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Von Birgit Eickelmann

Computer werden in deutschen Grundschulen zu zögerlich eingesetzt. Unsere Kinder drohen dadurch im internationalen Vergleich den Anschluss zu verlieren. So zeigt etwa die Grundschulstudie Iglu/Pirls, dass die meisten Kinder zwar zu Hause Erfahrung mit Computern haben. Mehr als 50 Prozent berichten aber, dass sie nie oder fast nie mit dem Computer in der Schule lernen. Dieser Befund macht die Suche nach neuen Konzepten unausweichlich. Netbooks für alle könnten hierfür eine Lösung sein.

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In anderen Ländern ist es längst selbstverständlich, Grundschulkinder mit den mobilen und internetfähigen Geräten auszustatten. Dafür gibt es gute Gründe: Die Kinder lassen sich so individuell fördern, weil sie im eigenen Tempo Lernangebote auswählen können. Es ergeben sich neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit, zum Beispiel indem die Kinder gemeinsam an einem Wiki schreiben. Ein eigener Computer fördert außerdem die Chancengleichheit und kann dadurch der digitalen Spaltung unserer Gesellschaft entgegenwirken.

Und schließlich, das zeigen Pilotstudien, sind die Kinder motivierter, wenn sie mit eigenen Netbooks arbeiten, und motivierte Kinder lernen besser. Die Frage der Zukunft wird sein, wie man gute Rahmenbedingungen schafft. Dazu gehört übrigens auch, dass Kinder zu Hause nicht so oft allein vor dem Computer sitzen.

Birgit Eickelmann, 39, erforscht an der TU Dortmund den Einsatz digitaler Medien in Schulen