In Belgien, Großbritannien und Italien ist für Schwangere und Kinder gesorgt
Seit der Einführung der Sprechstunde 2009 waren Menschen aus fast 80 Ländern dort. In Frankfurt leben aber mehr als doppelt so viele Nationalitäten. Das Problem, glaubt Wolter, sei der Mangel an Information. Doch wie erreicht man Menschen, die sich verstecken und kaum Deutsch sprechen? Wie überzeugt man sie, dass sie keine Angst haben müssen, wenn immer wieder Fälle wie der des Ghanaers John vorkommen und sich rumsprechen? Eine bundesweite Lösung ist nötig.
Im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern sei die Situation in Deutschland besonders schlecht, meint Ursula Karl-Trummer vom Zentrum für Migration und Gesundheit an der Donau-Universität Krems . In Belgien, Großbritannien und Italien ist immerhin für Schwangere und Kinder gesorgt. In fünf weiteren Ländern haben alle Menschen ohne Papiere ungehinderten Zugang zum Gesundheitssystem. In der Schweiz etwa dürfen (und müssen) sie sich krankenversichern, ohne dass die Ausländerpolizei davon erfährt. In Spanien und Portugal lassen sie sich gefahrlos bei den örtlichen Behörden für Arztbesuche registrieren, in den Niederlanden reichen die Mediziner ihre Rechnungen bei einem staatlichen Fonds ein. Auch Frankreich ermöglicht allen den Arztbesuch.
Der Datenfluss zwischen Gesundheitsdiensten und Ausländerbehörde, der den Papierlosen in Deutschland solche Angst macht, ist in Europa einzigartig – und nicht legal. Schon vor zweieinhalb Jahren forderte das Deutsche Institut für Menschenrechte , die Meldepflicht abzuschaffen. Das entspricht auch den Absprachen im Europarat. Die Bundesregierung reagierte: Im Herbst 2009 erließ sie eine Verwaltungsvorschrift und stellte klar, dass die ärztliche Schweigepflicht auch für das Verwaltungspersonal in Kliniken gilt. Allerdings kann sich Hans Wolter vom Frankfurter Gesundheitsamt nicht vorstellen, dass die Behörden Krankenhauskosten erstatten, wenn die Daten geheim bleiben. »Es war voreilig zu hoffen, dass die Sozialämter nun für anonyme Menschen ohne Papiere zahlen.«
Um Behandlungskosten erstattet zu bekommen, müssen Krankenhäuser dem Sozialamt Namen und Aufenthaltsstatus der Patienten offenbaren. Die neue Bundesvorschrift untersagt den Sozialbehörden daher ausdrücklich, Daten an die Ausländerämter weiterzugeben. In der Praxis geschieht das trotzdem.
Dass die Vorschriften in vielen Städten nicht eingehalten werden, stellte auch das Medinetz kürzlich bei seinem Bundeskongress fest. Rudolf Stummvoll etwa, der bei der Münchner Sozialbehörde den Bereich Wohnen und Migration leitet und für den dortigen Gesundheitsfonds verantwortlich ist, weiß von den neuen Regeln nichts. In seiner Abteilung sei eine solche Weisung nicht angekommen. »Wenn eine Klinik Leistungen erstattet haben will, muss sie uns den Namen und den Status der Patienten melden, da gibt es keine Diskussion«, sagt er. »Und wir sind verpflichtet, die Daten an die Ausländerbehörde weiterzugeben.«
Wie die Ausländerpolizei von Johns Klinikaufenthalt erfuhr, ist nicht zu rekonstruieren. Offenbar hatte jemand einen Fehler gemacht. Die Sozialbehörde beteuert, bei ihr liege er nicht. Schon 2009 wurden alle Hamburger Sozialämter darüber informiert, dass sie die Daten der Krankenhäuser nicht an die Ausländerbehörde geben dürfen. Gleichzeitig steht in der Anleitung aber auch, unter welchen Bedingungen sie die Behandlungskosten übernehmen können: nämlich nur dann, wenn sie sich vorher bei der Ausländerbehörde über den Kranken erkundigt haben, etwa um zu klären, ob er im Herkunftsland versichert ist. Dass die Sozialämter die Klinik, in der er sich befindet, nicht verraten dürfen, steht nicht ausdrücklich da.
Solange es in Deutschland solche Defizite gibt, wird Notleidenden faktisch ärztliche Hilfe verwehrt – und ein Menschenrecht verletzt.
- Datum 16.08.2010 - 18:45 Uhr
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- Quelle ZEIT Wissen 5/2010
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Die Forderung, Illegale ärztlich zu behandeln, ist absoluter Wahnsinn. Warum sollte sich dann noch jemand melden, Steuern und Abgaben bezahlen???
Wer so kühn ist, illegal in D zu leben, sollte auch die Konsequenzen tragen müssen!
...gegen den Begriff der Menschenrechte! Sehr gut! Dann kann man aber aber damit auch nicht argumentieren. Das täte der Diskussion gut.
...gegen den Begriff der Menschenrechte! Sehr gut! Dann kann man aber aber damit auch nicht argumentieren. Das täte der Diskussion gut.
"Man will ihnen den Aufenthalt so unangenehm wie möglich machen."
Das gilt doch für die untere Hälfte der deutschen Wohn-Bevölkerung auch?
Wo wir doch gestern über "Qualitäts-Journalismus" geredet haben:
IMO würde ein Qualitäts-Journalist auf Phrasen wie "Im reichen Deutschland" verzichten. Die werden durch Wiederholung nicht richtiger. Weder ist der Staat "Bundesrepublik Deutschland" reich, noch der überwältigende Anteil der Wohn-Bevölkerung. Allenfalls rechnerisch, unter Einbezug des obersten Prozentes, kommt ein Zahl zusammen, die - im Vergleich zu Pakistan oder Ruanda - so etwas wie Reichtum Einzelner erahnen lässt.
Der Reichtum in Deutschland ist privat - privatisiert.
Der Reichtum in Deutschland ist privat - privatisiert.
Der Reichtum in Deutschland ist privat - privatisiert.
@robertmk
Haben Sie schon mal was von Menschlichkeit gehört? und davon, dass es tatsächlich Menschen gibt, die in ihrem Heimatland unter Bedingungen leben mussten, die Sie sich (ich auch nicht) nicht vorstellen können? Ob es dann richtig ist, illegal einzuwandern, sei dahin gestellt, aber darum geht es auch garnicht. Wenn ein Mensch medizinische Versorgung braucht, ist es vollkommen egal wer er ist. Ein Mensch ist doch nicht so viel oder wenig wert wie seine Aufenthaltsgenehmigung. Wirklich ein trauriges Statement von Ihnen.
" ... Steuern und Abgaben zahlen"
Das ist eben das deutsche Menschenbild. INSM-gerächt. Leute, die das nicht eben - oder: nicht mehr - tun, die ...
Wenn Sie möchten:
Es hat sich ein führender Sozialdemokrat zu diesem Thema in dieser Zeitung geäussert. Auf Wunsch kann ich gern den Link liefern.
" ... Steuern und Abgaben zahlen"
Das ist eben das deutsche Menschenbild. INSM-gerächt. Leute, die das nicht eben - oder: nicht mehr - tun, die ...
Wenn Sie möchten:
Es hat sich ein führender Sozialdemokrat zu diesem Thema in dieser Zeitung geäussert. Auf Wunsch kann ich gern den Link liefern.
" ... Steuern und Abgaben zahlen"
Das ist eben das deutsche Menschenbild. INSM-gerächt. Leute, die das nicht eben - oder: nicht mehr - tun, die ...
Wenn Sie möchten:
Es hat sich ein führender Sozialdemokrat zu diesem Thema in dieser Zeitung geäussert. Auf Wunsch kann ich gern den Link liefern.
Diese realitätsfremden Artikel über Illegale kommen alle paar Monate wieder.
Hier mal ein paar Fakten, die es zu berücksichtigen gilt.
1. Die Menschenschlepperei ist ein Milliardengeschäft.
2. Illegale sind keine Opfer, sondern Leute, die ihren Vorteil suchen.
3. Das deutsche Gesundheitssystem wir inzwischen nur noch von 30 Prozent der Bevölkerung finanziert.
4. Die Kosten des Gesundheitssystems sind in den letzten 20 JAren von 120.000.000.000 Euro auf 260.000.000.000 Euro explodiert.
5. Die Kassenbeiträge werden für die Leute unbezahlbar.
6. Menschen, die sich für die "armen Illegalen" leben i.d.R auf Kosten der produktiven Bevölkerung.
Belegen Sie solche Aussagen bitte mit seriösen Quellenangaben. Die Redaktion / mh
Ich muß Ihnen in allen Punkten Recht geben.
Ich hatte mir den Artikel genau durchgelesen, dachte Empathie-Werbung für eine gesellschaftliche Gruppe mit Problemen ist doch erst mal OK.
Aber die Einseitigkeit und das Ausblenden der Interessen der Ehrlichen und Legalen ist zu offensichtlich. Noch deutlicher wird es bei den angebotenen Links.
Ich habe im Internet bei dem Deutschen Institut für Menschenrechte mal vorbeigeschaut. Da war mir die volkspädagogische Orientierung sehr schnell klar.
Wenn die sich z.B. für die "Anerkennung der gesellschaftlichen Vielfalt" einsetzen, weiß ich doch genau was sie meinen und was eben nicht.
Ideologische Dauerberieselung, nein danke, kann ich da nur sagen.
1. Menschenschlepperei ist ein Verbrechen, aber eins, das nicht Sie oder ich sondern die 'Illegalen' bezahlen, häufig mit ihrem Leben
2. Niemand verläßt seine Heimat ohne Not. http://www.zeit.de/2007/1... http://www.zeit.de/2009/1...
3. Das liegt wohl kaum in der Verantwortung der 'Illegalen' sondern in der der Wirtschaft und der unfähigen Politik
4. Auch die Kostenexplosion im Gesundheitswesen liegt nicht in der Verantwortung der 'Illegalen', sondern in high-tech-Medizin, schlechter Verwaltung und der Bedienung der Pharmafirmen
5. s. 4., bitte denken Sie auch an die Schonung der Arbeitgeber bei den Beiträgen
6. Menschen, die sich für die 'Illegalen' einsetzen, üben oft Ehrenämter aus. In ihrer Freizeit, in der Rente, neben ihrer Berufstätigkeit.
Ihre Aussagen halte ich nicht nur für realitätsfremd, sondern für egozentrisch und menschenverachtend. Menschen strukturell keine Hilfe zu leisten, wenn sie krank und in Not sind, ist unterlassene Hilfeleistung, meines Wissens ist das strafbar. Im Übrigen - niemand ist illegal. http://www.ohchr.org/EN/U...
Ich muß Ihnen in allen Punkten Recht geben.
Ich hatte mir den Artikel genau durchgelesen, dachte Empathie-Werbung für eine gesellschaftliche Gruppe mit Problemen ist doch erst mal OK.
Aber die Einseitigkeit und das Ausblenden der Interessen der Ehrlichen und Legalen ist zu offensichtlich. Noch deutlicher wird es bei den angebotenen Links.
Ich habe im Internet bei dem Deutschen Institut für Menschenrechte mal vorbeigeschaut. Da war mir die volkspädagogische Orientierung sehr schnell klar.
Wenn die sich z.B. für die "Anerkennung der gesellschaftlichen Vielfalt" einsetzen, weiß ich doch genau was sie meinen und was eben nicht.
Ideologische Dauerberieselung, nein danke, kann ich da nur sagen.
1. Menschenschlepperei ist ein Verbrechen, aber eins, das nicht Sie oder ich sondern die 'Illegalen' bezahlen, häufig mit ihrem Leben
2. Niemand verläßt seine Heimat ohne Not. http://www.zeit.de/2007/1... http://www.zeit.de/2009/1...
3. Das liegt wohl kaum in der Verantwortung der 'Illegalen' sondern in der der Wirtschaft und der unfähigen Politik
4. Auch die Kostenexplosion im Gesundheitswesen liegt nicht in der Verantwortung der 'Illegalen', sondern in high-tech-Medizin, schlechter Verwaltung und der Bedienung der Pharmafirmen
5. s. 4., bitte denken Sie auch an die Schonung der Arbeitgeber bei den Beiträgen
6. Menschen, die sich für die 'Illegalen' einsetzen, üben oft Ehrenämter aus. In ihrer Freizeit, in der Rente, neben ihrer Berufstätigkeit.
Ihre Aussagen halte ich nicht nur für realitätsfremd, sondern für egozentrisch und menschenverachtend. Menschen strukturell keine Hilfe zu leisten, wenn sie krank und in Not sind, ist unterlassene Hilfeleistung, meines Wissens ist das strafbar. Im Übrigen - niemand ist illegal. http://www.ohchr.org/EN/U...
Ich finde die momentane Regelung ausgesprochen gut! Wer ein akuter Notfall ist, wird nach allen Regeln der Kunst verarztet und nach Genesung abgeschoben.
Andernfalls müsste man sich ja nur im Krankheitsfall über die Grenze schleppen und bekäme dann lebenslang ohne einen Cent einzuzahlen first class Medizin.
Da würde ich mir fast als Einheimischer überlegen, ob ich nicht auch meinen Pass wegwerfe-für Privatversicherte wäre das doch ideal, spart eine Menge. Aus der gesetzlichen Kasse kommt ja niemand raus, da geht dieser Spartipp nicht.
Und wenn so viel Geld da ist, um jeden Monat eine ganze Sippe im Ausland zu ernähren, dann dürfte das keine kleinen Summen sein. Davon könnten die Illegalen also locker Beiträge bezahlen.
Vielleicht sollte man einen Kompromiss machen. Jeder Mensch auf der Welt kann sich in Deutschland krankenversichern, erhält aber, sofern er keine deutsche Staatsbürgerschaft hat, nur in Deutschland Leistungen. Zu gleichen Konditionen wie alle anderen legalen Versicherungsnehmer sie auch haben.
Dann können sich die Illegalen ihre Karte holen und können bei der Kasse anonym einzahlen-bzw. die Ausländerämter dürften dort nicht einfach die Leute einsammeln. Wer nicht zahlt, kriegt eben nur die Akutversorgung und wird abgeschoben, wer einzahlt, darf illegal bleiben und genießt die üppige Steuerersparnis.
Ich muß Ihnen in allen Punkten Recht geben.
Ich hatte mir den Artikel genau durchgelesen, dachte Empathie-Werbung für eine gesellschaftliche Gruppe mit Problemen ist doch erst mal OK.
Aber die Einseitigkeit und das Ausblenden der Interessen der Ehrlichen und Legalen ist zu offensichtlich. Noch deutlicher wird es bei den angebotenen Links.
Ich habe im Internet bei dem Deutschen Institut für Menschenrechte mal vorbeigeschaut. Da war mir die volkspädagogische Orientierung sehr schnell klar.
Wenn die sich z.B. für die "Anerkennung der gesellschaftlichen Vielfalt" einsetzen, weiß ich doch genau was sie meinen und was eben nicht.
Ideologische Dauerberieselung, nein danke, kann ich da nur sagen.
empfehle ich die Lektüre der Allgemeinen Menschenrechte, unveräußerlich, unteilbar, von universeller Gültigkeit. http://www.ohchr.org/EN/U...
empfehle ich die Lektüre der Allgemeinen Menschenrechte, unveräußerlich, unteilbar, von universeller Gültigkeit. http://www.ohchr.org/EN/U...
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