Atommüll Eine einzige Option ist keine Option
Deutschlands Atommüll braucht ein Endlager. Und der Salzstock Gorleben braucht Konkurrenz.
Als Angela Merkel noch Bundesumweltministerin war und der Salzstock Gorleben längst als mögliches Endlager für Atommüll erkundet wurde, traf sie eine mutige Entscheidung: Sie ließ die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) eine Karte mit allen Salzstöcken anfertigen, die außer Gorleben für ein Atommüll-Endlager interessant sein könnten. Heute ist Angela Merkel Kanzlerin. Sie sollte das Gutachten wieder aus der Schublade holen.
Doch die Koalition will allein den Salzstock Gorleben weiter erkunden lassen. Würde sie den Rat ihrer eigenen Experten und die Erfahrung anderer Länder ernst nehmen, wüsste sie: Das ist zu wenig.
- Salzstöcke
Salz kann die Nachwärme radioaktiver Abfälle besser ableiten als Ton. Risse, so hofft man, schließt das Salz von selbst.
- Gorleben
Die Erkundung des Salzstocks Gorleben hat bislang etwa 1,5 Milliarden Euro gekostet. Voraussichtlich im Oktober werden die Arbeiten nach einem zehnjährigen Moratorium fortgesetzt.
- Zweiter Standort
Die unterirdische Erkundung eines zweiten Standorts würde, grob geschätzt, etwa 500 Millionen Euro kosten.
- Tonschichten
Tongestein dichtet gut gegen Wasser ab und schließt Risse meist dank seiner Plastizität. An den unten gezeigten Orten liegen die Schichten 300 bis 1000 Meter tief und sind mindestens 100 Meter dick.
One choice is no choice, lehrt die Erfahrung der anderen: Eine Option ist keine Option. Die Schweizer Regierung etwa setzte früher alles auf eine Karte und wollte ein unterirdisches Endlager in der Zentralschweiz bauen. Das Volk kippte das Vorhaben. Heute stellt die Regierung drei Standorte für hochaktiven Müll zur Auswahl und diskutiert offen mit Gemeinden und Bürgern . Selbst deutsche Atomkritiker werden beteiligt, da die möglichen Endlager am Rhein liegen. Auch Schweden hatte mehrere Kandidaten zur Auswahl und bezog die Bürger mit ein. Das ist vorbildlich.
Hierzulande müsste es so weitergehen: Gorleben wird weiter erkundet , aber parallel ein zweiter Standort gesucht. Die Vorarbeiten hat die BGR gemacht: Vor drei Jahren lieferte sie eine zusätzliche Studie über untersuchungswürdigeTonschichten . Für diese Tonkarte analysierte sie Daten von 25.000 Bohrungen aus der Erdöl- und Erdgassuche.
Nun könnten Wissenschaftler die Suche mit weiteren Sicherheitskriterien eingrenzen. Bis zum Ende der Legislaturperiode wäre das möglich, sagen die Geologen der Behörde. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz, verantwortlich für Deutschlands Endlager, spricht sich für die Suche nach einer Alternative aus. Wie man so ein Auswahlverfahren fair gestaltet, wissen Partizipationsforscher seit Langem – die Schweiz ist gerade dabei, ihre Vorschläge umzusetzen. Anschließend ließe sich der zweite Standort unter Tage erkunden.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen müsste sich nur selbst beim Wort nehmen. Man werde die »wissenschaftliche Diskussion zu alternativen geologischen Formationen« vorantreiben, sagte er im März . Aber nicht einmal sein Ministerium weiß, was das konkret bedeutet. Mehr Transparenz wäre ein Anfang. Die Schweizer Veröffentlichungen zur Endlagersuche füllen Aktenordner. Die Informationen auf der Website des Umweltministeriums über den Salzstock Gorleben passen auf ein Blatt Papier.
- Datum 09.08.2010 - 11:34 Uhr
- Quelle ZEIT Wissen 5/2010
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Tonschichten werden in der Schweiz unter deutscher Mitwirkung untersucht. In Belgien gibt es ein spezielles Forschungsbergwerk im Ton. Möge das Salz auch die beste Lösung sein, aber wegen dessen Waserlöslichkeit schafft es eine gefühlte Untersicherheit bei vielen Bürgern. Da für die schwach und mittelaktiven Abfälle ohnehin die Grube Konrad vorgesehen ist, man den Zugriff für die abgebrannten Brennstäbe wegen ihres bei den jetzigen Reaktortypen ungenutzten Gehaltes an Brennstofffbraucht in Langzeitzwischenlagern erhalten will, braucht man ein richtiges Endlager ohnehin nur für das geringe Volumen an Rückständen der Wiederaufarbeitung. Für diese hat der vorige Präsident der IAEA eine internationale Lösung vorgeschlagen. An den entsprechenen Forschungen und internationalen Verhandlungen sollte Deutschland intensiv und öffentlichkeitswirksam mitwirkten.
Die größten Atombefürworter, Bayern und BaWü, verbitten sich jegliche Diskussion darüber, dass auch in ihren Ländern gesucht werden müsste. Günstigen Strom will jeder haben, aber den Müll möge doch bitte der Nachbar entsorgen... am besten der am Ende der Straße.
Und zwar unter den Vorsitzenden und Lobbyvertretern der CDU, CSU und FDP.
[Anm.: Bitte bemühen Sie sich um sachliche Diskussionsbeiträge. Danke. /Die Redaktion pt.]
aber mach mich nicht nass.
Andererseits war Atomstrom noch nie billig (das ist schlicht die größte Lüge der Atomstrombefürworter), sondern die teuerste Energieart überhaupt.
Allerdings muss man dazu sowohl die Forschung und den Kraftwerksbau (in Deutschland aus dreistelleigen Milliardenbeträgen finanziert), den Betrieb, Wiederaufbereitung und eben auch die vermeintliche "Entsorgung" auf einen Zeitraum von mindestens 10.000 Jahren mitrechnen. Wobei bis auf den aktuellen Betrieb wieder alles vom gemeinen Steuerzahler finanziert wird.
Alleine die Sanierung des unverantwortlichen Versuchs in der Asse wird mindestens 6 bis 20 Milliarden (Steuergelder [!] kosten und den Atommüll dabei verdoppeln, ohne die Gefahren u.B. für das Grundwasser wirklich beheben zu können - wenn man es denn anginge, da es dort nicht wirklich weiter geht, bevor wieder etwas schlimmes passiert.
Wohin auch mit den 420.000 oftmals falsch oder gar deklarierten Fässern, die größtenteils schon beim Abkippen defekt gingen und den Millionen Liter vermischten radiaktiv verseuchten Laugen und Säuren aus dem schon teilweise abgesackten und durchwässerten Salzstock. Auch Gorleben ist ungeeignet (Lagerung derzeit oberirdisch in einer normalen Halle) wie auch Schacht Konrad.
Wohin also mit dem Müll des ach so günstigen Atomstromes und den Kraftwerken selbst nach einer Abschaltung?
Alles als großen Klotz zubetonieren?
Und zwar unter den Vorsitzenden und Lobbyvertretern der CDU, CSU und FDP.
[Anm.: Bitte bemühen Sie sich um sachliche Diskussionsbeiträge. Danke. /Die Redaktion pt.]
aber mach mich nicht nass.
Andererseits war Atomstrom noch nie billig (das ist schlicht die größte Lüge der Atomstrombefürworter), sondern die teuerste Energieart überhaupt.
Allerdings muss man dazu sowohl die Forschung und den Kraftwerksbau (in Deutschland aus dreistelleigen Milliardenbeträgen finanziert), den Betrieb, Wiederaufbereitung und eben auch die vermeintliche "Entsorgung" auf einen Zeitraum von mindestens 10.000 Jahren mitrechnen. Wobei bis auf den aktuellen Betrieb wieder alles vom gemeinen Steuerzahler finanziert wird.
Alleine die Sanierung des unverantwortlichen Versuchs in der Asse wird mindestens 6 bis 20 Milliarden (Steuergelder [!] kosten und den Atommüll dabei verdoppeln, ohne die Gefahren u.B. für das Grundwasser wirklich beheben zu können - wenn man es denn anginge, da es dort nicht wirklich weiter geht, bevor wieder etwas schlimmes passiert.
Wohin auch mit den 420.000 oftmals falsch oder gar deklarierten Fässern, die größtenteils schon beim Abkippen defekt gingen und den Millionen Liter vermischten radiaktiv verseuchten Laugen und Säuren aus dem schon teilweise abgesackten und durchwässerten Salzstock. Auch Gorleben ist ungeeignet (Lagerung derzeit oberirdisch in einer normalen Halle) wie auch Schacht Konrad.
Wohin also mit dem Müll des ach so günstigen Atomstromes und den Kraftwerken selbst nach einer Abschaltung?
Alles als großen Klotz zubetonieren?
Erst vor ein paar Wochen kamen ein paar gute Dokumentationen über Atommüll und Endlagerstätten auf Phoenix. Leider kommen diese oft nur am Vormittag oder Nachts wenn kaum jemand das sieht. Es gibt jedenfalls genug Experten die der Meinung sind, dass Gorleben garnicht geeignet ist als Endlager.
Zudem muss man sich mal die Reaktionen von CDU/CSU Politikern angucken, wenn man sie darauf anspricht, dass wenn diese eine Laufzeitverlängerung haben wollen, dass man dann den Müll auch im Süden des Landes lagert. Da kommen Antworten wie "Unsere Landschaft ist schöner" usw. Traurig! Am Schlimmsten ist aber, dass der Steuerzahler wieder der Dumme ist. Der zahlt die Untersuchungen,Zwischenlager usw.
Diese ganze Debatte ist eigentlich nurnoch lächerlich. Gorleben wird schöngeredet, damit ja keiner aufmuckt. Denn wenn es keine potenzielle Endlagerstätte gibt, dann gibt es vermutlich auch mehr Gegner der Atomkraft. Vorallem wenn der Atommüll in der eigenen Landschaft untergebracht werden könnte.
Und zwar unter den Vorsitzenden und Lobbyvertretern der CDU, CSU und FDP.
[Anm.: Bitte bemühen Sie sich um sachliche Diskussionsbeiträge. Danke. /Die Redaktion pt.]
Der Autor hat vollkommen Recht mit seiner Aussage, dass eine Option nicht ausreicht. Dabei geht es gar nicht grundlegend um die Frage, ob Gorleben geeignet ist oder nicht; selbst wenn die Evaluation jetzt feststellt, dass Gorleben geeignet ist, wird es weiterhin starkes Mißstrauen gegen diesen Standort geben - eben weil die Standort-Suche undurchsichtig war und ist.
Auch wenn ich es ungern schreibe: Wir brauchen eine Deponie für hochradioaktiven Müll. Denn der Müll der Vergangenheit ist da, selbst wenn wir mit sofortiger Wirkung die Produkion von Energie durch Atomspaltung einstellen. Und auch das ist wahr - keiner will Müll auf seinem Grundstück - keiner will strahlenden Müll in seiner Umgebung.
Die Rettung des Konzeptes "Endlagers" kann also nur sein, wenn tatsächlich bundesweit nach einer oder mehrerer Lagerstätten gesucht wird: von Anfang an nachvollziehbar für alle Interessierten. Sollte sich dann in diesem Verfahren herausstellen, dass Gorleben zu den am besten geeigneten Standorten gehört, wird es zwar immer noch Gegner geben, sie werden ihre Gegnerschaft aber viel umfangreicher begründen müssen. Und bei mehreren geeigneten Standorten können lokale Interessen Berücksichtigung finden, natürlich auch mit entsprechender Kompensation für Anlieger in dem dann gewählten Endlager.
Ich hoffe immer noch, dass sich bis in die Atomindustrie die Erkenntnis herumspricht, dass Geheimnistuerei einem öffentlichen Anliegen noch immer mehr geschaded als genutzt hat.
aber mach mich nicht nass.
Andererseits war Atomstrom noch nie billig (das ist schlicht die größte Lüge der Atomstrombefürworter), sondern die teuerste Energieart überhaupt.
Allerdings muss man dazu sowohl die Forschung und den Kraftwerksbau (in Deutschland aus dreistelleigen Milliardenbeträgen finanziert), den Betrieb, Wiederaufbereitung und eben auch die vermeintliche "Entsorgung" auf einen Zeitraum von mindestens 10.000 Jahren mitrechnen. Wobei bis auf den aktuellen Betrieb wieder alles vom gemeinen Steuerzahler finanziert wird.
Alleine die Sanierung des unverantwortlichen Versuchs in der Asse wird mindestens 6 bis 20 Milliarden (Steuergelder [!] kosten und den Atommüll dabei verdoppeln, ohne die Gefahren u.B. für das Grundwasser wirklich beheben zu können - wenn man es denn anginge, da es dort nicht wirklich weiter geht, bevor wieder etwas schlimmes passiert.
Wohin auch mit den 420.000 oftmals falsch oder gar deklarierten Fässern, die größtenteils schon beim Abkippen defekt gingen und den Millionen Liter vermischten radiaktiv verseuchten Laugen und Säuren aus dem schon teilweise abgesackten und durchwässerten Salzstock. Auch Gorleben ist ungeeignet (Lagerung derzeit oberirdisch in einer normalen Halle) wie auch Schacht Konrad.
Wohin also mit dem Müll des ach so günstigen Atomstromes und den Kraftwerken selbst nach einer Abschaltung?
Alles als großen Klotz zubetonieren?
Hierfür gibt es verschiedene mögliche Erklärungen. 1.) Man glaubt, daß es sich um wertvolles Recyclinggut handelt, das in zukünftigen Kraftwerken weiterverarbeitet werden kann. 2.) Man hoftt auf irgend einen genialen Trick, den die Quantenphysik demnächst präsentiert. 3.) Man hofft, daß die Russen eines Tages einen guten Preis machen und das Zeugs hinter dem Ural verbuddeln.
DIE Referenz für Geologie, die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, hält nach den bisherigen Erkundungen (weitere folgen noch) Gorleben als Endlager für geeignet:
http://www.bgr.bund.de/nn...
Grüne und Kernkraftgegner würden vermutlich bei JEDEM Standort eines Endlagers hysterisch protestieren und dessen Sicherheit anzweifeln.
Herr Trittin und auch Herr Gabriel hätten während ihrer Zeit als Umweltminister jederzeit neue Standorte vorschlagen können und Erkundungen beginnen können, haben sie natürlich nicht !
Mit Angst vor einem Endlager lässt sich doch so schön Politik machen.
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