niedrigsten. Wer eine unangenehme Wurzelbehandlung auf diese Tageszeit legt, leidet also womöglich weniger. »Am frühen Nachmittag lassen sich Zahnbehandlungen in der Regel besser aushalten«, sagt Uwe Junker, Schmerzmediziner am Sana Klinikum Remscheid, das zur Universität Köln gehört. Denn dann funktioniert das Schmerzhemmsystem des Körpers am besten: Besonders viele körpereigene schmerzhemmende Stoffe wie Cannabinoide, Serotonin und Endorphine werden ausgeschüttet. »Diese Prozesse sind bei allen Menschen in etwa gleich, hier muss man also nicht zwischen Morgen- und Abendtypen unterscheiden«, sagt Junker.

Vom Allgemeinarzt sollte man sich dagegen besser nicht am frühen Nachmittag untersuchen lassen, denn dann ist der Blutdruck niedriger. Wird er um diese Zeit gemessen, bleibt Bluthochdruck möglicherweise unerkannt. Die Messung am Mittag oder späten Nachmittag ist aussagekräftiger.