Contra - Hans Brügelmann
Contra
Von Hans Brügelmann
Grundschulunterricht lebt von der direkten Anschauung und von der Selbsttätigkeit der Kinder. Computer verführen dazu, eigene Erfahrung durch mediale zu ersetzen. Jedem Kind ein Netbook zu geben hätte nur dann Sinn, wenn dadurch das Lernen fachlich und pädagogisch befördert würde. Lernsoftware besteht aber oft nur aus Arbeitsblättern, die mit Ton, Farbe und Bewegung auf den Bildschirm gebracht werden. PCs leisten deshalb meist nicht mehr, als Bücher, Papier und Bleistift auch können.
Didaktisch fundierte Programme wie etwa die »Lesewerkstatt« oder die »ABC-Lernlandschaft« sind Ausnahmen. Für deren Nutzung, für Internetrecherchen, für Daten- und Textverarbeitung und für die Erstellung von Präsentationen reichen aber pro Klasse fünf leistungsfähige PCs mit DSL-Anschluss. Dies verlangt, dass Kinder sich organisatorisch absprechen, und fördert sowohl individuelles wie auch kooperatives Arbeiten.
Auch gute Lernprogramme helfen den Schülern erst in einem Unterricht, der Räume für selbstständiges Lernen und eine Zusammenarbeit zwischen den Kindern schafft. Lehrer für solche Unterrichtsformen fortzubilden und sie bei ihrer Einführung zu unterstützen: Darauf sollte man finanzielle Mittel konzentrieren. Neue Technik allein bedeutet noch keinen besseren Unterricht – und eine höhere Motivation durch den Neuheitseffekt verfliegt rasch.
Hans Brügelmann, 63, ist Professor für Grundschulpädagogik und -didaktik an der Universität Siegen
- Datum 19.08.2010 - 16:48 Uhr
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- Quelle ZEIT Wissen 5/2010
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Welches europäische Land stattet Grundschulkinder flächendeckend mit Notebook/Netbook aus?
Oder ist ein Pc- Arbeitsplatz pro Schüler in bestimmten Fächern gemeint?
In letzterem Fall erübrigt sich m. E. jede Diskussion.
....wären hier die Lehrer, derer viele nicht genügend computerliterat wären, um mit vielen ihrer Schüler mitzuhalten.
....wären hier die Lehrer, derer viele nicht genügend computerliterat wären, um mit vielen ihrer Schüler mitzuhalten.
Stellen Sie den Ranzen eines z.B. Viertklässlers auf die Waage:
DAS Argument für den flächendeckenden Einsatz von tragbaren Computern (in Korea längst selbstverständlich).
Abgesehen davon dass ich nicht weiß wie man netbooks nutzen kann )(Prozerssor schlechter als ein 4 Jahre alter Pentium M) sollte man auch fragen wie gut man an Computern lernt.
Ich persönlich finde Computer zum lernen nutzlos... eher schädlich - denn außer "Abfragen" kann ein Computer nichts - und Erklärungen am Computer - bah, für Photoshop habe ich lieber das Gedruckte als ein Video (obschon ich auch etwas faul für Photoshop bin)
An der Uni kann ich nichts weniger leiden als PowerPoint Präsentationen - man kann nicht vernünftig mitschreiben, und noch schlimmer ist es wenn man alles gedruckt vorgesetzt bekommt - abgesehen von den Augenschmerzen die mir der helle Bildschirm und die Reflektion bereiten.
Dass ich selbst dauernd vor meinem Notebook sitze hilf auch nicht.
Ob man nun schon kleine Kinder vor Bildschirme setzen muss - ich wage es zu bezweifeln.
Dass man Jugendlichen sinnvolle Computerkenntnisse vermitteln sollte ist richtig - aber jetzt Computer als Allheilsmittel ansehen ist sicherlich nicht der richtige Weg.
wenn ich aber überlege, wie häufig einige Mitschüler meiner Kinder Dinge von Wert verloren oder zerstört haben, indem sie ungeschickt oder unüberlegt mit den Dingen umgingen, wobei es nicht einmal um echte Technik ging, dann möchte ich nicht erleben, was im Falle eines Netbooks passiert.
Nein, ich halte nichts davon und gehe davon aus, dass das sinnliche Lernen in der Gruppe, die dabei entstehende Interaktion und auch die motorische Herausforderung des Schreibens ein guter Weg des Lernen sind.
Es gibt einen Haufen dinge, die dagegen Sprechen. Zum einen die tatsächlich große Anfälligkeit der Technik. Zeigen Sie mir eine Klasse in der noch keinem Kind jemals seine Trinkflasche ausgelaufen ist. Damit sollte diese Diskussion fast schon beendet sein. Wenn man es jedoch drauf ankommen lässt gibt es noch mehr Sachen. Alle reden ja ständig von sozialer Ausgrenzung bei Bildung. Schon die Taschenrechner für an manchen Schulen mehrere Hundert Euro sind der sozialen Gleichstellung nicht gerade zuträglich. Die Idee jedem Schüler ein Netbook kaufen zu müssen ist vollkommen absurd. Und der Staat wird es bestimmt nicht bezahlen, der weigert sich ja mittlerweile schon die Bücher zu bezahlen.
Das Gewichtsargument zieht auch nur, wenn alle anderen Schulbücher durch PC Programme ersetzt werden. Ein Ambitioniertes Projekt das einiges an Geld kosten würde.
Außerdem stellt sich die Frage, ob sie die Fähigkeit einen Computer zu benutzen (und nein, fortgeschrittene Anwendungen werden sie höchstwahrschienlich in der Schule nicht in diesem Jahrzehnt und auch nciht im nächsten Lernen) oder mit einem Stift auf Papier zu schreiben höher einsetzten.
Ich merke jetzt schon (Studium zur hälfte abgeschlossen), dass ich in langen Klausuren durch krampfhafte Handhaltung Konditionsschwächen beim Schreiben hab. Die hatte ich in der Schule nicht.
Schätzen Sie eine saubere Handschrift nicht so gering. Mit einem Netbook lernt man höchstens schneller zu Tippen.
Es gibt einen Haufen dinge, die dagegen Sprechen. Zum einen die tatsächlich große Anfälligkeit der Technik. Zeigen Sie mir eine Klasse in der noch keinem Kind jemals seine Trinkflasche ausgelaufen ist. Damit sollte diese Diskussion fast schon beendet sein. Wenn man es jedoch drauf ankommen lässt gibt es noch mehr Sachen. Alle reden ja ständig von sozialer Ausgrenzung bei Bildung. Schon die Taschenrechner für an manchen Schulen mehrere Hundert Euro sind der sozialen Gleichstellung nicht gerade zuträglich. Die Idee jedem Schüler ein Netbook kaufen zu müssen ist vollkommen absurd. Und der Staat wird es bestimmt nicht bezahlen, der weigert sich ja mittlerweile schon die Bücher zu bezahlen.
Das Gewichtsargument zieht auch nur, wenn alle anderen Schulbücher durch PC Programme ersetzt werden. Ein Ambitioniertes Projekt das einiges an Geld kosten würde.
Außerdem stellt sich die Frage, ob sie die Fähigkeit einen Computer zu benutzen (und nein, fortgeschrittene Anwendungen werden sie höchstwahrschienlich in der Schule nicht in diesem Jahrzehnt und auch nciht im nächsten Lernen) oder mit einem Stift auf Papier zu schreiben höher einsetzten.
Ich merke jetzt schon (Studium zur hälfte abgeschlossen), dass ich in langen Klausuren durch krampfhafte Handhaltung Konditionsschwächen beim Schreiben hab. Die hatte ich in der Schule nicht.
Schätzen Sie eine saubere Handschrift nicht so gering. Mit einem Netbook lernt man höchstens schneller zu Tippen.
Es gibt einen Haufen dinge, die dagegen Sprechen. Zum einen die tatsächlich große Anfälligkeit der Technik. Zeigen Sie mir eine Klasse in der noch keinem Kind jemals seine Trinkflasche ausgelaufen ist. Damit sollte diese Diskussion fast schon beendet sein. Wenn man es jedoch drauf ankommen lässt gibt es noch mehr Sachen. Alle reden ja ständig von sozialer Ausgrenzung bei Bildung. Schon die Taschenrechner für an manchen Schulen mehrere Hundert Euro sind der sozialen Gleichstellung nicht gerade zuträglich. Die Idee jedem Schüler ein Netbook kaufen zu müssen ist vollkommen absurd. Und der Staat wird es bestimmt nicht bezahlen, der weigert sich ja mittlerweile schon die Bücher zu bezahlen.
Das Gewichtsargument zieht auch nur, wenn alle anderen Schulbücher durch PC Programme ersetzt werden. Ein Ambitioniertes Projekt das einiges an Geld kosten würde.
Außerdem stellt sich die Frage, ob sie die Fähigkeit einen Computer zu benutzen (und nein, fortgeschrittene Anwendungen werden sie höchstwahrschienlich in der Schule nicht in diesem Jahrzehnt und auch nciht im nächsten Lernen) oder mit einem Stift auf Papier zu schreiben höher einsetzten.
Ich merke jetzt schon (Studium zur hälfte abgeschlossen), dass ich in langen Klausuren durch krampfhafte Handhaltung Konditionsschwächen beim Schreiben hab. Die hatte ich in der Schule nicht.
Schätzen Sie eine saubere Handschrift nicht so gering. Mit einem Netbook lernt man höchstens schneller zu Tippen.
lebt und wird vielen, wenn nicht sogar allen Anforderungen an ein Netbook gerecht. Nein, er kostet immer noch deutlich mehr als 100$, aber dafür erhält man ein komplettes Konzept inkl. Server.
Laut wiki.laptop.org sind mittlerweile 2 Millionen Geräte produziert worden. Da alle Software dank Open Source angepasst werden kann, ist jedes Land in der Lage nach eigenen Prioritäten Unterrichtsinhalte zu erstellen und einzusetzen. Gerade in einem High-Tech-Land wie Deutschland ist der Schulungsaufwand minimal und das Potential für Innovation enorm.
Die Gesellschaft könnte irgendwann so sehr durchcomputerisiert, digitalisiert und entwickelt sein, dass man irgendwann garnicht darum herumkommt, Note- oder Netbooks wie früher Fibeln als normale Schulgeräte zu verwenden - wenn man Schüler ausreichend aufs Leben vorbereiten will. Alles eine Frage der Zeit und der weiteren Entwicklung, z.B. der weiteren Entwicklung von E-Books.
begründet sich allerdings soweit ich das verstehe mehr dahingehend, dass die Lehrkräfte in den Gebieten in denen er eingesetzt wird wenig Technikverständnis haben, die Kinder aber durch den Laptop und die Schulung der Lehrkraft auf diesen abgegrenzten Technikbereich, sich Kompetenzen erarbeiten können, die weit über die des Lehrers hinaus gehen.
In Deutschland wäre es tatsächlich wichtiger, dass die Schule es allen ermöglicht 1. die Lernhefte zu kaufen und 2. vielleicht allen Schülern ab 8.Klasse ein Netbook bereit zu stellen.
@3 Die Dinger können !alles! außer aufwendige Spiele und HD-Filme. Bildbearbeitung etwas langsamer, Office, Web, math. Berechnungen (CAS), einfache Programmierung. Wenn man auf Windows verzichtet und ein schlankeres System einsetzt, kann das Teil diese Dinge sogar gleichzeitig. Könnte ein P4 natürlich auch, und vermutlich sogar noch das ein oder andere ältere System. Für leistungsintensive Aufgaben (mir fällt für die Grundschule allerdings nichts ein) kann ein Server bereitgestellt werden.
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